Wie so oft greift auch beim P1i die Regel: die bloße Zahl vor dem Megapixel macht noch keine gute Kamera aus. 3,2 Millionen Bildpunkte (2048x1536 Pixel) nimmt der CCD-Chip des Handys nach einem Druck auf den zweistufigen Auslöser auf und liegt damit auf Augenhöhe gängiger Kameraspezialisten unter den Mobiltelefonen. Doch auf uns wirkten die Ergebnisse nicht unbedingt herausragend: An Farbkanten schlängeln sich auch bei höchster Qualitätseinstellung Kompressionsartefakte entlang, Farben wirken generell etwas blass und die Kontraste könnten besser sein.
Foto: AMB | Originalaufnahme: Trias
Doch sollte man den Blick in die Vergangenheit nicht scheuen: qualitätsmäßig siedeln sich die P1i-Fotos auf dem Niveau eines K750i an, dem wir vor mittlerweile 2 Jahren praktisch Abzugsreife bescheinigten. Dazu trägt in nicht unwesentlichem Maße die integrierte Autofokusfunktion bei, die etwa 2 Sekunden benötigt, um sich auf ein Motiv scharf zu stellen. Sie stellt die Kamera mit Hilfe eines Makromodus auch auf Motive in weniger als 15cm von der Linse scharf, die damit erzielete Bildqualität reicht allerdings ebenfalls nicht an Größen der Branche wie Nokias N95 oder das Cybershot-Modell K810i heran. Recht überzeugend dagegen die Vorstellung des Nachtmodus in Verbindung mit dem reichlich hellen LED-Kameralicht: Farben werden auch bei völliger Dunkelheit der Umgebung wiedergegeben, die Schärfe leidet in einem erträglichen Rahmen und Portraitaufnahmen können noch auf bis zu anderthalb Metern Entfernung gelingen.
Als Anwendung für die Kamera kommt dieselbe Software zum Einsatz, die auch schon auf dem P990i Verwendung fand. Über ein Menü-Overlay erlaubt sie die Modifikation von Bildqualität und Aufnahmemodus, das Einstellen des Selbstauslösers und das Festlegen des Speicherziels von Bildern. Den Verschlusston kann man aus drei verschiedenen witzigen Soundlogos wählen. Helligkeit und Zoomstufe regelt man nicht übers Menü, sondern über zwei berührungsempfindliche virtuelle Schieberegler auf dem Touchscreen. Besonders nervig: da das UIQ-System nur auf nahezu pixelgenaue Eingaben reagiert, muss zum Justieren der Zoomstufe den Stylus zur Hilfe nehmen - mit den Fingern ist selbst die Bedienung des Menüs eine ziemlich fummelige Angelegenheit.
Da das P1i nicht über eine optische Zoomfunktion verfügt, wird der Zoom nur durch eine digitale Skalierung des Bildmaterials erreicht, was die Auflösung des Fotos verringert - ein besserer Name für die Zoom-Funktion könnte daher "dynamischer Schnitt" lauten. Wenig Weltbewegendes aus Symbian-Sicht bietet der integrierte Videomodus - aus Cybershot-Sicht liegt er aber an der Spitze aller bislang erhältlichen Sony Ericsson-Kamerahandys: er zeichnet Videos im 3GP-Format mit 320x240 Pixeln Kantenlänge auf und erreicht damit etwa 20 Frames pro Sekunde. Die Ergebnisse reichen allenfalls zur Aktivierung des "fotografischen Gedächtnisses" und sind zur Nachbearbeitung oder gar zum Betrachten am heimischen TV-Bildschirm ungeeignet.
Für alle, die meckern, wenn ein designiertes Business-Handy über eine hochauflösende Kamera verfügt, hat Sony Ericsson (seit dem P990i) die passende Antwort: mit der 3-Megapixelkamera des P1i lassen sich Visitenkarten scannen - Autofokus und Makromodus sorgen für die hierfür notwendige Bildschärfe. Da sich insbesondere zwischen England und dem Rest der Europäischen Union deutliche Unterschiede zwischen dem gängigen Visitenkartenlayout offenbaren, muss man der Applikation zunächst mitteilen, aus welchem Land die zu scannende Visitenkarte stammt. Danach dauert es zwischen 20 und 50 Sekunden, bis die Software die Karteninformationen extrahiert hat. Wir testen mit 5 grundverschiedenen Layouts und konnten aus 4 Karten souverän die wichtigsten Informationen extrahieren - insbesondere die Fehlerrate bei der Erkennung von Rufnummern ist beim P1i niedrig, sodass man sich in der Regel auf den Scanner verlassen und seiner Sekretärin spannendere Aufgaben zuweisen kann. top
Bei Sony Ericsson muss man sich entscheiden: entweder man nutzt ein Walkman-Gerät mit ausgereiften Musikfunktionen und ansprechender Oberflächengestaltung oder man wählt ein Business-Gerät mit trostlosem Musikspieler. Das P1i zählt zur zweiten Gattung und präsentiert dem Musikliebhaber lediglich eine triste weiße Grundansicht ohne jegliche Schnörkel. Leistungsarm ist die Oberfläche deswegen nicht: sie listet alle Musikdateien sortiert nach Album, Interpret oder Musiktitel auf, lässt aber erweiterte Features wie zuletzt synchronisierte Musikdateien oder ein Bewertungssystem gänzlich vermissen. Immerhin kann man beliebige Playlists erstellen und die Musikbibliothek übers Kontextmenü automatisch aktualisieren.
