Bei den ureigenen Telefonfunktionen leistet sich Blackberrys Pearl keine Schwächen. Unterwegs mit einer Vodafone-Karte und dem dazugehörigen Blackberry-Zugang, waren wir im Berliner Raum durchgehend gut erreichbar. Auch in geschlossenen Räumen leistet die integrierte Antenne solide Arbeit - nennenswerte Empfangsprobleme traten in keinem Fall auf. Bei Zellwechseln, etwa beim Gang in die U-Bahn, sucht der Pearl ohne lange Wartezeiten ein neues Netz und klinkt sich umgehend wieder ein.
Die Sprachqualität des Pearl bewegt sich auf solidem Niveau, reicht aber in puncto Klarheit nicht an Motorolas Referenzmodelle heran. Zwar klingt die Stimme des Gesprächspartners natürlich, sie wirkte auf unsere geschulten Ohren allerdings etwas dumpf und höhenarm. Dies mag damit zusammenhängen, dass der Rauschfilter etwas zu kräftig werkelt: Nebengeräusche werden souverän herausgefiltert und die Stimme des Gegenübers in den Vordergrund gestellt. Von der Gegenseite wurden wir sowohl an einem Festnetztelefon als auch mit einem Handy ausgesprochen klar wahrgenommen, was auf die gute Qualität des integrierten Mikrofons schließen lässt. Auch die Freisprecheinrichtung gewährleistet saubere Qualität: der Lautsprecher sorgt für eine klare und bei Bedarf auch laute Stimmwiedergabe.
900mAh leistet der mitgelieferte Akku auf Lithium-Ionen Basis, RIM bescheinigt damit dem Pearl eine Ausdauer von etwa 15 Tagen Standby und eine Gesprächszeit von knapp 3,5 Stunden. Wie so oft, kann man diese Herstellerangaben getrost überlesen. In der Praxis kann man ca. 5-7 Tage ohne die Nähe einer Steckdose dauerhaft über seinen Posteingang informiert bleiben und das eine oder andere Gespräch führen - für ein Gerät auf diesem Ausstattungsniveau und mit diesen Abmessungen sind das ziemlich gute Werte. Wer sich etwas länger mit dem PIM-Funktionen beschäftigt oder tatsächlich mit seinem Pearl Musik hören möchte und während dieser Zeit keine Telefon- oder Online-Funktionen benötigt, kann die GSM-Aktivität zeitweise einfach abschalten und so deutlich Strom sparen: im unübersichtlichen 25 Unterpunkte fassenden Hauptmenü versteckt sich extra eine Funktion, die die GSM-Aktivitäten deaktiviert - im Profilmenü sucht man diese Einstellung allerdings vergeblich. Praktisch: bei einer USB-Verbindung mit dem PC wird gleichzeitig der Akku aufgeladen. top
Es sieht schick aus und wurde mit Spannung erwartet: das erste "echte" Multimedia-Smartphone vom Business-Spezialisten RIM. Und der Pearl kann auf den ersten Blick bedingungslos überzeigen: mit elegantem Design sowie handlichem Formfaktor sieht das Federgewicht auf jedem Tisch gut aus und passt bequem in jede Hemd- oder Hosentasche. Doch bei genauerem Hinsehen verblasst der Klavierlack-Glanz des Pearl ein wenig. Der Versuch von RIM, mit einer Mischung aus Multimedia und Business neue Kundenkreise zu erschließen, scheitert an den Kompromissen, die das Gerät kennzeichnen. Eine Grundtastatur mit 20 Tasten ersetzt keine QWERTZ-Bedienung. Ansprechendem Design steht eine mittelmäßige Verarbeitung und eine relativ billige Materialwahl gegenüber. Multimediale Features wie Kamera und Medienplayer sind zwar vorhanden, verfügen jedoch kaum über Komfortfunktionen. Und über allem schwebt eine weitgehend unübersichtliche Benutzeroberfläche, die mehr mit einer Excel-Tabelle als mit einem modernen Smartphone-Betriebssystem gemeinsam hat. Auch die innovative und äußerst schnell reagierende Bedienung via Trackball konnte uns darüber nicht hinwegtrösten.
Neben dem Formfaktor sprechen natürlich die Business- und die Messaging-Funktionen für das Gerät - doch hier kann die Konkurrenz in Form von Nokias S60-Modellen locker mithalten und darüber hinaus eine grafisch ansprechende Bedienoberfläche mit komfortablen Medienfunktionen anbieten. Der designierte Business-Nutzer ist mit einer vollwertigen QWERTZ-Tastatur besser beraten, der Multimedia-Nutzer greift zu Konkurenzmodellen, die wesentlich ausgereiftere mediale Fähigkeiten in die Waagschale werfen. Auch in puncto Sprachqualität und Akkulaufzeit ragt der Blackberry Pearl nicht über seine Konkurrenten hinaus, bietet aber solides Durchschnittsniveau. Wer ein elegantes Handy zum Telefonieren, zur Kontakt- und Terminverwaltung sucht, das Profi-Business-Flair versprüht ohne Profi-Business-Komfort zu bieten, der ist mit dem Pearl gut beraten. Wer ein echtes mobiles Büro sucht oder gehobene multimediale Ansprüche an sein Handy stellt, der sollte einen Bogen um den Kompromiss-Barren von RIM machen.
| Hardware | |
|---|---|
| Design |
70%
|
| Verarbeitung |
70%
|
| Sprachqualität |
80%
|
| Akku |
80%
|
| Connectivity |
75%
|
| Gesamtwertung | |
| Gesamteindruck |
71%
|
| Features | |
|---|---|
| Bedienung |
90%
|
| Internet |
70%
|
| Messaging |
70%
|
| PIM-Funktionen |
100%
|
| Sound |
70%
|
| Kamera |
60%
|
| Gaming |
25%
|
| Video |
60%
|
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