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Die Rückkehr der Rasierklinge Motorola RAZR2 V8

Browsing / Messaging

Der GPRS-Turbo EDGE verrichtet im RAZR2 V8 seinen Dienst. Da die Anbieter mobiler Datentarife ihre Netze bislang nur teilweise ausgebaut haben, sollten sich interessierte Käufer, die gelegentlich mit dem Handy surfen, kurz schlau machen, ob der jeweilige Provider EDGE in Ihrer Region bereits unterstützt. Selbst T-Mobile arbeitet noch an der flächendeckenden Versorgung mit dem GPRS-Turbo.

Foto AMB | Der Browser auf AreaMobile

Foto AMB | Browsereinstellungen

Foto AMB | Email Einstellungen

Foto AMB | Nachrichtenordner

Der Opera Mini Browser in Version 8.50 versteckt sich unter dem Menüpunkt Tools neben Kalender und Email im dortigen "Web-Zugriff". Eine bunte Palette von Bookmarkverwaltungstools erweitern das Menü. Webseiten können auch offline gespeichert werden, theoretisch könnten damit kleinere Nachschlagewerke ohne Datentraffic verfügbar gemacht werden. Über die Browserhistorie gelangt man schnell zur letzten Sitzung zurück. Jedem Menüpunkt ist eine Zifferntaste zugeordnet. Hinter der 5 verbirgt sich zum Beispiel die Eingabe einer URL. Dabei unterstützt einen iTap, das Pendant zum T9. Dies erspart einem die Eingabe von Versatzstücken wie Domainendungen oder Adresszusätze (www, http://), da iTap dies von sich aus vorschlägt. So können bereits im Wortspeicher abgelegte Webseiten ziemlich unkompliziert abgerufen werden. In den Browser-Optionen wird das Laden der Bilder optional abgeschaltet, wie schon zu Zeiten der analogen Modems üblich. Auch Schriftgröße und Popups regelt der Nutzer selbst. Außerdem verfügt Operas Mini-Surfer über ein umfangreiches Cache-Management: Unabhängig voneinander können Cache, Cookies und Verlauf gelöscht werden. Ob Cookies überhaupt angenommen werden sollen, kann ebenfalls festgelegt werden.

Ein praktischer Hinweis für Newcomer ohne Datentarif ist dem Browser vorgeschaltet. Brav weist das System daraufhin, dass Gebühren für die mobile Datenverbindung anfallen können. Während der Hinweis beim Senden und Empfangen von Emails abgeschaltet werden kann, begrüßt einen die Meldung beim Starten des Browsers jedes Mal aufs Neue.

Gute HTML-Performance ist man vom mobilen Opera-Browser schon gewöhnt. Auch wenn das ohne 3G-Anbindung etwas länger dauert, bauen sich Seiten anstandslos auf. Darstellungsfehler, die auf eine eigenwillige Verarbeitung des Codes hinweisen würden, haben wir nicht beobachtet. Per Option wechselt die Anzeige von der originalgetreuen Darstellung einer Webseite zu einer an die geringen Ausmaße des Bildschirms angepassten Version. Ein- und ausgezoomt werden kann erst die vollständig geladene Seite. Das Ganze geht natürlich auch im Vollbildmodus. Leider fehlt die Möglichkeit, sich den Webinhalt auch im Querformat anzeigen zu lassen.

Liegt der Fokus auf einem Link, wird der auf Wunsch einem Kontakt zugewiesen oder bei Bedarf in die Bookmarks verschoben. Vergebens sucht man hingegen einen virtuellen Mauszeiger, Bild-in-Bild-Steuerungsfenster oder andere Komfortfunktionen wie in den neueren Versionen Symbian-basierter Smartphones. RSS-Feeds sind dem Minibrowser ebenfalls fremd. Zur kleineren Informationsabfrage reicht die kleine Internetlösung dennoch aus.

Im Handbuch wird auf Seite 27 eine IM-Funktion nebst eigens dafür geschaffenen Standby-Icons angekündigt. Doch enttäuscht kehrt der User aus dem Tools-Menü zurück, denn weit und breit ist da kein IM-Programm zu sehen. Ob die Implementierung beim Release noch in der Planung feststeckte und in einem Softwareupdate nachgeliefert wird, bleibt abzuwarten. Behelfen kann sich der User mit Java Applikationen á la Talkonaut, mit denen er sich dann doch in die einschlägigen Chat-Protokolle einklinken kann.

