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Sony Ericsson K800i Testbericht

Ausstattung

Kamera

Nokia hat es vorgemacht: große Namen von Linsen- und Kamera-Herstellern lassen den Absatz von Endgeräten steigen. Was Carl Zeiss für Nokia bedeutet, ist die Marke "Cyber-shot" für Sony (Ericsson). Das K800i trägt diesen Schriftzug nicht zu Unrecht auf stolzgeschwellter Brust bzw. -gekrümmten Rücken und entsprechend hochgesteckt sind die Erwartungen der potentiellen Käuferschaft. Tatsächlich erreicht man im Zusammenspiel zwischen Cyber-shot-Optik mit Autofokus, 3.2 Megapixel-Sensor (2048x1536), einem Bildstabilisator und nicht zuletzt auch der neuartigen "Best-Pic"-Funktion eine Bildqualität, wie sie für Handykameras noch vor zwei Jahren völlig utopisch schien.

Es fällt uns schwer, Mängel an der Qualität der Bilder zu entdecken, die locker mit einfachen Digitalkameras mithalten können. Allenfalls die Kontraste sind bei hellem Außenlicht ein wenig schwach, Bildgeometrie, eine völlig gleichmäßige Bildhelligkeit, saubere Farbverläufe und gestochen scharfe Details mit höchstens nuancenhaften Ausfransungen an Farbkanten zeigen, dass Sony Ericsson einen neuen Meister seiner Klasse geschaffen hat.

Foto: AMB | Die Kamera startet...

Durch Herunterschieben des Linsenschutzes wird die Kamera-Funktion aktiviert und der Bildschirminhalt um 90° gedreht, sodass man das Handy wie eine echte Kamera halten muss. Mit einem Druck auf die Kameratasten neben dem Handy-Lautsprecher wählt man zwischen den Aufnahmemodi Normal, Panorama, BestPic und Rahmen. Bei der Panoramaaufnahme werden 3 Bilder zu einem großen, 1664x416 Pixel großen Foto zusammengesetzt, sodass sich auch Tele-Aufnahmen simulieren lassen. Eine Rahmenaufnahme verziert das Bild mit Effekten und Masken, die Auswahl von entsprechenden Vorlagen ist mittelprächtig, für MMS aber brauchbar.

Foto: AMB | Wahl des Aufnahmemodus

Neu hinzugekommen ist die BestPic-Funktion, die nur im 3-Megapixelmodus und bei der Fotoqualität "Fein" erschließbar ist: sie nimmt in extrem kurzer Folge 9 Fotos höchster Auflösung auf, aus denen man sich das beste aussuchen kann. Für Fotos von Gebäuden, Personen oder Gegenständen bedeutet das nicht zwangsläufig eine Verbesserung, hilft aber insbesondere beim Fotografieren von Sportszenen oder Tierbildern oder hilft dabei, die Grimassen-Fotos zu vermeiden, die entstehen können, wenn man eine Person mitten im Gespräch fotografiert.

Beliebig viele Bilder einer Bestpic-Aufnahme lassen sich im Anschluss in vollwertiger 3MP-Auflösung speichern bzw. alle wieder verwerfen. Beim schnellen Anschauen der BestPic-Aufnahmen fällt auf, dass die Kamera leichte Fehler in der Bildgeometrie verursacht. Gegenstände werden ein wenig verzerrt und gestaucht. Diesen Effekt beobachtet man auch stets bei der Bildvorschau auf dem Handy-Display. Betrachtet man lediglich ein einziges Bild der Serie, ist dieser Fehler nicht sichtbar.

Foto: AMB | Szenenwahl

Die Szenenauswahl wird bei aktiver Kamera über den oberen Button neben der Hörmuschel gestartet. Je nach gewähltem Schema, passt die Software automatisch Weißabgleich und Messmodus an die gegebene Situation an. Zur Auswahl stehen Automatisch, Nachtszene, Nachtportrait, Landschaft, Porträt, Strand/Schnee, Sport und Dokument. Der Weißableich ist auch unabhängig von einer Szenerie einstellbar und bietet dann die üblichen Einstellungsmöglichkeiten für die Justage der Farbtemperatur.

