Twitter Facebook Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
 

Wippen zum Tippen Sony Ericsson M600i

Browsing / Messaging

M600i Browser / HTML-Seite

M600i Browser quer / Fullscreen

M600i RSS-Feeds

M600i globaler Posteingang

Ein Telefon mit QWERTZ-Tastenfeld und großflächigem Touchscreendisplay schreit danach, fürs Surfen im WWW benutzt zu werden. Und obwohl der auf dem UIQ-System vorinstallierte Opera-Browser (Version 8.60) sicherlich zur Oberklasse der mobilen Browsinglösungen gezählt werden darf, will uns das M600i nicht so sehr vom mobilen Internet überzeugen, wie es Nokias aktuelle S60-Smartphones können. Das Featureset klingt erstmal überzeugend: volle HTML- und XHTML-Fähigkeiten inklusive ECMAScript und Cookies, nahezu stufenloser Zoom, Voll- und Queransicht, Tabbed Browsing mit Favicons und eine bildschirmangepasste Vertikalansicht übertreffen die Mindestanforderungen ans smarte Mobilbrowsing.

Doch der bisweilen zähe Bildschirmaufbau und reproduzierbare Abstürze bei größeren Websites hinterlassen einen faden Nachgeschmack. Auch das Handling von HTML-Formularen ist nicht immer optimal gelöst: in einigen Fällen lässt sich das Frontend mit der Entscheidung überlasten, ob eine Stylusaktion als handschriftliche Eingabe oder als Bedienung des Scrollbalkens gewertet werden soll. Stürzt der Browser ab, gibt's dafür in der Regel nicht mal eine Fehlermeldung. Hat man sich an die Bedienung von Opera erstmal gewöhnt, wird man mit sauberen und übersichtlichen, großteils kantengeglätteten Websiteansichten verwöhnt.

Der integrierte RSS-Reader wird vom Browser getrennt betrieben. Findet Opera einen RSS-Feed auf einer Seite, wird übers Menü angeboten, ihn in die Liste der abonnierten Feeds aufzunehmen. Die Ansicht der Newsfeeds beschränkt sich auf Kopfzeilen und reinen Text - Bilder und HTML-Inhalte werden konsequent aus dem XML-Strom entfernt. Ruft man die RSS-Feed automatisch ab, weist ein kleines Symbol in der Statusleiste auf neu eingetroffene Nachrichten hin.

Recht komfortabl fanden wir den integrierten Messaging-Client, der das Rückgrat des Schreibtelefons bildet. Er verwaltet neben MMS und überlangen SMS in erster Linie EMails, die in getrennten Posteingängen auflaufen. Es lassen sich beliebige (flache) Ordnerstrukturen erstellen, die zwar jedem EMail-Konto zur Verfügung stehen, aber kein Mischen von Nachrichten verschiedener Ordner zulassen. Die Übersichtsseite des Nachrichtenmenüs präsentiert alle Postfächer untereinander und ermöglicht mit einem horizontalen Steuerelement das Durchschalten aller Unterordner. Eine spezielle Rolle nimmt das Postfach "Synchr. E-Mail" ein: hier findet man Mails, die über Push-Dienste wie Blackberry oder Microsoft ActiveSync aufs M600i gelangt sind. Doch man muss weder Exchange-Kunde noch Blackberry-Abonnent sein, um in den Genuss von Echtzeitnachrichten zu kommen: als eines der wenigen derzeit am Markt erhältlichen Telefone unterstützt das M600i die IMAP-Protokolleigenschaft "IDLE". Mit ihr benachrichtigt ein entsprechend ausgerüsteter Mail-Server das Handy umgehend, wenn eine neue Mail eingegangen ist; einzige Voraussetzung: das Telefon muss permanent via GPRS oder UMTS online sein, damit der Mailserver die Benachrichtigung versenden kann. Noch gibt es nicht viele Freemail-Anbieter, die IMAP IDLE unterstützen. Wir testeten das M600i mit dem Business-Paket des Anbieters space2go: In der Praxis verhält sich IMAP IDLE etwas langsamer als der Blackberry-Service: bis zu 30 Sekunden dauert es, bis eine Mail von der Outbox des Absenders auf dem Handy landet. Nicht gerade befriedigend wirkt die Stabilität dieser Lösung: wir kämpften beim IDLE-Abruf reproduzierbar mit stündlichen Abstürzen des Mailclients, was oftmals auch die Systemstabilität in Mitleidenschaft zog.