Bei der geringen Bandbreite werden die Gamefans und 24h-Downloader wohl schnell an die Grenzen des Möglichen stoßen. Da wirkt der Downloadmanager schon etwas großspurig. Da hier aber über Bluetooth empfangene Dateien ebenfalls registriert werden, macht er schon Sinn - vor allem natürlich dank der Möglichkeit, abgebrochene Transfers wieder aufzunehmen.

Ganz im Gegensatz zu den verworrenen Gegebenheiten in den herkömmlichen Motorola-Menüs sind die Einstellungen für Emails im überarbeiteten Menü des RAZR2 V8 ganz einfach zu finden. Auch wenn die voreingestellte Ausfüllhilfe mit den Daten der Big Five unter den Freemailprovidern fehlt, dennoch erklärt sich das meiste von selbst und statt Chaos erwarten den Nutzer geordnete Unterkategorien in den Konteneinstellungen. Wann was gesendet oder empfangen wird, ob direkt nach dem Verfassen oder beim Beenden der Email-Anwendung, kann der Nutzer individuell festlegen. Zusätzliche Optionen erlauben das Einfügen der Originalantwort, ein Signal bei neuer Post, eine Lesebestätigung, die Verwendung einer Antwortadresse oder Signatur, etc. Obwohl das RAZR2 einwandfrei Webseiten darstellen kann, wurde auf die HTML-Darstellung von Emails verzichtet, sie werden kompromisslos als Text dargestellt.

Auch IMAP4-Profile sind im Repertoire enthalten, dabei werden nur die Kopfinformationen der Nachrichten abgerufen - die Emails selbst verbleiben auf dem Server. Ähnliches gilt für POP3-Zugänge: hier werden zunächst nur die ersten 5 Kilobyte einer Nachricht geholt, der Rest kann dann später bei Bedarf nachgeladen werden.

Auf dem Display finden maximal drei Emails samt Datum, Absender und Betreffzeile Platz - besonder übersichtlich ist das nicht. Doch Hilfe naht: alle Einträge können mit wenig Aufwand in vom Nutzer selbst erstellten Ordnern abgelegt werden. Falls MMS öfters den Posteingang verstopfen, hilft optional auch eine skalierbare Downloadbegrenzung aus der Patsche. top

PIM-Funktionen

Nachdem nach und nach alle Zettel mit den Telefonnummern der Bekanntschaften und Freunde in die Kontaktdatenbank eines Mobiltelefons gewandert sind, wird der Nutzer womöglich auch seinen Papierkalender zunehmend kritisch beäugen. Wenn der anfängt, sich in seine Bestandteile aufzulösen, dann fällt der Blick dankbar in den Tools-Ordner seines RAZR2 V8: da steckt ein Kalender drin, der immer da ist, wenn man ihn braucht und der weder zerfleddern kann noch unleserlich wird.

Foto AMB | Der Kalender in der Wochenansicht

Foto AMB | Terminkategorien

Foto AMB | Reiternavigation in der Kontaktliste

Obwohl der Folder sich ja schon vom Aussehen her für die Lifestyle-Kategorie qualifiziert, verfügt er über durchaus businesstaugliche PIM-Funktionen. Termine, Notizen und Aufgaben werden allesamt dankbar vom V8 geschluckt. Motorola geht dabei mit ein paar erstaunlich vernünftigen Ideen einen großen Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit: sich überschneidende Termine werden nun in der Wochenansicht nebeneinander als blaue Linien angezeigt. Es lassen sich zwar nicht mehr als 2 Termine gleichzeitig eintragen, aber wer in diese Verlegenheit kommt, hat ohnehin ein ziemlich großes Problem mit seiner Zeitplanung. Ansonsten sind Darstellung und Optionsbreite einfach gehalten, was sich durchaus auszahlt, zumindest in einer Hinsicht: bessere Übersichtlichkeit und deutlich weniger Ablenkung vom Wesentlichen. In der Monatsansicht kann bereits aus der Anordnung von kleinen Quadraten im Tageskästchen die ungefähre Zeit und Anzahl der anliegenden Termine heraus gelesen werden. Eine Suchfunktion erleichtert die Navigation zum gewünschten Termin bzw. Datum.