Um die Grundfärbung der Aufnahmen besser kontrollieren zu können, lässt sich auch der Messmodus separat konfigurieren: hier stehen die Modi Spot oder Normal für Porträts oder Landschaftsfotos zur Verfügung. Für die hohe Schärfe der Bilder ist die Autofokus-Funktion verantwortlich, die je nach Entfernung des Motivs zwischen einer halben und zwei Sekunden benötigt, um die Optik scharfzustellen. Wie beim K750i signalisiert ein Piepston und ein grünes Rechteck im Sucher, dass sich das Objektiv aufs Motiv eingestellt hat.

Foto: AMB | Messmodus

Mit Hilfe eines Suchlichts wird kann sich der Autofokus auch im Halbdunkeln auf seine Ziele einstellen. Für gestochen scharfe und bisweilen sehr effektvolle Nahaufnahmen sorgt die Makromodus-Funktion. In dieser Einstellung stellt sich die Kamera auf Objekte ein, die minimal 8 Zentimeter von der Linse entfernt sind; Gegenstände im Hintergrund erscheinen entsprechend unscharf. Besonders beeindruckend arbeitet das Blitzlicht, das nicht wie bei allen Vorgängern auf einer hell leuchtenden Phalanx von LEDs basiert, sondern einen Stroboskop-Blitz mit Xenon-Licht benutzt. Damit erreicht Sony Ericssons K800i erstmals eine Leuchtstärke, die an kleine Digitalkameras heranreicht und dank intelligentem Weißlichtabgleich auch bei Nacht farbrealistische Aufnahmen ermöglicht.

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Foto: AMB | Effekte

Wir testeten den Blitz in einem abgdunkelten Raum und hatten Mühe, das dabei entstandene Bild aus unseren anderen Aufnahmen herauszusortieren. Per Sterntaste kann man außerdem einen Anti-Rote-Augen-Effekt hinzuschalten, der durch kurzes "Anflashen" die Reflexion der menschlichen Netzhaut verringert. Die "Gimmick"-Funktionen, die die LED-Blitze bei früheren Geräten mitbrachten, fallen wegen der Strobe-Bauweise allerdings weg: so kann man keine SOS- oder Taschenlampenfunktionen mehr in Anspruch nehmen, da sich der Blitz nicht permanent aktivieren lässt. Auch die Aufhellung einer nahegelegenen Szenerie via Permanent-Licht für Videoaufnahmen ist passé.

Während der Kameravorschau lassen sich einige Farbverfälschungsfffekte in Echtzeit übers Bild legen; Schwarzweiß, Negativ, Sepia und Solarisieren sind vom K750 bekannt. Über den Joystick kann die Helligkeit in je 6 Stufen erhöht und reduziert oder zum Videomodus gewechselt werden. Mit der Tastenwippe auf der rechten Seite steuert man den 16-fachen Digitalzoom - einen optischen Zoom kennt das K800i leider nicht.

Originalaufnahmen SE K800i (9 Bilder)

zur Bildergalerie
 

Foto: AMB | Videomodus

Etwas enttäuscht waren wir vom Videomodus: er nimmt bei höchster Auflösung gerade mal 176x144 Pixel große Filmchen auf, immerhin ist die Länge nur durch den Speicher begrenzt. Wer also neben einer guten Digitalkamera im Handy auch viel Wert auf hochwertige Bewegtbilder legt, sollte sich zum Beispiel S60-Smartphones wie das N80 oder N93 anschauen, die Videos mit 352 x 288 (CIF) oder VGA-Auflösung aufnehmen können.

Foto: AMB | Blog-Beitrag erstellen

Die geschossenen Meisterwerke können dank einer Kooperation zwischen SonyEricsson und Google sofort via UMTS oder GPRS in ein Blog des Suchmaschinen- und Webapplikationsanbieters übertragen werden. Dabei kommt die Blogging-Community Blogspot bzw. Blogger.com zum Einsatz; hat man dort selbst noch kein Blog angelegt, wird beim ersten Versuch, ein Bild hochzuladen, ein anonymes Blog erstellt, das man anschließend personalisieren kann. Hierfür erhält man im Anschluss an den erstmaligen Uploadvorgang eine SMS mit dem Link zum Blog und ein entsprechendes Passwort. Nachdem man die Nutzungsbedingungen akzeptiert hat, wählt man Überschrift und Beschreibung des Bildes und gibt das OK zum Hochladen. Über den PC lässt sich das eigene Blog komfortabel nutzen, personalisieren und mit Inhalten füllen.

