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der etwas andere Praxistest mit persönlicher Meinung aller Redakteure Apple iPhone

Browsing / Messaging

Foto: AMB | Das iPhone auf AreaMobile.de im Querformat...

Ein Interneterlebnis wie auf dem heimischen PC verspricht Apple allen, die sich das iPhone zulegen. Ein ziemlich vollmundiges Versprechen, das mich kritisch hinterfragen lässt: "Ist das wirklich so?" Eine erster Ausflug ins Netz offenbart dann auch kaum Unterschiede zwischen einem Desktop-Browser und dem abgespeckten Safari-Derivat des Handys. Es ist in der Lage, HTML-Inhalte anzuzeigen, ECMA-/Java-Script und AJAX-Funktionen auszuführen und kann mit allen erdenklichen Feinheiten des Webdesigns umgehen, ohne nennenswerte Fehler in der Darstellung zu produzieren.

Doch spätestens bei Flash und Java stößt auch er an seine Grenzen bzw. zeigt weiße Felder und Fehlermeldungen. Schade, denn gerade die Web2.0-Communitys wie MySpace, YouTube (dafür gibt es auf dem iPhone eine eigene Anwendung), last fm oder diverse Blogs nutzen häufig darauf basierende Plugins. Hier zeigt sich wieder mal der Nachteil des geschlossenen Systems, das auch dem Browser nicht erlaubt, entsprechende Zusatzsoftware aus dem Internet herunterzuladen. Probleme machte Safari auch bei der Kontrolle von E-Mail-Konten. Entweder wurde ich nicht hineingelassen oder E-Mails wollten sich nicht öffnen und konnten nicht verschoben oder gelöscht werden. Das "echte" Internet habe ich anders erlebt.

Dennoch muss ich sagen, in seinem Umfang ist der Safari-Browser dem Großteil seiner Konkurrenz meilenweit voraus. Einzig der KHTML/Minimap-Browser von Nokia bietet einen entfernt vergleichbaren Komfort. Insbesondere die Bedienung weiß zu gefallen. Hier ein bisschen tippen, dort ein wenig drücken, scrollen und zoomen, alles ging nach ein, zwei kurzen Blicken ins Handbuch leicht, extrem schnell und intuitiv von der Hand.

Foto: AMB | ...und im Hochformat

 

Wird das iPhone zur Seite gedreht, kippt die Ansicht vom Hoch- ins Querformat, was zwar die Webseite weniger übersichtlich macht, dafür die Schrift auf ein lesbares Niveau vergrößert. Im Breitbildmodus lässt sich auch die Tastatur fehlerfrei bedienen. Es gibt eine Verlaufs- und ebenso eine Seitenhistorie. In beiden Fällen wird jedoch nur die Adresse gespeichert und nicht der komplette Inhalt, was insbesondere beim Zurückblättern zu ärgerlichen Verzögerungen führt, weil die Seite jedes Mal neu geladen werden muss.

Foto: AMB | geöffnete Tabs

 

Dazu lassen sich gleichzeitig mehrere Fenster öffnen, bis zu vier davon verbleiben komplett im iPhone. Über einen Menüpunkt kann bequem zwischen ihnen hin- und hergewechselt werden. Häufig angesurfte Seiten können zudem als Lesezeichen gespeichert werden, einen für mich interessanteren Feedreader fand ich jedoch nicht. In diese und viele weitere Lücken springen sogenannte WebApps, speziell ans iPhone angepasste Webseiten, die über die amerikanische iPhone-Website gefunden werden können. Hat man dazu einen Apple-Rechner zu Hause stehen, können sie dort angesurft und später mit dem iPhone bequem synchronisiert werden. Wer hohen Wert auf seine Privatsphäre legt, kann Verlauf und Cookies nach jeder Sitzung löschen.

Foto: AMB | Internetadressen können im Querformat eingegeben...

 
tests/apple/iPhone

Foto: AMB | ...Nachrichten dagegen nur im Hochformat verfasst werden...