Die Tagesansicht wird wahlweise im chronologischen Zeitverlauf oder als Liste der Tagesaufgaben angezeigt. Maximal vier Einträge passen dabei aufs Display. Für stressige Zeiten bietet die chronologische Ansicht des einzelnen Tages den Vorteil, Pausen erkennen und mit verbleibenden Verpflichtungen oder Auszeiten füllen zu können.

Umfangreich wurden die Kategorien ausdifferenziert, in die Termine eingeteilt sind: neben businessnahen Arten wie Besprechung, Präsentation und Telefonkonferenz finden sich da auch kulinarische Selbstverständlichkeiten wie Frühstück, Mittag- und Abendessen oder erfreuliche Ereignisse wie Party oder Urlaub. Geburtstage hat die Terminverwaltung ebenfalls drauf, sowohl als Kategorie, als auch als jährliche Eintragung in den Kalender sowie Einbindung in die Kontaktdaten. Wann das Handy einen daran erinnert, das kann man selbst bestimmen: auch das Alarmprofil bleibt dem User überlassen. Die Bedienung des bis ins Detail personalisierbaren Kalenders ist einfach und lässt kaum Fragen offen.

Die Kontaktverwaltung nimmt jede Menge Daten in sich auf, ohne dabei an Übersicht zu verlieren. Innovativ konzipiert: Datentypen sind im horizontalen Reiterformat à la Sony Ericsson nebeneinander gestellt; Adresse, Anruferbild, Kontaktkategorie und Notizen bekommen jeweils eigene Anzeigeseiten, die Symbian-ähnlich seitlich mit der linken und rechten Richtungstaste aufgerufen werden. Der Mehrwert besteht darin, dass die Anzeige nicht durch zuviele Informationen überladen wird: nur Name, Bild, Telefonnummer und Kategorie werden unter dem ersten Reiter angezeigt.

Praktischerweise muss nicht mal in die Detailansicht des Kontakts gewechselt werden, um die gespeicherte Telefonnummer eines Kontakts zu wählen. Alle Nummern eines Kontakts können schon in der Liste seitlich durchgeklickt werden. Die Anruftaste startet den Anruf. Das trägt dem Umstand Rechnung, dass in den allermeisten Fällen des Alltagsgebrauchs meistens nur eine Telefonnummer abgerufen werden soll - Adressdaten, Email und andere Zusätze werden weitaus seltener benötigt.

Eine gefilterte Kontaktliste kann behilflich sein, berufliche von privaten Kontakten zu unterscheiden, hier kann der Nutzer auch nach eigenem Gusto Kategorien erstellen. Per Vcard sind alle Kontakte importier- und via Email, Bluetooth und MMS auch exportierbar. Wer gerne Rundmails schreibt und auch mit dem Handy seinem kleinen Hobby frönen möchte, legt einfach eine Nachrichtenliste an und sendet auf diese Weise mit einem Klick nur an ausgewählte Empfänger. top

Connectivity / Sync

Foto AMB | Das Motorola Setup

Foto AMB | Verbindungseinstellungen

Meistens klappt die Einrichtung von Handys für Internet und Email mit Hilfe der vom Provider per SMS-Anfrage erhätlichen Konfigurationseinstellungen problemlos und auf Anhieb. Diesmal erhielten wir leider die Antwort, dass unser Handy nicht unterstützt wird. Da waren wir froh, das etwas unglücklich im Spielemenü verortete Motorola Setup zu finden, das bereits nach wenigen Sekunden ein triumphierendes "Setup komplett" ausgab. Danach ließen sich Email, Browsing und alle andere internetbasierten Anwendungen problemlos nutzen. Auch eine Online-Synchronisation ist nun möglich. Via SyncML-Schnittstelle können alle Termine und Kontakte mit einem externen Server abgeglichen werden. Das dürfte sogar ohne EDGE-Turbo klappen. Quadband-GSM sorgt derweil dafür, dass man auch in Australien oder Russland telefonisch erreichbar bleibt.

