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Inhaltsverzeichnis

GSM-Slider zum Anbeißen LG Chocolate

 

Schluss mit hinlänglich bekannten Handy-Konventionen und billigen Otto-Normal-Klapphandys! LG startet dieses Jahr die große Design-Offensive, um aus dem Windschatten des ewigen Widersachers Samsung zu treten. Die Maßnahmen der Fernöstler: Ein deutlich breiter aufgestelltes Sortiment und vor allem mehr Innovationen und eigenständige Designmerkmale. Mit dem Modell Chocolate (vormals unter dem schlichten Namen KG800 bekannt) hat LG dabei den ersten Bestseller im Programm. Seine Waffen: Ein sexy Formfaktor sowie ein cooles Touchpad.

Ein Kommentar zum Thema "eigenständiges Design": Kennern der Szene wird aufgefallen sein, dass das LG Chocolate Samsungs neuem SGH-E900 nicht nur auffällig ähnlich sieht, sondern beide Geräte auch mit ähnlichen Features auf Kundenfang gehen. LG wirft Samsung mittlerweile ein Plagiat vor. Blickt man nur auf den deutschen Markt, scheint die Chronologie der Vorstellungen LGs Vorwurf zu entkräften: Samsung präsentierte das E900 erstmals Anfang März auf der CeBIT, LG stellte das Chocolate offiziell erst im April vor. Doch international betrachtet könnte LG Erfolg mit einer Klage haben: in Korea wird das "KG 800", das hierzulande ausschließlich als "Chocolate" bezeichnet wird, über die Marke CYON schon seit Ende 2005 vermarktet.

Lieferumfang & Verpackung

Dass man es nicht mit einem "Tausend-mal-schon-gesehen-Handy" zu tun hat, drückt nicht nur der einprägsame Name Chocolate aus, sondern auch die höchst extravagante Verpackung. Statt in einem schlichten Karton steckt der Schokoriegel in einer schwarz-grau karierten Box im "16:9"-Format. Der Deckel wird ähnlich wie bei der Schmuckschatulle durch einen Magneten in der vorderen Klapplasche fixiert. Das Aha-Erlebnis geht weiter, sobald man den Deckel aufklappt: Die Innenseite des Deckels ist durch eine rote Applikation abgesetzt und unter einer durchsichtigen Folie verbirgt sich in drei Fächern der gesamte Inhalt – und der kann sich sehen lassen! Neben den Standards gehören ein USB-Datenkabel, ein Headset ein Samttäschchen sowie eine kleine Trageschlaufe mit Displayreinigungsfilz zum Lieferumfang. Die gesamte Präsentation macht insgesamt einen sehr stilvollen und noblen Eindruck, was man bei einem offiziellen UVP von 430 Euro aber auch durchaus verlangen kann. top

Foto: AMB | LG Chocolate Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Wer einmal das Chocolate Phone in den Händen gehalten hat, erkennt sofort warum die Fernöstler dem Mobiltelefon diesen ungewöhnlichen Spitznamen verpasst haben. Das Slider-Modell erinnert durch den schlichten, rechteckigen Formfaktor und der rabenschwarzen Klavierlack-Oberschale tatsächlich entfernt an einen kleinen (Zartbitter-) Schokoriegel. Möglich wird diese auffällig elegante Erscheinung durch den Umstand, dass sich auf der Frontseite scheinbar keine einzige Taste befindet.

Foto: AMB | LG Chocolate Vierseitenansicht

 

Lediglich ein silbernes Quadrat unterhalb des Displays durchbricht den schwarzen Lack. Sobald man die Frontseite nach oben schiebt, verwandelt sich das leere Areal rund um das Quadrat in ein Rubinrot leuchtendes Tastenfeld. "Touchpad-Technologie" nennt LG diese berührungsempfindlichen Tasten, die im Gehäuse integriert sind. Das klingt ziemlich innovativ, ist letztendlich aber nur der Versuch, das einmalige Steuerungsfeeling von Apples iPod zu adaptieren. Wie auch immer, im Handybereich ist LG auf alle Fälle der erste Anbieter der diese Sensortasten einsetzt, Samsung hat mit seinem Modell E900 ein ähnliches Handy im Angebot, dort ist der Navkey allerdings noch mechanisch ausgeführt. Um das Funktionstastenfeld in geschlossenem Zustand zu aktivieren, drückt man abwechselnd die Tasten der kleinen Wippe an der linken Geräteseite.

