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Inhaltsverzeichnis

GSM-Slider mit 3D-Sound Nokia 6270

Lieferumfang & Verpackung

Das Nokia 6270 erreicht den Kunden in Nokias typischer Pappschachtel, deren Dekoration die Zielgruppe der Finnen für dieses Modell klar erkennen lässt: Gut situierte Familienväter mit einer Vorliebe für kostspielige Freizeitaktivitäten wie beispielsweise Golf. Beim Inhalt hat sich der Hersteller an den Bedürfnissen des Multimedia-Segments orientiert und gab dem 6270 neben Akku und Ladegerät auch eine 128 MByte große miniSD-Speicherkarte sowie ein Datenkabel mit auf den Weg.

Da sich der Hersteller für den von der N-Series bekannten neuen Miniaturanschluss des Netzsteckers entschieden hat, legte man zusätzlich einen entsprechenden Adapter bei, um das Handy auch mit älteren Ladegeräten verbinden zu können. Das Kabelheadset dient sowohl zum Telefonieren als auch zur Wiedergabe von Musik. Ein 140 Seiten starkes Benutzerhandbuch erklärt die einzelnen Funktionen des Telefons, auf der Software-CD findet man Nokias aktuelleste Version der PC-Suite, die das 6270 via Datenkabel, Bluetooth oder IrDA mit dem Rechner verbindet.

Foto: AMB | 6270 Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Mit dem 6270 hat Nokia einen Slider auf den Markt gebracht, der im Vergleich zu anderen Geräten seines Formfaktors geradezu lächerlich klobig wirkt und deutlich weniger ästhetisch designed wurde als beispielsweise Samsungs Slider D800, der knapp 8mm flacher ist als das Nokia-Modell. 104x50x23 mm und ein Gewicht von 125 g verleihen dem 6270 das Ziegelstein-Aussehen, das die meisten anderen Hersteller derzeit meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Foto: AMB | 6270 4-Seitenansicht

 

Beim Material haben sich die Finnen für einen Mix aus schlichtem Kunststoff und kühlem aber kaum vom Plastik unterscheidbaren Aluminium entschieden. Insbesondere beim Slidermechanismus merkt man, dass diese Mischung nicht optimal ausfällt: (Alu-)Ober- und (Plastik-)Unterteil schleifen deutlich hörbar aufeinander, Verschleißerscheinungen an den Reibungsflächen konnten wir allerdings keine erkennen. Immerhin ist der Slider stark gefedert und damit haptisch ziemlich ansprechend, wenngleich die großen Außenmaße das einhändige Öffnen des Geräts nicht so gut gelingen lassen wie bei Samsungs D600. Ein deutlicher Vorsprung der Geräteunterseite erleichtert die Bedienung des Sliders, eine Gummilippe oder Kunststoffkerbe fürs leichtere Schließen ist leider nicht vorgesehen, sodass man beim Schließen häufig aufs Display oder die Oberseite des Navkeys drückt.

Der Oberteil des Sliders hat deutliches Spiel in Höhenrichtung, in Schieberichtung klappert er einen halben Millimeter in der Führungsschiene umher. Während das Telefon in mattem Schwarz gehalten wurde, lässt der halbwegs festsitzende Akkudeckel unter Lichteinstrahlung einen leichten Stich ins Rotbraune erkennen. Die Gesamtverarbeitung des Modells können wir gemessen an der Konkurrenz allenfalls noch als ausreichend bezeichnen: grobe Spaltmaße, massenhaft Staubfänger und die quietschige Abdeckung für den Memorycard-Slot werfen kein gutes Licht auf den Marktführer. Vergleichen mit der Softtouch-Oberfläche von Samsungs SGH-D600 muss sich die Materialwahl das Nokia 6270 klar geschlagen geben - auch wenn das Aluminium robust und unanfällig gegenüber Kratzern wirkt. Staub lagert sich bereits nach wenigen Wochen an allen Öffnungen, Umrandungen und Spalten an, nach etwa einem Monat fanden wir darüber hinaus bereits erste Anlagerungen von Staubpartikeln unter der grundsätzlich vertrauenswürdig wirkenden Displayabdeckung.