Der MiniUSB-Port avanciert - nicht nur bei Motorola - zum neuen Standard in der Nahfeldconnectivity. Drahtlos steht beim RAZR2 eine (langsame) Bluetooth-Schnittstelle helfend zur Seite. Während die Kopie einer MP3 via Blaufunk eher behäbig von statten geht, bringt USB2.0 vor allem bei größeren Dateien immense Geschwindigkeitsvorteile: Nach wenigen Sekunden ist der Transfer von einer MP3 in durchschnittlicher Größe beendet. Alternativ dient der Slider auch als Modem, mit EDGE dürfte sich der Internet-Spaß allerdings in Grenzen halten.

Eine nervige Eigenheit des Folders sind die ständigen Bestätigungsvibrationen, mit denen das RAZR2 die Verbindungsherstellung mit dem PC und das Abziehen des Kabels quittiert. Auch das Ladegerät wird mit zwei kurzen Vibrationen empfangen und verabschiedet. Nur die Bluetooth Konfiguration scheint eine Deaktivierung dafür bereitzustellen.

Bei einem als Musik-Handy angepriesenen Mobiltelefon sollte auch ein drahtloses Stereoheadset über A2DP ohne Probleme anzuschließen sein - wir testeten mehrere Stereo-Headsets erfolgreich im Abstand von bis zu 5 Metern und erhielten immer ein klares Signal ohne Aussetzer. Ein SIM Access Profile (SAP), um KFZ-Zubehör nutzen zu können, gibt es nicht.

Foto AMB | Motorola Phone Tools

Die Motorola Phone Tools sind die unverzichtbare Schaltzentrale auf dem PC, von der aus jegliche Aktivitäten von der PIM-Synchonisation bis zur Modem-Anbindung gesteuert werden. Wenn man einmal vom völlig dysfunktionalen Design absieht, hat das Softwarepaket zahllose Helferlein zu bieten: als Beispiel sei eine Synchronization Suite genannt, mit der sich Kalender- und Kontaktdaten direkt auf dem PC bearbeiten und mit einem Klick aufs Handy übertragen lassen. Wie auch bei anderen Herstellern üblich, ist Microsofts Outlook die einzige Möglichkeit, seine Daten außerhalb der Standardlösung des Herstellers unterzubringen.

Wirklich komfortabel ist die Einrichtung der Phone Tools nicht. Nur mit glücklichem Händchen steht die Verbindung. Wer des Glücksspiels überdrüssig ist, den Folder über Bluetooth zu verbinden, hat mit dem USB-Kabel vielleicht Glück. Alles in allem wird bei mehr als der Hälfte der Verbindungsversuche eine komplette Neueinrichtung des Telefons nötig. Ergebnis: jede Menge Zeitverlust und endlose frustrierende, oft ergebnislose Verbindungsroutinen, die einem den letzten Nerv rauben. Die Bebilderung der Dialogfenster mit begeisterten und überglücklichen Gesichtern, Menschen, die so glücklich mit ihrem Motorola Handy scheinen - das gibt einem den Rest. Mit USB gings dann, dennoch hätte der Name Katastrophone Tools auch gepasst. top

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Kommentare
  1. 26.12.11 20:06 Anonymous (Gast)
    Hilfreich

    Hallo,
    habe gerade den Artikel gelesen und muss sagen das objektive Sätze manchmal gut sind, auch wenn ich ein Fan von Sarkasmus bin. Gut fand ich die Beschreibung nur leider wurden Funktionalität als Handy und Mp3 Player zu wenig abgehandelt. Auf der anderen Seite war der Artikel sehr lang und hat mir bei meiner Entscheidung so ein telefon zu kaufen auch nicht weiter geholfen.
    Super!
    grüße Frederik

  2. 13.02.08 11:38 Anonymous (Gast)

    Das aussen-Display ist aufgrund eines besonderen features so groß ausgefallen! Man kann mit dem aussen-Display sms lesen und auch mit in den Vorlagen gespeicherten sms antworten! Ohne das Handy aufzuklappen!

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