Foto: AMB | Blog-Beitrag publizieren

Alternativ zu dieser relativ neuen Publikations- und Darstellungsform im Internet lassen sich Fotos auch auf hochqualitativen Farbdruckern ausgeben. Die Bluetooth-Schnittstelle des K800i verfügt hierfür über eine im BasicPrinting-Profile verankerte PictBridge-Funktion. Besonders dankbar werden Nutzer ohne solche Hardware über die Unterstützung des Metaformats DPOF sein, mit dem sich auf einem MemoryStick gespeicherte Fotos auch komfortabel an Tankstellen oder Drogerien ausdrucken lassen. Für die Betrachtung von Fotos im Handy stellt Sony Ericsson einen komfortablen Galeriemodus bereit, der Bilder chronologisch ordnet.

Speicher

Foto: AMB | Bildergalerie

Für Daten aller Art befinden sich ca. 72 MB interner Speicher im Gerät, der für die gängigen Anforderungen des Alltags ausreicht. Für ausuferndere Multimedia-Nutzung lässt sich das Gerät auch mit dem neuartigen Speicherstick-Format Memory Stick Micro M2 erweitern. Gerade bei vielen 3 Megapixelfotos in feiner Qualität nimmt der freie Speicher schnell rapide ab: ein einziges Bild belegt ca. 700-900 Kilobytes. Schade, dass man im Lieferumfang keine solche Karte findet, der Fachhandel hält sie aber seit kurzem mit Kapazitäten bis zu 1GB bereit. Derzeit liegt der Preis für eine solche Karte bei ca. 60 Euro. Über entsprechende Adapterlösungen lässt sich ein M2-Stick auch in jedem MemoryStick-Lesegerät nutzen.

Audio

Foto: AMB | Music-Player

Die Audiofunktion des K800i gleichen nahezu denen des K750i. Der leicht überarbeitete MP3-Player erlaubt die Erstellung von eigenen Playlists direkt am Handy und kann über eine "Minimieren"-Funktion in den Hintergrundbetrieb geschaltet werden. Anschließend lässt es sich völlig ohne Einschränkung in puncto Geschwindigkeit oder Funktionsumfang am Handy weiterarbeiten - so muss Multitasking funktionieren. Der Einfluss des Equalizers ist bei der Soundwiedergabe über den integrierten Lautsprecher kaum hörbar, spannender wirds über das mitgelieferte Headset, das dem des K750i gleicht: Hier macht sich die Tonhöhenanpassung deutlich bemerkbar. Schade, dass die von Walkman-Phones-gewohnte Option "MegaBass" im K800i nicht zur Verfügung steht. Die Qualität des im Gerät integrierten Lautsprechers ist subjektiv höher als beim K750i, erreicht aber nicht die Lautstärke eines 6270 oder D500. Die Soundwiedergabe wirkt klar und etwas höhenlastig, bei höchster Lautstärke konnten wir einigen MP3s auch ein leichtes Knistern entlocken.

Foto: AMB | RDS/UKW-Radio

Die Wiedergabe des minimierten Players lässt sich durch Drücken der seitlichen Start/Pausetaste beenden und fortsetzen: nach Bejahen der Frage, ob der Lautsprecher verwendet werden soll, läuft die Musik weiter. Abgespielt werden die gängigen Musikformate MP3, AAC+ / M4A und Windows Media (WMA). Wer sich mit digitaler Musik nicht so recht anfreunden kann, grefit stattdessen auf das äußerst praktische RDS-fähige UKW-Radio des K800i zurück, das wie immer nur bei angeschlossenem Kabelheadset funktioniert. Es sucht blitzschnell alle lokal verfügbaren Sendestationen und stellt sie listenförmig inklusive ihrer Namen und Frequenzen dar.

