Sony Ericsson. Wenn man diesen Namen hört, denkt man gleich an Handys mit dem Walkmanlogo und auffällige Designs wie das W810i und W900i oder an Volkshandys wie das K700i und das K750i. Man freut sich auf kommende Geräte mit CyberShot Kamera wie das K800i und coole Music-Phones wie das W850i.
Doch das schwedisch-japanische Joint-Venture hat auch Produkte im Angebot, die den Einsteigermarkt bedienen und dabei teilweise Eigenschaften aufweisen, die ihre High-End-Geschwister für viele Kunden so begehrenswert erscheinen lassen. Sie verfügen nicht über massig Speicher, tolle Kameras oder MP3-Player. Sie bieten das, wofür Handys eigentlich gedacht sein sollten: Telefonie. Derzeit runden 2 Sony Ericsson-Handys die Marktposition des Herstellers nach unten ab: das simple J100i und das mit kleinen Extras aufwartende J220i.
Beide Handys kommen in kleinen kubischen Pappschachteln zum Kunden, die etwa halb so groß sind wie die typischen Verpackungen, in denen z.B. das W810i steckt. Der Inhalt beider Packungen beschränkt sich aufs Nötigste: neben Handy, Akku und Anleitungen findet sich nur das Ladekabel, nicht mehr und nicht weniger. Kein Headset, kein Datenkabel. top
Die beiden Prepaid-Funker stecken in einem Barrengehäuse und sehen schlicht und unauffällig aus. Sportliche Linien und abgerundete Kanten machen die Geräte zum Handschmeichler, nicht aber zum Hingucker; im Vergleich zu Nokias Handy-Design im Einsteigermarkt besteht für unseren Geschmack noch Nachholbedarf. Das J220i misst 102x44x18 mm bringt 83 Gramm auf die Waage. Türkise Pastellfarbe und die runde Form erinnern an ein Stück Seife. Das J100i ist ein wenig kleiner und mit nur 70 Gramm auch deutlich leichter. Die metallfarbene Front lässt einen Hauch Edeltouch in die Optik einfließen. Doch der erste Eindruck schwindet beim ersten Anfassen: wie zu erwarten ist die Haptik der Telefone deutlich weniger wertvoll als bei Midrange- oder Multimedia-Handys des Herstellers.
Die Gehäusebauteile werden von billigem Plastik und dünnwandigen Schalungen dominiert, beim J100i kommt fürs Tastenfeld auch weicher Gummistiefel-Kautschuk ins Spiel. Dennoch schafft es Sony Ericsson, die Schalen so passgenau anzufertigen, dass sehr gerade (aber große) Spalte zwischen den Bauteilen entstehen – Knarzer lassen sich einem fabrikneuen Gerät auch mit Anstrengung kaum entlocken. Die Gehäusedeckel sitzen außerordentlich fest an ihrem Platz und lassen sich nur mit mäßiger Kraftanwendung vom Gehäuse lösen – echte "Regeln" fürs leichtere Abziehen der Deckel gibt’s nicht, hier dürfen auch Grobmotoriker ihrer Kreativität freien Lauf lassen.
Während sich der Blick beim J100i angesichts der spartanisch glatten Rückseite kaum verfangen kann, bleibt er beim J220i an einer sich über die halbe Rückseite erstreckenden Perforation hängen, die in Richtung unterer Rand zu einem griffigen Noppenmuster ausläuft. Was nach einem hochwertigen Monsterspeaker ausschaut, entpuppt sich nach Abnehmen des Gehäusedeckels als runder Kleintöner, der wenig Vertrauen in die Klangqualität erwecken mag. Besonders witzig: der Klang streuende und fusselabweisende Filz wurde als gerader Streifen plump in die Rückwand hineingeklebt. Beim J100i weicht die Prahlerei funktionalem Understatement: der sichelförmige Speaker liegt unscheinbar unter dem dezenten Sony Ericsson-Blasenlogo.
