Bewerten einschlägige Redaktionen PCs, fangen sie mit der Betrachtung des integrierten Prozessors an. Mit dem N95 wird es Zeit, den Kollegen nachzueifern. In diesem Handy steckt ein OMAP2420-Hauptprozessor mit Floating Point-Coprozessor, für schnelle Grafik sorgt ein Imagination PowerVR MBX-Beschleunigerchip und ein VGP Vertex Prozessor macht der 3D-Grafik Beine. Da Ihnen diese Fakten wahrscheinlich genauso viel sagen wie uns, eine einfache Umschreibung der Tatsachen: das N95 ist schnell. Sehr schnell sogar, um nicht zu sagen sensationell schnell. Und zwar in allen Belangen.
Zur Demonstration installiert Nokia seine beiden Lieblingsgames von der totgesagten N-Gage-Plattform: Snakes 3D und System Rush. Beide Spiele sorgten in der Redaktion schon beim N70 für Begeisterungsstürme, laufen aber auf dem N95 nicht merklich schneller. Das dürfte in erster Linie daran liegen, dass sie schon auf allen Vorgängerplattformen 25fps erreichten und darüber optisch keine Qualitätsverbesserung mehr wahrnehmbar ist.
Doch die beiden Games sind nativ für die Symbian-Plattform programmiert - anders verhält es sich bei Java und insbesondere bei der Darstellung von Java-basierter 3D-Grafik. Die MIDP2.0-konforme virtuelle Maschine des N95 erreicht in Kishontis JBenchmark2 580 Zähler, die man weitaus realistischer einordnen dürfte als die Werte jenseits der 1000er Marke, die sich einige Sony Ericsson-Modelle mit hohen Leistungswerten im GUI-Rendering "erschummeln". Im JB3D und HD-Benchmark sieht man, dass Nokia mit Abstand die Nase vorn hat: selbst die 3D-Simulation des HD-Tests erreicht mit über 20fps den absoluten Spitzenwert aller jemals zuvor getesteten Geräte. Wer sich gerne das eine oder andere Mal an ein Handyspiel wagt, ist mit dem smarten Slider also ebenfalls besonders gut beraten.
Einziger Wermutstropfen: die Zeiten, in denen
Entwickler einfach eine Symbian-Software schrieben
und sie frei auf dem Smartphone installieren
konnten, sind vorbei. Die Entwickler-Community um
S60 muss sich jetzt darauf einstellen, ihre
Anwendungen zertifizieren zu lassen, das N95 prüft
alle neuen SISX-Files auf gültige
Zertifikate und weist nicht
verifizierbare Quellen rigoros ab. Mehr Infos zu
diesem Thema findet man
hier.
Darüber hinaus wirkt die Applikationsauswahl komplett: abgesehen von Weltzeituhr (diesmal integriert in die Uhrzeitapplikation), einem Programm zum Entpacken von ZIP-Dateien und einem simplen Notizblock, kommen auf dem N95 erneut Quickoffice und Adobes Reader LE in Version 1.5 zum Einsatz. Während erstgenannte Software Word-, Excel- und Powerpointdateien mehr oder weniger naturgetreu anzeigt, gibt letztgenannte dank nachgeschaltetem Antialiasing-Prozessor auch aufwändigere PDF-Files beanstandungsfrei wieder. Marginale Abstriche muss man eher im Falle des Powerpoint-Betrachters QuickPoint hinnehmen: er erreicht mit Abstand nicht die Originaltreue eines Picsel-Viewers, wie er bei Samsung zum Einsatz kommt und skaliert bei der TV-Ansicht (vgl. ) die Präsentation nicht in eine anständige Ansicht. Als Ersatz fürs in der Zugtoilette verloren gegangene Notebook reicht's aber aus. top
Bis hierhin betrachtet mag das N95 als überragendes Multimedia-Smartphone gelten. Doch Nokia will mehr - Nokia will die Definition eines Smartphones erneuern. Mit der Integration eines GPS-Empfängers schaffen die Finnen mehr als man je erwartet hätte: sie läuten eine neue Ära des Mobifunks ein. Gleich vorweg: Navigation mit dem N95 ist alles andere als das höchste der Gefühle, weil der GPS-Empfänger in geschlossenen Räumen nicht funktioniert und schon unter mancher Windschutzscheibe nicht in der Lage ist, einen Satelliten zu finden. Im Einstellungsmenü kann man mitverfolgen, wie lange es dauert, bis das N95 4 von 5 möglichen Satelliten angepeilt hat - auch unter freiem Himmel oftmals länger als eine Minute. Hat das Smartphone endlich seine Position geortet, wird sie als kleines Fadenkreuz auf der Karte angezeigt. A la Google Earth unternimmt man erst einmal einen flüssigen Zoomflug auf Mutter Erde, der am aktuellen Standort bzw. an den zuletzt bekannten GPS-Koordinaten zum Stehen kommt. Wenn man außer einer gelben Fläche und einem Maßstab nichts sieht, dürfte das daran liegen, dass man die mitgelieferte MicroSD-Karte nicht eingelegt hat. Die enthält nämlich die Straßenkarten für deutschsprachige Regionen Westeuropas, insbesondere Deutschland, Schweiz, die östlichen Teile der Benelux-Länder und Frankreichs sowie einen kleinen Teil Norditaliens, Tschechiens und Ungarns.
