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Design-Handy mit Dreiecken und Kanten Nokia 7500 Prism

Selbstbewusst. So beschreibt Nokia das neue 7500 Prism mit seinem außergewöhnlichen Tastaturdesign. Per Definition bricht ein Prisma das Licht in seine einzelnen auf. Das wird das Prism wohl kaum schaffen, mit seinem Auftreten wird es aber sicherlich polarisieren. Was sonst noch so an dem schwarzen Barrenhandy anders ist, zeigt unser Test.

Lieferumfang & Verpackung

Anders ist schon mal der Lieferumfang. Naturgemäß findet man in dem ziemlich großen Lieferkarton natürlich das Handy selbst samt Akku. Ebenfalls Standard ist das passende Ladegerät sowie das kabelgebundene Stereoheadset. Auch die beiliegende Kurz-, und die ausführliche 88-seitige Komplettbeschreibung inklusive Index reißen niemanden vom Hocker. Selbst der beigelegte Trageriemen und erst recht die 512 MB große microSD-Karte fallen nicht wirklich aus dem Rahmen. Apropos Rahmen: Neben dem Trageriemen als Gimmick liegen im Karton auch noch 2 weitere Zierrahmen in Magenta und Grün. Wer das umlaufende blaue Band seines 7500 eher langweilig findet, hat damit zwei schrille Alternativen.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Lieferumfang

 

Doch das war es dann auch schon. Keine CD mit der aktuellen Nokia PC-Suite und auch kein Datenkabel. Da staunt der Laie und der Experte ist ratlos. Solch rigorose Sparmaßnahmen ist man von Nokia gar nicht gewohnt, zumal die kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen einen Gewinn von fast 2 Mrd. Euro auswiesen. Gut, den Wegfall der PC-Suite kann jeder mit einem eigenen Internetanschluss gesegnete Prism-Käufer vielleicht noch verschmerzen, denn die kann man bekanntermaßen kostenlos bei Nokia herunterladen, doch viel schlimmer wiegt das fehende Datenkabel. Die Finnen scheinen davon auszugehen, dass jeder in freudiger Erwartung auspackende Kunde die 512 MB der beiliegenden Speicherkarte per Bluetooth vollschaufelt. Anders ist eben auslegbar. Punkten kann das Prism so allerdings vorerst nicht.

Design & Verarbeitung

Der Lieferumfang ist also schon mal anders, deshalb aber noch lange nicht gut. Und wie siehts mit dem Design aus? Naja, die Form an sich ist auch nicht wirklich anders. Das Prism präsentiert sich in typischer Barrenform. Und mit seinen Maßen von 109x44x14 mm und einem Gewicht von 83 Gramm unterscheidet es sich auch nicht großartig von anderen Barrenhandys. Dennoch gibt es einen Unterschied: das Gehäuse. Irgendwoher muss der Name ja schließlich kommen. Es setzt sich komplett aus regelmäßig angeordneten Prismen zusammen, lediglich der zentrale Navkey bleibt rund, auch wenn er aus einer rautenförmigen Eingrenzung herausragt. Doch das war es auch schon wieder mit anders. Ansonsten herrscht designtechnisch kein frischer Wind.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Vierseitenansicht

 

Oben links über dem Display prangt in dezenter, metallisch glänzender Schrift der Nokia Schriftzug, eine Modellbezeichnung sucht man vergeblich. Direkt daneben erkennt man unter einer ebenfalls metall-glänzenden, vertikalen Abdeckung eine Aussparung für den Telefonielautsprecher. Außer dem Display und der weißen Tastaturbeschriftung herrscht ansonsten edles Tiefschwarz vor. Lediglich um die Seiten laufen 2 dünne andersfarbige Bänder. Dabei ist das chromglänzende obere Band fest installiert, während das untere ausgewechselt werden kann. Der Nutzer hat dann die Wahl zwischen Blau, Grün oder Magenta.

Auch wenn diese Farben auf den ersten Blick etwas deplatziert wirken, finden sie sich doch in den verschiedenen Displaythemes wieder. Alle Anschlüsse wurden zwischen beiden Farbbändern platziert: auf der Stirnseite die zentrale Ein-/Austaste, am unteren Ende der Mini-USB-Anschluss sowie Ports für Ladekabel, Headset und auch die Öse für den beiliegenden Trageriemen.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Kopfseite mit Ein-/Ausschlalttaste

 

Während die linke Seite frei von Tasten bleibt, finden sich gegenüber sowohl eine Lautstärkenwippe als auch ein Auslöser für die Kamera. Die Rückseite ist wieder ganz im Zeichen des Prismas gehalten, lediglich eine Raute und ein Dreieck fallen aus dem Rahmen. Mittig im oberen Drittel der Handyrückseite findet sich eingerahmt durch ein dünnes Metallfenster die Kamera, direkt daneben, geschützt hinter geriffeltem Plexiglas der LED-Blitz von Nokias Design-Wunder. Kaum ins Auge fällt die besondere Form des Barrens. Betrachtet man das schwarze Prisma nämlich von der Stirnseite her, fällt auf, dass Front und Rückseite an den Seite zurückfallen. Auch dies erinnert mal wieder an den namensgebenden Begriff aus Geometrie und Optik.