M600i komfortable Mail-Übersicht (Vergleich zur originalen Mail-Ansicht auf dem PC)

 

M600i HTML-Mails

M600i IMAP IDLE

Gerade beim Abruf übervoller IMAP-Postfächer weiß man nie so recht, ob das System gerade Kopfzeilen bezieht oder mit dem Download einer ausgewählten Nachricht beschäftigt ist. Als Folge wird man von Statusmeldungen über vermeintlich neue Mails bis hin zum Programmabsturz heimgesucht. Im ersten Release des UIQ3-Systems waren wir bisweilen Opfer kompletter Systemabstürze, die wir angesichts der aktiven Displaybeleuchtung erst nach mehreren Stunden Unerreichbarkeit bemerkten. Featuremäßig ist der EMail-Client trotz aller Schwächen alles andere als schwachbrüstig: er stellt HTML-Mails mit annehmbarer Qualität dar, erlaubt den Empfang und das direkte Öffnen von Attachments und kann Texte in mehreren Zoomstufen darstellen. IMAP-Ordnerstrukturen können abonniert und Terminanfragen im vCal-Format (Outlook, Google Calendar) samt Teilnehmer und Statusinfo direkt in den Kalender übernommen werden. Eine Intervallfunktion checkt Postfächer in beliebigen Abständen und kann zum Dank jeder Managerpsyche auch täglich für einen gewissen Zeitraum komplett deaktiviert werden. Nutzer mit abgesicherten EMail-Postfächern werden auch zufriedengestellt: wir testeten mit unserem Firmenaccount, GMX, space2go und GMail (TLS/SSL) und konnten stets, nach einer mehr oder weniger nervenaufreibenden Konfigurationsprozedur auf unsere Mails zugreifen.

Unser Fazit für die Mailfunktionen: wer seine IMAP-Ordnerstruktur flach und die Anzahl von Mails im Posteingang klein hält, wird mit dem M600i gut bedient. Insbesondere die nicht zu klein ausfallende Wipptastatur und die intelligente Handschrifterkennung lassen geübte Nutzer EMails mit beträchtlicher Geschwindigkeit organisieren und versenden. Weniger ordentliche Nutzer von elektronischer Post dürften sich mittelfristig auf einige Ärgernisse einstellen dürfen - S60- Windows Mobile- oder PalmOS-Smartphones verzeihen ellenlange Kopfzeilenlisten und megabytegroße Anhänge deutlich besser als Sony Ericssons UIQ3. top

PIM-Funktionen

Kontakte verwalten konnte man mit UIQ schon immer gut. Doch beschreitet Sony Ericsson mit seinem Symbian-basierten Smartphonesystem einen anderen Weg als Nokia mit S60: Statt langen Listenansichten für alle Kontaktdetails gibt's die vom Handysystem des Herstellers bekannten Reiter, mit denen man durch die verschiedenen Eigenschaftengruppen blättern kann. Dabei stehen Telefonnummern, EMail- und URLs im Vordergrund: sie füllen neben einem individuellen Anruferbild die erste Reiter-Seite. Auf der zweiten findet man Details wie Postanschrift, Faxnummer, Geburtstag und Firmendaten. Komplettiert wird der Funktionsumfang mit Sprachbefehlen, die einzeln für jede Rufnummer angelernt werden müssen und einem Notizfeld.

Vorher: Die Wochenansicht auf dem P910i

Nachher: Wochenansicht auf UIQ3

Der Kalender wirkt aufgeräumter als beim Vorgänger, lässt aber auch einige Funktionen des UIQ2-Systems vermissen. So wurde die farblich unterlegbare Wochenansicht gegen eine Agenda-ähnliche Blockansicht ersetzt, die gerade bei angespannter Terminlage nicht gerade mit Übersichtlichkeit überzeugt. Wurden früher Termine verschiedener Kategorien in bunten Timeslots nebeneinander dargestellt, kann man jetzt Termine auf mehrere Ordner verteilen und die Wochenansicht darauf beschränken, nur die Ereignisse einer Kategorie anzuzueigen.

Die Monatsansicht nutzt die halbe Höhe des Bildschirms zur Übersicht über die Terminlage der einzelnen Tage und stellt in der unteren Hälfte soweit möglich die Termine und Ereignisse eines Tages dar. Einträge können als Termin, Erinnerung, Ganztagesereignis oder Jahrestag typisiert werden. Trägt man im Adressbuch den Geburtstag eines Kontakts ein, wird er auf Wunsch automatisch in den Kalender übertragen. Darüber hinaus versteht sich das M600i auf die Verwaltung von Terminteilnehmern und kann - sofern das eingestellte EMail-/Groupware-Konto es unterstützt - auch Einladungen und Änderungsmitteilungen versenden.

