Kleinlich waren die Finnen noch nie, wenn es darum ging, ein Nseries-Modell mit angemessenen Lieferbeigaben auszustatten. So kommt auch das etwa 600 Euro teure N95 alles andere als vereinsamt zum Kunden. Begleitet wird der Bolide von einer 512MB großen microSD-Karte, auf der bereits viel Speicher mit Kartenmaterial vorbelegt ist, zwei Datenkabeln für USB- und S-Video- bzw. Audio-Cinch-Ausgang und einem funktionalen, wertig gestalteten Stereo-Headset mit 3,5mm-Klinkenanschluss. Nokia schrumpft das Ladegerät: man ist versucht, im zweigeschossig angeordneten Verpackungsinhalt weiter nach Netzteilen zu kramen, bis man schließlich feststellt, dass ein flacher Kubus bereits ausreicht, um das N95 mit Strom zu versorgen.
Keine Abstriche bei der Dokumentation: auf ca. 160 Seiten erklärt der Hersteller sein Telefon. Darüber hinaus findet man im Handy selbst zahlreiche Hilfefunktionen, darunter eine permanente Kontexthilfe unter jedem Menüpunkt und ein Einführungsvideo, das rudimentär die wichtigsten Funktionen des N95 beschreibt. Die mitgelieferte Software darf man ebenfalls als vollständig bezeichnen: neben Nokias PC Suite findet man auf der beiliegenden CD auch Adobes Photoshop Album Starter Edition, mit der sich mittels einer schicken Oberfläche Bildmaterial und Videos verwalten lassen. Spannender ist die Software SimpleCenter, mit der sich ein zum N95 kompatibler UPnP-basierter Home Media-Server auf dem PC installieren lässt. Dieses Feature erläutern wir näher im Connectivity-Abschnitt in Teil III . top
Damit wir die nicht x-te Hommage an die Evolution der UMTS-Handys starten müssen, ein klares Statement: dass es möglich sein würde, derartige Hochtechnologie binnen zwei Jahren auf ein N95-Format zu schrumpfen, hätte 2005 kaum jemand zu prognostizieren gewagt. Der Multimedia-Computer - um die Nomenklatur des Herstellers zu adaptieren - bleibt unter der psychologisch wichtigen Marke von 10cm; in Höhenrichtung versteht sich. Die 120 Gramm Gewicht verteilen sich auf 99x53x21mm Größe. Merken tut man von alledem kaum etwas: das Gerät ist zwar weder Winzling noch Schmalhans, aber auch weit davon entfernt, dicker Brocken genannt werden zu dürfen.
Schafft Nokia es, das vollmundige Versprechen, die Nseries sei eine Highend-Reihe in puncto Leistung, Verarbeitung und Materialwahl, auch beim Flaggschiff zu halten? Bedingt, möchten wir meinen. Zwar besteht der obere Teil des Slidergehäuses aus einer kühlen Magnesiumlegierung und die Rückseite aus hochwertigem, mit Softtouch-Material überzogenem Kunststoff, doch die Bestnote müssen wir dem HSDPA-Boliden verwehren. Die halbherzige Verarbeitung ist der Makel, der am Image des N95 kleben bleibt: ungerade (und halbwegs überflüssig wirkende) Spalte auf dem Tastenfeld, dicke Spaltmaße an Verschalungskanten und die frieliegenden Anschlüsse für Kopfhörer und USB-Kabel hinterlassen nicht das Bild höchster Präzision.
Doch wollen wir nicht dramatisieren. Jede Kritik stellt sich im Verhältnis zur Konkurrenz, die bisweilen die besseren Gehäuse herzustellen weiß - jedoch wird niemand beim Anblick eines N95 grün anlaufen. Denn trotz einiger offensichtlicher Qualitätsabstriche macht das N95 nicht den Eindruck, nach wenigen Wochen vollständig einzufusseln oder bei Stürzen auseinanderzubrechen. Das macht auch der Akkudeckel deutlich, der die halbe Rückseite einnimmt. Er sitzt klapper-, knarz- und bombenfest an seinem Platz und schützt den Raum für SIM-Karte und Batterie sicher vor Staub und Fusseln. Dass die SIM-Kartenhalterung wieder nach Lifestyle- statt E-Series-Bauart gefertigt wurde und daher ziemlich scharfkantig und wenig vertrauensvoll ausfällt, überlesen Sie einfach. Denn SIM-Karten wechselt man ja meistens nur einmal in zwei Jahren.
Zur Haptik. Den meisten dürfte bekannt sein, dass Nokia als Formfaktor fürs N95 den "Doppel-Slider" erfunden hat. Nach oben geschoben offenbart sich die großflächige Tastatur, nach unten bzw. rechts gezogen eine druckempfindliche Vierertastenreihe zur Steuerung von Medieninhalten. Nach unserem Geschmack ist der Slidermechanismus einen Hauch zu leichtgängig: schiebt man ihn zum Beenden eines Gesprächs schwungvoll zusammen, dann kann es vorkommen, dass man mit offener Medientastatur auf der Straße steht. Halb so wild, die neidischen Blicke der Passanten sind es wert!
Unverständlich allerdings, warum Nokia keine "Schiebehilfe" unter dem Display verbaut - Platz dafür wäre ausreichend vorhanden gewesen. So muss man bisweilen etwas geschickter auf den Slider drücken, damit er aufspringt. Profis lassen ihn ohnehin geschlossen, denn die meisten Multimedia- und Telefonfunktionen lassen sich auch über die freiliegenden Tasten auf der Oberseite bedienen. top
Und wie groß ist Ihr Handydisplay? 240x320 Pixel. So so. Dass das N95 nicht mit einer iPhone-"kompatiblen" Auflösung aufwartet, dürfte den wenigsten Interessenten auffallen. Denn die Displaydiagonale fällt mit 6,7cm (2,6 Zoll) außerordentlich, nein: dramatisch groß aus. Genug hatten die Finnen anscheinend von den ewigen Mäklern, die MobileTV alleine schon wegen der "kleinen Displays" den symbolischen Gnadenstoß verpassen wollen. Nokia setzt darüber hinaus auf eine ultraflache Komponente: statt wie noch beim Slidermodell N80 knapp die Hälfte der Gerätetiefe auszumachen, ist die Slideroberseite gerade einmal 5,5mm dünn. Ganz beiläufig darf man auch erwähnen, dass das QVGA-Display transflektiv ausgelegt ist und so auch unter starkem Sonnenlich ablesbar bleibt, sich dank Helligkeitssensor schnell ans Umgebungslicht anpasst und auch Blickwinkel bis ca. 20° Lotabweichung ohne Farbverfälschungen zulässt. Berührungsempfindlich ist dieses Display natürlich nicht - S60 war aber auch nie dafür ausgelegt, durch einen Touchscreen bedient zu werden, könnte aber in Zukunft auf Geräten mit diesem von PDAs bekannten Bedienkonzept erweitert werden.
Je nachdem, wofür man sein N95 einsetzen will, reichen bereits die Tasten an den Rändern und auf der Slideroberseite, um auf fast alle Funktionen zugreifen zu können. Die unter dem Slider liegenden Zifferntasten benötigt man in der Regel nur zur Eingabe von Texten. S60-Veteranen werden die permanente Umpositionierung aller systemtypischen Tasten in den letzten Jahren mit Spannung beobachtet haben - beim N95 hat Nokia viel Wert auf eine ergonomische Anordnung gelegt. So wurde die Menütaste außerordentlich groß bemessen und findet ihren Platz direkt neben dem Navkey.
