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handliches PushMail-Smartphone mit Trackball und QWERTZ-Tastatur Blackberry Curve

Spezialanwendungen / Java

Die mobile Office-Unterstützung gehört ja fast schon zum BlackBerry-Standard. Wie immer lassen sich Dokumente der Formate .doc, .xls, .pdf, und .ppt mit dem Curve betrachten (jedoch nicht bearbeiten). Einzig die fehlende Möglichkeit, Office-Dokumente direkt auf dem Handheld abzuspeichern, schmälert den Lesespaß. Da die Anhänge vom Mailserver erst vorgerendert und dann auf das Gerät übertragen werden, können derartige-Dateien nur direkt aus dem E-Mail-Posteingang heraus als Attachment geöffnet werden - so entfällt etwa die Möglichkeit, sich einen bunten Strauß von PDFs vom PC aufs 8800 zu kopieren, der Nutzer muss hier immer den Umweg via E-mail einschlagen.

Foto: AMB | Word-Dokument

Foto: AMB | Wegbeschreibung als Strassenkarte...

Foto: AMB | ...und als Text

Foto: AMB | Im Optionsmenü findet der Nutzer einen Datenzähler

Foto: AMB | Geräteweite Suchfunktion

Foto: AMB | Einmal Spielen reicht: BrickBreaker

Dank der Kombination von großflächigem Display und variablen Schriftgrößen erreicht das 8800 hohe Übersicht: mehr als 16 Zeilen Text (!) passen bei kleinster (gerade noch lesbarer) Schriftgröße aufs Display und werden dank Kantenglättung der Buchstaben gestochen scharf dargestellt. Schön auch, dass RIM auf dem Curve ein altes Handicap endlich beseitigt hat: im Gegensatz zu vielen Vorgängermodellen werden auch mehrspaltige PDF-Dokumente inklusive eingebetteter Grafiken und Tabellen vernünftig angezeigt. Eine ausführliche Betrachtung der Dokumentenbetrachtungssoftware von RIM finden Sie in unserem Test des BlackBerry 8800.

Die auf dem Curve vorinstallierte BlackBerry Straßenkarte (BB Maps) arbeitet nach dem Prinzip von Google Maps und Microsofts Virtual Earth: der Nutzer gibt eine Adresse ein oder scrollt mit direkt mit dem virtuellen Fadenkreuz über eine 2D-Landschaft, entsprechende Kartendaten zieht sich das Programm via EDGE bzw. GPRS vom Server. Damit sind die Nachteile des Programms bereits klar: es enstehen Datenkosten (im Optionsmenü der Applikation findet der Nutzer praktischerweise einen Datenzähler), darüber hinaus wird jede Zoom- oder Scrollaktion mit Ladezeiten bestraft. Das Programm hat aber durchaus seine Daseinsberechtigung; neben dem simplen Gebrauch als Stadtplan lassen sich dank Wegbeschreibungsfunktion Routen detailliert planen und anzeigen - darüber hinaus mutiert das Gerät mit dem Anschluss eines externen GPS-Empfängers zum Navigationsinstrument, freilich ohne freundliche Sprachausgabe.

Bereits ab Werk installiert ist der Blackberry Messenger, mit dem sich Textnachrichten mit anderen Nutzern des Dienstes austauschen lassen. Wer hier an seinen MSN- oder ICQ-Account denkt, wird aber enttäuscht: das Programm unterstützt abgesehen vom Blackberry-eigenen Dienst keine weiteren Protokolle. Wer lieber mit seinem gewohnten IM-Protokoll chattet, findet native und Java-basierte Clients im Internet. Für das 8800 findet man viel Zusatzsoftware, die zwar nicht an die Vielfalt des S60-Universums heranreicht, aber doch die meisten Bedürfnisse der Nutzer erfüllen dürfte. Interessierte können sich etwa auf den Internetseiten von handango einen Überblick verschaffen. Nachteil: im Vergleich zu vielen kostenlosen S60-Programmen muss man für die Zusatzsoftware meist tiefer in die Tasche greifen.

Zu den weiteren Funktionen des Geräts zählen ein simpler Taschenrechner, der die Grundrechenarten, Prozentrechnung und das Ziehen von Quadratwurzeln beherrscht, ein absolut rudimentärer Notizblock und ein Wecker für lediglich eine Weckzeit, der sich an Wochenenden abschalten lässt. Sportfreunde werden eine Stoppuhr vermissen.

Praktisch: im Anwendungsmenü findet man eine geräteweite Suchfunktion und ein extrem ausführliches digitales Nutzerhandbuch. Neue Funktionen und Anwendungen lassen sich dank MIDP2.0-konformer Java Engine hinzufügen. Das einzige Fünkchen spielerischer Unterhaltung, das sich ab Werk auf dem Gerät findet, ist der betagte Breakout-Clone Brickbreaker, der ausschließlich mit dem Trackball bedient wird - das funktioniert nicht wirklich gut, reicht aber für die eine oder andere freie Minute beim Warten aufs nächste Meeting aus. Für anspruchsvolle Gamer ist der Blackberry ohnehin nicht geeignet. So liefert der JBenchmark2-Test nur einen erbärmlichen Wert von 74 Zählern - wenig überraschend, dass 3D-Grafik vom Curve erst gar nicht nicht unterstützt wird.

