Mal ehrlich, sollte ein viel gepriesenes Wunderhandy wie das iPhone nicht auch eine vernünftige Kamera haben? Sollte man für diesen Preis nicht erwarten dürfen, dass mit dem Kauf eines iPhones auch die Digicam für immer in der Schublade verschwindet? Oder anders herum: Wenn das iPhone keine Kamera hätte, wüde das nicht automatisch bedeuten, dass sowieso nur uncoole Langweiler Fotos knipsen? Fragen über Fragen. Fest steht, dass die Spielzeugkamera meines Patenkindes mehr Einstellungsmöglichkeiten zu bieten hat, als die des Wunderapfels. Das ist auch nicht schwer, denn die iPhone-Kamera hat schlichtweg keine.
Simpler gehts nicht: Einfach aufs Motiv halten und abdrücken, schon ist das Lieblingsbild aufs imaginäre Zelluloid gebannt. "Ja ist denn heut scho Weihnachten?" Nein, und das im doppelten Sinne. Erstens liegt das noch über einen Monat entfernt und zweitens sind die Resultate auch nicht wirklich feierlich.
Foto: AMB | Apple iPhone Originalaufnahme
Auf den ersten Blick sehen die geschossenen Bilder allesamt wie Nachtaufnahmen aus. Abhilfe schaffen nur noch Photoshop und Konsorten und selbst da muss man die Helligkeit oder artverwandte Werte um etwa 30 Prozent (!) hochsetzen, um die Nacht zum Tage werden zu lassen. Aber damit nicht genug. Schaut man sich die Bilder genauer an, stolpert man schnell über Unschärfen und Pixelrauschen, wobei letztgenanntes nicht übermäßig stark heraus sticht. Kunststück, bei derartig verschwommenen Ergebnissen. Da gehen einzelne Pixel schon mal im Meer der anderen unter. Auch die Bildbearbeitung stößt da schnell an ihre Grenzen. Das könnte auch einer der Gründe sein, warum Apple auf solche Möglichkeiten, neben den Einstellungsoptionen für die Kamera, ebenfalls verzichtet.
Video Darstellung Bildergalerie cineastisch CoverFlow Fingerbewegung Vergrößern Grandios.Macht das jetzt das iPhone zu einem guten Kamerahandy? Mit Sicherheit nicht. Aber das erwarten Käufer des amerikanischen Zankapfels wohl auch nicht. Nicht nur beim Gewicht und der Materialwahl ist das iPhone Heavy Metal; für Feinheiten wie eine gute Kamera war da wohl kein Platz. top
Das iPhone ist eine echte Multimedia-Maschine. Eben ein Apple-Produkt: schick, mit scharfen Bildern und fettem Sound. Es kann einige Sachen, die ich auf meinem Smartphone vermisse, beispielsweise jeden Film von Youtube anzuschauen. Aber es steckt auch voller kleiner Gemeinheiten.
Wenn ich Youtube sehen möchte, tippe ich auf dem iPhone einfach das Logo mit dem alten Röhrenfernseher und schon geht es los. Im Gegensatz zu anderen Smartphones liefert das iPhone das komplette Youtube auf den Bildschirm, nicht nur ein paar handverlesene Filmchen wie bei der Mobilversion für Symbian. Youtube ist nun einmal Fernsehen 2.0, bei dem jeder selbst entscheidet, was er sehen möchte. Die redaktionelle Vorauswahl auf meinem Nokia-Handy liegt mit ihren Empfehlungen hingegen immer daneben. Auf dem iPhone gebe ich einfach mein Stichwort ein und bekomme genauso viele Filme als Suchergebnis wie auf meinem PC. Dabei nervt es nur, dass die virtuellen Tasten viel zu klein sind und ich ständig daneben tippe.
Die Bildqualität ist großartig, was sicher an dem hochauflösenden Display mit 160 Punkten pro Zoll liegt. Zum Vorspulen oder Anhalten muss ich nur aufs Display grapschen und schon erscheinen die Buttons zur Bedienung. Das habe ich so lange getan, bis die Fettfinger auf dem Bildschirm beim Ansehen der Filme störten.
Im Querformat kommt richtiges Fernseh-Feeling auf, besonders wenn man gern Zeichentrickfilme oder AreaMobile-Videotests anschaut. Komischerweise blieb das Youtube-Bild auch im Querformat, als ich das Handy hochkant stellte. Dabei liebe ich doch genau die Funktion, bei der sich der ganze Bildschirm dreht, wenn man das Handy bewegt.
Allerdings ist für Youtube ein schneller Internet-Zugang per WLAN unverzichtbar. Mit EDGE musste ich selbst auf Webseiten ewig warten, als ich in der Berliner U-Bahn mit dem iPhone herumspielte. Mit meinem UMTS-Nokia ziehe ich mir dort gern flink die letzten Nachrichten von Areamobile rein.