Links des Hauptsteuerelements findet man die Favoritentaste, die mangels hinterlegtem Menü bislang auf kaum einem S60-Smartphone eine ernstzunehmehnde Bereicherung darstellte. Beim N95 ist sie fürs Öffnen des alternativen Medienmenüs zuständig, eine Bedienform, auf die wir in näher eingehen werden. Der Navkey ist in allen Belangen an den genetischen Nutzerdurchschnitt angepasst worden, bietet wie alle Tasten sanfte, gleichmäßige Druckpunkte und gutes Feedback über einen Tastendruck bei ziemlich langem Tastenhub. Die Telefontasten und Softkeys wurden auf den für neuere Nokia-Smartphones typischen Rahmen ums Steuerungsfeld verfrachtet und lassen sich ebenfalls gut erfühlen und drücken. Sehr klein, aber auch nur für "Profis" wirklich wichtig: die Stift-(früher ABC-) und C-(Löschen-)Tasten liegen am unteren Rand, sind aber ausreichend von allen anderen Drückern abgesetzt.
Richtig Spaß macht die "Arbeit" mit den Zifferntasten, die Nokia ein weiteres Mal völlig neu gestaltet hat. Pate für Anordnung und Tastendesign stand das E65. Die einzelnen Tasten sind mittig leicht gewölbt und daher ausgezeichnet voneinander unterscheidbar. Ein sehr langer, saftiger Tastenhub sorgt dafür, dass Vertipper auf dem N95 die seltene Ausnahme bleiben. Darüber hinaus sind alle Zifferntasten gleichmäßig groß bemessen, sodass auch dem letzten Grobmotoriker dieser Welt die Eingabe von SMS, Emails und Blogeinträgen leicht von der Hand gehen sollte.
Wichtige Medienfunktionen haben einen eigenen Softkey spendiert bekommen: die Kamera startet man über einen (wegen der Autofokusfunktion) zweistufig gestalteten, großen Knopf an der für Digitalkameras typischen Position. Daneben befindet sich ein Softkey, der durch zweifaches Drücken aus jeder Bediensituaiton heraus die Mediengalerie öffnet, die auch fürs Abspielen von Musik verantwortlich ist. Eine auch während des Telefongesprächs gut erfühlbare Tastenwippe reguliert die Lautstärke. Das N95 sorgt in Sekundenschnelle dafür, dass die Tastaturbeleuchtung an- und abgeschaltet wird - man kann dies leicht testen: deckt man den Helligkeitssensor am Kopf des Sliders ab, aktiviert das Smartphone das blaue Tastenlicht fast ohne Verzögerung. Es fällt zwar nicht gestochen scharf durch die Tasten und schimmert auch leicht durch die vielen Gehäusespalte, illuminiert das Tastenfeld aber so stark, dass man in keinem Fall den Überblick über die Position der Tasten verlieren kann. top
kann man auf dem handy doodle jump spielen
Also ich muss schon sagen .. dieses handy haltet echt viel aus ! mir ist es schon tausendmal runter geflogen .. es hat zwar ein paar kratzer aber sonst alles top !!dieses handy ist zum empfehlen sehr gut !!!
Ich hatte auf meinem N95 ( 2 GB ) standart ein "willkommens video" drauf..
das video ist mit musik..welche mir immer im kopf herum schwirrt, mir aber den Name nicht mehr einfällt..
Ich bitte darum, falls noch irgendjemand das Video hat..mir den Namen zu schicken : D
ich hab den test eben seit bestimmt ein paar jahren mal wieder gelesen und bin jetzt noch mehr beeindruckt, als früher, gerade weil ich den test jetzt "aus der zukunft" gelesen habe -hatte zumindest oft so ein gefühl ;)
wenn man eure alten und neuen teste vergleicht, merkt man doch recht deutlich wie ihr euch weiterentwickelt habt, auch psychisch. Mittlerweile habt ihr euren unschlagbaren humor etwas gezügelt, allerdings seid ihr auch etwas professioneller geworden....
Naja viel Glück bei eurer weiteren Arbeit!!
N95 ist ein sehr gutes Handy habe selber n95 und n97 mini, tzrozdem ist das n97 besser
... mein n95 gibt langsam den löffel ab und ich will kein Iphone, nein nein nein - ich will wieder ein nokia.
naja, vielleicht bringt nie mehr irgend ein hersteller so ein geniales, robustes und anwenderfreundliches teil raus - mal sehn ;-)