2 Megapixel gibt das RAZR2 V8 her, mangels LED-Leuchte sind nur Tagesaufnahmen möglich. Die Kamera befindet sich auf der Vorderseite über dem Außendisplay. Sieht gut aus, doch bei aufgeklappten Folder schleicht sich mitunter der Knöchel eines angewinkelten Zeigefingers vor die Linse. Die Kameravorschau startet mit Druck auf die Taste neben der Lautstärkewippe. Mit Hilfe der grafischen Abbildung des 5-Wege-Steuerkreuzes gelangt man schnell und ohne Umwege zu Zoom, Farbfiltern, Belichtungs- und Beleuchtungseinstellungen; wahlweise auch zur Einblendung des Datums und der Uhrzeit. Die Anzeige im Querformat ist nicht möglich.
In den Kameraeinstellungen finden sich zusätzlich Optionen für das Verschlussgeräusch, für den Standardzusatz nummerierter Dateinamen, für den Speicherort sowie für das automatische Speichern. Der Sinn der Option "Überprüfungszeit" erschließt sich weder nach einem Blick ins Handbuch noch durch Ausprobieren. Unverzichtbar bei wichtigen Ereignissen wie der Mondlandung oder der Geburt des ersten Kindes ist der Menüpunkt für das prompte Versenden des eben geknipsten Fotos an einen ausgesuchten Empfänger. Möglichkeiten der Bildbearbeitung lässt das Handy dagegen vermissen. Daher muss sich der Nutzer mit den einfachen Effekten und Mitteln begnügen, die in der Vorschau angeboten werden.
Nach Druck auf die Kamera-Taste steht die Vorschau für einen Schnappschuss rasend schnell bereit. Das Speichern eines Bildes nimmt allerdings volle vier Sekunden in Anspruch. Werden Serienfotos gemacht, sind diese zunächst zwischengespeichert, was den Zeitabstand zwischen den Auslösern verringert, dennoch dauert das Speichern ewig und lässt den User ratlos vor einer Speichermeldung versauern.
Auf den 1600x1200 Bildpunkten zeigen sich ordentliche Übergänge - kleine Details wirken nicht verschwommen, sondern werden zuverlässig auf den Fotochip abgebildet. Wie auf dem Bild zu sehen wirken die Farben bei günstigem Lichteinfall etwas kraftvoller im Vergleich mit den 2-Megapixel-Fotokameras der anderen Hersteller.
Wenn nicht genügend Licht vorhanden ist, tritt bei Handykameras ja bekanntlich ein gewisses Rauschen auf - dunkle Abschnitte füllt der Fotochip mit pixeligen Linien und Schlieren. Das RAZR2 V8 besteht den Test aber mit recht gutem Ergebnis: auch bei schlechten Lichtverhältnissen hält das Farbrauschen in erträglichen Maßen. Wenn`s zappenduster ist, dann bleibt das Style-Handy mangel Blitzlicht freilich nutzlos in der Tasche liegen.
Die fertigen Werke dürften für kleinere Abzüge ausreichen. Dafür sollte natürlich die höchste Auflösung in bester Qualität angewählt sein - für ein Handywallpaper reicht auch die minimale Auflösung (320x240) aus. Motorola scheint von seiner Fototechnik überzeugt zu sein: die Qualitätsstufen sind mit Gut, Besser, Am Besten angegeben.
Zum Suchen eines Fotos im Dateimanager dient eine übersichtliche Thumbnail-Vorschau. Eine Bildbearbeitung war im Speicher nirgendwo zu finden. Auch ein eigenes Dateisystem mit favorisierten Bildern müsste sich der User schon selbst anlegen.
Videos gibt`s nur in den Größen Klein und Mittel. Maximal 176x144 schlappe Bildpunkte liefern allenfalls amüsante Ergebnisse. Irgenwie auch keine Überraschung, dass der Fotochip die wenigen Bildpunkte besser verarbeiten kann und die Videos dadurch flüssiger wirken. Am Ende sind sie sehr klein, sogar zu klein, um sie in einem Blog verwenden zu können. top
Multimedia ohne Speicher ist wie eine Kutsche ohne Räder: 420 MB sind zwar schon mal genug, um mehrere Alben auf dem Handy unterzukriegen, erweitern lässt sich das Kontingent jedoch nicht. Das V8 besitzt keinen Slot für eine Speicherkarte.
Mit der Schnelltaste links neben dem Steuerkreuz wird der Musikplayer gestartet. Beim ersten Start landet man praktischerweise erst mal in der Musikbibliothek und nach mehrmaligem Drücken des rechten Softkeys oder der Löschentaste landet die Playeransicht irgendwann im Homescreen. Nach wie vor kann die Musik mit Start/Stop und Vorwärts/Rückwärts X bedient werden. Zurück zur Fullscreen-Anzeige des Musikplayers führt die obere Steuertaste.