Nokia kauft den Routenplaner beim befreundeten Finnen Navicore ein, das Kartenmaterial stammt von Teleatlas und sollte auf dem aktuellsten Stand sein. Die Darstellung lässt sich flüssig zoomen und verschieben, bei Bedarf in eine 3D-Ansicht umschalten und blendet zügig Details ein und aus, wenn man die Zoomstufe ändert. Für Nachtfahrten lässt sich ein anderes Farbschema einstellen. Die Routenberechnung findet nicht auf dem Gerät statt, sondern benötigt einen Datenzugang (WLAN/GPRS/ UMTS) zum Kartendienstleister. Das hat den Vorteil, dass auch aktuelle Verkehrsinformationenen in die Routenplanung übernommen werden, aber zugleich den Nachteil, dass man zur Routenplanung zwingend mit dem Mobilfunknetz verbunden sein muss. Auch lassen sich mit einer langsamen Verbindung längere Strecken nicht souverän berechnen: Die Strecke Berlin/Wien spuckte das N95 erst aus, nachdem wir es mit unserem Redaktionshotspot gepaart hatten. Vor Fahrtantritt ist es oftmals praktisch, sich einen Überblick über die zu fahrende Strecke zu verschaffen. Das N95 kennt hierfür einen Folgemodus und eine Simulationsansicht. Während man im erstgenannten die Wegpunkte per Navkey durchklickt, führt die zweite im virtuellen Helikopter über die 3D-Landschaft.
Eigentlich musste man annehmen, dass die Navigation mit dem N95 kostenlos sei - und in Bezug auf Routenplanung und Kartendarstellung ist die virtuelle Stadtkarte auch eine Gratisofferte der Finnen. Doch wenn man im Auto sitzt und den den Navigator aktiviert, wird man erstmal von einem freundlichen Menü darauf hingewiesen, dass man Ansage und Pfeilnavigation nur gegen einen Obulus bekommt. €5,97 (drei Premium-SMS) will der Hersteller für eine 7 Tage haltbare Nutzungslizenz haben, €59,99 berappt man als vielfahrender Roadboy für eine Jahreslizenz - sofort zahlbar per Visa-Karte oder Mobilfunkrechnung.
Wir haben in den sauren Apfel gebissen, drei SMS (automatisch) verschickt und eine weitere Minute auf Sprach- und Kartendaten gewartet, die aus dem Mobilnetz gezogen werden. Gut, dass wir in der Schule aufgepasst hatten, denn die anschließende Ansage tönt mit einer freundlichen, aber leider englischen Damenstimme aus dem Hochleistungslautsprecher. Umstellen kann man das nicht. Unter uns gesagt: egal, wie viel Germane, Slawe oder Teutone in Ihnen steckt - so viel Englisch kann jeder (schnell lernen) und die Aussprache von "in one hundred and fifty metres turn right" ist so geschliffen, dass man sie auch auf Anhieb versteht. In harten Fällen kann man die letzte Ansage auch übers Menü wiederholen lassen.
