Slider en masse: das neue SGH-D520 ist ein weiterer Vertreter, der von Samsung reichhaltig bestückten Slider-Klasse und erreichte und in vergleichsweise unspektakulärer Verpackung: im Gegensatz zu den Ultraslim-Modellen der D- und P-Klasse gibt sich das "kleine Schwarze" mit einer samsungtypischen Pappschachtel zufrieden. Im Lieferumfang befindet sich reichhaltiges Standardzubehör. Zieht man den Schuber aus Eierkartonpappe heraus, findet man neben D520, Ladekabel der neueren Generation, Anleitungen und Broschüren auch ein Datenkabel, ein kabelgebundenes Headset und eine CD-ROM mit Samsungs professionellem Handy-Toolkit "PC Studio 3.0". Vermisst haben wir ein TV-Kabel, mit dem sich praktischerweise das Handy-Display auf einen Fernsehschirm durchschleifen lässt - dieses wird man vermutlich erst wieder bei der nächsten Generation von entsprechenden Business-Modellen finden.
Allmählich haben die Koreaner es offenbar satt, ein Handy "ultraslim" zu nennen: das D520 ist zwar superdünn (gerade einen Millimeter dicker als das D800), wird so aber in keinster Weise bezeichnet. Das könnte an der Verhältnismäßigkeit liegen: weil an der Gehäusebreite knapp ein halber Zentimeter gegenber dem Slim-Modell eingespart werden konnt, sieht das D520 nicht unbedingt dünn aus - wie im realen Leben ist "Schlankheit" damit ein Begriff, der gerne vom individuellen Betrachter (oder dem Produktmarketing) geprägt wird.
Mit 94 Gramm fällt das D520 etwa genauso leicht aus wie die gehobenen Vertreter der Ultraslim-Reihe und liegt sanft und anschmiegsam in der Hand. Das glatte und haptisch sehr anspruchsvolle Plastik offenbart aber gerade bei sommerlichen Temperaturen seine Nachteile: Fingerabdrücke finden sich schon nach kurzer Zeit überall auf dem Gerät. Die Farbwahl entspricht der des D600 bzw. dem namentlichen Vorgänger und Wegbereiter D500. Dominante Schwarz- und weiche Anthrazittöne verleihen dem Gesamtdesign eine sehr ansprechende, edle Note, die derzeit nur vom ähnlich platzierten LG Chocolate übertroffen wird.
Ein wahrer Genuss für Handy-Liebhaber ist es, den D520-Slider zu öffnen und zu schließen. Gehäuseober und -unterseite liegen auf einer außerordentlich glatten doppelt geführten Metallschiene und werden von einem brilliant dosierten Federmechanismus zusammengehalten. Das ganze gefällt uns sogar noch einen Tick besser als beim D600. Ebenfalls beeindruckend: die Qualität der Mechanik ist so hoch, dass die Slideroberseite keinerlei seitliches Spiel hat und das Gesamtbild ausgesprochen robust wirkt. Die Spaltmaße zwischen den Gehäusebauteilen sind äußerst klein und vorbildlich geradlinig - ein gutes Vorbild für die Einsteigermodelle von Samsungs X-Serie.
Die kleine Kameralinse und ihre Begleiter Spiegel und LED-Licht befindet sich gut geschützt auf der Innenseite des Slideroberteils und verschwinden beim Zusammenschieben im Innern des Telefons. Viel unkonventioneller wurde dagegen der Akku untergebracht: dessen Deckel wird über den oberen Rücken des Geräts geschoben und sitzt so fest, dass man ihn trotz entsprechender Griffleiste nur mit Mühe abziehen kann. Für das Tauschen der Mobilfunk-SIM ist entweder viel Geschick, Geduld oder am besten beides zusammen gefragt. Es gibt keinen Federmechanismus, der bei der Entnahme des Kärtchens helfen würde, sodass man sie mit den Fingerspitzen aus ihrer Fassung herausfummeln muss. Die interne Antenne bringt Samsung im Rumpf des D520 unter, auf der Rückseite findet man einen im gleichen Kunststoff wie das Hauptgehäuse gehaltenen Anschluss für eine externe Antenne.
Das Display des D520 liegt mit 176x200 Pixeln Auflösung und 262.144 Farben auf dem Niveau des Urgesteins D500. Die Farben verblassen lediglich unter starken Neigungen des Blickwinkels, im Normalbetrieb wirkt die Anzeige gestochen scharf und die Farben äußerst brilliant.
Deutlich besser als bei den Ultraslim-Modellen fällt die Bedienbarkeit der Tastatur aus: obwohl die Tasten, die auf horizontalen Kunststoffreihen aufgereiht sind, sehr eng beieinanderliegen, tippt es sich mit dem D520 bedeutend komfortabler als beispielsweise mit dem D800. Und der flache, nur durch kleine Kunststoffeinlässe unterbrochene Aufbau des Tastenfeldes wirkt optisch auch bedeutend hübscher als bei den rechteckigen Einzeldrückern des D820. Der Tastenhub jeder einzelnen Taste ist kurz, das Feedback über einen Druck sehr weich und völlig gleichmäßig. Der kopflastige Einbau des Akkus hat durchaus Bedeutung für die Bedienbarkeit: das Handy neigt dazu, ein wenig nach hinten wegzukippen, sodass das Ziffernfeld sich immer in Richtung Daumen bewegt.
Die unterste Tastenreihe fällt etwas breiter aus als beim D800: so lassen sich die Tasten nahe der Geräteunterseite besser erreichen, was vor allem beim SMS-Tippen mit T9 von Vorteil ist. Die 5 wurde mit 2 winzigen Erhöhungen von den anderen Ziffern abgesetzt - fühlen sollten das allerdings nur Braille-Vertraute.
Die Tasten auf der Slideroberseite dienen auch bei geschossenem Handy der Navigation im Menü. Ihr Aufbau ist durchdacht: D600- oder D800-Nutzer haben das Gefühl, sich in einer völlig neuen Welt zu befinden; endlich hat Samsung die richtige Größe und den richtigen Abstand zwischen Softkeys und dem runden 5-Wege-Navkey gefunden. Versehentliches Drücken ist angesichts der gut fühlbaren Vertiefungen auf den Softkeys und dem leicht gewölbten Bestätigungsbutton in der Navkey-Mitte kaum möglich. An den Seiten des D520 findet man eine gut zugängliche Tastenwippe aus glattem Kunststoff für die Lautstärkensteuerung, im Zentrum der anderen Seite eine einzige Taste für die Kamera. Intuitiver und komfortabler als mit dem D520 lässt sich die Handy-Bedienung kaum gestalten.
Die typische schmutziggraue Tastaturbeleuchtung kennt man von vielen anderen Handys des Herstellers, die über ein ähnliches Betriebssystem verfügen. Sie leuchtet im Dunkeln das Tastenfeld hell und kontrastreich aus und ist nicht so hell, dass die Kontraste im Dämmerlicht verwischen könnten. Ein kleines Gimmick am Rande: wie beispielsweise auch beim scheckkartengroßen P300 blitzt die Tastaturbeleuchtung in kurzen Abständen auf, damit man das Handy im Dunkeln schnell wiederfindet. Um Strom zu sparen oder nachts ruhig schlafen zu können, lässt sich dieses StandBy-Leuchten in den Beleuchtungseinstellungen abschalten.
hallo
jo