Foto: AMB | Video-Wiedergabe im Fullscreen-Modus

Da man ohnehin seine eigenen Dateien als als Klingel-, Alarm- und SMS-Ton nutzen kann, hat sich Sony Ericsson bei der Auswahl von Ruftönen etwas zurückgehalten: 16 MIDI-, bzw MP3-Ringtones waren bei unserem Testmuster vorinstalliert. Sinnvoll ergänzt wird die Multimedia-Funktionalität des K800i von den Applikationen Music-, Photo- und VideoDJ, mit deren Hilfe man alle Arten von Medien miteinander mischen und nachbearbeiten kann.

Connectivity

Um Musik und andere Daten aufs Gerät zu bekommen bzw. seine fotografischen Meisterwerke vom Handy auf die Festplatte seines PCs zu bannen, bietet das K800i vielfältige Connectivity-Möglichkeiten an. Zuallererst sei hier das mitgelieferte Datenkabel genannt, das via Fastport ans Handy geklemmt wird und über eine schnelle USB2.0-Schnittstelle mit dem PC kommuniziert. Dieser erkennt das Handy auf Wunsch als Wechselspeichermedium, sodass man ohne Umweg seine Daten austauschen kann. Alternativ lässt sich das Gerät auch als Telefon erkennen, sodass die mitgelieferte PC Suite anspringt, wenn das Telefon am PC angeschlossen wird. Mit ihr hat man neben dem Datenaustausch, der über ein eigenes "Mein Sony Ericsson K800i"-Symbol verkörpert wird, auch Zugriff aufs Modem des Handys oder kann die Synchronisationsfunktionen nutzen. Mit von der Partie ist auch ein Bild-Editor und das MMS Home Studio zur Erstellung individueller MMS-Vorlagen. Mit Hilfe des QuickTime-Players lassen sich die mit dem Handy gedrehten MP4-Filme anschauen und die Beigabe von Adobes Software Photoshop Album SE ermöglicht die einfache Sortierung, Kategorisierung und Ablage von Bildern. Mit Hilfe des Mobilfunknetzassistenten findet ein angeschlossenes Notebook schnellen Zugang ans Internet: er kennt die Einstellungen aller gängigen deutschen, österreichischen und schwedischen Netzbetreiber auswendig.

 

Drahtlos lässt es sich ebenfalls komfortabel mit der PC Suite arbeiten. Man kann das K800i via Bluetooth an einen kompatiblen PC koppeln und eine serielle Verbindung herstellen. Diese ermöglicht dann die gleichen Optionen wie das Datenkabel. Bei allen unseren Bluetooth-Tests waren wir allerdings von der Beständigkeit der Verbindung maßlos enttäuscht: ohne Abbrüche und unverständliche Fehlermeldungen konnten wir nie länger als drei Minuten mit dem Gerät arbeiten.

Foto: AMB | Remote-Control (im Mediaplayer-Modus)

Daten lassen sich via Bluetooth dank FTP/OBEX-Protokoll und das Object-Push-Profile austauschen, über das A2DP-Profil lässt sich Musik an kabellose Bluetooth-Headsets übertragen. Darüber hinaus steht die Möglichkeit zum Aufbau eines PAN-Networks, mit dem sich verschiedene Bluetooth-Endgeräte und PCs zu einem Adhoc-Netzwerk zusammenschließen lassen. Auch das beim K700i erstmals eingeführte HID-Profil ist wieder mit von der Partie, inklusive eines neuen RemoteControl-Clients. Mit ihm lassen sich via Bluetooth Präsentationen oder Mediaplayer bzw. der Mauszeiger am PC steuern. Schaltet man den Bluetooth-Stromsparmodus aus, können mehrere Bluetooth-Geräte gleichzeitig mit dem K800i betrieben werden. Eine Software zur direkten Ansteuerung von Bluetooth-fähigen HP-Druckern ist vorinstalliert.