Ausgeklügelt ist das Steuerungskonzept des Players allemal, leider wurde über die ganze Klügelei vergessen, die Musikbibliothek immer griffbereit zu halten: ist ein ausgewählter Song in den Player geladen, wird die Musikbibliothek mit dem rechten Softkey oder der Löschen/Rücktaste zwar aufgerufen und auch in der Standby-Anzeige des Players erscheint die Liste bei Betätigung. Doch kehrt der Player wieder in die ursprüngliche Ansicht zurück, ist der Zugang zur Musikbibliothek auf einmal nicht mehr möglich. Sollte die fehlende Verknüpfung im nächsten Softwareupdate nicht behoben sein, muss sich der Nutzer wohl oder übel mit dem Fauxpas der Motorola-Entwickler abfinden. Dann kommt aber doch noch etwas iPhone-Feeling auf. Bei zugeklapptem Handy lässt sich der Player über drei Sensortasten steuern. Diese sind am unteren Ende des Außenbildschirms angebracht. Ein dezentes Vibrationsfeedback bestätigt den Druck auf Play/Pause-, Vor- und Rücktaste.
In der Musikbibliothek sind Songs nach Künstler, Genres, Alben und anderen Kategorien wie häufige oder kürzlich gespielte Titel geordnet. Selbst wenn mal die Übersicht verloren geht - eine Suche am unteren Ende der Liste verhilft zum schnellen Zugriff auf die gewünschten Songs. Da mit Motorolas PC-Software Phone Tools selbst keine Playlisten zusammengestellt werden können, hilft eine entsprechende Funktion in der Medienbibliothek aus der Patsche. Beliebig viele Playlisten kann man selbst mit Songs auffüllen, die Playliste "zuletzt gespielt" wird automatisch generiert.
Die Übersetzung ist teilweise etwas holprig und lässt eine gewisse Sorgfalt vermissen (ein Song wird als Playliste "verwendet", anstatt hinzugefügt), aber das Dateisystem erklärt sich ohnehin von selbst - wer seinen Schwerpunkt voll und ganz auf eine ausgereifte Dateiverwaltung legt, kann sich über die benutzerfreundlichen Verwaltungsmöglichkeiten freuen, die auch bei einer Vielzahl von Dateien komfortabel und schnell funktionieren. Das spart den Anschluss an den PC, sobald lediglich Dateien kopiert, umbenannt oder verschoben werden sollen.
Als Abspielmodi stehen Zufall und Wiederholung zur Verfügung. Raumklang und Bassboost stehen als Klangerweiterung zur Verfügung, doch halt! Ein Musikhandy ohne Equalizer, wo gibts den so was? Im RAZR2 V8 wurde der Equalizer doch tatsächlich einfach vergessen. Ob es am Zeitdruck oder anderen Schwierigkeiten lag: mit Absicht kann das jedenfalls nicht passiert sein. Als wenn das nicht genug wäre, spielen sich über das mitgelieferte Stereo-Headset grausige Effekte ab: Wähnt man sich bei den Handys der anderen Hersteller wundersamer Weise plötzlich in der akustischen Umgebung eines Badezimmers oder dem größten Weinfass der Welt, ist die Umsetzung von Motorola denkbar naiv: der Raumklang soll einfach dadurch erzeugt werden, dass die Tonspur in der Mitte leiser gedreht und das äußere Stereosignal verstärkt wird. Ergebnis: die Stimme des Singenden, die in 99% aller Musikproduktionen mittig gemischt wird, ist kaum mehr zu hören. Hat da wer Lust auf Karaoke? Musikalisch daneben ist ebenso der Bassboost. Durch eine nachgeschaltete Komprimierung des Audiosignals verdrängt der Bass bei vollen 5 Punkten auf der Bassverstärkungsskala die restlichen Frequenzen - für den Laien ausgedrückt: die Musik hört sich an, wie durch einen Saftpresse gedrückt... Wer seine Musik ohne Klangveränderung mag, den wird das aber nicht sehr stören. Verzerrungen gehören zu den Seltenheiten des Außenlautsprechers. Dieser gibt einen sehr klaren Sound aus, wobei aufgrund mangelnden Resonanzraums die Mitten und Tiefen kaum zu hören sind.
Hat man mit vielen Handys anderer Hersteller noch jede Menge DRM-Probleme, tut der Folder in dieser Situation, als ob nichts wäre und spielt unsere Testdateien brav ab. Übersichtlich kann man sich außerdem alle Eigenschaften einer Datei bis ins kleinste Detail angzeigen lassen. Dort wird allerdings mit keinem Wort erwähnt, dass es sich um kopiergeschützten Inhalt handelt.
Motorolas Phone Tools beherbergen unter anderem das Multimediastudio, das nicht nur Bilder und Videos, sondern auch MMS und Musikdateien ganz nach Belieben aus- und zuschneidet. Lautstärke und Stummschaltung einzelner Instrumente unterliegen in MIDI-Dateien der Regie des Nutzers. So lassen sich polyphone Klingeltöne mal ganz anders abspielen, zum Beispiel monophon. Nach dem Bearbeiten landen die neu geschnittenen Audio-Dateien ohne Umwege auf dem Handy und können problemlos als Klingelton verwendet werden. top
Das aussen-Display ist aufgrund eines besonderen features so groß ausgefallen! Man kann mit dem aussen-Display sms lesen und auch mit in den Vorlagen gespeicherten sms antworten! Ohne das Handy aufzuklappen!
Hallo,
habe gerade den Artikel gelesen und muss sagen das objektive Sätze manchmal gut sind, auch wenn ich ein Fan von Sarkasmus bin. Gut fand ich die Beschreibung nur leider wurden Funktionalität als Handy und Mp3 Player zu wenig abgehandelt. Auf der anderen Seite war der Artikel sehr lang und hat mir bei meiner Entscheidung so ein telefon zu kaufen auch nicht weiter geholfen.
Super!
grüße Frederik