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Design-Flaggschiff im Metallmantel Sony Ericsson T650i

Vor lauter Walkman- und Cyber-shot-Modellen gerät in Vergessenheit, dass Sony Ericssons erste erfolgreiche Gehversuche auf dem internationalen Handyparkett einst mit T-Modellen begann. T610i und T630i – das waren vor ein paar Jahren die ersten Kritikerlieblinge und Verkaufstrümpfe der damals noch blutjungen japanisch-schwedischen Kooperation. Doch dann ist es auffällig still um die T-Modelle geworden. Der Hauptgrund war mit Sicherheit die Konzentration auf Multimedia-Features, die sich in Form von Walkman- und Cyber-shot-Modellen äußerte. Ein weiser Schachzug, denn die reichhaltigen Sony-Kompetenzen maßgeblich in die Handyproduktion mit einfließen zu lassen, verschaffte Sony Ericsson bis heute einen Know-How-Vorteil im Bereich der MP3-Player und Digitalkameras – die exzellenten Verkaufszahlen sprechen klar für sich. Doch nun ist es endlich soweit: anno 2007 wird die legendäre T-Reihe nun wieder in Form eines innovativen Designerhandys reaktiviert. Wir haben das T650i genauer unter die Lupe genommen.

Lieferumfang & Verpackung

Die riesige glänzend-blaue Schachtel zeigt bereits, wo das T650 in der Produktlinie von Sony Ericsson angesiedelt ist: ganz weit oben. Doch wirklich stilvoll wird`s erst nach dem Öffnen. Das Handy selbst wurde, gebettet auf samtähnlichem Schaumstoff, in eine separate schwarze Minischachtel gepackt. Ebenfalls fein säuberlich getrennt in schwarzen Schachteln findet man jene Kleinigkeiten, die mittlerweile zu einem anständigen Handy dazu gehören. Ein durchgeschliffenes Ladekabel (so kann man Musik hören oder PIM-Daten synchronisieren während das Handy Strom tankt) ist genauso dabei wie ein Headset mit hochwertigen In-Ohr-Stöpseln - wer trotzdem lieber seine eigenen Kopfhörer verwendet, kann das dank 3,5mm-Anschluss über der Mikrofoneinheit problemlos tun. Das USB-Verbindungskabel darf auch nicht fehlen, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung und eine CD mit Sony Ericssons neuer, Vista-kompatibler PC Suite runden die Grundaustattung ab. Darüber hinaus sorgen nette Extras dafür, dass man den Lieferumfang üppig nennen kann: eine M2-Karte mit (mageren) 256MB Fassungsvermögen und ein kleines schwarzes Etui - leider nur aus glänzend-robustem Nylon-Kunststoff, für echtes Leder hat`s dann doch nicht gereicht.

Foto: AMB | Sony Ericsson T650i Lieferumfang

 

Zwei Teile geben zunächst Rätsel auf, doch nach dem Zusammenstecken wird schnell deutlich worum es sich handelt: eine elegante Dockingstation bietet einen standesgemäßen Aufenthaltsort während das Handy lädt und gleichzeitig PIM-Daten mit dem PC synchronisiert. Zwar sorgen USB- und Ladekabel für weniger hübsches Kabelgewirr auf dem Tisch, aber eine nette Beilage ist das allemal - nur wenigen Handys liegen solche Extras bei. top

Foto: AMB | Nette Beilage, leider mit Kabelsalat: das T650i im Dock

 

Design & Verarbeitung

Das erste neue T-Flaggschiff T650i zeigt deutlich, dass aus den ehemaligen Businessfunkern ein höchst ansehnliches Designgerät geworden ist. Eine Tradition ist allerdings geblieben: auch der neueste Spross der T-Serie präsentiert sich als Barrenhandy. Eine weitere Parallele zum T610i ist die betont kantige Bauweise, die dem Halbschweden einen sehr modernen Anstrich verleiht. Im Vergleich zu den damaligen Erfolgsmodellen fällt das T650i mit einer Bautiefe von gerade einmal 1,25 Zentimeter allerdings deutlich schlanker aus.

Foto: AMB | Sony Ericsson T650i Vierseitenansicht

 

Damit hat es sich auch schon mit den optischen Reminiszenzen. Auffällig sind die erfreulich schlicht gehaltenen Seiten des Handys, die kaum von Gehäuseöffungen oder Tasten durchbrochen werden und die kleinen, quadratischen Zifferntasten im Metall-Look, die man in dieser Form noch bei keinem anderen Mobiltelefon gesehen hat. Eine weitere optische Finesse ist die Farbauswahl. In "Growing Green" oder "Midnight Blue" erhältlich, ist das T650i wahlweise ein modisch-auffälliger oder ein eher konservativer Begleiter.

Bei der Materialwahl merkt man sofort, warum der Interessent stolze 550 Euro (UVP des Herstellers) für das T650i auf den Tisch legen muss. So ist die gesamte Oberseite von einem gebürsteten Edelstahl-Cover ummantelt, in das der Sony Ericsson-Schriftzug auf Vorder- und Rückseite sorgfältig eingestanzt wurde. Auch der matte, extrem kratzfeste Kunststoff der Unterseite sieht kaum nach Plastik aus, sondern fühlt sich haptisch hochwertig an und kann sich durchaus sehen lassen. Keine Frage, das T650i gehört zu den Geräten, die man gerne auf den Tisch legt und die man auch ohne Grund in die Hand nimmt - einfach nur, um das kühle Metall der Oberseite zu streicheln.

