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Auch wenn es ein Klischee ist, muss es an dieser Stelle nochmals gesagt werden: Wenn es um Ideenklau geht, haben die Fernöstler bekanntermaßen eine äußerst niedrige Hemmschwelle bzw. ein "anders geartetes" Rechtsempfinden. Bei den beiden koreanischen Unterhaltungselektronik-Multis LG Electronics und Samsung hat diese Politik eine besonders pikante Note, denn bereits seit Generationen ist ein regelmäßiger Austausch von Ingenieuren bei beiden Firmen Gang und Gebe. Angesichts dieses stetigen Know How-Austauschs verwundert es auch nicht, warum sich die koreanischen Handymodelle vom Formfaktor und Look so oft gleichen.
Wenig überzeugend ist außerdem die Halterung im Täschchen gelungen. Da das Handy allzu locker in der Verankerung sitzt, fällt es schnell heraus, wenn man das KG320S beim Telefonieren ans Ohr drückt. Überzeugender wirken die restlichen Beigaben im Lieferumfang des Telefons: USB-Datenkabel, Stereo-Kopfhörer und ein Klinkenadapter für Kopfhörer sind auch in höheren Preisklassen noch längst nicht Standard. Und die auf einer Mini-CD gelieferte PC-Software kann ebenfalls überzeugen - mehr dazu in . top
Das Handy selbst dürfte für Fans des reduzierten Designs sehr interessant sein, denn das optische Erscheinungsbild des KG320S ist auffallend schlicht. So beließen die Designer den Formfaktor bei einem simplen Rechteck und statt tiefer in den Farbtopf zu greifen, kommt der Koreaner durch den komplett schwarzen Korpus und seinen weißen Tastaturbeschriftungen ziemlich spießig rüber. Auffallend ist dabei, dass das Tastaturfeld aufgrund der großen Knöpfe rund 50% der gesamten Frontfläche einnimmt.
Dass das KG320S dennoch eine gewisse Noblesse ausstrahlt, liegt vor allem an seiner ausgeprägten Handlichkeit und der wirklich überzeugenden Haptik, die nicht zuletzt auf die Materialwahl zurückzuführen ist: Rückseite und Frontverkleidung bestehen aus lackiertem Metall. Dennoch bringt das KG320S nur 74 Gramm bei einer Bautiefe von gerade einmal 1,3 cm auf die Waage und ist aufgrund seiner Robustheit auch das ideale Wochenend-Mobiltelefon für durchtanzte Nächte. Auf der Rückseite wird die schlichte Designgeometrie durch die auffallend große Kameralinsen-Abdeckung unterbrochen. Ungewöhnlich: Der Schutz muss wie beim Sony Ericsson K800i nach unten gezogen werden, um das Objektiv samt Fotoleuchte freizulegen. Bei der Verarbeitung gingen die Macher kompromisslos zu Werke und beschränken die Zahl der Spalte zwischen Gehäusekanten auf ein Minimum. Unser Testmuster wies allerdings ein desaströs großes Spaltmaß an der Oberkante auf, was wir aber als individuellen Verarbeitungsmangel werten möchten. Knarzgeräusche entlockt man dem Fernöstler nur, wenn man das Handy mit roher Gewalt anpackt - Stürze übersteht das Gerät locker. top
Bei einem Fernost-Handy mit Designambitionen sollte man eigentlich meinen, dass das Display Spitzenniveau erreicht, doch gerade in diesem Punkt hat das KG320S noch Nachholbedarf: Das TFT-Display bietet zwar dank 262.144 Farben ein zeitgemäß buntes Bild und ist mit 176x220 Pixeln auch größentypisch aufgelöst, leistet sich aber gegenüber anderen Flachmännern wie Samsungs X820 oder Motorolas V3i eine etwas schwächere Schwärzung, ein deutlicheres Pixelraster und einen Tick weniger Brillanz; gerade Fotos und Web-Grafiken kommen etwas blasser rüber als bei der Konkurrenz.
Das große Tastaturfeld könnte kaum geradliniger sein; die gängige Reihenanordnung und die schlichte Schwarz-/Weiß-Optik passen aber gut zum reduzierten Gesamtkonzept - und was noch viel wichtiger ist: Die großzügig dimensionierten Knöpfe lassen sich für jedermann gut erreichen. Dank eines einwandfrei spürbaren Druckpunkts und dem rasch reagierenden Betriebssystem gleitet der Daumen geschmeidig über das Tastenfeld. Auch das quadratische Joypad in schlichtem Schwarz funktioniert einwandfrei. Ein eindeutiger Beweis, dass es oftmals besser ist, beim Tastaturlayout auf größere Designkapriolen zu verzichten, um einen ausgereiften Bedienfluss zu erzielen.
Beim Thema Extratasten geizen die Koreaner: Einzig eine Multimedia-Taste auf der rechten Seite sorgt dafür, dass man überhaupt zu den Menüpunkten Kamera oder Videokamera gelangt. Darüber hinaus ist sie für den MP3-Player zuständig. Ebenfalls nicht optimal ist die weiße Tastaturbeleuchtung: sie erhellt die Tasten nicht besonders gleichmäßig und den Navkey kann man ausschließlich im Blindflug erreichen. top
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