Die eigentliche Navigation verläuft unspektakulär: eine Pfeildarstellung im linken oberen Eck zeigt die nächste Abbiegesituation und die verbleibende Entfernung an, das Bild verändert sich fließend mit dem eigenen Standort. Auf Wunsch lässt sich die Routenplanung auch für Fußgänger optimieren, sodass Einbahnstraßen und Einkaufsstraßen erlaubt und Autobahnen ausgeschlossen werden. Wir resümieren: von Berlin kann man laut Nokia/Navicore nicht nach Wien laufen. Tunnel sollte man ebenfalls meiden - auch wenn diese Ausschlussoption im Einstellungsmenü andere Hintergründe hat -, wenn man nicht mangels GPS-Signal die folgende Ausfahrt verpassen möchte.
Sie merken schon: trotz mancher Vorzüge ist der im N95 eingebaute GPS-Chip kaum mehr als sinnfreie Spielerei. Ein echtes Highlight kann man dem System dennoch entlocken: Navigationspunkte - im Fachjargon "Points of Interests" lassen sich vom Nutzer selbst definieren. Man platziert einfach das Fadenkreuz auf der entsprechenden Stelle der Karte und kann diesen Punkt in die Liste der verfügbaren POIs übernehmen. Das beste daran: gespeicherte Orte können auch via MMS an Freunde verschickt werden, die dann von einem navigationsfähigen Handy (z.B. 6110 Navigator, E90 oder N95) an ebendiese Stelle geführt werden. Als Schmankerl am Rande packt Nokia Weblinks zu Reiseführern (z.B. Berlitz/Polyglott) mit drauf, deren Daten man sich (gegen Gebühr) am Zielort herunterladen kann. top
"Ich will nur ein Nokia haben, da versteh' ich die Menüführung". Wenn wir als Berater für diesen Satz einen Euro genommen hätten, wären wir schätzungsweise Millionäre. Verständlich, dass viele ihn formulieren, denn S60 gehört nicht nur zu den durchdachtesten Handyplattformen am Markt, sondern lässt auch selten Fragen offen. Aber nichts ist perfekt und so kann wohl niemand beantworten, warum sich manche Applikation unter "System" verstecken und einige Einstellungen unter "Programme" vorgenommen werden, während man das Barcodelese-Programm im Ordner "Office" sucht. Doch Hilfe ist nah: mit einem "Rechtsklick" auf ein Icon kann man die Menüpunkte zwischen den Ordnerebenen verschieben, neue Ordner anlegen und die Anordnung aller Punkte frei verändern.
Symbian 9.2 ist wie alle Vorgänger kompromisslos multitaskingfähig, sodass mehrere Programme parallel ablaufen können. Ein laufendes Programm erkennt man im Menü anhand eines kleinen Kreises, den das System übers Icon legt. Wie immer öffnet ein längerer Druck auf die Menütaste den S60-typischen Taskmanager, mit dem man gezielt einzelne Programme beenden kann.
Die Wartezeit beim Hochfahren beträgt beim N95 kaum länger als 20 Sekunden, sodass das Telefon nach den gelegentlichen Systemabstürzen, die bei der ersten Firmware einer Gerätegeneration leider zum Alltag gehören, schnell wieder empfangsbereit ist. Die Bediengeschwindigkeit ähnelt der anderer N-Series-Modelle - einen spürbaren Einfluss auf die leichte Zähigkeit beim Öffnen mancher Programme hat auch der neue OMAP-Prozessor nicht. Mit Hilfe von Themes lässt sich das Aussehen aller Menüs komplett verändern, die mitgelieferten 5 Nseries-Themes nehmen allerdings nur Einfluss auf die Hintergrundgestaltung, Uhrzeitanzeige und das Farbmotiv. Neu sind die durchgängig animierten Menüicons: wählt man sie an, schieben sie sich im Rahmen ihrer Anzeigefläche in den Fokus.
Bekannt und bewährt: der "Active Standby"-Screen, oder kurz gesagt die Startseite des S60-Menüs. Auf ihr bekommt man einen Überblick über die aktuelle Terminlage und anstehende Aufgaben, über eingegangene Mails und den aktuellen WLAN-Status und sieht, welcher Titel im Hintergrund gespielt wird. Darüber hinaus findet man hier eine Symbolleiste, die man frei mit häufig benötigten Programmen belegt werden kann. Schaltet sich das Display nach einiger Zeit in den Standby-Modus, werden permanent Uhrzeit, Posteingangsstatus und entgangene Gespräche angezeigt.