Foto: AMB | Hochwertige Materialien sorgen für unerreicht edle Haptik:

 

Angesichts der hohen Preislage, in der der Halbschwede spielt, sollte aber nicht nur der Materialaufwand, sondern auch die Verarbeitungsqualität überzeugen. Der Druck auf den federnden Schieberegler auf der Oberseite löst die gesamte Unterschale und gibt den Blick auf Akku und SIM-Slot frei. Ober- und Unterschale schließen präzise mit dem Mittelrahmen ab, und man muss schon gröbere Gewalt anwenden, um dem Handy Knarzgeräusche zu entlocken. Design und Verarbeitung des T650i verdienen also Bestnoten, einzig die Positionierung des M2-Slots wirkt etwas unglücklich: um die Speicherkarte zu wechseln, muss der Akkudeckel abgenommen werden. top

Foto: AMB | Leider vesteckt sich der M2-Slot unterm Akkudeckel

 

Display & Tastatur

Geradezu luxuriös wird das QVGA-TFT-Display mit 1,9 Zoll Durchmesser in Szene gesetzt. Geschützt durch ein spezielles Mineralglas, ist die Komponente besonders effizient vor Kratzern geschützt. Das Mineralglas sorgt außerdem für eine besonders farbintensive Darstellung, einen größeren Betrachtungswinkel und für bessere Ablesbarkeit bei direktem Tageslichteinfall. Und tatsächlich hat man den Eindruck, jede einzelne der 262.144 Farben sehen zu können, so brillant und glasklar präsentieren sich Startbildschirm und Menüicons. An diesen Luxus gewöhnt man sich gerne! Zum perfekten Glück fehlt nur noch eine transflektive Beschichtung für Ablesbarkeit auch bei starkem Außenlicht (da hilft auch kein Mineralglas). Mangels StandBy-Uhr muss man eine Taste drücken, um zu erfahren wie spät es gerade ist.

Foto: AMB | Sony Ericsson T650i Display und Tastatur

 

Die kleinen quadratischen Tasten sehen nicht nur gut aus, auch deren Bedienung lässt kaum Wünsche offen. Auf dem T650i wird das neue Tastenlayout, das schon K550i und K810 kennzeichnete, konsequent fortgeführt: kleine, einzeln aus dem Gehäuse ragende Knöpfe anstelle einer großflächigen Tastenmatte mögen beim ersten Tippen noch gewöhnungsbedürftig sein, mindern den Bedienkomfort jedoch nicht - im Gegenteil: alle Tasten sind weit voneinander angesetzt und lassen sich präzise mit dem Daumen ansteuern. Saubere, gleichmäßig gesetzte Druckpunkte sorgen dabei für flottes SMS-Tempo. Auch die Navigationsleiste glänzt mit eleganter Optik und einer weitgehend überlegten Aufteilung, einzig die winzige Internet-Taste konnte uns nicht überzeugen. Sie befindet sich unmittelbar neben der "Zurück"-Taste, sodass der Nutzer bei einem ungenauen Tastendruck ungewollt und ohne weitere Vorwarnung mit dem Internet verbunden wird. Wer einen Tarif ohne Datenpauschale hat, wird durch solchen Fauxpas sofort finanziell bestraft. Der Autor spricht hier aus eigenen (kostspieligen) Erfahrungen.

Foto: AMB | Sony Ericsson T650i Tastatur

 

Eine kleine Besonderheit bei der Menüführung sind die spürbaren Vibrationen, sobald der Nutzer sich im Hauptmenü von Icon zu Icon bewegt. Über Sinn oder Unsinn dieses physischen Feedbacks lässt sich freilich diskutieren, bei den seitlichen Tasten wurde jedenfalls darauf verzichtet. Die sind zwar gut erreichbar, wurden dafür aber so perfekt in die umlaufende Metallleiste integriert, dass man nur bei genauerem Hinschauen realisiert, wo sich Lautstärkeregler und Kamerataste befinden.

Foto: AMB | Alle seitlichen Tasten wurden perfekt in die umlaufende Metallleiste integriert

 

Besonders viele Gedanken haben sich die Entwickler bei der Gestaltung der Illumination gemacht. So werden Display-Animationen auf der Zahlentastatur in Wellenform quasi fortgeführt. Beispiel: Wenn auf dem Display Blasen von oben nach unten fliegen, sorgt eine Wellenbewegung des Lichts für die Illusion, dass die Blasen weiter zum Geräteende gleiten. Das mag zwar keinen Nutzen haben, der Effekt ist aber in düsterer Umgebung ein ziemlicher Eyecatcher. Natürlich kann der Nutzer aus unterschiedlichen Skins auswählen, wobei die Leuchteffekte auf dem Tastenfeld stets mit Animationen auf dem Bildschirm abgestimmt sind. Sogar auf der Rückseite schimmert ein pulsierender Lichtstreif aus der dünnen transparenten Leiste zwischen Metallober- und Kunstoffunterseite hervor - allerdings nur dreimal beim Eingang einer SMS. Unter dem Strich überzeugt das Gesamtpaket aus Formfaktor, Materialmix und Illumination komplett. Wer glaubt, dass Candybar-Handys langweilig aussehen, wird durch das T650i eines besseren belehrt. top

Foto: AMB | Tastaturbeleuchtung

 

Foto: AMB | Das schmale Band auf der Rückseite leuchtet nur bei eingehenden SMS

 
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