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handliches S60-Smartphone mit HSDPA-Funk Nokia 6120 classic

Mit dem N95 setzte Nokia eine wichtige Markierung auf dem Weg zum Allroundhandy. Die Verwirklichung scheint gelungen, das Knowhow auf dem Tisch und die Verkaufszahlen sprechen für das System. Warum aber nicht auch ein simples ("klassisches") Smartphone konstruieren, das sich - dank Symbian - mit zusätzlicher Software erweitern lässt. Für alle, die hohe Ansprüche an die Funktionen eines Handys stellen, aber auf deren Wunschliste nicht die volle Connectivity über WLAN Hotspots und GPS-Satelliten wichtig ist, dachten sich die Finnen das 6120 classic aus. Es läuft auf der bewährten Plattform Symbian 9.2 / S60 3rd Edition und schnellem HSDPA-Funk und bietet alleine damit bereits eine der größeren Featurelisten am Markt. Eine gute Kombination, möchte man meinen, doch kann ein im Vergleich zur E-Serie abgespeckter Barren auch halten, was er verspricht?

Lieferumfang & Verpackung

Das Nokia 6120 Classic erreichte uns in einem mittelhohen quadratischen Karton mit aufgedruckter Frontalansicht des Barrenhandys. Auf der Rückseite wird in mehreren Sprachen auf die Vorzüge der Ausstattung hingewiesen wie etwa das Design und die gute Anbindung ans Internet via HSDPA. Nach und nach kommen neben Handy und Akku das Ladegerät ein Headset mit Miniklinke sowie Software-CD und Bedienungsanleitung zum Vorschein. Mangels microSD und sonstigem Zubehör im Sinne von Handytasche und Co. fällt der Umfang des Kartoninhalts zwar in die Kategorie spartanisch, doch ein Blick auf den Preis mag das entschuldigen. Schließlich schlüpft hier ja auch kein Modell der N-Series aus der Schale.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Lieferumfang

 

Foto: AMB | Tutorial

Mit insgesamt 75 Seiten dürften in der Papierform des Handbuchs so viel Infos vorhanden sein, dass sich keiner vor komplizierten Herausforderungen fürchten muss. Wer nicht gerne im Heftchen blättert, findet zusätzlich im Speicher des 6120 ein Tutorial, das animiert durch die wichtigsten Funktionen des Geräts führt. Ob Ländervorwahlen oder Bluetooth-Kopplung - alles findet sich ganz schnell im übersichtlichen Menü der in Flash programmierten How-To-Dokumentation.

Auf der CD warten noch ein paar kleine Überraschungen auf den Nutzer. Neben der obligatorischen PC Suite, einer Bildverwaltung von Adobe, der Bluetooth-Steuerungssoftware Wireless Presenter und dem Softwarekatalog PC Download! gibt's mit einem Video Manager und der Ulead VideoToolbox noch eine ein wenig Spielzeug zum Bearbeiten von Videos und Sounds. Erstmals im Karton: ein iSync-Plugin für Mac-User. top

Design & Verarbeitung

Vielleicht sind dem Umstand, dass das 6120 mit einem eher klassischen Funktionsumfang ohne WLAN- oder GPS-Chip daher kommt, die schmalen 15 Millimeter Gehäusetiefe zu verdanken. In der Hemdtasche wird das Gerät nicht ganz verschwinden, dafür ist es mit 89 Gramm ein ausgesprochenes Fliegengewicht. Klassisch, hochwertig und raffiniert - so preist Nokia das Design seines Einsteiger-Smartphones an. Revolutionär ist es jedenfalls nicht. Aber auch nicht altbacken:

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Vierseitenansicht

 

Ganz im Gegenteil: klar in der Linienführung und unaufdringlich im Gesamteindruck passt der Barren sogar gut ins Schreibtischensemble eines Designers. Mit etwas Chrom und "Hochglanz-Finish" (O-Ton Karton) versehen, lehnt sich das Design an frühere Nokia-Barren, wie das 7360 und Vertreter der Nseries an. In der weißen Ausführung, die zu unseren Testzwecken diente, würde es sogar neben einer Sammlung von Apple-Kassenschlagern eine gute Figur machen.

Die Vorderseite teilen sich Bildschirm, Ziffernblock und Steuertasten in zu Gunsten des großen Displays ausfallenden ausgewogenen Proportionen. Eine zweite Kamera für Videotelefonate sitzt links über dem Display, auf der Unterseite machen drei Anschlüsse jeweils für Ladekabel, Headset (2.5 mm AV-Anschluss) und MiniUSB einen beständigen und gut verarbeiteten Eindruck. Die vielen Steckplätze haben manchem Konkurrenten eines voraus: mit dem 6120 classic kann man Musik hören, während man via USB neue Musik aufspielt und den Akku lädt.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Anschlüsse

 

Abgesehen von diesen drei Anschlüssen sind die Gehäuseöffnung des 6120 mit fest am Gehäuse sitzenden Deckeln vor Staub und äußeren Einflüssen geschützt. Bis der Slot für microSDs jedoch geöffnet ist, müssen die geschnittenen Fingernägel erst wieder nachwachsen - ein Kuli oder Ähnliches schafft Abhilfe. Auch der Akkudeckel verlangt etwas Druck, bis er sich löst. Wie bei Nokia üblich, muss der Akkublock weichen, sobald die SIM-Karte ihren Platz finden soll. Dazu ist jede Menge Fingerspitzengefühl erforderlich, bis das manchmal etwas widerspenstige Metallplättchen entriegelt und das Plastikkärtchen verstaut ist - bei einem SIM-Wechsel alle zwei Jahre ist das aber kein Grund zur Kritik, schließlich schlummert die SIM dann auch gut geschützt in den Tiefen der Nokia-Technik.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Akkuschacht