 

Die Synchronisation von PIM-Daten mit einem PC verläuft sowohl über Bluetooth als auch übers Datenkabel erstaunlich problemlos, ist allerdings nur mit Outlook oder dem Microsoft-internen Windows-Adressbuch kompatibel. Kontakte lassen sich nach Vor- und Nachnamen synchronisieren, vorausgesetzt, man trägt sie alle mit der gleichen Namensreihenfolge ins Adressbuch ein. Leider trennt der Hersteller in seinen Handy-Kontakten nach wie vor nicht zwischen den Namensbestandteilen. Programmweit lässt sich einstellen, wie mit Konflikten verfahren werden soll: bei Bedarf werden Teile des PC- oder des Handyadressbuchs überschrieben oder gelöscht bzw. alle Daten vereinigt. Termine aus der Vergangenheit werden in nicht synchronisiert.

Foto: AMB | EMail-Client

Mobiles Messaging steht beim K800i zwar nicht im Vordergund, lässt sich aber einfach und intuitiv bedienen. Aufgrund der hohen Bildschirmauflösung werden 8 Zeilen Text im Eingabemodus dargestellt, eingehende Messages werden mit bis zu 9 Zeilen pro Seite angezeigt. Der MMS-Editor zeigt zunächst nur ein Textfeld. Über Kontextmenüs lassen sich im Handumdrehen neue Elemente wie Bilder, Sounds oder Videos hinzufügen: eine MMS kann insgesamt 300kB groß werden. Sendet man eine Mitteilung, geschieht dies nach kurzem Hinweis im Hintergrund, ein kleines Briefsymbol am oberen Bildrand kennzeichnet die Transaktion und verschwindet, wenn die elektronische Post auf den Weg geschickt wurde.

Foto: AMB | Bildskalierung

E-Mails lassen sich mit noch viel größeren Anhängen beliebiger Art bestücken - wir stoppten die Tests bei 800kB (3 Megapixel-Foto). Auch Attachments von eingehenden Mails lassen sich empfangen und ggf. auf dem Telefon speichern; die Inline-Anzeige von Grafiken wird nicht unterstützt. Mangels integrierter Office-Viewer lassen sich auch empfangene PDF- oder Word-Dokumente nicht anzeigen, wohl aber speichern, um sie später auf einen Computer zu verschieben. Über einen kleinen Umweg lassen sich auch mehrere EMail-Konten auf dem K800i einrichten, mit etwas Übung ist die Konfiguration von GPRS-Zugang und Kontodaten ein Kinderspiel - wir kamen in Verbindung mit Netzbetreiber T-Mobile und GMX sofort zum Ergebnis.

Foto: AMB | RSS-Übersicht

Um immer auf dem neuesten Stand der Dinge zu bleiben, integriert Sony Ericsson einen featurereichen und optisch äußerst ansprechenden RSS-Reader. Er wird direkt aus dem Nachrichtenmenü heraus gestartet und wurde ab Werk mit vier Feeds bestückt. Surft man über den Browser des Handys Webseiten an, die Feeds anbieten, erkennt das der Browser bei richtig gesetzten Meta-Tags automatisch und bietet über ein kleines RSS-Symbol am unteren Bildrand die Möglichkeit zum Abonnement an. Die Struktur des im XML-Strom eingebetteten HTML-Dokuments wird komplett beibehalten, sodass auch Bilder und Links in der Feed-Ansicht erscheinen. Es lässt sich einstellen, ob der Feed jede Stunde, ein oder zweimal täglich bzw. einmal wöchentlich aktualisiert werden soll. Alternativ kann man die Feeds auch gesondert manuell updaten, um Transferkosten zu sparen.

Foto: AMB | RSS-News

Beim Browser setzt Sony Ericsson nicht mehr auf eine Eigenentwicklung und nutzt einen der fortschrittlichsten mobilen Netz-Reader, die man derzeit lizensieren kann. Access Netfront dürfte S60- oder Windows Mobile-Nutzern ein Begriff sein und verhält sich auf dem K800i ähnlich komfortabel wie auf Smartphones mit Vollausstattung. Nicht einmal Abstriche beim Formatumfang muss man hinnehmen: NetFront liest alle Seitenarten ab WAP2.0 über XHTML bis hin zu vollwertigen und großen HTML4-Seiten. Dank UMTS-Connectivity werden auch "schwere Brocken" wie Areamobile.de schnell geladen und anstandslos in vergleichsweise hoher Geschwindigkeit und ohne größere Unterschiede zur "Originalansicht" auf dem PC gerendert. 

