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Inhaltsverzeichnis

UMTS-Slider mit WLAN und 3-Megapixelcam Nokia N80

Lieferumfang & Verpackung

Die Schachtel lässt den Käufer des N80 mit ihren beeindruckenden Maßen schon erahnen, dass er nicht einfach irgendein Mobiltelefon erworben hat. Einmal geöffnet, wird die Vermutung zur Gewissheit: das N80 ist ein kleiner Multimedia-Computer, der nebenbei auch telefonieren kann. Neben Handy und Ladestecker liegen ein USB-Datenkabel, Kopfhörer, eine 128MB miniSD-Karte, eine 142 Seiten starke Bedienungsanleitung und kleinere Booklets, die Zusatzanwendungen wie den Kodak Mobile Service erläutern. Die Vollausstattung wird durch eine lederne Trageschlaufe und zwei Adapter für Klinkenstecker sowie ältere Netzgeräte abgerundet. Das ist aber noch nicht alles: wer ganz tief in der Schachtel kramt, wird irgendwann auch eine CD-ROM finden, die nicht nur Nokias PC Suite, sondern auch die Programme Multimedia Factory (zum Verfassen und Senden von Multimedia-Mitteilungen) und Lifeblog (zur Organisation von Bildern, Videos und Messages) enthält. Wünsche bleiben also keine offen. top

Foto: AMB | Nokia N80 Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Was hat das N80 mit einem Volvo gemeinsam? Neben den skandinavischen Wurzeln ist hier das kastenförmige Design zu nennen. Doch während die Autos von Volvo in den letzten Jahrzehnten immer runder wurden, geht Nokia den umgekehrten Weg und baut seine Handys immer eckiger. Aber Retro ist ja bekanntlich in. Und so wird auch das N80 durch jenen kastenförmigen Formfaktor geprägt, der schon die Slider 6270/80 so unverwechselbar macht.

Dabei misst das Gerät aus der Vogelperspektive mit 9,5 cm Höhe und 5 cm Breite nicht mehr als eine Kreditkarte - nur leider ist es bei weitem nicht so flach: dank der beeindruckenden Bautiefe von 2,6 cm können wohl nur wenige Nutzer ihr N80 in der Hosentasche verschwinden lassen. Auch die Hemdtasche taugt nicht als Aufbewahrungsort, da massive 134 Gramm selbige vom Brust- in den Bauchbereich ziehen würden – kein schöner Anblick.

Foto: AMB | Nokia N80 Vierseitenansicht

 

Allerdings gibt es auch keinen Grund, das Gerät irgendwo in irgendwelchen Taschen verschwinden zu lassen, denn die Materialwahl und die designtechnische Anordnung der Komponenten machen das Gerät zu einem echten Schmuckstück, das sowohl auf Bar- als auch Meetingtischen gut aussieht. Die gesamte Oberseite des Sliders wird von elegantem Silbermetallic dominiert - und bei der Frontverschalung wird die metallene Farbe nicht von Plastik imitiert, sondern der Luxus des Orginalmaterials genutzt. Der gebürstete rostfreie Stahl dürfte zwar für die Gewichtsprobleme mitverantwortlich sein, sorgt aber für eine beeindruckende Haptik und macht klar, dass hier ein Highend-Gerät auf dem Tisch liegt. Die Sliderunterseite wirkt dagegen weniger elegant, harmoniert aber gut mit dem silbernen Oberteil. Sie ist in mattgrauem Plastik gehalten, lediglich die Kamera wird von einem silbermetallic-farbigen Kästchen eingerahmt.

Foto: AMB | Nokia N80 Materialwahl

 

Doch trotz aller Eleganz, die das N80 versprüht, gelingt es Nokia wieder, das Bild durch Verarbeitungsmängel zu trüben. Es beginnt mit dem Slidermechanismus, der leichtes Spiel nach allen Seiten hat und mit der Konkurrenz aus Asien nicht mithalten kann. Die Abdeckung des miniSD-Slots schließt zwar sauber, macht aber infolge des sehr leichtgängigen Verschlusses nicht den Eindruck, zwei Jahre ohne Probleme im harten Business-Alltag durchzuhalten. Hinzu kommen grobe Spaltmaße und vor allem eine wackelige Akkuverschalung, die - obwohl durch einen Druckknopf fest mit dem Gerät verbunden - lockeres Spiel in der Vertikalen hat. Das dramatische i-Tüpfelchen setzt der wackelige SIM-Kartenhalter: abgesehen davon, dass die Aluklappe scharfkantig ist, fiel uns der Arretierungsmechanismus nach drei Kartenwechseln einfach entgegen (ließ sich aber mit etwas Geschick wieder im Gehäuse verankern). Insgesamt ein für Nokia nicht untypisches Bild: ein elegantes Gerät, dessen Verarbeitung mit dem Design nicht Schritt halten kann. top

