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handliches PushMail-Smartphone mit Trackball und QWERTZ-Tastatur Blackberry Curve

Browsing / Messaging

Verbindungen mit dem Internet stellt der Blackberry Curve nur mit Hilfe des schleichend langsamen GPRS oder EDGE-Standards her. Für den E-Mail-Empfang mag das ausreichen, allen anderen Internet-Erlebnissen sind damit natürliche Grenzen gesetzt.

Foto: AMB | grenzwertiges HTML-Rendering

Foto: AMB | Problemlose Darstellung: mobil angepasste Seiten

Foto: AMB | (RSS-)Newsfeed-Abo

Dementspechend sind vom integrierten Browser auch keine Wunder zu erwarten. Zwar werden alle gängigen Webformate wie XHTML, WAP und sogar echtes HTML ünterstützt, doch vor allem die Ansicht von HTML-Seiten ist - mit dem selbstentwickelten Browser - grenzwertig. Insbesondere bei der Verarbeitung von CSS-Stilen und tabellenorientierten Layouts geht der Browser lieber eigene Wege als sich auf die Vorgaben des Webdesigners zu verlassen.

Dabei hat der Browser eigentlich viel zu bieten: alle angesurften Adressen werden im Verlauf gespeichert, dank Suchfunktion kann man Webseiten gezielt nach Begriffen durchforsten. Für Übersicht sorgen verschiedene Darstellungsarten. Ein Vorschaumodus stellt in einem schmalen Fenster am rechten Rand eine Miniaturansicht der Seite dar - mehr als ein paar Striche für Text und zerstückelte Bildpreviews werden dort aber nicht geboten. Dagegen passt der mobile Anzeigemodus die Seitendarstellung an die Displayauflösung an, sodass man längere Inhalte bequem ohne vertikales Scrollen lesen kann; der Desktop-Anzeigenmodus stellt Internetseiten im Original dar und aktiviert einen Mauszeiger - in der Praxis sind die verschiedenen Darstellungsoptionen allerdings kaum relevant, da der Nutzer aufgrund langsamer GPRS/EDGE-Geschwindigkeit und des grenzwertigen HTML-Renderings ohnehin nur in mobil angepassten Internetportalen bequem surfen kann.

News-Hungrige bleiben dank RSS-Feeds auf dem Laufenden. Der Browser erkennt die Feeds automatisch, legt sie auf Wunsch unter Lesezeichen ab und aktualisiert sie wahlweise in verschiedenen Intervallen (von einer Stunde bis täglich). top

Wesentlich spannender als Internetbrowsing im Schleichtempo ist dagegen der mobile Empfang von E-Mails in Echtzeit - nach wie vor steht der verzögerungsfreie "Push" von Nachrichten aufs mobile Endgerät im Zentrum eines jeden BlackBerrys. Die meisten großen Netzbetreiber in Deutschland bieten Geräte des kanadischen Herstellers in Kombination mit entsprechenden Tarif- und Messagingoptionen an. Einrichtung und Konfiguration des Push-EMail-Dienstes sind dementsprechend abhängig vom jeweiligen Anbieter, bei unserem T-Mobile-Testgerät gestaltete sich die Ersteinrichtung mit Hilfe des vorinstallierten Einrichtungsassistenten kinderleicht. Nach dem Erstellen von Benutzername und Passwort ist der Nutzer unter unter der MX-Domäne instantemail.t-mobile.de zum Empfang von Echtzeit-EMails bereit - der gewählte Benutzername wird automatisch als neue Mailadresse verwendet.

Foto: AMB | Verwaltung der E-Mail-Einstellungen am PC: Bequem kann der Nutzer eine neue Mailadresse einrichten oder vorhandene E-Mail-Konten hinzufügen

 

Will man gänzlich auf eine neue E-Mail-Adresse verzichten oder neben seinem beim entsprechenden Netzbetreiber im Paket erhaltenen Postfach noch über eingehende Mails auf anderen privaten oder geschäftlichen Postfächern via Push-Funktion informiert werden, lässt sich dies direkt auf dem Blackberry oder komfortabler übers entsprechende Frontend des Blackberry Enterprise Servers einstellen: hier kann ein Email-Kollektor eingerichtet werden, der regelmäßig Post von anderen Postfächern abholt und sie in Echtzeit auf das Curve beamt.

Foto: AMB | Blackberry Internet Server

Foto: AMB | E-Mails können nur als Plaintext angezeigt werden

Foto: AMB | Rechtschreibprüfung

Foto: AMB | E-Mail Posteingang...

