Was glänzt silbrig-smart und lässt sich aufschieben? Richtig, ein neuer Slider von Samsung. Doch das SGH-E740 hebt sich aus der Masse der Sliderhandys heraus, die Samsung im Mittelklassesegment auffährt. Ins Auge sticht zunächst ein JogDial, der leicht an die Bedienung des iPods der ersten Generation erinnert. Neugierig macht auch die Tatsache, dass unter der Haube ein kleiner digitaler Verstärker sitzt. Also ein preiswertes Lifestyle-Handy, das gleichzeitig den MP3-Player im Schrank verschwinden lässt? Was der Slider in der Praxis drauf hat, zeigt der folgende Test.
Bei Samsung sind nicht nur die Handys dünn, auch die Kartons kann man in den meisten Fällen recht bequem unter einer Tür durchschieben. Auf der Oberseite der schlanken Schachtel ist das E740 in der Schrägansicht zu sehen, der Hintergrund macht gleich deutlich wo der Ausstattungsschwerpunkt liegt: hier schimmert großflächig eine Abbildung des besagten JogDials aus der Schwärze hervor.
Neben Akku, Ladegerät und Datenkabel haben auch ein kabelgebundenes Headset mit riesigen, ergonomisch angepassten Gummistöpseln sowie eine silbergraue Zubehörtasche ihren Weg in den coolen Karton gefunden. Das Handbuch fällt mit 58 Seiten auf den ersten Blick ausführlich genug aus, lässt lässt auf bei genauerem Hinschauen allerdings noch einige Fragen offen, die zumindest teilweise durch das Hilfemenü des auf einer CD mitgelieferten Samsung PC Studios beantwortet werden dürften. Eine microSD-Karte wird sicherlich nach dem E740 in der Einkaufsliste des Käufers auftauchen - in der Standardausstattung wird leider keine mitgeliefert. Das ist verwunderlich, handelt es sich doch um ein Handy mit deutlichem musikalischen Anspruch. top
Das Design fügt sich nahtlos in die endlose Reihe der Samsung-Slider ein. Mit einer Tiefe von 17mm gehört das E740 allerdings nicht zur schmalsten Gerätegeneration des koreanischen Herstellers, macht aber in geschlossenem Zustand noch einen überaus kompakten Eindruck (nur 97x46mm) und dürfte sich in jeglichen Taschen noch bequem herumtragen lassen. Der Slider liegt mit seinen ergonomisch abgerundeten Ecken und sanften Gehäusewölbungen extrem gut in der Hand und wirkt noch einen Tick exklusiver als vergleichbare Modelle der Konkurrenz.
Denn trotz seiner Einordnung ins Mittelklasse-Segment spart Samsung beim E740 nicht mit edlen Materialien: Displayeinfassung, Lautsprechergräting und JogDial sind komplett in glänzendem Chrom gehalten - da fällt kaum auf, dass die sonstige Verkleidung in Plastik gehalten ist. Die Verwendung von Metallelementen schlägt sich auch im Gewicht nieder. Mit 93 Gramm spielt das E740 zwar noch nicht in der Schwergewichtsliga, ist aber nochmal 7 Gramm schwerer als das das hauseigene Highend-Modell SGH-U700. Die bescheidenere technische Ausstattung hätte eigentlich ein Leichteres vermuten lassen.
In Bezug auf die Verarbeitung sind - typisch Samsung - kaum Schwächen zu erkennen. Dank einer leichtgängigen Federung gleitet die Oberseite elegant in die geöffnete Position, wobei kaum seitlicher Spielraum besteht. Beim SGH-E740 wackelt, quietscht und knarzt nichts. Die Gehäuseöffnungen sind durch fest mit dem Gerät verbundene Plastikdeckel gut vor Staub und anderen Umwelteinflüssen geschützt. Einer für Alle: mit ein paar lockeren Handgriffen steckt der Slider wahlweise am Ladegerät, Headset oder USB-Kabel - bis auf die Tatsache, dass man nicht Musik hören kann während das Handy lädt, bietet der Anschluss-für-alles den Vorteil, dass die Seitenflächen sehr übersichtlich strukturiert sind.
