Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 

Sony Ericsson W910i: Walkman auf der Überholspur

Wer unseren anschmeißt, den Suchfilter mit den Begriffen "Sony Ericsson" und "Schiebe-Handy" scharf stellt, dem werden nur mickrige drei Modelle angeboten (bzw. vier, wenn man den Drehslider W900i dazu zählt). Der schwedisch-japanische Hersteller konnte diesem Formfaktor in der Vergangenheit nur wenig abgewinnen. Doch Sony Ericsson zeigt Erbarmen und wirft ein weiteres Schiebehandy in die Walkman-Arena. Das W910i ist ein flacher und formschöner Slider, der neben der Gestensteuerung Shake Control auch die ultraschnelle HSDPA-Funkklaviatur (3,6 Mbit/s) beherrscht. Wir haben den edlen Musikanten ganz langsam aufgeschoben und ausgiebig unter die Lupe genommen.

Lieferumfang & Verpackung

Pragmatisch, diese Halbschweden. Statt das Handy umständlich auf die Schachtel zu drucken, packt man es lieber in eine Sichtverpackung und legt es einfach obendrauf. Das spart Geld und der Nutzer kann den Slider schon bewundern, bevor er den Karton geöffnet hat. Unübersehbar, weil direkt neben dem Handy platziert, findet sich ein M2-Kartenleser, den man via USB an jeden PC anschließen kann. Das Überspielen von Musik wird damit dramatisch vereinfacht: Karte aus dem Telefon, rein in den Adapter, ran an den Computer - fertig. Vor lauter Freude hätten wir fast den übrigen Lieferumfang übersehen, der in die Tiefen der Schachtel gepresst wurde. Hier findet man aber auch nur die üblichen Standards: Bedienungsanleitung, PC Suite, hochwertige Walkman-Kopfhörer, USB2.0-Kabel und natürlich den Netzstecker.

Foto: AMB | Sony Ericsson W910i Lieferumfang

Das Beste haben wir uns wie immer für den Schluss aufgehoben. Der mitgelieferte M2-Stick liegt ab Werk bereits im Telefonschacht und fasst satte 1GB. Alles in allem also recht ansehnlich, was Sony Ericsson dem Käufer mit auf den Weg gibt. top

Design & Verarbeitung

Angenehm schlank und schnittig springt der jüngste Walkman-Spross im peppigen Signalrot aus der Verpackung (wer’s dezenter mag, greift zum schwarzen Modell). Wenn man das W910i in die Hand nimmt, stellt man nach kurzer Zeit überrascht fest, dass die eigenen Finger dem Gehäuse kaum etwas anhaben können. Endlich wieder ein Handy ohne Glanzlack und Spiegelflächen, endlich keine verzweifelten Versuche mehr, die eigenen überdeutlich sichtbaren Fingerabdrücke wegzuwischen.

Foto: AMB | Sony Ericsson W910i Vierseitenansicht

Die mattglänzende Plastikoberfläche schluckt alle Benutzerspuren weg und bietet eine unverändert klare Fläche. Da freut sich das Auge! Der Nachteil schwingt allerdings bereits in dem Unwort "Plastik" mit - für ein teures HSDPA-Handy wie das W910i hätte Sony Ericsson gerne edleres Material verwenden können. Doch abgesehen vom verchromten Navkey auf der Frontseite (und zwei kleinen Seitentasten), kommt beim Highend-Slider nur Kunststoff zum Einsatz. Vor allem die umlaufende, mehr graue als silberne Einfassung der Seiten kann ihre billige Herkunft nicht verleugnen. Das W910i ist nicht gerade ein haptischer Leckerbissen.

Wer den älteren Walkman-Slider W850i daneben legt, wird bemerken, dass beide Telefone, abgesehen vom stylishen W-Branding, nur wenige Gemeinsamkeiten aufweisen. Vor allem in Tiefenrichtung ist das Gehäuse wohltuend geschrumpft. Mit nur 12,5 mm gleitet der Slider problemlos in jede Hosentasche und wird dort, dank des Traumgewichts von 86 Gramm, schnell vergessen. Ein ultrakompaktes Mini-Handy ist das W910i aber trotzdem nicht geworden.

Foto: AMB | Extrem leicht, aber nicht unbedingt kompakt: W910i

Sony Ericsson holt die Walze raus und dückt das W910i ordentlich auseinander. Demensprechend gehört der neue Musikslider in die Kategorie jener Handys, die einen Großteil ihrer ansprechenden Optik aus einem flachen und extrem breiten Formfaktor beziehen. Die kantige Bauform und der gewölbte Bügel am Gehäusefuß tragen ein Übriges zum - vom Material einmal abgesehen - gelungenen Äußeren bei.