Foto: AMB | ...mit Kontextmenü

Sobald eine neue Mail auf dem Postfach aufläuft, wird das Endgerät unmittelbar darüber informiert und aktiviert die kleine Multicolor-LED am Kopf des Gehäuses. Im Test vergingen zwischen dem Versand einer Mail und der Benachrichtigung auf dem Curve selten mehr als fünf Sekunden. Die Kopfzeilen einer EMail werden gleichzeitig mit der Benachrichtigung über deren Eingang empfangen, den eigentlichen Nachrichtentext lädt man sich nur bei Bedarf via GPRS herunter. Blackberry-Posteingänge funktionieren nach dem IMAP-Prinzip: alle Ordner und Nachrichten leben auf dem Server, das Endgerät wird ausschließlich zur Ansicht und Verwaltung der Daten verwendet. Löscht man beispielsweise eine Nachricht auf dem Endgerät, wird sie beim nächsten drahtlosen Synchronisationsvorgang auch vom Server gelöscht - es sei denn, man stellt ein, dass der Server bei Synchronisationsvorgängen "immer gewinnt". Ein echter EMail-Client, wie man ihn mittlerweile auf vielen Smartphones und auch Lifestyle-Handys findet, der direkten Kontakt zu einem beliebigen POP-Postfach hält, ist auf keinem Blackberry installiert - RIMs Konzept lebt von der Konzentration auf den hauseigenen Service. HTML-EMails sind für einen Blackberry-Handheld ein Fremdwort: das Gerät ist ausschließlich für die Kommunikation im Plaintext-Modus vorgesehen.

Neu und überaus praktisch: auf dem Curve ist eine Rechtschreibprüfung integriert, die dem Nutzer hilft, Schreibfehler bei E-Mails und anderen Texteingaben zu vermeiden. Die Rechtschreibprüfung lässt sich bequem übers Kontextmenü aufrufen, wird ein Fehler entdeckt, so werden automatisch Alternativvorschläge eingeblendet. Das Wörterbuch arbeitet benutzerdefiniert, spezielle oder unbekannte Begriffe können individuell hinzugefügt werden.

Neben E-Mails versteht sich der Pearl auch auf die "klassischen" Formen der mobilen Kommunikation wie SMS und MMS. Eine einzigartige Form der Gerätekommunikation sind darüber hinaus die sogenannten PIN-Messages: da jedes Blackberry-Endgerät über eine eindeutige Seriennummer identifiziert werden kann, lassen sich mit ihnen (abgesehen vom Datenaufkommen) nahezu kostenlos Nachrichten zwischen Geräten versenden. Alle Nachrichten werden in einem zentralen Ordner abgebildet. Ob gesendet oder empfangen, ob E-Mail, SMS oder MMS - ein Klick auf die Nachrichtenzeile im Startbildschirm öffnet einen globalen Posteingang, der alle Mitteilungen in einer Listenansicht präsentiert. Kleine Symbole imformieren über Attachments und Nachrichtentyp; in Anlehnung an einen Outlook-Posteingang werden die Nachrichten unter den jeweiligen Tagen zusammengefasst. In der Voransicht wird der Nutzer auch über den Absender, Zeitpunkt und die ersten Worte des Betreffs der jeweiligen Nachricht informiert. Wer trotzdem mal die Übersicht im Posteingang verloren hat, kann seine Nachrichten auch in einer klassischen Ordneransicht nach Nachrichtentyp anzeigen lassen oder einzelne Nachrichten mit Hilfe einer komfortablen, vielfach konfigurierbaren Suchfunktion, wiederfinden.

PIM-Funktionen

Die Kontaktverwaltung orientiert sich an professionellen Businessansprüchen - hier spielt das Curve analog zu allen Blackberry-Modellen in der Oberliga. Einziger kleinerer Kritikpunkt ist die mangelnde optische Aufbereitung von Kontakten und Terminen, die eine Abgrenzung von Informationen im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit bewirken könnten. Lediglich ein paar horizontale Linien grenzen einzelne Informationsgruppen voneinander ab. Ein Blick ins Adressbuch zeigt eine optisch magere Listenansicht, die nur die Kontaktnamen und ggf. die Firma darstellt, die Suchleiste am oberen Rand des Displays gewährleistet auch bei mehreren hundert Einträgen schnelles Auffinden.

Foto: AMB | Telefonbuch

Foto: Kontaktansicht

Kontakte lassen sich nach Vor-, Nach- oder Firmennamen sortieren und in "Privat" oder "geschäftlich" kategorisieren. Enthält ein Eintrag mehrere Telefonnummern oder Email-Adressen, bietet das auf ihm ausgeführte Kontextmenü entsprechende Aktionen wie "Geschäftlich anrufen" oder "Email senden" an. Einem Kontakt lassen sich neben vielfältigen synchronisierbaren Eigenschaften wie mehreren Telefonnummern, Post-, Email- und Webadressen auch individuelle Anruferbilder und Klingeltöne zuweisen. Vermisst haben wir die Möglichkeit, Geburtstage direkt im Adressbuch zu definieren. Hier muss der Umweg über einen Termineintrag mit jährlicher Erinnerung im Kalender genommen werden.