Foto: AMB | WAP2.0-Seite auf ACCESS Netfront

Ein SmartFit-Algorithmus passt breite Websites an den QVGA-Screen des K800i an, sodass man bequemer längere Inhalte lesen kann; Im DesktopView bleibt die gewünschte Struktur einer Website erhalten, dafür muss man hier auch horizontal scrollen, um einen Überblick über die Seiteninhalte zu bekommen. Praktischerweise lässt sich der Bildschirminhalt des NetFront-Browsers um 90° drehen, sodass man von der größeren Bildhöhe des Displays profitieren kann. Außer HTML-Webseiten lassen sich mit dem Browser auch Textdateien betrachten, die man im Dateisystem unter dem Ordner "Andere" ablegen kann. Dateiformate wie .doc oder .pdf lassen sich nicht direkt am Gerät betrachten, Google bietet allerdings mobile Services an, die entsprechende Inhalte in ein HTML-Format überführen.

PIM-Funktionen

Foto: AMB | HTML-Seite auf ACCESS Netfront in der Queransicht

Abgesehen von der höheren Auflösung, die die Darstellung von feiner gezeichneten Schriftarten zulässt, hat sich im Bereich der PIM-Funktionen im Vergleich zu den Vorgängern nichts getan. Einem Adressbuchkontakt lassen sich bis zu 5 Nummern plus dazugehörigem Sprachbefehl zuteilen, und zwar jeweils eine aus den Kategorien Mobil, Privat, Geschäftlich, Fax oder "Andere". Weiterhin gibt's Felder für eine EMail-Adresse, Webseite sowie 2 Postanschriften, die mit geschäftlich und privat betitelt werden. Darüber hinaus lässt sich der Geburtstag einer Person festlegen, der auf Nachfrage automatisch als wiederkehrender Termin in den Kalender eingetragen wird. Die Zuweisung eines Anruferbilds, das sowohl bei Telefonaten als auch beim Nachrichteneingang in hoher Qualität auf dem Bildschirm angezeigt wird und eines individuellen Klingeltons für die Standardnummer runden das Adressbuch ab.

Foto: Vollständig integriert: Google-Suchfunktionen

Wie beim K750i erlaubt Sony Ericsson das Erstellen von Anrufergruppen. Die Zuweisung von Standard-Ruftönen oder Anruferbildern für eine Gruppe sowie die Ansicht der Gruppenzugehörigkeit bei einer Kontaktkarte werden leider nach wie vor nicht unterstützt. Auch ein Bildtelefonbuch ist weiterhin nicht im K800i integriert; die Kontakte stellen sich lediglich als lange Liste ohne jegliche Zusatzinformation dar. Der fürs Adressbuch reservierte Speicher beschränkt sich auf 1000 mögliche Kontakte beliebiger Größe und 2500 Rufnummern.

Foto: AMB | Kontakt: Einzelansicht

Auch der Kalender unterscheidet sich abgesehen von der höheren Auflösung nur marginal von den Vorgängern. Die Eingabemaske eines Termines wurde neu gestaltet und bietet nun ähnlich wie bei modernen Business-Phones von BenQ-Siemens eine Reiteransicht für die einzelnen Details eines Termins. Termine lassen sich in einer Tagesordnungs-, Wochen- oder Monatsansicht darstellen, bleiben aber in allen Ansichten etwas blass, da man sie nicht kategorisieren kann - immerhin gibts jetzt auch eine Wiederholungsfunktion. Fällig gewordene Erinnerungen werden nach ihrer Bestätigung im "Neues"-Menü aufgehoben, sodass man auch nach deren Eintreten über alle aktuellen Erinnerungen informiert bleibt. Auch auf sich überlappende Erinnerungen weist die Kalenderfunktion hin und stellt sie überlappend nebeneinander in der Wochenansicht dar.

AMB | Kalender / Wochenansicht

Die sonstige Applikationsauswahl ist vielfältig: neben Stoppuhr und Timer gibts einen Wecker, der 5 Alarme verwaltet und auch regelmäßig ans Aufstehen erinnert. Mit Hilfe der CodeMemo-Funktion vergisst man keine Passwörter oder PINs und eine simple Aufgaben- und Notizliste vervollständigen die PIM-Funktionen des K800i. Eine Sprachmemo-Funktion versteckt sich hinter dem Ordner "Unterhaltung" und erlaubt die Aufnahme beliebig langer Mitschnitte im mobilfunktypischen Format AMR-NB . Sie kann auch während eines Gesprächs aktiviert werden - dann weist ein leiser Piepslaut den Gesprächspartner darauf hin, dass das laufende Gespräch aufgezeichnet wird.

Foto: AMB | Weitere Funktionen

Wie schon viele Vorgängermodelle verfügt das K800i über eine 3D-Engine, die anspruchsvolle Games ermöglicht. Drei Spiele sind vorinstalliert: FotoQuestFishing fordert den Spieler heraus, Fische in den Fokus seiner virtuellen Kamera zu bekommen und die Schuppentiere zu fotografieren. Bei den obligatorischen Games Tennis und Minigolf sollte jedem klar sein, worum es geht; beide Spiele sind komplett in OpenGL-ähnlicher 3D-Grafik gehalten und optisch ein wahrer Leckerbissen für Benchmark-Fans. Als kleines Schmankerl reizen beide Games auch weitere vorhandene Java-APIs aus und lassen sich via Bluetooth mit mehreren Spielern gleichzeitig spielen.

Foto: AMB | FotoQuestFishing

Betrachtet man die Ergebnisse der standardisierten Jbenchmark-Tests, stellt sich heraus, dass das K800i vor allem im Standardrepertoire der MIDP2.0-API alles aus dem leistungsstarken Prozessor herausholt, der im Inneren werkelt: mit über 60fps im 2D-Parallaxtest und rekordverdächtigen 70fps bei der Simulation des 3D-Springermodells ist das K800i über sieben Mal schneller als Nokias N70. Da die Benchmark-Resultate im Java3D- und HD-Test allerdings im direkten Vergleich erbärmlich erscheinen (knapp ein Drittel langsamer als beim N70), drängt sich der Schluss auf, dass Sony Ericsson einen deutlich leistungsschwächeren 3D-Grafikchip verbaut als Nokia und sich für die Grafikdarstellung auf den integrierten Prozessor verlässt. Die unterstützten JSRs sind hingegen zukunftsweisend: neben der für PIM-Programme wichtigen Messaging- und PIM-API werden auch die JSRs für direkten Zugriff auf die Kamera und den MP3-Player, die Webservice-API sowie die HTML-Parsing-API JSR172 unterstützt.

Menüführung & Bedienung

Foto: AMB | Hauptmenü

Foto: AMB | Kontextmenüs

Foto: AMB | "Neues"-Menü

Foto: AMB | Software-Update

SonyEricsson bleibt seiner Linie treu und verändert an der Logik der Menüführung beim K800i so gut wie nichts. Von der erhöhten Bildschirmauflösung profitiert vor allem die verbesserte Darstellung der durchgängig animierten Menüelemente sowie alle Schriftarten, die jetzt kantengeglättet werden und gestochen scharf erscheinen. Die Icon-Gestaltung ähnelt den Vorgängermodellen in vielen Details, bei den vektorbasierten Animationen schaltet Sony Ericsson im Hinblick auf Peppigkeit und Verspieltheit aber einen Gang zurück. Viele Untermenüs und Optionslisten sind reiterbasiert und statt langer Optionslisten bietet der Hersteller jetzt vermehrt Kontextmenüs an, die ins Blickfeld des Nutzers zoomen, sliden und faden, was das Zeug hält. Für uns ist ganz klar: das ist die Krönung der seit Jahren etablierten Menüführung und mit deutlichem Abstand optisch ansprechender als jedes Nokia- oder Motorola-Menü. Die Reaktionsgeschwindigkeit des Menüs und der gesamten Navigation ist noch einen Tick schneller als beim W900i. Verzögerungen treten allenfalls beim Start der Kamera oder bei der Aktivierung von Java-Programmen auf. Mit Hilfe von Themes lässt sich die Menüführung der Flash-basierten Oberflächen komplett eigenen Präferenzen anpassen, die vier mitgelieferten Themen sind aber sehr zurückhaltend, was die Umstellung des Bedienkonzepts anbetrifft: sie nehmen in erster Linie Einfluss aufs Erscheinungsbild des Menücursors und die Hintergrundbilder.