Foto: AMB | Der Bügel am Gehäusefuß verstärkt den breiten Formfaktor

Beim Aufschieben schleift hörbar Kunststoff aufeinander, doch keine Angst: der absolut wackelfreien Slidermechanik wurde eine stramme Feder mit auf den Weg gegeben, die das Handy souverän Auf- und Zuschnappen lässt. Auch sonst enttäuscht die Verarbeitung nicht: Ober- und Unterseite liegen genauso schnurgerade aufeinander wie die schmal ausgefallenen Spaltmaße der einzelnen Gehäusekomponenten, die kaum Angriffsfläche für Staub und Krümel bieten. Die dürften sich auch kaum in den M2-Slot verirren, da er von einem fest mit dem Gehäuse verbundenen Gummideckel geschützt wird. Und wer gerne mal die SIM-Karte tauscht, freut sich über einen Schieberegler, mit dem sich der Akkudeckel bequem öffnen lässt - beim W580i waren unsere verzweifelten Versuche den Akkudeckel abzuschieben, ständig von der Angst begleitet, das Handy zu zerbrechen. top

Foto: AMB | W910i Seite mit M2-Slot

Display & Tastatur

Schon die riesige Diagonale, die mit 6,4 cm (knapp 2,5 Zoll) auch das aktuelle Kamera-Flaggschiff K850i in den Schatten stellt, bringt jeden Kritiker zum verstummen. Dass sich dahinter letztlich " nur" die Standardauflösung von 240x320 Pixel verbirgt und "nur" 262.144 Farben dargestellt werden, tut der Freude keinen Abbruch, zumal Farben und Kontraste nichts zu wünschen übrig lassen. Ein Sensor rechts unterhalb des Displays reguliert die Displayhelligkeit und hilft so beim Strom sparen. Zum perfekten Glück fehlt eigentlich nur noch eine transflektive Beschichtung - wie so oft verzichtet Sony Ericsson auch beim W910i darauf. Und mangels StandBy-Uhr muss man erst eine der Lautstärke-Tasten drücken, um zu schauen wie spät es gerade ist.

Foto: AMB | Die Front des W910i wird vom riesigen Display dominiert

Beim Blick auf die Oberseite des Sliders wird mancher langjährige Sony Ericsson-Vertraute seinen Augen nicht trauen wollen: statt der gewohnten Anordnung von Zurück- und Löschen-Tasten setzt der Hersteller jetzt, wie die restliche Mobilfunkwelt, auf zwei simple Telefontasten. Ein langer Druck auf die Auflegen-Taste führt Siemens-like zurück ins Hauptmenü. Altbekannt sind hingegen die beiden Tasten über dem Display, die man etwa beim Erfolgsmodell K800i findet. Wie die "normalen" Softkeys sind sie mit unterschiedlichen Funktionen belegt: aus dem Startbildschirm heraus führen sie in die Bildergalerie, bei aktivierter Kamera landet man dagegen im Einstellungsmenü. Handyspiele, die diese Tasten unterstützen, sind momentan noch rar gesät.

Foto: AMB | Mikroskopisch klein: W910i Navigations- und Telefontasten

Warum alle Tasten auf der Frontseite so wenig vom breiten Gehäuse abbekommen haben, wissen wohl nur die Designer von Sony Ericsson. Wir wissen dagegen, dass sich viele W910-Nutzer nach den ersten Wanderungen durch die Menüs genau diese Frage stellen werden. Man muss schon ganz genau zielen, um etwa die "Zurück" -Taste zu treffen und dabei noch aufpassen, dass man nicht doch die eng darunter liegende "Auflegen" -Taste erwischt. Für Grobmotoriker ist das W910i mit seinen mikroskopischen Fronttasten definitiv die falsche Wahl.