Beim J220i lässt sich die gesamte Rückwand entfernen, beim J100i nimmt der dünne Akkudeckel knapp zwei Drittel der Rückseite ein. Das J220i verfügt zudem über austauschbare Oberschalen, sodass man das Handy nicht zwangsweise in Türkis (Sky Blue) verwenden muss – der Hersteller bietet derzeit allerdings selbst nur die Farbvariante schwarz (Smooth Black) an. Keines der beiden Telefone verfügt über seitlich angebrachte Tasten, sodass die Handys rundum geschmeidig in der Hand liegen. Beide Geräte lassen sich an Lanyards befestigen, um sie z.B. um den Hals zu hängen. Statt fummeliger Plastikösen setzt Sony Ericsson jeweils auf kleine Extrabohrungen an den Gehäusedeckeln, in die sich ein Tragebändchen in wenigen Sekunden einfädeln lässt. top
Das J100i und J220i verfügen über Displays, die 65.536 Farben darstellen können. Der günstige UVP bedingt aber die Verwendung billigster Komponenten, die natürlich vor allem in puncto Auflösung nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik sind: während das J220i 128x128 Pixel darstellt und damit ähnlich viel Anzeigepotenzial wie das legendäre Nokia 6230 bietet, muss sich der J100i-Nutzer mit 96x64 Pixel begnügen. Das STN-Display des J220i überzeugt eher mit hoher Leuchtkraft und schneller Aktualisierungsrate (kaum Schlierenbildung) als mit brillianten und scharfen Darstellungen, zumal es ungleichmäßig ausgeleuchtet wird. Schade, dass Sony Ericsson beim SMS-Schreiben nicht die gesamte Displayfläche zur Darstellung nutzt wie z.B. Nokia es tut: im Nachrichtenclient stehen insgesamt nur 4 Zeilen zur Verfügung. Noch weniger Platz und eine spürbar trägere Darstellungskomponente bietet das J100i. Hier passen lediglich zwei Zeilen Text aufs vierzeilige Display.
Während beim J220i die Zifferntasten einzeln im Gehäuse eingelassen wurden, sind beim J100i alle Tasten auf einer spritzwasserdichten weichen Gummimatte platziert. Die Tastatur des J210i besteht aus einem härteren Material, wobei man auf den etwas schwammig gelagerten glattgerundeten Drückern beim schnellen Tippen etwas herumrutscht. Die Druckpunkte der J100i-Gummitasten sind schwer und weich, ein deutliches – auch fühlbares - Knacken gibt Auskunft über einen erfolgreichen Druck auf eine Taste. Einen Vorteil bietet das billigste aller aktuellen Sony-Ericsson-Phones dennoch: das ringförmige Steuerkreuz des J100i ist aus hartem Kunststoff gefertigt, sauber verbaut und lässt den Nutzer angenehm präzise durchs Menü navigieren.
Beide Handys verfügen über einen 5-Wege Nav-Key, der pro Richtung vordefinierte Funktionen auslöst – die entsprechenden Symbole sind in den Steuerkranz eingestanzt (J100i) bzw. aufgedruckt (J220i). Der OK-Button im Zentrum des Steuerfeldes führt bei beiden Geräten direkt ins Hauptmenü, ist aber gerade beim J220i dermaßen klein und wackelig ausgefallen, dass man häufig versehentlich danebendrückt. Die Softkeys und Navigationstasten weichen bei den Einsteigerhandys von Sony Ericssons sonstiger Löschen-/Zurücktaktik ab und fallen auf ein T230i- bzw. Siemens-ähnliches Yes-/No-Verfahren (über die Telefontasten) oder Softkeys (J100i) zurück. Das J220i verfügt neben den zwei Telefonietasten über eine Löschentaste sowie eine Menütaste, die je nach Bediensituation ein Kontextmenü öffnet. Die Tastaturbeleuchtungen der beiden Handys sind überraschend gut und schimmern orange (J220i) und blau (J100i) durch die ausgesparten Beschriftungen des Tastenfelds. Die Illuminierung ist vergleichsweise kontrastreich und stört im Hellen die Ablesbarkeit der Tasten nur unwesentlich. top
»Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.
| Datum | Thema |
|---|---|
| 14.11. | AMB: J220i, J230i, Z300i: Neue Einsteigermodelle von Sony Ericsson |