Foto: AMB | LG Chocolate Design

 

Für die Optik ist diese Touchpad-Technologie auf alle Fälle ein Riesengewinn, denn die dadurch erzielte optische Schlichtheit im inaktiven Zustand wirkt sich sehr positiv auf den Eleganzfaktor aus, zumal der Kontrast aus schwarzem Klavierlack und blutroten LEDs wirklich zum Anbeißen aussieht. Bei aller dezenter Extravaganz hat diese schöne Verpackung auch ihre Tücken. Wer das Chocolate regelmäßig mit den Händen streichelt, sollte des öfteren mit dem Putztuch die Oberschale wienern, denn die Oberfläche verschmiert sehr schnell. Spätestens jetzt weiß man, warum LG vorsorglich eine Samttasche und ein Reinigungsschwämmchen beigelegt hat.

Fast so makellos wird das Gehäusedesign ist auch die Verarbeitung gelungen. Weder Schrauben, noch Fugen oder breite Spalte sind erkennbar – alles sieht angenehm akkurat verarbeitet aus. Da auch der harte Kunststoff einen sehr hochwertigen Eindruck vermittelt, steckt die süße Schnitte auch derbere Stöße locker weg, zumal das Kameraobjektiv auf der Rückseite des Covers optimal vor Kratzern geschützt ist. top

Display & Tastatur

Als Display kommt bei LGs Chocolate eine 262.144 starke Komponente mit 176x220 Pixeln Auflösung zum Einsatz. Der Bildschirm ist im ausgeschalteten Zustand nur schemenhaft unter dem getönten Schutzglas zu erkennen. Da LG bei der Menüführung durchgehend auf einen schwarzen Hintergrund setzt, verschmelzen die Kanten der Anzeige auch im Betrieb mit dem Gehäuse - die Koreaner haben sich offensichtlich viele Gedanken ums Gesamtbild gemacht. Allerdings verhageln die unter normalen Lichtverhältnissen vergleichsweisen flauen Kontraste und matten Farben den hochwertigen Eindruck ein wenig - Samsungs SGH-E900 wirkt hier ein klein wenig brillianter. Angesichts des gehobenen Preises wäre ein prägnanteres und vor allem hochauflösenderes TFT-Display auf alle Fälle angebrachter gewesen.

An die berührungsempfindlichen Taster auf der Oberseite muss man sich insbesondere im Falle des Navkeys gewöhnen: Druckpunkte sind logischerweise nicht erfühlbar. Nach knapp einer Woche Eingewöhnungszeit geht das leichte Antippen der glatten Oberfläche aber in Fleisch und Blut über, denn die Sensoren liegen weit genug auseinander, um fehlerfreies Tippen zu ermöglichen. Lediglich die zentrale OK-Taste lässt sich gelegentlich etwas länger bitten, wenn man den Daumen drauflegt.

Weniger spektakulär fällt die Zifferntastatur aus. Statt die Tasten in einer RAZR-ähnlichen Metallfläche oder einem experimentellen (Nokia-)Layout zu präsentieren, stehen die Knöpfe brav in einer klassischen 4 x 3-Anordnung zum fröhlichen Drücken bereit. Einzig das farbliche Mosaik aus Schwarz und dunkelgrau grenzt die Zahlentastatur vom restlichen Handy-Allerlei ab. Gerade dieser Verzicht auf größere Designkapriolen passt aber sehr gut zum optischen Gesamtkonzept, bei dem vor allem Schlichtheit und Eleganz im Fokus stehen. Dank eines klaren Druckpunktes und ausreichender Größe fliegt der Daumen förmlich über die Tasten. Und das schöne dabei: Keine lahme CPU bremst die Eingaben des Nutzers: das System reagiert in allen Situationen schnell und zügig. top

Foto: AMB | LG Chocolate Tastatur

 
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Kommentare
  1. 30.11.09 16:40 fragele (Gast)
    Tuch

    tuch das echt ? ich hab gedacht das kanns nich

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