Foto: AMB | Klavierlack, Glanz und ganz viele Dreiecke: Nokia 7500 Vorderseite

 

Der erste Blick lässt das 7500er recht edel erscheinen. Das glänzende Schwarz und die dreieckigen Designelemente machen in Verbindung mit der flachen Form und dem großen Display eine gute Figur. Je länger man es allerdings in der Hand hat, desto mehr verfliegt dieser Eindruck. Das Plastik wirkt dann nicht mehr ganz so edel, die farbigen Zierleisten überflüssig und die schnöde weiße Tastaturbeleuchtung langweilig. Spätestens, wenn man den Akkudeckel zu öffnen versucht, schwindet der Eindruck guter Qualitätsanmutung beinahe gänzlich: Fummelig und hakelig "bricht" man das Prism auf, um anschließend eine hauchdünne und billig wirkende Plastikklappe in der Hand zu halten, die an die Bodengruppe eines Revellbausatz-Autos erinnert. Beim Zusammenbau des Prism muss ähnlich dem besagter Bausätze auch an diversen Stellen nachgedrückt werden, bis der Akkudeckel endlich passgenau auf dem Handy sitzt.

Foto: AMB | Nokia 7500 PrismmicroSD-Karteneinschub

 

Die unter dem Akku zum Vorschein kommende SIM-Kartenhalterung setzt sich hingegen keiner Kritik aus. Ein einfacher Klappmechanismus erlaubt ein friemelfreies Einlegen oder Entfernen. Ein ähnliches, nicht minder simpel zu bedienendes Prinzip erfreut auch jede microSD - die leider unter dem Akku platziert werden muss und somit nicht während des Betriebs gewechselt werden kann. Trotz der etwas billigen Materialanmutung ist die Verarbeitung nicht zu bemängeln. Alle Komponenten sitzen bombenfest auf ihrem angestammten Platz und geben auch auf festen Druck keine Knartzgeräusche von sich.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Akkuabdeckung

 

Display & Tastatur

Beim Display gibt sich das Prism keine Blöße. Böse Zungen würden nun behaupten, das sei ja auch nicht "anders". 16,7 Millionen Farben bei einer Auflösung von 240x320 Pixeln ist für Handys aus Finnland tatsächlich weder anders noch besonders, im Vergleich mit der Konkurrenz aber mehr als nur guter Durchschnitt. Bei dieser Farbenpracht freut sich jedes Auge, auch wenn der Unterschied zu einem "normalen" Display mit 262.144 Farben kaum warnehmbar sein dürfte. Tatsächlich sind Kontrast und Helligkeit hervorragend, dank Antialiasing bleiben die Schriften frei von hässlichen Treppchenbildungen und die Farbübergänge sind herrlich stufenlos.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Display

 

Während das Display vorbehaltlos überzeugt, hinterlassen die Bedienelemente genau den gegenteiligen Eindruck. Vor allem ein kleiner, aber um so wichtigerer Teil: der NavKey, der als Joystick ausgelegt ist. Denn der ist leider so schwergängig ausgefallen, dass er nicht nur die Navigation durch die einzelnen Menüs unnötig erschwert, sondern dass man sich den Beitrag fürs Fitnesscenter getrost sparen kann. Klingt lustig, ist es aber nicht. So etwas war vor etwa 10 Jahren Stand der Technik, einem Marktführer sollte so ein Ausrutscher nicht unterlaufen.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism NavKey

 

Der Rest der Tastatur ist allerdings gefälliger. Nach der anfänglichen Frage, ob man dreieckige Tasten überhaupt vernünftig bedienen kann, lautet die Antwort schnell: Ja, man kann, und das nicht mal schlecht. Auffällig ist dabei, dass sich die Hartplastikbuttons beinahe etwas sehr leicht auf Anschlag bringen lassen, etwas mehr Dosierung des Druckpunktes hätte nicht geschadet, in Verbindung mit dem kurzen Tastenhub ist die Bedienung aber dennoch angenehm und dank leichtem Anschliff jeder Taste auch "blind" noch gewährleistet. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Anordnung der Softkeys. Die liegen etwas weit außen und in recht hoher Entfernung zum weisungsgebenden Display, aber zum Glück nicht völlig außer Reichweite.

 

Auf der rechten wurde die Kamerataste platziert, die leider zu viel Spiel hat und beim Auslösen knarzt. Weiter unten findet der Daumen eine im Musikplayerbetrieb gut erreichbare Lautstärkewippe. Doch genauso wie der Ein-/Ausschalter auf der Kopfseite ist auch die Wippe ziemlich schlecht erfühlbar. Das mag etwas fummelig erscheinen, verhindert aber andererseits unbeabsichtigtes Drücken.

Die Tastaturbeleuchtung ist eher zweckdienlich zu nennen. Während das Display langsam ein- und ausfadet, kennt die Beleuchtung nur zwei langweilige Zustände: An und Aus, Hell und Dunkel. Andere Hersteller können das besser, man denke nur an Sony Ericssons T650i. Für ein Designhandy ist das schlichte Weiß etwas eintönig, immerhin unterscheidet die Illuminierung zwischen einem extra Bereich um den Navkey und dem Rest der Tastatur. Das macht sich besonders bei Funktionen wie dem Wecker bemerkbar, wenn die Tastatur synchron mit dem Vibrationsalarm blinkt und der NavKey hin und wieder aufblitzt. Gut ablesbar ist die Tastatur im Dunklen aber auf jeden Fall - immerhin etwas.

Foto: AMB | Nokia 7500 Prism Tastaturbeleuchtung

 
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Kommentare
  1. 28.07.08 17:02 MaryJane (Gast)

    Auf der Nokia Seite, steht "Organic desktop with customized menus and event driven themes". Weiss jemand was das bedeutet, und wie nietzlich es ist?

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