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Nokia 6110 Navigator: Navigationsgerät, Smartphone und HSDPA-Funker

Ein Grund, warum sich Scharen von Interessenten auf seiner ersten Vorstellung am Glaskasten des N95 die Nasen plattdrückten, war sein vollmundiges Versprechen, mit einem vollständigen Navigationssystem aufwarten zu können. Handys mit integrierter GPS-Hardware stehen bei vielen hoch im Kurs, spart man sich mit ihnen potenziell doch die Anschaffung teurer Hardware fürs Kfz. Doch selten konnten die Handys halten, was sie versprachen - ewige Wartezeiten bis zur ersten Lokalisierung, unpräzise (oder wie beim Ur-N95: gar keine) Richtungsanweisungen oder wegen Überforderung abstürzende Routenrechner; das alles will der 6110 Navigator besser machen. Wir haben uns von dem Handy, das Nokia nur aus produkttaktischen Gründen nicht zur Nseries zählt, einige Strecken erklären lassen.

Lieferumfang & Verpackung

Was würden Sie erwarten, wenn Sie ein Navigationssystem aus seiner Verpackung schälen? Ein Navigationssystem sicherlich, aber sicherlich doch auch irgendeine Form von Zubehör, mit der man die Gerätschaft in Fahrersichtweite aufs Armaturenbrett schrauben / kleben / heften kann. Nichts derartiges hat Nokia beim 6110 Navigator zu verschenken. Kein Kfz-Ladekabel, kein Schwanenhals, nicht einmal ein simpler Klettverschluss fällt aus der schneeweißen Pappschachtel.

Foto: AMB | Nokia 6110 Navigator Lieferumfang

Dafür liegt darin ein MicroSD-Kärtchen mit 512MB Kapazität (486 MB netto) im Karton, das stattliche 380MB Kartenmaterial für die Navigation bzw. Standortbestimmung beherbergt - wer mit dem Handy gleichzeitig navigieren und Musik hören will, wird sich daher einschränken müssen. Ansonsten ist der Lieferumfang dem Ausstattungspaket würdig: ein USB-Datenkabel, zwei CD-ROMs mit Nokias PC Suite und Route66-Software und ein vernünftiges kabelgebundenes Stereo-Headset komplettieren die Zubehörbeigaben. Wer sich etwas einlesen möchte, bevor er die mobile Navigation startet, findet erschöpfende Informationen im 122 Seiten starken Benutzerhandbuch. Wer schneller starten möchte, erfährt auf einer sechsseitigen Klappkarte Elementares zum 6110 Navigator. top

Design & Verarbeitung

Wahlweise in Schneeweiß oder im politisch korrekten Schwarz-grauen Kunststoffmantel kommt der Nokia 6110 Navigator zum Kunden. Wir haben - wie so oft - mit der etwas exotischeren Farbvariante Vorlieb nehmen müssen. Klares Fazit aus dem (nicht repräsentativen) Bekanntenkreis: ein weißes Handy passt nicht zu einem männlichen Nutzer. Ganz gleich, für welche Farbe man sich entscheidet: das Navi-Handy wiegt immer gleich viel, nämlich schwere 125 Gramm und ist auch immer gleich dick, nämlich stattliche zwei Zentimeter. Das ist nicht nur dicker (aber kleiner) und schwerer als ein Papierfaltplan, sondern liegt auch als Klumpen in der Innen- und Hosentasche.

Foto: AMB | Nokia 6110 Navigator Vierseitenansicht

Verarbeitungstechnisch kratzt Nokia auf den ersten Blick am Limit: Hohe Spaltmaße zwischen Grundgehäuse und Verschalung, wackelige Seitentasten, ein etwas knarziger Akkudeckel in Rückwandgröße, der nur dank seiner Flexibilität nicht zerbricht, wenn man ihn vom Gehäuse löst, klapperige Abdeckungen für Gehäuseöffnungen und ein nicht kratzfester Aluminium-Überzug für die Kamera lassen den Blutdruck steigen. Um den Akkudeckel vom Gehäuse zu lösen, muss man fest auf einen unscheinbaren Rastknopf am Gehäusefuß drücken. Nach einigen Wochen lockert sich der Herzschlag wieder: alles an dem Gerät, insbesondere der harte Kunststoff erweist sich als robuster als eingangs befürchtet.