Wie das Adressbuch entspricht auch der Kalender gehobenen Ansprüchen. Verfügbar ist eine Tages-, Wochen- Monats und Tagesplanungsansicht, ähnlich Nokias Communicator. Doch übersieht man in der Monatsansicht schnell die kleinen Punkte oder Balken, die auf einen anliegenden Termin hinweisen: die Zeitpunkte von anstehenden Meetings werden in Abhängigkeit von Tageszeit und Dauer als miniaturisierter Balken im Tageskasten angezeigt. top

Die timeslotbasierte Wochenansicht wirkt da übersichtlicher, hier wird auch deutlich, wenn sich Termine überschneiden: sie werden als nebenläufige Linien dargestellt. Die Linien von Terminen, die über mehrere Tage andauern, füllen den gesamten Tagesslot. Auch hier ist die Optik Blackberry-typisch mager ausgefallen: eine mehrfarbige Slotansicht, etwa bei Terminüberschneidungen oder für unterschiedliche Termintypen sucht man vergeblich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Termin nur sehr elementar kategorisiert werden kann: es lässt sich lediglich anhaken, dass er "als privat" gekennzeichnet sein soll. Darüber hinaus ist zwar keine Kategorisierung möglich, Termine lassen sich aber als Serientermine zu genau festlegbaren Wochentagen oder Jubiläen und als ganztägige Ereignisse festlegen. Der Blackberry errechnet exakt die Dauer eines Termins und erinnert den Nutzer in einem festlegbarem Zeitraum an das Ereignis. Verweilt der Cursor auf einem Timeslot, wird im unteren Bereich des Displays eine Vorschau der Termine angezeigt.

In der Tagesordnungsansicht bekommt man eine agenda-artige Liste gezeigt, die alle anfallenden Termine in chronologischer Reihenfolge darstellt. Die Termine werden je nach gewähltem Menü-Theme auch automatisch auf dem Startscreen eingeblendet (dazu mehr im ). Die integrierte Aufgabenliste übersteigt mit ihrer Funktionalität viele andere Smartphones, korrespondiert aber nicht mit dem Kalender: es lassen sich in drei Stufen priorisierbare Aufgaben erstellen und terminieren sowie detaillierte Serienwiederholungen für eine Aufgabe definieren - in der Kalenderansicht taucht eine so angelegte Aufgabe leider nicht auf. top

Connectivity / Sync

Jeder BlackBerry-Nutzer kann sich darauf verlassen, an nahezu jedem Ort auf dem Globus erreichbar zu sein. Der Curve macht hier keine Ausnahme - ob Nordamerika, Europa, Asien oder Australien: dank Quadband-GSM funkt das Smartphone von allen Regionen aus zuverlässig nach Hause oder ins Büro. Einzig das mobile Breitband wird von Hersteller RIM schmählich vernachlässigt. Nicht ein Brombeeren-Modell unterstützt UMTS oder gar HSDPA. Curve-Nutzer können maximal auf den GSM-Turbo EDGE zurückgreifen, der unter Laborbedingungen Datenraten von bis zu 224 kbit/s ermöglicht.

Foto: AMB | Bluetooth-Koppelung

Foto: AMB | Bild direkt via Bluetooth senden

Foto: AMB | Bluetooth-Optionen

Auch im Nahbereich verzichtet RIM auf Breitbandconnectivity: WLAN fehlt. im drahtlosen Nahbereich steht eine Bluetooth-Schnittstelle mit umfangreicher Profilauswahl zur Verfügung. Das Curve ist der erste BlackBerry, der ein offenes OBEX Protokoll unterstützt, das es dem Nutzer ermöglicht, Dateien direkt an andere Bluetooth-Quellen zu senden oder von ihnen zu empfangen. A2DP hatten wir bereits erwähnt, darüber hinaus ist vor allem das AVRCP-Profil interessant; in Verbindung mit kompatiblen Endgeräten kann der Curve mit ihm unter anderem als Fernbedienung für einen Laptop genutzt werden - entsprechende Software ist auf dem Smartphone allerdings nicht vorinstalliert. Letztendlich haben wir nur ein Profil schmerzlich vermisst: das für den von Meeting zu Meeting rasenden Manager so wichtige SAP-Profil, mit dem er via Kfz-Freisprechanlage auf die SIM-Kontakte seines Telefons zugreifen kann.

Die Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten kann ebenfalls bequem via Bluetooth abgewickelt werden. Steht die Verbindung, dann leistet die Software von RIM hervorragende Arbeit: sie synchronisiert Kalenderdaten, Adressbuch, Aufgaben und Notizen anstandslos und rasend schnell mit Lotus Notes, Lotus Organizer, MS Outlook, MS Schedule+, Outlook Express, Netscape, ACT!, Novell GroupWise oder exportiert die Daten einfach als ASCII-basierte CSV-Files. Schade nur, dass sich die Ingenieure immer noch nicht zur Implementierung eines SyncML-fähigen Clients hinreißen lassen konnten. Übrigens: Über den BlackBerry Desktop Manager ist es auch möglich, neue Anwendungen auf dem Endgerät zu installieren oder den Inhalt des Curve komplett zu sichern bzw. wieder herzustellen. top

Foto: AMB | BlackBerry Desktop Manager

 
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