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Blackberry 8800: QWERTZ-Smartphone mit GPS-Navigation

Wie rasant sich die Zeiten geändert haben: Wer nach einem Smartphone mit vollwertiger QWERTZ-Tastatur Ausschau hält, kann mittlerweile zwischen einer Vielzahl von Geräten auswählen; jeder namhafte Hersteller hat entsprechende Modelle im Portfolio. Für Platzhirsch RIM, jahrelang unangefochtener Marktführer im mobilen Messaging-Bereich, wird die Luft zunehmend dünner. Doch die Kanadier kontern mit einer erweiterten Zielgruppe und neuen Features: nach dem Erfolgsmodell 8100 Pearl schicken sie mit dem 8800 ein Monoblock-Smartphone mit GPS-Antenne ins Rennen. Grund genug für uns, genauer hinzuschauen.

Design&Verarbeitung

Mit dem 8800 führt RIM seine moderne optische Linie, die mit dem 8100 Pearl begann, konsequent fort: weg von dem an Plastikspielzeug erinnernden grau-schwarzen Billig-Look (den man etwa beim 7730 oder 7290 findet) hin zu edlem Klavierlackglanz und verchromten Spielereien.

Foto: AMB | Blackberry 8800 Vierseitenansicht
 

Die gesamte Verschalung glänzt in schwarzem Klavierlack, der lediglich von der glänzenden Navigationsleiste und seitlich von sanft geschliffenen Metalleinfassungen durchbrochen wird. Die elegante Optik wird auch nicht durch die eindrucksvollen Maße (107x50x14.5 mm) geschmälert, die das Gerät in Verbindung mit schwergewichtigen 134 Gramm vollkommen hemdtaschenuntauglich machen. Im Gegenteil: analog zu großräumigen Limousinen geben sie dem Smartphone,  einmal in die Hand genommen oder auf den Tisch gelegt, eine physische Präsenz, die alle Blicke magisch auf sich zieht. Wer gerne zeigt, dass die Arbeit hart und der Job verdammt wichtig ist, findet im 8800 den perfekten Begleiter, der nicht nur auf dem Beifahrersitz eines Porsche Cayenne eine gute Figur macht.

Einziger Nachteil: jede Berührung bestraft der glänzende Protzbarren mit fettigen Fingerabdrücken - wer Wert auf ein gepflegtes Telefon legt, sollte ständig ein Putztuch mit sich führen.

Foto: AMB | Blackberry 8800 Design
 
Foto: AMB | Blackberry 8800 Rückseite mit SIM-Slot und microSD-Halterung

In der Mitte der schwarzen Rückfront glänzt ein verchromtes Rechteck, auf dem neben dem Herstellerlogo der Schriftzug microSD eingestanzt wurde. Wir schlussfolgern messerscharf: hier befindet sich der microSD-Slot - stimmt, doch nach einem kräftigen Druck gleitet die halbe Rückverschalung ab und gibt den Blick auf Akku, SIM-Slot und Speicherkartenhalterung frei. Letztere ist so konstruiert, dass man die Karte wechseln kann, ohne den Akku vorher entnehmen zu müssen. Schon der starke Spielraum des Akkudeckels im Gehäuse macht aber deutlich, dass die Verarbeitung des 8800 nicht so glänzend ist, wie der Außenlack suggeriert. Kleine Details wie wackelige Seitentasten, die aus viel zu großen Gehäuseöffnungen ragen und die unregelmäßig gestanzte Einfassung für den miniUSB-Anschluss bzw. den Kopfhörerausgang summieren sich zum wenig schmeichelhaften Zukunftsbild eines lediglich ein Jahr intensiv genutzten 8800, das - strotzend von Staub, der sich an allen Kanten und Spalten (und auch unter dem Display) eingelagert hat - kurz vor dem Zerfall in seine Einzelkomponenten steht. Verstärkt wird dieser (Alp)Traum von der leidigen Tatsache, dass das edle Smartphone, einmal kräftig in die Hand genommen, an allen Ecken und Enden knarzt, während das Material dabei überaus flexibel nachgibt. top

Display & Tastatur

Auch beim Display ist für den kanadischen Hersteller RIM mehr klotzen als kleckern angesagt. Die riesige Diagonale von 2,5 Zoll lässt beim 8800 eher an einen Bildschirm als an ein Handydisplay denken. Der genaue Blick aufs (zu) tief eingelassene Display holt den Betrachter allerdings wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: mit einer Auflösung von 320x240 Pixeln und der Darstellung von ca. 65.000 Farben wird ein Standardbausatz offenbar, der in abgewandelter Form in den meisten Monoblock-Smartphones steckt. Dafür leistet sich die Komponente keine Schwächen: gute Helligkeits- und Kontrastwerte sorgen für eine glasklare Ablesbarkeit, die auch aus der Schrägperspektive kaum verfälscht. Schade nur, dass das Display - im Gegensatz zu vielen älteren Baureihen - nicht transflektiv ausgelegt ist. Mangels Standbyanzeige muss man seinen 8800 stets aktivieren, um sich beispielsweise über die aktuelle Uhrzeit informieren zu können.

Foto: AMB | Blackberry 8800 Tastatur
 

Auch in seiner Königsdisziplin kann das Smartphone nahezu kritikfrei glänzen: mit dem 8800 lassen sich auch längere Nachrichten hervorragend tippen. Man mag über das Tastaturdesign streiten und die gedrängten Wackeltasten erfordern eine gewisse Eingewöhnungszeit; nach wenigen Minuten hat man sich jedoch daran gewöhnt und einem rasanten Schreibmaschinentempo steht kaum noch etwas im Wege. Knackige, hervorragend austarierte Druckpunkte unterstützen das schnelle Tempo, ein gleichmäßiger Anschliff der einzelnen Tasten sorgt auch im Dunkeln für perfekte Erfühlbarkeit. Mit dem 8800 lassen sich zwar keine Romane schreiben, aber Gedichte und Kurzgeschichten sind - zumindest technisch - möglich.

Foto: AMB | Blackberry 8800 Design
 

Ergänzt wird die QWERTZ-Tastatur von einem Bedienelement, das uns schon beim Pearl überzeugen konnte: ein Trackball thront im Zentrum der Gehäusefront. In der Funktionalität mit einem Joystick bzw. 5-Wege-Navkey vergleichbar, gestaltet sich die Navigation durch die Menüs und die Ansprache von Funktionen äußerst komfortabel: empfindlich und extrem präzise kann man das System fast wie mit einem Mauszeiger bedienen. Allerdings erkennt der Trackball nur jeweils eine von den vier möglichen Hauptbewegungsrichtungen - eine 9-Wegenavigation wie auf Nokias Communicator 9500 ist nicht möglich. Darüber hinaus finden sich die Blackberry-typischen und bewährten Bedien- und Benachrichtigungselemente am Handy: eine LED über dem Display signalisiert eingehende Nachrichten; eine Taste auf der linken Seite aktiviert die Sprachsteuerung, rechtsseitig kann die Lautstärke geregelt werden, während die Kopfseite von Stummschalt- und StandBytaste gekrönt wird. top

Foto: AMB | Blackberry 8800 Tastaturbeleuchtung
 
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Kommentare
  1. 30.12.09 21:21 ocew (Gast)

    also das ist ein eher smartphone für geschäftsleute da es keine kamer hat,der grund wieso sie keine kamera haben kann ich sagen das einfach so damit sie z.b keine verträge und sowas fotografieren

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