Foto: AMB |Nokia 6110 Navigator Anschlüsse

Übers Design darf man sich freilich streiten, aber wir haben schon schönere Beifahrer ins Auto einladen dürfen. Klotzig, massiv, standhaft - aber erlaubterweise ziemlich neunmalklug wirkt das Gerät, wenn man es in die Hand nimmt. Ein paar dekorative Details auf dem Aluminiumrahmen der Vorderseite verstärken den Eindruck, dass man es hier mit einer Mischung aus Navigationsexperten und Mobilfunker zu tun hat. Luftfilter-ähnliche Lautsprechergrätings und eine pompöse Kamerabdeckung nebst mechanischem Schiebeschutz unterstreichen das Reise-Image des 6110 Navigator. Verkehrte Welt: Die Anschlüsse für Headset und Ladegerät befinden sich am Kopf des Sliders, sodass die Kabel im ungünstigen Fall das Aufschieben behindern können. Mit dem Slidermechanismus macht Nokia die Unzulänglichkeiten wieder wett: er ist sehr straff gefedert und gleitet souverän auf und zu. Vielleicht ein wenig zu fest: wer das Handy mangels Schiebehilfe nicht richtig zu greifen bekommt, riskiert den Anruf zu beenden, wenn der halboffene Slider wieder zurückschnappt. top

Foto: AMB | Nokia 6110 Navigator Design

Display & Tastatur

Wer ein ausgewachsenes Offboard- Navigationsgerät betreibt, wird den 2,2 Zoll-Bildschirm des 6110 Navigator lächerlich klein finden. Weniger Informationen als beispielsweise das Display des N95 8GB stellt er aber nicht dar, denn auch er ist mit 240x320 Pixeln hoch genug aufgelöst, um detailliertes Kartenmaterial oder Textmitteilungen anzuzeigen. Die 16,7 Mio. darstellbaren Farben entsprechen mittlerweile Nokias Nseries-Standard und kommen den kantengeglätteten Systemschriftarten und der Darstellung von Multimedia-Inhalten zugute. Dank transflektiver Hintergrundbeschichtung kann man den Bildschirminhalt auch dann noch erkennen, wenn helles Sonnenlicht aufs Display scheint.

Foto: AMB | Nokia 6110 Navigator Tastatur

Bedient wird das Handy ausschließlich via Tastatur; ein konventioneller 5-Wege-Navkey samt Funktions- und Telefonietasten liegen permanent zugreifbar auf der Oberseite des Gehäuses. Dummerweise ordnet Nokia diese Tasten alle planar nebeneinander an, sodass man beim hektischen Drücken - insbesondere innerhalb von Spielen - häufig versehentlich die Auflegentaste erwischt, was bekanntermaßen die aktuelle Anwendung in den Hintergrund schaltet. Unter Nav- und Softkeys formieren sich die S60-typischen Menü- und Löschentaste sowie ein zentraler Knopf mit Windrose; wer ihn drückt, startet aus jeder Bediensituation heraus in den Navigationsmodus. Das mag vorteilhaft sein, wenn man sich ständig verläuft oder verfährt, kann aber analog zur etwas ungünstig platzierten Auflegen-Taste nervig werden. Auf der Tastenfläche sammelt sich wenigstens kein Staub: der glatte Kunststoff, aus dem Nokia die Zifferntasten fertigt, reibt sich wie von Zauberhand sauber, Fusseln und Nanokrümel finden auch nicht viel Platz zwischen den Tasten.

Die Tasten sind etwas klein, um mit halber Aufmerksamkeit bequem vom Fahrersitz aus bedient zu werden und zu glatt und gleichmäßig verteilt, um sie gefühlt gut voneinander unterscheiden zu können - im fließenden Verkehr ein neues Ziel einzutippen, könnte damit rasch am nächsten Baum enden. Die Druckpunkte sind nur flüchtig zu spüren, der Tastenhub kurz und die obere Tastenreihe reicht bis an die Sliderkante heran - nicht gerade die besten Voraussetzungen, um Romane auf dem Handy zu tippen, für einen normalen Alltag aber ausreichend.

Foto: AMB | Nokia 6110 Navigator Tastaturbeleuchtung

Seine gleichmäßig weiße Tastaturbeleuchtung schaltet das 6110 Navigator nur an, wenn es dunkel ist: ein Tageslichtsensor reagiert in wenigen Sekunden auf Änderungen der Helligkeit. Neben der damit verbundenen besseren Kontrasten der Tastenbeschriftung meldet sich der Sensor auch im Navigationsmodus zu Wort und schaltet die Kartenansicht in den Nachtmodus. top

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