Display & Tastatur

Schon beim ersten Blick auf das N80 sticht dessen Display ins Auge. Nokia hat hier eine Komponente verbaut, die auf einer Fläche von knapp 2 Zoll 352x416 Pixel darstellt und drei Viertel der Slideroberseite einnimmt. Das TFT Display stellt 262.144 Farben dar und lässt in puncto Auflösung und Kontrast keine Wünsche offen. Vor allem in der extrem feinen Schriftdarstellung mit Kantenglättung werden die Stärken des Displays sichtbar. Einzig Helligkeit und Farbbrillianz wirken bei wenigen anderen Handys wie Nokias 6280 oder Sony Ericssons K800i noch einen Tick leuchtstärker und farbenfroher. Die transflektive Bauweise, die für eine gute Ablesbarkeit bei starkem Außenlicht sorgt, ist in dieser Geräteklasse fast schon genauso selbstverständlich wie die hervoragende Ablsebarkeit aus der Schrägperspektive, beides wollen wir aber der Vollständigkeit halber nicht unerwähnt lassen. Beim Betrieb von Kurzstreckenconnectivity wie WLAN oder Bluetooth macht sich dessen hochfrequente Strahlung mit leichtem Flackern auf dem Display bemerkbar.

Foto: AMB | Nokia N80 Tastatur

 

Dank Sliderbauweise ist beim N80 genügend Fläche für komfortable, großflächige Bedienelemente vorhanden. Die Zifferntasten verteilen sich gleichmäßig auf der Sliderunterseite und ermöglichen auch Menschen mit großen Händen eine angenehme Bedienung. Bei der Eingabe werden weitere Pluspunkte deutlich: das rauhe Plastikmaterial und die schmalen Zwischenräume zwischen den Tasten sorgen für ansprechende Haptik, die Druckpunkte der Tasten sind flach aber präzise gesetzt und lassen nur am unteren Rand der Tastatur etwas nach. Der kurze Tastenhub ermöglicht selbst Schnelltippern das Verfassen von Kurznachrichten mit Expressgeschwindigkeit. Auch die Funktionstasten auf der Slideroberseite geben kaum Ansatzpunkte für Kritik. Der Nutzer findet hier die S60-typischen Funktionstasten (C, ABC, Menü, Telefonietasten und zwei Softkeys), deren Anordnung und Bedienlogik ausgereift und intuitiv sind.

Foto: AMB | Nokia N80 Tastaturbeleuchtung

 

Einziger Schwachpunkt ist der wackelige Navkey, der auf eine große Druckfläche aufsetzt und zum Vertippen herausfordert: beim unpräzisen Druck auf den OK-Button erwischt man schnell einen Richtungsdruckpunkt und landet im falschen Menü. In der Praxis ist das aber bei weitem weniger tragisch als beispielsweise noch beim legendären 6230. Zentral auf dem Kopf des N80 thront der von S60-Geräten bekannte Power-Button, der bei laufendem System das Profilmenü zur Anpassung von Klingeltönen und Klingellautstärke aktiviert. Die Geräteseiten sind spartanisch gehalten, hier findet der Nutzer lediglich die Auslösetaste für die Kamera; eine Tastenwippe zur bequemen Regulierung der Lautstärke fehlt. Die glatten Seiten werden nur durch einen Slot für miniSD-Karten und einer Einlassung für den Mono-Speaker unterbrochen.

Bei Dunkelheit dürfte man keine Probleme mit der Bedienung bekommen. Die blaue Tastaturbeleuchtung fällt gleichmäßig aus und leuchtet kräftig durch die transparente Tastenbeschriftung. Ein Helligkeitssensor sorgt dafür, dass die Beleuchtung nur im Dunklen aktiviert wird und im Hellen Kontraste erhalten bleiben - er reguliert gleichzeitig die Helligkeit des Displays in Abhängigkeit von den Außenlichtverhältnissen. top

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