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QWERTZ-Smartphone mit Windows Mobile 6.0 und vielen Live-Features HTC S710

Spätestens seit Februar ist bekannt: Microsofts mobiles Betriebssystem Windows Mobile geht in die nächste Runde. Während sich im Laufe der letzten Jahre die großen Player auf dem Markt für mobile Standardsysteme herauskristallisiert haben und featuremäßig nahezu gleichauf liegen, geht es jetzt um Features im Detail. Windows Mobile 6 konkurriert mit den beiden Symbian-Systemen S60 (Nokia) und UIQ3.1 (Sony Ericsson), mit den letzten Treo-Ablegern auf PalmOS-Basis, möglicherweise dem kommenden ALP (ACCESS/PalmSource) und mit dem Java-basierten proprietären Blackberry-System. Warum das OS aus Redmond unter Versionsnummer 6 allen Konkurrenten richtig Kopfschmerzen bereitet, wollen wir im Folgenden erläutern. Wir haben die neuen Features anhand eines Beta-Testmusters von HTCs S710 ausprobiert. Im ersten Teil werden wir in gewohnter Weise auf die Hard Facts dieses Smartphones eingehen und uns auf den folgenden Seiten näher mit den weitgehend vom Gerät unabhängigen Software-Features beschäftigen. top

Design & Verarbeitung

Selten fiel ein Gerät des taiwanischen Produzenten HTC mit überragender Materialwahl noch mit perfekter Verarbeitung auf – gemeckert haben wir dennoch nie über die Handys von der chinesischen Insel. Das Bild setzt sich beim S710 nahtlos fort: sein Gehäuse besteht aus robustem Kunststoff, der in weiten Teilen von einer gummiähnlichen Softtouch-Oberfläche ähnlich der mancher Samsung-Handys überzogen ist.

Foto: AMB | HTC S710 Vierseitenansicht

 

Unnötigen modischen Schnickschnack schenken sich die Designer und setzen viel lieber ihr Augenmerk auf eine unscheinbare Barrenform. Dass man das Gerät zwecks leichterer Bedienbarkeit auch aufschieben kann, bemerkt man erst, wenn explizit darauf hingewiesen wird. Der Slider funktioniert gut: leichtgängig und mit präzisen Rastpunkten ist er stets zur Stelle, wenn man ihn braucht und verschwindet wieder, wenn man mit dem S710 telefonieren möchte. Verarbeitungstechnisch leistet sich das Smartphone keine Schwächen: saubere Nahtstellen zwischen den Gehäusebauteilen und ein fester Sitz des Sliders zeugen davon, dass das Label Made in Taiwan nicht a priori knarzige Gehäuse impliziert (was ja einst für Made in Finland zutraf).
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Display & Tastatur

240x320 Pixel Auflösung sind die Grundvoraussetzung, um vernünftig mit einem Windows Mobile-Endgerät arbeiten zu können. Da macht auch die sechste Version des Systems keine Ausnahme. Auch nicht bei der Farbauswahl: selbst wenn ein Gerät über Fullcolordisplay verfügt, lassen sich maximal nur 65.536 Farben darstellen. Den wenigsten Nutzern wird das in der Praxis auffallen – vielleicht erinnern sich einige AMIGA-Veteranen sogar noch an die Zeit, als man beim 4096 Farben HAM-Modus schon von Fullcolor-Darstellung sprach. Wie auch immer: die neuen, im Vista-Shading gehaltenen Menüüberschriften und Fensterrahmen leiden nicht unter den paar Bits, die dem Windows Mobile-Farbraum fehlen.

Foto: AMB | HTC S710 Telefontastatur

 

Zugeschoben bedient man das HTC S710 wie ein herkömmliches Barrenhandy, die Druckpunkte auf der Oberseite sind angenehm weich ausgefallen, alle Tasten ausreichend groß bemessen, gut erfühlbar und die leicht erhabene Zifferntastatur leicht erfühlbar von den seitlichen Softkeys abgegrenzt. Etwas unkonventionell ordnet HTC die Telefontasten an, die den beiden Windows-typischen Home- und Zurücktasten nach unten weichen mussten. Dafür lässt sich die Zurücktaste auch zum Löschen einzelner Zeichen in Texten einsetzen. Der Navkey und insbesondere dessen Bestätigungstaste fällt etwas klein aus, sodass man bei der einhändigen Bedienung häufiger versehentlich danebendrückt.

Foto: AMB | HTC S710 QWERTZ-Tastatur

 

Schiebt man das S710 seitlich auf ganzer Breite auf, offenbart sich eine vollständige QWERTZ-Tastatur, mit der man bequem Emails und SMS tippen kann. Die Anordnung aller Tasten wurde – inklusive Windows-Buttons – an gängige PC-Tastaturen angelehnt, sodass man sich schnell auf dem Keyboard zurechtfindet. Witziges Detail: drückt man die Hochstell- oder Funktionstaste, wird das mit zwei kleinen LEDs über der Tastatur signalisiert – und das in einer Zeit, wo sich viele Computerprofis bereits das Ende der "sinnlosen" CapsLock-Taste herbeiwünschen. Die Tasten sind räumlich gut voneinander abgesetzt und dank leichter Wölbung exzellent erfühlbar, doch mangels Platzangebot ein wenig klein ausgefallen. Der kurze Tastenhub wird von knackigen Druckpunkten kompensiert – wir tippten selten souveräner Texte ins Handy. Schade nur, dass es die Strg-Tasten nicht aufs Smartphone geschafft haben; um Textpassagen kopieren und einfügen zu können, muss man den Navkey auf der Oberseite bemühen. top

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