Dass das 5300 als Musikhandy konzipiert ist, wird sofort deutlich, wenn man den Karton in der Hand hält. Eine hippe Combo jammt auf der Vorderseite und hat offenbar mächtig Spaß. Das macht Lust aufs Auspacken. Und das in iPod-weiss gehaltene kabelgebundene Stereo-Headset mit 2,5mm (!) Klinkenanschluss kann hier genauso überzeugen wie der Adapter für handelsübliche 3,5mm Standardkopfhörer. Positiv fällt auch das USB2.0-Kabel ins Auge, das für den schnellen Musiktranfer vom PC aufs Handy sorgt. Als Lesestoff liegen eine umfangreiche, 120 Seiten starke Bedienungsanleitung und eine Kurzanleitung im Faltformat bei. Nicht zu vergessen die CD-ROM, die Nokias PC-Suite und die Zusatzprogramme Adobe Photoshop Starter Edition sowie Ulead Video Toolbox enthält. Als "süßer" Wermutstropfen entpuppt sich die microSD-Karte, die mit ihren 256 MB gerade mal Platz für ca. 4-5 Musikalben im MP3-Format bietet. Für ein Handy mit dem Beinamen "XpressMusic" ist das nicht viel, in Anbetracht der für ein 5300 mag das allerdings verschmerzbar sein. Außerdem ist der Geiz mit der Speicherkarte keine finnische Erfindung: auch die Walkman-Handys von Sony Ericsson werden selten mit mehr als 256 MB ausgeliefert. Wer also mit seinem 5300 Musik hören möchte - und das möchten sicher 90 Prozent der Käufer - sollte gleich ein paar zusätzliche Euro in eine Speicherkarte investieren. top
Die 60er: Plastik, Pop und Flowerpower. Wer den Musikslider von Nokia zum ersten Mal in die Hand nimmt, wird unweigerlich an das knallbunte Lebensgefühl dieser Zeit - oder an dessen Überzeichnung etwa in den Agentenparodien um Austin Powers erinnert. Vor allem in der roten Farbvariante wirkt das Retro-Design des 5300 der überdrehten Kulisse von "Goldständer" entnommen. Und wie der durchgeknallte Geheimagent Austin Powers wird auch der Plastik-Slider 5300 die Geschmäcker polarisieren: "Groovy", "cool" für die Einen oder geschmacklos für die Anderen. Doch abseits individueller Vorlieben liegt das Handy trotz sanft abgerundeter Formen griffig in der Hand und dürfte trotz der beeindruckenden Tiefe von mehr als zwei Zentimetern noch bequem in die meisten Hosentaschen passen.
Objektiv bemängelbar ist die kompromisslos billige Materialwahl. Das matte Plastik weckt zahlreiche Assoziationen - nur leider fehlen uns Gedankenbilder, die mit "elegant" oder "edel" verbunden sind. Gerade die lifestyle-orientierte Zielgruppe des 5300 dürfte hier mehr von einem Handy erwarten. Dabei hat das Material durchaus auch Vorteile, denn der verwendete Kunststoff wirkt äußerst kratzfest und widerstandsfähig. Doch leider macht der Rest des Sliders einen weniger robusten Eindruck.
Kleinere Verarbeitungsmängel werden in Form von ungleichmäßig breiten Spaltmaßen sichtbar. Verdichtet wird diese Einschätzung durch einen zwar straff gefederten aber reichlich wackeligen Slidermechanismus und ungeschützt freiliegende Ports für mini-USB, Netzstecker und Kopfhörer. Da wird die Kameralinse, die durch eine Kunststoffscheibe vor äußeren Einflüssen geschützt ist, fast schon zum Verarbeitungshighlight.
Immerhin sitzt der Akkudeckel knarzfrei an seinem Platz, seitlich darunter findet man den microSD-Slot, der einen Wechsel der Musiksammlung erlaubt, ohne vorher das Telefon abzuschalten. Unterhalb des Akkus versteckt sich die SIM-Kartenhalterung, die zwar aus scharfkantigem Metall besteht, allerdings in ihrer simplen Bauweise niemanden vor das Rätsel stellen sollte, wo und wie er seine SIM-Karte einsetzen kann. top
Bei einer Auflösung von 240x320 Pixeln stellt das Display 262.144 Farben dar und bewegt sich damit im Standard-Bereich dieser Geräteklasse. Für einen guten Eindruck sorgt neben der transflektiven Bauweise die hervorragende Ablesbarkeit aus der Schrägperspektive. Überzeugt waren wir auch von der gleichmäßigen Helligkeitsverteilung und den Kontrasten. Einzig eine grobkörnige und etwas blasse Farbdarstellung sorgen für eine leichte Trübung in der Wertung - schade auch, dass die Schriften im Menü (noch) nicht wie bei der Konkurrenz aus Schweden/Japan kantengeglättet werden.
Dem zentralen Ausstattungsmerkmal des 5300 werden vor allem die Musiktasten seitlich des Displays gerecht. Beiderseits des Screens findet der Nutzer insgesamt fünf Zusatztasten zur Bedienung des MP3-Players sowie eine weitere Taste zum Fotografieren. Nokia geht hier einen ungewöhnlichen Weg und integriert die Tasten in eine planare, flexible Kunststoffoberfläche - doch war hier die Sparsamkeit der Vater des Gedankens. Ausnahmsweise ist "billig" in diesem Fall kein Synonym zu "mangelhaft". Im Gegenteil: für eine perfekte "blinde" Bedienung sorgen kleine Tastenvorsprünge, die aus dem Bedienfeld herausragen. Wenn das Handy in der Hosentasche steckt und man nur einen Titel skippen möchte, kann man das erledigen, ohne das 5300 herausholen zu müssen. Ein relativ starker Druckwiderstand verhindert das unbeabsichtigte Auslösen der Tasten.
Beim Aufslidern wird eine Tastatur sichtbar, die selbst mit dicksten Fingern noch angenehm bedienbar sein dürfte. Dabei sorgt das leicht angerauhte Material für eine angenehmere Haptik als es das Aussehen vermuten lässt. Dank des Konzepts, das man bereits an der Tastatur des 6131 fand, kann man auch ohne hinzuschauen bequem Tippen: die gleichmäßig großen Tasten liegen zwar dicht beieinander, bieten aber jeweils eine breitflächige ovale Erhebung, die sie deutlich voneinander abgrenzt. Die Druckpunkte fallen weich und gleichmäßig aus, man bekommt stets gutes Feedback über einen Tastendruck. Aus dem tristen grauen Einerlei sticht nur der weisse Plastikrahmen des vergleichsweise klein ausgefallenen 5-Wege-Navkeys heraus, den wir als einzigen Kritikpunkt in puncto Bedienung des 5300 herausheben wollen: abgesehen von den Miniaturmaßen wurde er tief ins Gehäuse eingelassen und möchte mit viel Fingerspitzengefühl behandelt werden.
Der für ein Handy aus Finnland obligatorische Button auf dem Kopf des Sliders fehlt auch beim 5300 nicht: hier kann der Nutzer das Profilmenü aktivieren bzw. das Handy ausschalten. Ebenfalls bei vielen Nokia-Handys zu finden ist die kühle blaue Tastaturbeleuchtung, die die Tasten des 5300 gleichmäßig ausleuchtet. top
| Datum | Thema |
|---|---|
| 05.03. | Nokia 5700: Nachfolger des 5300 XpressMusic? |
wie geht das einlegen der sim karte