Man muss gute Nerven haben, wenn man seinen Blick eine Weile auf die Emfpangsanzeige des M600i richtet: Denn schon wenn man das Telefon einmal scharf anguckt, verliert die Anzeige einen Balken. Das war kein Scherz: völlig ohne Veränderung des Umfeldes schwankt die Balkenanzeige bisweilen dramatisch. Dass man da früher oder später auch in Erreichbarkeitsprobleme gerät, versteht sich von selbst: selten haben uns so viele Nutzer über mehrere Wochen bescheinigt, dass wir nicht erreichbar waren, obwohl das Handy mit vollem Akku in unserer Hosentasche ruhte.
Zeigt das M600i wenigstens einen Empfangsbalken an, kann man mit dem Handy aber gut telefonieren: die Sprachqualität liegt zwar erwartungsgemäß nicht auf dem hohen Niveau, das Motorola-Handys mittlerweile erreichen, wirklich schwer zu verstehen war aber keiner unserer Gesprächspartner. Dafür verzeichneten wir in der Praxis überdurchschnittlich häufig kurze Aussetzer und Empfangsstörungen, einmal sogar einen Verbindungsabbruch: unser Gegenüber befand sich nach eigenen Angaben allerdings selbst in keinem Gebiet höchster GSM-Verfügbarkeit.
Sehr gut gefiel uns die integrierte Freisprecheinrichtung, die dank des großen, rückwärtig verbauten Lautsprechers eine sehr passable Lautstärke an den Tag legt. Auch die Sprachqualität, die man mit einem Bluetooth-Headset erreicht, ist sehr gut und nahezu identisch mit dem "echten" Handy-Telefonat.
Freuen kann man sich über die sehr passable Ausdauerleistung des M600i. 900 mAh hören sich nicht nach viel an - sie sind es aber: Schaltet man Stromschlucker wie Bluetooth oder den permanenten EMail-Eingang via IMAP IDLE oder Blackberry aus und betreibt das Telefon im GPRS-Modus, darf man auf bis zu 5 Tage Betriebszeit hoffen, wenn man gelegentlich telefoniert. Schaltet man die Connectivity-Features scharf oder nimmt man seinen Flatrate-Vertrag sehr ernst, schrumpfen die Reserven - länger als zwei Tage hält das Telefon aber auch im Intensivbetrieb durch. top
Was will uns Sony Ericsson mit dem M600i verkaufen? Das ultimative Bondgirl-Phone mit Tastenfeld für Massen-SMS? Oder einen Prototypen für das kürzlich akquirierte Betriebssystem UIQ3, der als Testkaninchen für den großen Bruder P990i herhalten muss. Natürlich lesen sich die reinen Daten gut, natürlich ist das Bedienkonzept des Handys einzigartig, aber aus praktischer Sicht überwiegen die Schwächen. Ein instabiles System, katastrophale Aussetzer beim Empfang und im Datennirvana des Hauptspeichers gefangene Programme sind das Resümee aus knapp 4 Wochen intensiver Begutachtung des Business-Telefons. Zwar ist man mit der aktuellsten Software schon ein gutes Stück vorangekommen, doch zu nervig gestalten sich in der Praxis noch die kleinen Macken des Systems, die nicht jeder Business-Nutzer wohlwollend verzeihen wird.
Antreten muss das M600i als Schreibmaschinentelefon mit klugem Betriebssystem gegen einen ganzen Zoo von kompakten EMail-Maschinen wie Motorola Q, Treo 680, Samsung i320, BB Pearl oder HTC-PocketPC-Smartphones. So schön die Oberfläche auch aussehen mag und so durchdacht sich mancher Bedienprozess gestaltet: wirklich glücklich waren wir mit diesem Smartphone nicht.
| Hardware | |
|---|---|
| Design |
75%
|
| Verarbeitung |
75%
|
| Sprachqualität |
70%
|
| Akku |
90%
|
| Connectivity |
80%
|
| Gesamtwertung | |
| Gesamteindruck |
66%
|
| Features | |
|---|---|
| Bedienung |
70%
|
| Internet |
80%
|
| Messaging |
80%
|
| PIM-Funktionen |
80%
|
| Sound |
70%
|
| Kamera |
0%
|
| Gaming |
90%
|
| Video |
0%
|
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