Menüführung / Bediencharakteristika

Abgesehen vom Medienordner und dem Hauptmenü bietet das Curve-Betriebssystem die selben knochentrockenen Menüoberflächen wie die Vorgängermodelle. Jegliche Farbe und optische Spielereien vermeidend, bietet RIM's Eigenentwicklung auf Java-Basis ein hohes Maß an Übersicht und kann äußerst flexibel an Nutzerbedürfnisse angepasst werden - Spaß macht das Wandern durch die zweifarbigen Menübäume freilich nicht jedem.

Foto: AMB | Hauptmenü

Foto: AMB | Startbildschirm...

Foto: AMB | ...mit anderem Theme

Foto: AMB | Kontextmenü

Foto: AMB | BlackBerry "Task-Manager"

Foto: AMB | Sprachwahl

Die hohe Flexibilität wird vor allem anhand der Schrifteinstellungen deutlich: der Nutzer kann zwischen 11 verschiedenen Schriftarten und 8 Größen wählen, zusätzlich die Schriftschnitte anpassen und so in Verbindung mit den überwiegend listenbasierten Textmenüs extreme Übersicht erreichen oder eine augenschonende Darstellung in Riesenlettern wählen - diese Flexibilität bietet kein anderes Smartphone-Betriebssystem. (Eine ausführliche Darstellung mit Screenshots finden Sie in unserem Test des BlackBerry 8800.) Apropos Schrift: Ein äußerst hilfreiches Feature ist die eingebaute Copy/Paste-Funktion, mit der sich Textpassagen aus fast jedem Dokumenttyp in einen anderen Bereich übertragen lassen.

Einzig das Hauptmenü mit seinen mehr als 20 Menüpunkten sorgt für Verwirrung. Und die damit verbundene Unübersichtlichkeit wird noch durch die fehlende Symbolbeschriftung verstärkt: statt unterhalb jedes Icons einen erklärenden Schriftzug zu platzieren, wird lediglich im unteren Displaybereich eine Erläuterung zu dem Icon geliefert, das vom Trackball gerade angesteuert wurde. Immerhin lässt sich wie bei S60 die Reihenfolge aller Icons beliebig verändern, um das Smartphone den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Darüber hinaus können beliebig viele Icons auch ausgeblendet werden, um sich besser auf die am häufigsten benötigten Funktionen konzentrieren zu können. Ein weiterer "Vorteil": da sich die meisten Funktionen direkt aus dem Hauptmenü ansteuern lassen, entfallen vielerorts Untermenüs. Einzig das Einstellungsmenü bietet tiefere Menüstrukturen. Aus gutem Grund: von einigen Browser- und Display-Einstellungen über Sicherheitsfunktionalität wie WTLS, Firewall und Zertifikatsspeicher bis zur Verwaltung von PIN-Messaging lässt sich hier alles einstellen, was das (Administrator-)Herz begehrt.

Die Bedienung von Applikationen erfolgt in der Regel über einen Druck auf den Trackball, während ein Druck auf den links anschließenden Softkey ein listenbasiertes und ebenfalls schmuckloses Kontextmenü öffnet, das vielfältige Operationen auf dem gewählten Element anbietet. Leider rollt man sich bei längeren Optionslisten den Daumen wund, ein Überspringen vom Ende zum Anfang der Liste, wie es mittlerweile die meisten S60-Geräte kennen, ist schmerzhafterweise nicht vorgesehen. Dafür erinnert eine anderes Bedienelement stark an den S60-Taskmanager. Ein gleichzeitiger Druck von ALT- und Zurück-Taste öffnet aus jeder Bediensituation heraus eine Taskleiste, die alle im Hintergrund laufenden Programme und häufig genutzte Funktionen einblendet.

Je nach Theme-Auswahl bietet die Startseite einen Überblick über aktuelle Ereignisse, Termine oder eingegangene Mails. Die großen Schriftarten und die statisch festgelegte Aufteilung hinken im Komfort allerdings dem Active Standby-Screen eines S60- oder dem Home-Screen eines Windows-Mobile Smartphones hinterher. Weder Shortcuts für die häufig benötigte Anwendungen noch der Status im Hintergrund laufender Programme wird hier angezeigt. Die Startseite lässt sich genauso wie das Hauptmenü von Netzbetreibern und auch Nutzern in Form von Themen gestalten. Auf unserem Testgerät waren drei hauseigene Themes vorrinstalliert - eine größere Auswahl findet man beim jeweiligen Netzbetreiber oder in den Weiten des Internet. Wir empfehlen einen Blick auf die Seite von Pinstack.com, hier kursiert eine breite Auswahl an Benutzeroberflächen von der iPhone-Imitation bis zum Herr der Ringe-Hauptmenü inklusive elbischer Runenschrift.

Freunde der Sprachwahl werden sich über eine sprecherunabhängige Implementierung freuen, die nicht angelernt werden muss. Ein zweisekündiger Druck auf den rechtsseitigen Softkey öffnet die Sprachsoftware, die dazu auffordert, ein Sprachkommando einzugeben. Mit dem Kommando "Wähle" lässt sich signalisieren, dass man jemanden anrufen möchte, anschließend kann man es einfach mit einem Namen aus den Telefonkontakten versuchen: die Erkennungsrate lag bei unseren Tests etwa bei 80%. Neben dem Telefonbuch lässt sich auch der Telefonstatus ansteuern, der direkte Zugriff auf Systembefehle ist via Sprachwahl nicht möglich. top

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