Foto: AMB | 6270 Design

 

Qualitativ minderwertig ist auch der Mechanismus zum Wechseln der SIM-Karte. Ein schwer zu öffnender Metallhebel rastet in das Gehäuse ein und fixiert die Karte an ihrem Platz. Beim Öffnen kann es leicht passieren, dass das Metall in den Daumen schneidet. Hier sollte Nokia von seiner bisherigen Technik abweichen und ähnliche Systeme entwickeln wie Samsung oder Motorola, wo die Karte einfach in eine entsprechende Halterung eingeschoben werden kann.

Ein Handy sollte den optischen Ansprüchen seiner Zielgruppe gerecht werden. Nokia bemüht sich beim 6270 mit zahlreichen chromfarbenen Applikationen, die man an den Gehäuseseiten und an der Umrandung des Displays findet, die Good Lookings von Motorolas V3 oder Samsungs D800 nachzuahmen. Auch die rückseitig verbaute Kamera ist mit einem verchromten Rahmen versehen, was in erster Linie der optischen Aufwertung des sonst eher schlicht gestalteten Geräts dient. Unglücklicherweise ragt die Abdeckung einige Millimeter hervor und wirkt damit etwas fehl am Platze. top

Foto: AMB | 6270 miniSD-Slot

 

Display & Tastatur

Foto: AMB | 6270 Display / Tastatur

Der wenig attraktive Formfaktor wird durch die Ausstattung des 6270 durchaus gerechtfertigt. Das Display stellt bei 240x320 Pixeln Auflösung bis zu 262.144 Farben dar und kann dank des großen Platzangebots auf dem Slider die Displays anderer Hersteller locker in die Tasche stecken: 2,2 Zoll Fläche stellen Inhalte wie Videos, Fotos oder Nachrichten in erstklassiger Qualität dar. Die Displayhelligkeit lässt sich leider nicht gesondert justieren und bleibt subjektiv hinter Sony Ericsson oder einigen Samsung-Displays zurück. Das Schutzglas, unter dem es sich befindet, ist leider nicht entspiegelt, dennoch lässt sich der Displayinhalt dank transflektiver Bauweise auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch relativ gut ablesen.

Beim Tastaturdesign hat Nokia seinen kreativen Köpfen nur wenig Spielraum gelassen. Sie wird ähnlich wie bei Nokias 6230i von einer leicht erfühlbaren U-förmigen Abgrenzung in drei große Blöcke geteilt und ist äußerst großzügig und geradlinig verbaut, sodass sie sich auch von Personen mit mit großen Händen gut bedienen lässt. Dank des großen Gehäuses werden vom Slideroberteil alle Tasten vollständig freigegeben, sodass man kein Fingerakrobat sein muss, um die Tasten 1,2 oder 3 drücken zu können. Die Druckpunkte der Zifferntastatur sind großartig getroffen, der Tastenhub kurz und knackig, die Rückmeldung der Tasten eindeutig; zudem reagieren sie auch, wenn sie nicht mittig getroffen wurden. Die 5 ist zusätzlich mit einer kleinen Einkerbung versehen, um sich "blind" besser auf den Ziffernfeld orientieren zu können. Auf der Slideroberseite befindet sich ein 5-Wege Navkey, an dessen linker und rechter Seite man jeweils zwei weitere Tasten findet - jeweils einen Softkey und eine Telefonietaste, deren Funktion sich angesichts Nokias abstrakter Symbolgebung nicht jedem intuitiv erschließen dürfte.

Auf der linken Seite befindet sich eine Taste, die einzig und allein für die im 6270 integrierte Push-to-Talk Funktion vorgesehen ist und daher von den wenigsten Nutzern ernsthaft genutzt werden dürfte. Darunter findet man einen langgezogenen IrDA-Port. Auf der rechten Seite finden sich zwei Tasten zum Einstellen der Lautstärke des Telefons, die sowohl während eines Telefonats als auch im Standby-Modus funktioniert. Ein weiterer Button am unteren rechten Ende der Gehäuseseite dient zur Aktivierung und zum Auslösen der Kamera, lässt sich aber nur dann vernünftig nutzen, wenn man das Handy quer hält.

Die Tastaturbeleuchtung erfüllt im Dunkeln ihren Zweck und beleuchtet den gesamten Nummernblock in schmutziggrauem Licht. Einziges Manko: im Halbdunkeln lässt das Licht die Tastenbeschriftung so stark verschwimmen, dass die Kontraste gänzlich auf der Strecke bleiben. top

Foto: AMB | 6270 Tastaturbeleuchtung

 
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