Doch das N95 wäre kein Nseries-Telefon, wenn es nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Nach einem Druck auf die Favoritentaste öffnet sich ein durchgängiges Multimedia-Menü, in dem sich ein gläserner Cursor über die rotierende Programmsymbolkette dreht. Hintergrund und Inhalt des Menüs sind frei definierbar und die Optik wird von einem diffusen Farbfilter überlagert, der dem ganzen einen exquisiten Touch verleiht - willkommen im Luna/Aqua/Compiz-Zeitalter! Praktischer als das "Originalmenü" ist diese Form der Benutzerführung eigentlich nicht, effektvoller bei der Präsentation vor Freunden und Verwandtschaft aber allemal.
Paart man ein Bluetooth-Headset oder eine Freisprecheinrichtung mit dem N95, lässt sich die Sprachsteuerung des Telefons optimal nutzen. Sie kann wahlweise aufs Sprachmuster des Bedieners angelernt werden oder eingegebene Sprachbefehle mit einem synthetisierten Sprachsignal vergleichen, das wie ein C64er nach seiner letzten Sprachreise nach Großbritannien klingt. Alle Signale - inklusive Tasten- und Ruftöne - werden übers Audiogateway ans angeschlossene Zubehör weitergeleitet.
Völlig frei ist der Nutzer bei der Einstellung der Benachrichtigungs- und Klingeltöne: SMS-, Alarm-, Anruf- und Kalendertöne können allesamt aus der Mediengalerie stammen und in beliebigen Formaten vorliegen. Mit Abstürzen wegen einer nicht mehr eingelegten Speicherkarte muss man dank des neuen Betriebssystems längst nicht mehr rechnen. Wie immer können bis zu 7 Situationsprofile vom Nutzer voreingestellt werden; werksseitig ist man mit den Allgemein, Draußen und Meeting-Profilen schon gut beraten. Eine Sonderstellung nimmt das "Offline"-Profil ein, das jegliche Mobilfunkaktivität schlagartig beendet. Andere Hersteller bezeichnen das als "Flugzeugmodus".
Eine wichtige Neuerung des Symbian9.2/S60-3-Systems ist die entfernte Konfigurierbarkeit, von der man als Privatkunde allerdings wenig mitbekommen wird. Dank dieses Features ist es Administratoren möglich, alle im Umlauf befindlichen Geräte eines Unternehmens mit neuen Einstellungen auszustatten, ohne dafür jedes Handy einzeln an einen Rechner anschließen zu müssen. In abgeschwächter Form findet man diesen Grundgedanken häufiger in einigen Menüs: so hilft ein rudimentärer Einrichtungsassistent beim Einstellen eines EMail-Postfachs und mit Hilfe der "ZPN-Verwaltung" im Einstellungsmenü kann man Zugangspunkte bequem von der SIM-Karte aus beziehen, sodass die Konfiguration des Internetzugangs zum Kinderspiel wird - vorausgesetzt, die SIM-Karte des Betreibers unterstützt dieses Feature. top
kann man auf dem handy doodle jump spielen
Also ich muss schon sagen .. dieses handy haltet echt viel aus ! mir ist es schon tausendmal runter geflogen .. es hat zwar ein paar kratzer aber sonst alles top !!dieses handy ist zum empfehlen sehr gut !!!
Ich hatte auf meinem N95 ( 2 GB ) standart ein "willkommens video" drauf..
das video ist mit musik..welche mir immer im kopf herum schwirrt, mir aber den Name nicht mehr einfällt..
Ich bitte darum, falls noch irgendjemand das Video hat..mir den Namen zu schicken : D
ich hab den test eben seit bestimmt ein paar jahren mal wieder gelesen und bin jetzt noch mehr beeindruckt, als früher, gerade weil ich den test jetzt "aus der zukunft" gelesen habe -hatte zumindest oft so ein gefühl ;)
wenn man eure alten und neuen teste vergleicht, merkt man doch recht deutlich wie ihr euch weiterentwickelt habt, auch psychisch. Mittlerweile habt ihr euren unschlagbaren humor etwas gezügelt, allerdings seid ihr auch etwas professioneller geworden....
Naja viel Glück bei eurer weiteren Arbeit!!
N95 ist ein sehr gutes Handy habe selber n95 und n97 mini, tzrozdem ist das n97 besser
... mein n95 gibt langsam den löffel ab und ich will kein Iphone, nein nein nein - ich will wieder ein nokia.
naja, vielleicht bringt nie mehr irgend ein hersteller so ein geniales, robustes und anwenderfreundliches teil raus - mal sehn ;-)