Die eigentliche Player-Ansicht wartet mit einem aufgeräumten Frontend auf, das man schon beim M600i fand und das als einzige Ansicht auch die Bilder von CD-Booklets (Coverarts) darstellt. Wer viel Wert auf die Kunst über der Schallplatte legt, muss allerdings selbst dafür sorgen, dass die entsprechenden Bilder beim Musikkopieren aufs P1i wandern - sie müssen im gleichen Ordner wie eine Musikdatei liegen. Formattechnisch hat Sony Ericsson keine Probleme: das Smartphone gibt sowohl MP3-, AAC-/M4A- und WMA-Dateien wieder, rechtegeschützte Musik wird aber geflissentlich ignoriert und mit Fehlermeldungen abgestraft. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das P1i/UIQ nicht aufs MTP-Protokoll versteht, wenn man es an einen PC anschließt - Windows Media oder iTunes erkennen das Handy daher nicht als Abspielgerät.
Ein dicken Pluspunkt schreibt sich das P1i in puncto Soundqualität auf den Wertungsbogen: der rücksseitig verbaute Lautsprecher klingt auch bei Maximallautstärke rausch-, knister- und übersteuerungsfrei. Alle Sounds - von Klingeltönen über Freisprech-Telefonate bis hin zu MP3-Files - tönen bei Bedarf mit äußerst hoher Lautstärke aus dem Telefon.
Ganz neue Wege beschreitet Sony Ericsson beim Radio: zwar gilt der Hersteller mit seinen intuitiven und optisch hinreißend aufbereiteten Oberflächen für den UKW-Empfang ohnehin als Geheimtipp für mobile Radiohörer, aber das beim P1i gebotene Programm übertrifft alles dagewesene. Ein völlig stimmiges, aufwändig gestaltetes Bedienfrontend für den Radioempfänger sucht und findet lokale Sendestationen in weniger als 10 Sekunden automatisch. Strahlt ein Radiosender ein detailliertes RDS-Signal aus, scrollen die Informationen am unteren Rand des Musikspielers durchs Display.
Wer sich etwas tiefer in den Menüs herumtreibt, stolpert dann doch noch über ein kleines Highlight aus der Walkman-Serie: unter dem Punkt "Tonaufzeichnung" - bekanntermaßen das integrierte Diktiergerät - findet man das Feature TrackID, das man erstmals beim W850i fand. Mit ihm lassen sich übers fußseitige Mikrofon Musikmitschnitte aufnehmen, deren Signatur anschließend mit einer GraceNote-Datenbank verglichen wird. Als Antwort bekommt man, zumindest bei nicht allzu weit vom Mainstream entfernten Musikstücken, Informationen über Interpreten, Alben und Titel des Tracks. Praktisch, um sich beim sonntäglichen Frühstück den Ohrwurm aus dem Radio erklären zu lassen - in der Diskothek ist TrackID meist wegen zu starker Übersteuerungen überfordert. Über einen Link am unteren Rand der Antwortbox findet man potenziell direkt den Weg zu einem Onlineshop, der von TrackID mit Hilfe von IP-Adresse und Gateway ausgewählt wird. Mit unserer O2-Karte landeten wir damit direkt im o2 Music-Portal - allerdings noch nicht beim gewünschten Musiktitel.
Den internen Speicher des P1i hat Sony Ericsson gegenüber allen Vorgänger nochmals deutlich erhöht - sinkenden Flash-RAM-Preisen sei Dank. Die permanent verfügbaren 160MB können beliebig vom Nutzer mit Fotos, Musikdateien oder Office-Daten vollgepackt werden, dank dynamischer Verwendbarkeit nutzen auch Adressbuch und Kalender den internen Gerätespeicher. Erweitern lässt sich das P1i mit dem Sony-typischen Speicherformat M2 Micro, ein entsprechender Speicherstick mit 512MB Kapazität liegt dem Lieferumfang bei. top
ich habs jetzt 2 jahre und wird im DEZ wohl gegen das nokia E7 ausgetauscht.
das einzige was mich genervt hat ist, dass der memorystick manchmal nicht erkannt wurde (merkt man, wenn das handy aufeinmal anders klingelt :-D ). einfach raus und wieder rein, und funzt wieder
wurde mir bereits 2 mal werksseitig das handy p1i ausgetauscht und es ist immer was neues jezt hängt sich das handy immer auf so das wenn ich telefonieren will muss isc es immer ausschalten und nach weile wieder an machen und das ist ein handy für fast 500 euro
eine nach wie vor gute alternative zum iphone, für solche, die nicht unbedingt auf fingerbedienung stehen!
Das beste handy der welt !!!!!!!!
Ich hab`s jetzt 3Jahre, und geb`s nicht her tolles Teil !
Für alle die ein`s haben, schaut euch mal das MDS-70 Teil an. Mit dem P1i absolut klasse!