Die auf einem lernfähigen T9-System basierende Texteingabesoftware stellt in jeder Bediensituation eine komfortable Prädiktion von gespeicherten Worten bereit: bereits bekannte Wörter können mit wenigen Buchstaben angeschrieben und mit einem Druck auf die Rautetaste vervollständigt werden - iTap lässt grüßen.

Äußerst praktisch ist das mittlerweile von vielen Herstellern adapierte "Neues"-Menü, hinter dem sich eine Reihe sinnvolle Funktionen verbergen, auf die man direkt aus jeder Bediensituation heraus mit Hilfe eines speziell hierfür vorgesehenen Softkeys zugreifen kann. Auf dem Hauptbildschirm des Menüs werden entgangene Anrufe, SMS und Terminerinnerungen in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Der zweite Reiter des Neues-Menüs dient als Ersatz für einen Task-Manager und zeigt listet die gerade laufenden Anwendungen auf. Der dritte Reiter bietet Zugriff auf selbst erstellbare Verknüpfungen zu Menüpunkten - eine Art Favoritensystem für häufig verwendete Programme. Der vierte Reiter des PopUp-Menüs führt zu den Internet-Bookmarks und der Google-Suche, die Sony Ericsson fest im Speicher des K800i verankert.

Sieben völlig frei konfigurierbare Situationsprofile sind ebenfalls mit an Bord, darunter auch spezielle Profile für Headset- oder Kfz-Nutzung. Die Sprachsteuerung des K800i funktioniert in gewohnter Weise, bedient sich aber eines lernbedürftigen Systems; um einen Kontakt mit Hilfe eines Sprachkommandos anrufen zu können, muss man vorher dessen Namen aufsprechen. Ein leidiges, und im Forum häufig diskutiertes Problem, sind Softwareupdates. Sony Ericsson behilft sich hier seit dem W550i mit einem speziellen Client, der selbsttätig nach Updates sucht und sie automatisch herunterladen und installieren kann. Weitere Eingriffe durch einen Fachhändler sind daher selten von Nöten.

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Kommentare
  1. 31.05.11 11:02 Anonymous (Gast)
    SMS auf PC übertragen?

    habe mein K800i schon mehr als dreiJahre und bin sehr zufrieden. Habe auch sehr viele schöne Bilder damit geschoosen, jetzt aber dauert das Einstellen immer länger, woran liegt´s?
    Ich möchte die gespeicherten SMS gern auf den PC übertragen, wie geht das? Weiß einer Rat? meniro@gmx.de

  2. 13.03.11 19:49 Anonymous (Gast)

    Also des handy ist echt topp ^^ hab es schon seit 3 jahren und alles funktioniert suuper ;D über all dabei... beim campen, klettern, wandern, Sport und beim feiern ^^ hat scho eininge stürze ausgehalten :D

  3. 02.02.11 09:57 Fautzemann (Gast)

    und wollt noch sagen, daß ich es nicht schone. durch das metallgehäuse ist es auch als bierflaschenöffner desöffteren im einsatz

  4. 02.02.11 09:55 Fautzemann (Gast)

    Ich hab das handy schon ewig so 5 jahre. und keine probleme. es stürzt nur selten ab und der akku hält gut. der empfang is super und ich würde sagen, das is das beste handy, was ich je hatte...

  5. 31.01.11 15:34 Chilla (Gast)
    einfach ein gutes KultHandy

    doch wieso ist das Headset so schnell kaputt?

  6. 23.01.11 19:40 Anonymous (Gast)

    Also ich muß ehrlich sagen,das es der besten Handys war,die ich je hatte.Benutze meines jetzt seit fast 3 Jahren und hatte noch keinerlei Probleme.Auch die Fotots sind super!! Meine Digi-Kamera benutze ich seitdem garnicht mehr,weil man das Handy ja immer dabei hat.Würde ich jederzeit wieder kaufen.

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