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i-Tunes auf dem Prüfstand Motorola V3im

iPod meets RAZR

Foto: Apple | Der iPod

Der iPod nimmt unter den MP3-Playern die Position ein, die das RAZR unter den Mobiltelefonen behauptet: es ist eine Stil-Ikone, die mehr von ihrem Design als von ihren technischen Fähigkeiten lebt. Doch die RAZR-Reihe ist mittlerweile veraltet und zehrt nur noch vom Ruhm vergangener Tage. Die Zeit für ein Lifting kommt da genau richtig. Mit dem V3im schickt Motorola nun neue Software im bewährten Gewand ins Rennen. Der flache Folder ist schick wie eh und je und hat jetzt ein neue Feature bekommen, das vielleicht für einen zweiten RAZR-Frühling sorgen wird: RAZR trifft iTunes, die Musiksoftware des kalifornischen Herstellers Apple.

Bei der Verpackung für das musikalische Handy hat sich Motorola wieder auf die kultigen Anfänge besonnen und die Schachtel zum Schuber werden lassen. Die Schubladen öffnen sich nach links und rechts, wobei sich auf der oberen Lade das komplette Zubehör sowie die Installations-CD befinden, während unten ist das Telefon versteckt ist. Auf der Außenseite weist lediglich ein dezenter Schriftzug darauf hin, dass der schlanke Folder "with iTunes" ausgestattet ist. Auch am Telefon wurde auf protzige oder futuristische Neuerungen verzichtet. Never change a winnig Team! Und RAZR hat sich genauso wie iTunes mehr als bewährt. Doch beim Aufklappen fällt dem erfahrenen Motorolisten sofort die neue Taste auf: an Stelle des kleinen Briefumschlags, der Kurzwahltaste für Kurznachrichten, sitzt dort jetzt eine Achtelnote. Wer sich mit iTunes auskennt, weiß sofort: hier geht’s zur Musik, aber auch alle anderen können das leicht erraten.

Foto: AMB | V3i Lieferumfang

 

iTunes auf dem Handy ist eigentlich eine feine Sache: wer es bereits auf dem Rechner installiert hat, könnte seine ganze Bibliothek aufs Telefon ziehen. Dazu schließt man es einfach mit dem mitgelieferten USB-Kabel an den Rechner an und los geht's. Wer mit dem Programm vertraut ist, der muss die Bedienungsanleitung erst gar nicht lesen. Ansonsten erklärt es sich eigentlich von selbst: das Telefon wird angezeigt und die gewünschten Titel kann man einfach im Drag and Drop-Verfahren rüberziehen. Lesen kann das V3im die Formate MIDI, MP3, (e)AAC(+) (beinhaltet M4A- und M4P-Dateien und Podcast-Formate) und WAV.

Foto: AMB | V3im Tastatur mit iTunes-Shortcut

 

Soweit zur Theorie. Zwar wird das Telefon, wie auch der iPod, als externes Speichermedium im iTunes-Client erkannt, dazu muss man aber im V3im erstmal bei Einstellungen das Handy im Untermenü Verbindungen als Speicherkarte festlegen. Erst dann ist es möglich, die Songs aus der Bibliothek auch zu synchronisieren. Beim Test wollten wir mehrere Lieder gleichzeitig verschieben, aber nach spätestens drei Songs hängte sich unser PC auf und brach die Synchronisation einfach ab. In der Regel ist man also gezwungen, jedes Lied einzeln zu kopieren. Dazu kommt ein extremer Ressourcenhunger bei angeschlossenem Telefon: während der Übertragung eines Musiktitels führte unser Windows-Rechner andere Anwendungen nur noch sehr träge aus - eine ziemlich ernüchternde Erfahrung angesichts der hohen Erwartungen! Wer denkt, er könne die Abkürzung über den Windows Explorer nehmen, wird enttäuscht: der iTunes-Folder samt Inhalt ist ausschließlich über die iTunes-Software auf dem PC zugänglich. Schade auch, dass man den Datentransfer nicht über Bluetooth vornehmen kann.

 

Weiterer Schwachpunkt: zwar lassen sich einmal auf dem Handy installierte Songs von der PC-Festplatte löschen, vom Handy zurückkopieren lassen sie sich allerdings nicht - eine iPod-typische Einschränkung, die eher dem Schutzgedanken als dem Komfort des Nutzers entgegenkommt. Die Einschränkung auf 100 mögliche Titel, die bei vielen Pressevertretern nach der Vorstellung des ROKR E1 Bauschmerzen verursachte, ist auch beim RAZR V3im noch aktiv. Ganz gleich, wie groß der interne Flash-Speicher ausfällt - mehr als 100 Songs lassen sich nicht im iTunes-Bereich des Handys ablegen. Das heißt nicht, dass man sie nicht wiedergeben könnte; sie lassen sich nur nicht vom iTunes-Client des V3im wiedergeben. Stattdessen muss man den Motorola-typischen Musikspieler nutzen, der nach wie vor auf dem Handy installiert ist.

 

Foto: AMB | iTunes-Player

Foto: AMB | iTunes-Player im Standby-Mode

Foto: AMB | Albumcover eines M4P-Files

Der im Telefon installierte iTunes-Player ist an die Bedienung des iPod angelehnt und genauso intuitiv zu bedienen. die Menü-Unterteilung in Wiedergabeliste, Interpreten, Alben, Titel und zufällige Titel wird Nutzern des "Originals" bekannt vorkommen. Über den Navkey bewegt man sich durch die Untermenüs und kann entweder neue Playlists zusammenstellen oder Shuffle Play (Zufällige Titel) auswählen.

Während der Wiedergabe zeigt ein kleines Fenster sogar das Albumcover an, sofern man den Song oder das Album im iTunes-Store erworben hat. Will man die iTunes-Maske verlassen, aber trotzdem weiterhin Musik hören, fragt das Programm, ob man die Wiedergabe fortsetzen möchte. Wählt man Ja, erscheinen auf dem Standby-Screen entsprechende Symbole für Play/Pause, Vor- und Zurückspringen. Titel und Interpret, abgelaufene und Restzeit sowie das Coverbild zeigt das Display im oberen Drittel. Auf dem Außendisplay weist lediglich ein kleiner Pfeil darauf hin, dass das Telefon gerade im Musikmodus ist.

Ob man seine Lieder lieber über die mitgelieferten hochwertigen Kopfhörer oder den Lautsprecher am Gerät selbst hört, bleibt dem Nutzer überlassen. Wer Musik liebt, sollte allerdings nicht die mitgelieferten Hörer nutzen, sondern über den mitgelieferten Cinch-Adapter seine geliebten Klinkenkopfhörer anschließen. Der RAZR-eigene Lautsprecher wirkt für unseren Geschmack etwas blechern und ist selbst in der niedrigsten Einstellung noch einen Tick zu laut, um als Hintergrundberieselung beim Tippen von Testberichten als unscheinbar durchzugehen. top

Foto: AMB | iTunes-Player / Kopfhörer

 

Fazit

Ein wirkliches Must-Have ist das Motorolas RAZR mit iTunes eher nicht. Wer aber viel Wert auf Style legt und sowieso ein iBook samt Apple-Software zu Hause hat, kommt auf seine Kosten. Hat sich Apple mit der Motorola-Kooperation ins eigene Fleisch geschnitten, weil man iPod-Funktionalität mit dem Handy abdecken kann? Eher nicht: Verglichen mit einem 40 GB starken Durchschnitts-iPod stinkt das Handy natürlich ab. Aber dafür kann man mit dem iPod auch nicht telefonieren – besser gesagt noch nicht !

 
 
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