Abgerundet wird der Funktionsumfang der PIM-Features durch eine Aufgabenverwaltung mit Priorisierungs- und Deadline-Funktionen, die überfällige Tasks auch auf der Hauptseite des Menüsystems darstellt und dessen Einträge zwecks Terminierung in den Kalender verschoben werden können.

Connectivity / Sync

M600i Zugangsgruppen

Foto: AMB | Bluetooth-Datenversand

M600i Bluetooth-Geräte

Das M600i kokettiert mit seinem Blackberry-Image. Das mag erklären, warum man keine WLAN-Schnittstelle in dem Smartphone findet, dafür aber mit GPRS- und UMTS-Connectivity bedient wird: so lässt sich der EMail-Eingang permanent nach neuen Mails durchsuchen. Nervig ist in erster Linie die lahme Einwahlgeschwindigkeit: bis zu 20 Sekunden vergehen im GPRS-Modus, bis das M600i sein Netz gefunden hat. Gut gelöst hat Sony Ericsson die Management-Funktionen für Mobilfunkverbindungen: eine kleine Weltkugel blinkt in der Statusanzeige, wenn eine Online-Verbindung besteht. Als Basisfunktionalität von Symbian beibehalten wurde die Zusammenfassung mehrerer Online-Zugänge zu einem benannten Pool von Verbindungen - praktisch, um unkontrollierte teure Verbindungsaufbauten zu Roaming-Partnern im Ausland zu unterbinden.

Als praxistauglich erweisen sich sowohl die integrierte Bluetooth2.0-Schnittstelle als auch der an der Kopfseite des Geräts befindliche Infrarotport: beide funken Daten mit bis zu 50kB/s über den bis zu 10m langen Äther. Via Bluetooth lässt sich auch die Sony Ericsson PC Suite ansteuern, die für die lokale Synchronisation von PIM-Daten mit einem PC verantwortlich ist. Schneller und stabiler funktioniert der Datenaustausch via beiliegendem USB-Datenkabel: wahlweise wird hier der Memorystick des M600i als Massenspeicher oder das Telefon als Handy-Modememulation erkannt.

Doch viel wichtiger sind die Pairing-Möglichkeiten mit Audiozubehör: hier macht das M600i insbesondere mit aktualisierter Firmware eine gute Figur, verhielt sich vor dem Update aber reichlich instabil und fehleranfällig. Wir testeten das Handy sowohl mit zwei Bluetooth-Telefonheadsets von Jabra und Yakumo als auch mit einer Kfz-Freisprecheinrichtung von Honda. Audi-Fahrern ist weniger Glück beschert: der Versuch, sich mit einem Festeinbausatz eines aktuellen A4 zu koppeln scheiterte kläglich. Bei gekoppeltem Headset werden sämtliche Audiosignale zwischen Handy und Zubehör durchgeschliffen, sodass sich sogar das Zauberwort, mit dem man die Sprachwahl via Sprachbefehl starten kann, übers Headset aktivieren lässt. Während man ein SAP-Profil zum einfachen Zugriff auf SIM-Kontakte im Telefon vergeblich sucht, hat Sony Ericsson ans Private Area Networking-Profile im M600i gedacht. Eine Internetverbindung mit einem entsprechend konfigurierten PC ließ sich mit unserem Testmuster damit allerdings nicht herstellen.

Tief im System integriert und aus vielen Bediensituationen heraus aufrufbar ist die Unterstützung für den Synchronisationsstandard SyncML. Aus dem Kalender, der Kontaktliste und über einen speziellen Menüpunkt lässt sich die Remote-Synchronisation starten. Unterstützt der Server entsprechende Datenbanken, werden alle Arten von PIM-Informationen - auch EMails - mit den auf dem Server gespeicherten Versionen abgeglichen. Ein Abgleich mit Exchange-Servern ist nur über optionale SyncML-Adapter möglich. top

 
Kommentar schreiben
  1. Du bist nicht dabei?
    Werde Teil der Community
    Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
    Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
    Benutzername:
    Hinweis: Da Du nicht angemeldet bist, kannst Du hier einen alternativen Namen angeben.
    Titel: (optional)
    Kommentar:
    Bitte gib hier die Buchstaben vom nebenstehenden Bild ein.
 
Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte