Die Antenne des 5700 bietet guten Empfang: wir waren auch in schwächer abgedeckten Regionen und Problemzonen wie etwa Tiefgaragen noch erreichbar; Zellwechsel, etwa beim Gang in die U-Bahn, werden schnell und souverän bewältigt. Die Sprachqualität des 5700 kann nicht ganz auf diesem Niveau mithalten. Die Stimme des Gesprächspartners wird deutlich vom Prozessor gefiltert und klingt dementsprechend dumpf. Ungeahnten Komfort bietet das UMTS-Handy bei Videotelefonaten: mit gedrehter Kamera stellt man das 5700 im Querformat vor sich auf den Tisch - aufgrund der gewinkelten Tastatureinheit ist keine extra Halterung oder Anlehnen erforderlich! - und sieht sein Gegenüber querformatig in ganzer Pracht auf dem großflächigen Display. Und dank der hochwertigen Lautsprecher kann über die Freisprechfunktion auch ein ganzer Raum ohne Übersteuerung beschallt werden. Einziges kleineres Manko: Unser Bild wurde auf dem Handy des Gesprächsprtners (Sony Ericsson P1i) sehr farbarm wiedergegeben.
Wir möchten uns an dieser Stelle die Herstellerangaben zur Akkulaufzeit sparen und stattdessen lieber an einen nur scheinbar banalen Fakt erinnern: die Ausdauer eines Mobiltelefons richtet sich an erster Stelle nach der Nutzungsintensität. Dies wird oft vergessen - vom Nutzer und vom Hersteller, dessen Standby-Angaben mit dem unscheinbaren Attribut "maximal" versehen werden, was nichts anderes bedeutet, als dass das Gerät eingeschaltet in einen Schrank gelegt und die Stunden bis zum Energietod gezählt werden. Ein zweites Kriterium ist die Kapazität des Akkus. 5700-Nutzer können sich auf eine mittelkräftige 900mAh-Komponente verlassen, die dem Handy gute Laufzeiten bescheinigt. Wir sind keine MP3-Junkies, daher können wir die Ausdauer nur für folgendes Szenario skizzieren: bei täglich ca. einer halben Stunde Musik und "normalem" Telefonverhalten - 3-4 Gesprächen à 5 Minuten -, deaktiviertem Bluetooth und sporadischer Kameranutzung kamen wir auf ca. 5 Tage Nutzung. Kein Marathonlauf, aber ein guter Wert.
Scheitern auf hohem Niveau
Verrückte Welt. Lassen sie sich von der Wertung nicht täuschen, denn selten ist uns ein Handy untergekommen, bei dem Innen- und Außenwelt so weit auseinanderklaffen. Im cleveren Drehslider-Gehäuse des 5700 stecken ein brilliantes Display, UMTS-Connectivity, hervorragende Musik- und Javafähigkeiten, das bewährte Smartphone-Betriebssystem S60 3rd Edition und eine mittelprächtige Kamera. Leider wird die Hightech in einer schlechten (oder: uncoolen) Verpackung serviert; das auffällige Retro-Design wird vom Low-End-Material und seinen Verarbeitungsschwächen nahezu zerstört.
Das ist Ihnen egal, für Sie zählen nur die inneren Werte? Nun, dann versuchen Sie doch einfach, die Blitzlichteinstellungen im Kameramodus aufzurufen. Ein hakeliger Joystick und die unsinnige Anordnung der Navigationstasten überschatten die musikalischen Vorteile, die die Drehsliderbedienung bietet. Usability im weitesten Sinne bezeichnet den Stolperstein des 5700 - letztendlich scheitert ein innovatives Produktkonzept an seiner halbherzigen Umsetzung. Schade, es hätte so schön werden können.
| Hardware | |
|---|---|
| Design |
70%
|
| Verarbeitung |
70%
|
| Sprachqualität |
75%
|
| Akku |
85%
|
| Connectivity |
80%
|
| Gesamtwertung | |
| Gesamteindruck |
78%
|
| Features | |
|---|---|
| Bedienung |
45%
|
| Internet |
80%
|
| Messaging |
80%
|
| PIM-Funktionen |
90%
|
| Sound |
95%
|
| Kamera |
75%
|
| Gaming |
90%
|
| Video |
75%
|
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