Foto: AMB | W910i Kopfseite mit Walkman-Taste

Den Kopf schmücken eine Profil-Taste, die das Handy bei längerem Druck ausschaltet und die bewährte Walkman-Taste, die direkt zum Player führt und unerlässlich für die Schüttelsteuerung des Handys ist. Deren Positionierung verursacht allerdings mittlere Bedienkrämpfe: wenn man drauf drücken möchte, während das Handy aufgeschoben ist, braucht man extrem dünne und am besten auch spitze Stiftfinger, ansonsten wird das Ganze zum Geduldsspiel, mitunter muss man auch die zweite Hand zu Hilfe nehmen. Besserwisser werden nun hämisch einwerfen, dass sich das Problem von selbst löst, wenn man das Handy vorher zuschiebt - nur greift dann die automatische Tastensperre, die (von der Schüttelsteuerung einmal abgesehen) auch für die Walkman-Taste gilt. Selten ist uns eine dermaßen unüberlegte Anordnung begegnet.

Foto: AMB | W910i Tastatur

Beim Aufslidern sinkt der Blutdruck zum Glück wieder. Die in drei Blöcken angeordneten großflächigen Zifferntasten lassen sich gut erreichen und voneinander unterscheiden. Neue Geschwindigkeitsrekorde im SMS-Tippen dürfte man mit dem W910i allerdings nicht aufstellen, dafür sind die Druckpunkte zu weich und ungenau ausgefallen. Auch während des Tippens merkt man wieder, dass Sony Ericsson beim Material gespart hat. Die Tasten sind von einem billigen Kunststoff überzogen, der die Finger nicht gerade umschmeichelt. Ob die gleichmäßige schmutzig-weiße Tastaturbeleuchtung die Scharte wieder auswetzen kann, wagen wir zu bezweifeln. top

Foto: AMB | W910i Tastaturbeleuchtung

Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 132 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 11.02.12 15:27 Anonymous (Gast)
    w910

    Hallo,eben der Kommentar zum W910i,das gleiche beim C700i am Schluß von Michael1981-ein flop...etc.

  2. 11.02.12 15:22 Rebell (Gast)
    W910i

    Hallo,ich hatte mir 2007 ein W910i gkauft für ca.350-400Euro.Viele Beurteilungen zeigen an,das es sich aufhängt,und od.abstürzt.Ich muß ld.sagen,das es sich oft schon beim Einschalten sich aufhängt.Softwareupdate gleich 0.Ich hatte in den 3,5 Jahren mindestens20-30 mal das gleiche Desaster,auch mit dem Betreiber Voda,Umtausch,neues Handy(w910i)-.Denke wenn die Software nix taugt ist das sooo vielgelobte W910i nichts wert und das Geld hinausgeworfen.Ich bin kuriert und würde es niemals weiterempfehlen!!

  3. 31.01.12 17:16 chakuza-nemesis (Gast)
    Preis Leistung Top

    Habe das Handy nun seit knapp 3 Jahren. Im Großen und ganzen bin ich sehr zufrieden. Das Display ist sehr scharf und der Musik player ist auch sehr gut. seit ca. einem halben Jahr habe ich nun leider auch die üblichen Probleme das es sich aufhängt bzw. abstürzt. Dennoch finde ich Das Preisleistungsverhältniss sehr gut, da es inzwischen schon sehr günstig zu bekommen ist.

  4. 25.10.11 19:22 Anonymous (Gast)
    Schecklich

    Ich habe das Handy jetzt auch schon ein paar Jahre und es ist überhaupt nicht zu empfehlen! Schon nach einem Jahr habe ich es einmal einschicken müssen, kurz darauf wieder. Mitlerweile ist es kaputt, weil es nach dem einschalten direkt wieder aus geht. Aber vor 2 Jahren kamen die ersten Probleme. Das Handy vibriert und macht eine Art "Neustart" oder es hängt abundzu! Ich kenne Freunde die ähnliche Probleme damit haben, also empfehle ich es keineswegs weiter!

  5. 26.09.10 14:41 Anonymous (Gast)
    Nur der HSV!!!

    sehr gutes handy kann eure bemerkungen nicht verstehen!!!!!

  6. 27.07.10 21:34 Sina (Gast)
    Unzufriedenheit

    Ich habe das Handy jetzt knapp 2 Jahre und bin vollkommen unzufrieden damit.
    Von Anfang an stürzte es ab und nachdem ich es eingeschickt habe war immer noch keine Besserung in Sicht. Mittlerweile ist es völlig auseinander gefallen (es lösten sich mehrere Schrauben). Und das Handy musste keine Stürze, Wasser oder sonstige Zumutungen ertragen.
    Im Moment befindet es sich erneut in Reparatur..Ich bin gespannt,ob es sich danach bessern wird ..
    Ich würde euch dieses Handy allerdings nicht empfehlen.

antworten
Anzeige
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte
 
Anzeige