 

Das kleine Gitter an der Gehäuseseite verbirgt einen druckvollen Monolautsprecher. Der verstummt allerdings nicht wie bei vielen Handys der Konkurrenz, sobald der Daumen das Gräting verdeckt; vielmehr strahlt der Sound mit Vollresonanz in das gesamte Gehäuse ab, was von Vorteil sein kann, wenn das Handy beim Anruf mal auf der Seite steht.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic wackelige 5er-Taste

Mit höchster Verarbeitungsgüte konnten die wenigsten finnischen Handys bisher auffallen. Ob sich eine ähnliche Verarbeitungskatastrophe wie bei manchem hochpreisigen Gerät des Herstellers bei diesem Budget-Smartphone anbahnt? Besonders vertrauenserweckend sieht es jedenfalls nicht aus, wenn die 5er Taste plötzlich in Schieflage gerät und sich ähnlich wie ein Lenkrad hin- und herdrehen lässt, sobald der Daumennagel an einer ihrer Plastiknoppen hängen bleibt. Da könnte noch einiges auf den User zukommen - eine 5er Taste zu ersetzen, wird nämlich nicht ganz so einfach sein. Davon abgesehen gibt es an der Integrität des ausschließlich aus blankem Kunststoff gefertigten Gehäuses bis auf einige nicht ganz geradlinige Gehäusespalte kaum etwas auszusetzen.

Display & Tastatur

Das QVGA Display mit 240x320 Bildpunkten verspricht schon aufgrund seiner Spezifikation gut erkennbare Details auf dem Screen. Schön groß ist der geraten, mit zwei Zoll Diagonale macht die Bild- und Videobetrachtung Spaß und gerne gewöhnt sich das Auge auch an die dank 16,7 Millionen Farben gestochen scharfe Darstellung von Schriften und Symbolen. Die werksseitig eingestellte Schriftgröße ist optimal auf den normalen Augenabstand zum Gerät angepasst. Kontrastreich und farbenfroh, mit genügend Präzision, um auf Antialiasing zum Kaschieren pixeliger Übergänge verzichten zu können, sichert außerdem das transreflexive und aus jedem Blickwinkel uneingeschränkt betrachtbare Display in hellen Umgebungen die Ablesbarkeit.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Display

 

Zum Ein- und Ausschalten trohnt ein rot umrandeter Button gut erreichbar auf der Oberseite. Die obligatorischen Funktionstasten der S60-Plattform sind links (Menü) und rechts (Löschen) von den Softkeys platziert worden. Wirklich ausgegoren finden wir das nicht: die Tasten liegen ganz einfach zu eng zwischen Chromrahmen und der Hauptnavigation. Das geht zu Lasten der Zielgenauigkeit. So braucht es etwas Übung, den Druckpunkt der Menü- und Löschentaste mit dem Daumen zu erreichen. Abgesehen von diesem ergonomischen Schnitzer lässt es sich, nicht zuletzt auch dank der großzügig bemessenen Bestätigungstaste in der Mitte des Navkeys, ausreichend schnell in den Menüs hin- und herspringen.

Haptisch knackig präsentiert sich die Tastatur. Der Ziffernblock wirkt auf den ersten Blick etwas gedrängt und wurde wohl wegen des ausladenden Displays in der kleinstmöglichen Höhe konstruiert. Zur untersten Zeile verlieren Druckpunkte der Tasten an Knackigkeit - eine Unregelmäßigkeit, die sich in ähnlicher Weise auch bei manchem Konkurrenten beobachten lässt. Für längere Eingaben ist die klein geratene Tastatur des 6120 classic nicht unbedingt vorteilhaft.

Dafür sind die Tasten dank horizontal vertiefter Rillen gut unterscheidbar und zwei kleinen Plastiknoppen auf der 5 erleichtern das Tippen mit geschlossenen Augen. Dennoch fällt beim längeren Tippen auf, dass das Hartplastik so glatt ist, dass man bei der Benutzung mit dem Fingernagel dauernd wegrutscht und im Tastengraben landet. Trotz 'Plastikplaning' und kleiner Tastenhöhe sind die Druckpunkte aber optimal gesetzt und das Feedback wird durch angenehmes Geräuschdesign unterstützt - beim Tippen hört sich der Barren nämlich fast schon an, wie ein edles barockes Instrument mit ausgefeiltem Resonanzkörper.

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Tastatur

 

Seitlich sind eine Lautstärkewippe und der Kameraknopf untergebracht. Auf weitere Außentasten wurde verzichtet, dem simplen Navigationskonzept (über die Personalisierung der Softkeys) tut das der Zugriffszeit auf die wichtigsten Funktionen aber keinen Abbruch. Bleibt der Navkey bei manchen Herstellern des Öfteren konstruktionsbedingt im Dunkeln, besitzt die Navieinheit beim Nokia 6120 eine Ausleuchtung aller Elemente. Mehrfarbiges Leuchten in rot und grün für die Anruftasten und Hellblau für die Zifferntasten vermitteln das Gefühl, bei einem Nachtflug im Cockpit eines Fliegers unterwegs zu sein. Insgesamt lässt die Leuchtkraft nach oben hin etwas nach, doch zum Auffinden der Tasten reicht das allemal, auch in völliger Dunkelheit. top

Foto: AMB | Nokia 6120 classic Tastaturbeleuchtung

 
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Kommentare
  1. 27.12.08 16:57 odie (Gast)

  2. 26.06.08 16:13 Marble Cannon (Gast)

  3. 14.01.08 19:53 philz95

    Schöner Testbericht bis jetzt!
    Könnte mir vielleicht irgendjemand die Frage beantworten, ob der Musikspieler des 6120 classic auch Visulisierungen anzeigen kann?

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