Das Gerät ist vor allem für Design-Fans gedacht. Denen gefallen solche coolen Effekte wie der Cover Flow: Beim Musikhören einfach das iPhone ins Breitformat drehen und über das eingeblendete Plattencover wischen. Damit kann man die Cover aller Musikstücke über den Bildschirm kreisen lassen, bis das nächste gewünschte Lied erscheint. Und wenn ich vom Plattencover zur Liste mit den Liedern wechsele, dreht sich das Bild um seine senkrechte Achse und verzieht sich nach hinten, um den Platz freizugeben. Echt spacig. Beeindruckt hat mich vor allem das Tempo: kein Ruckeln und Rumpeln, keine Milisekunde Verzögerung, stattdessen fließen die Cover mit rasender Geschwindigkeit übers Display. Dagegen sieht mein S60-Nokia ziemlich alt und altbacken aus. Das Ganze ist auch nicht so schlecht durchdacht wie etwa bei Windows Vista, wo die Grafikeffekte den ganzen Rechner in die Knie zwingen.
Auch der Sound des iPhone ist großartig mit den kleinen weißen Kopfhörern. Er ist kristallklar und knallte mir heftig aufs Trommelfell, als ich die Lautstärke zu weit aufdrehte. Schade nur, dass die weißen Pömpel mir immer aus den Ohren fallen. Meine eigenen Kopfhörer kann ich mit dem iPhone nicht verwenden.
Sobald ich sie einstöpsele, schaltet das Handy auf stumm. Mit dem iPhone kann nicht jeder Kopfhörer verwendet werden, weil der Anschluss nach innen versetzt wurde. Dabei habe ich richtig dicke Dinger von Philips, mit denen ich aussehe wie ein DJ. Für drei Euro gab es sie im Kaufhaus. Sie decken meine Ohren gut ab und machen auch einen fetten Sound. Wenn sie kaputt gehen, kaufe ich eben neue. Das passiert alle paar Monate, weil die Kabel eben dünn sind, auch bei den Kopfhörern des iPhone - nur bei den weißen Pömpeln wird das Nachkaufen richtig teuer: mindestens 40 Euro bei Gravis.
Um den Sound aufs Ohr zu bekommen, hat das Handy zwei Buttons, die ähnlich heißen, aber nicht dasselbe tun: iTunes und iPod. Einer ist zum Kaufen und der andere ist zum Hören von Musik. Hinter dem iPod-Button verstecken sich alle Funktionen, die man schon vom MP3-Player kennt: Playlisten, Genres, Alben, Interpreten und der ganze Kram. Daran hat sich nichts geändert und das ist auch gut so. So muss ich wenigstens nichts Neues lernen.
Am einfachsten finde ich es, das iPhone genauso zu verwenden wie einen iPod: alles vorher in iTunes auf dem PC organisieren und dann nur noch synchronisieren. Vorher musste ich aber wieder mal die Software von iTunes aktualisieren. Fast jede Woche fordert mein Laptop mich dazu auf. Der Download von 63 Megabyte und die Installation hat dieses Mal fast eine halbe Stunde gedauert. Wichtig war auch wieder, die automatische Synchronisation in iTunes vor dem Anschließen des iPhone auszuschalten und das Handy als externe Festplatte zu behandeln. Sonst wäre die ganze Musik weg gewesen, die meine Kollegen von AreaMobile vorher gekauft hatten. Der Laptop hätte sie einfach überschrieben.
Die Synchronisation hätte ich mir eigentlich auch sparen können, weil iTunes fast komplett als eigenständige Anwendung auf dem iPhone läuft. Aber eben nur fast komplett. Den ganzen Apple-Musikladen konnte ich vom Handy durchsuchen und mit einem Klick die Lieder per WLAN oder übers Mobilfunknetz kaufen. Das zuletzt verwendete iTunes-Konto ist voreingestellt, man muss nur noch das Passwort eingeben und der Kauf ist abgeschlossen.
Ausgerechnet die kostenlosen Podcasts lassen sich mit dem mobilen iTunes nicht herunterladen, obwohl sie meine Lieblingsfunktion sind. Anders als im PC erscheinen als Suchergebnisse immer nur Alben und Titel zum Kaufen. Dabei wäre es so schön, die letzte Ausgabe der Tagesschau direkt aufs iPhone zu laden und unterwegs zu sehen. Zu Hause käme ich sowieso nie dazu. Testweise habe ich sie dann vom Laptop aufs Handy kopiert. Sie sieht echt scharf aus auf dem Display, viel besser als das Heute Journal, weil die ARD eine bessere Auflösung verwendet.
Richtig froh war ich dann, als ich meinen Lieblingspodcast auf den Laptop geladen und mit dem iPhone synchronisiert hatte: Dance Department, Episode 112. Das ist eine Stunde feinster elektronischer Musik, jede Woche steht ein anderer berühmter DJ an den Plattentellern. Dieses Mal ist es Ferry Corsten, der auch schon heiße Remixe für Moby und U2 abgeliefert hat. Der Download ist natürlich kostenlos. Mein Lieblingsbutton steht in iTunes unten rechts und heißt "Weitere". Wenn ich darauf drücke, kommen alle Inhalte schön geordnet: Alben, Hörbücher, Compilations, Komponisten, Genres und eben auch Podcasts. So finde ich meine kostenlosen Lieblingssendungen wenigstens. Den Button musste ich aber ganz schön lange suchen. top
Naja also nach dem Updates wird das iPhone der Generation fast 90 Prozent bekommen
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manchmal stört es echt aba dann freut mann sich auch das mann eins hat