Der Akkudeckel ist ohne große Anstrengung durch sanften Druck entriegelt und gibt den Blick auf ein geordnetes Innenleben frei. Da die MicroSD direkt von außen eingelegt werden kann, müssen nur Akku und SIM-Karte unter die Haube gebracht werden. Beides lässt sich problemlos ein- und ausbauen. Bei vorsichtiger Handhabung muss der Akku zum Einlegen der SIM nicht mal entfernt werden. top
Das 2-Zoll-Display mit 176x220 Pixeln Auflösung stellt ca. 262.144 Farben dar. Was Kontrast und Farbsättigung angeht, sind die Augen zufrieden, doch selbst bei größter Helligkeit wird die Darstellung an sonnigen Tagen durch starke Reflexionen erschwert. Bei leichter Neigung nimmt die kontrastreiche Darstellung etwas ab, im großen und ganzen wird das Display aber dem Mittelklasse-Anspruch des SGH-E740 gerecht.
Die gelungene Mischung aus JogDial und 5-Wege-Navkey schimmert in glänzendem Chrom und weist eine ringförmige Rillenstruktur auf, welche Verrutschern beim Drehen vorbeugt. Neben den üblichen Softkeys und Telefontasten, die großflächig unter dem Display positioniert wurden, findet man auch eine C-Taste zum Löschen von Zeichen, die sich vor allem beim SMS-Schreiben als hilfreich erweist.
Die seitlichen Extratasten sind gut erreichbar und mit ihren ausgewogenen Druckpunkten einfach zu bedienen. Linksseitig befindet sich der Wippschalter für die Lautstärke, auf der anderen Seite wird mit einem Tastendruck der Player gestartet und die Kamera aktiviert, bzw. ausgelöst.
Der Ziffernblock erscheint im etwas faden Silbergrau-Plastiklook, für ansatzweise optische Abwechslung sorgen die Abgrenzungen der einzelnen Tasten, die ein geometrisches Muster bilden, das entfernt an abstrakte Kunstwerke erinnert. Am billigen Beigeschmack, den das Aufschieben des Sliders hinterlässt, kann diese Designidee freilich nichts ändern, denn anstatt bei der Einfassung des Tastenfeldes ebenfalls auf mattglänzenden Silberlack zu setzen, lässt Samsung hier unbehandeltes Hartplastik zum Vorschein kommen.
Die Abstände der Tasten sind relativ großzügig gewählt, dennoch ist die Tastatur nichts für Menschen mit Daumenklaustrophobie: die obere Tastenreihe liegt einfach zu dicht an der Unterkante der Displayeinheit, vor allem längere Frauendaumennägel werden da schnell an ihre Grenzen stoßen. Beim SMS-Tippen wird aber auch ein durschnittlicher Männerdaumen irritiert zurückzucken, da die - zugegeben recht knackigen - Druckpunkte von Taste zu Taste stark schwanken. Auch "Blind" lässt sich mit der Tastatur nicht allzu viel anfangen, denn die planare Auslegung und die kaum fühlbaren Grenzen zwischen den einzelnen Tasten sorgen dafür, dass man zumindest längere Übung braucht, um auch ohne Hinzusehen die richtigen Tasten zu treffen.
Zumindest im Dunkeln wird man aber nicht in die Verlegenheit kommen, blind auf den Tasten herumzustochern, da eine kräftige blaue Tastaturbeleuchtung dafür sorgt, dass auch aus größerer Entfernung alle Zifferntasten erkannt werden können - wobei der JogDial im Dunkeln verschollen bleibt. Da muss sich der Nutzer wiederum auf sein Fingerspitzengefühl verlassen können. top
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.