 

Wieder ein Augenschmaus ist die Kommunikation via SMS und E-Mail. Darauf ist die schriftliche Kommunikation dann auch beschränkt, EMS oder MMS beherrscht das iPhone nicht.

Die Texteingabe geht auf Anhieb nicht so schnell von der Hand wie etwa die Menü-Navigation, da das bloße Tippen mit dem Finger einige Zielgenauigkeit erfordert. Zudem muss man den gewünschten Buchstaben nicht direkt, sondern leicht nach rechts verschoben anvisieren. Nach kurzer Zeit hat man sich an das Prinzip gewöhnt, zumal Apples prädiktives Wörterbuch und rückwirkende Fehlerkorrektur das vollständige Tippen eines Wortes in vielen Fällen überflüssig machen (die Funktionsweise erklärt Apple in seinem Video-Tutorial erschöpfend).

Verschiebt der Nutzer den Cursor im Text, dann vergrößert eine Zoomblase den aktuellen Textausschnitt. Einziges Manko: Schreiben im Querformat wird momentan nicht unterstützt. Doch nach einem zweifellos folgenden Softwareupdate dürften die Tasten in Schreibmaschinendimensionen auf dem Touchscreen abgebildet werden. Sogar längere Textpassagen sollten dann kein Problem mehr darstellen.

Im Unterschied zu vielen meiner Kollegen, die schon mit der Tastatur Probleme hatten, ging mir das Tippen recht flott und fehlerfrei von der Hand. Allerdings trieb mich Apples prädikatives Wörterbuch mehrfach an den Rand des Wahnsinns, weil der Druck auf die Leertaste vom Programm als Bestätigung für das Einfügen seiner nur in den seltensten Fällen richtigen Vorschläge betrachtet wird. Umlaute wie ä, ö und ü habe ich anfangs ebenso schmerzlich vermisst wie die Möglichkeit, im Breitbildmodus zu tippen. Wenigstens das mit den Umlauten konnte ich dann noch heraus bekommen: durch das gedrückt halten der Buchstaben a oder o können die Punkte über ihnen erzwungen werden. Aber darauf muss man erst einmal kommen. Das zweite Problem blieb; mit zwei Daumen lassen sich Nachrichten nunmal doppelt so schnell eingeben. Auch eine Anzeige, wie viel Zeichen bis zum Ausschöpfen des SMS-Rahmens übrig sind, fehlt. Dafür gibt es eine Bildschirmlupe, mit deren Hilfe man den Cursor innerhalb des Geschriebenen frei platzieren kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die Ansicht von SMS. Beim Schreiben werden alle mit dem jeweiligen Kontakt gewechselten Nachrichten in einem Verlauf dargestellt, der wie eine Chatbox aufgebaut ist. Klingt simpel, ist aber ungemein praktisch und äußerst übersichtlich.

Funktionsreich präsentiert sich dagegen der EMail-Client, der mit POP/IMAP- und SMTP-Boxen klarkommt, die auch über SSL verschlüsselt sein können oder eine APOP-Authentifizierung erfordern. Tatsächlich kann man das iPhone ohne Bauchschmerzen als Mailmaschine bezeichnen. Dank des riesigen Displays und eines äußerst übersichtlichen Posteingangs, in dem neben Absender und Betreff sogar die ersten Wörter einer Mail angezeigt werden, stöbert man mit einem für Handys ungekannten Komfort in seinen elektronischen Nachrichten. HTML-Mails werden in ihrer vollen Pracht angezeigt, inklusive aller Bilder und voll funktionierender Links. Im Posteingang sind zwar nur 5 E-Mails sichtbar, doch auch hier erreicht man die anderen ohne langes klicken mit einem Fingerrutsch. Auf Wunsch ruft das iPhone EMails in regelmäßigen Abständen ab, ein Push-Mail-Posteingang ist ab Werk nicht mit dabei, der Zugang zu einem IMAP-IDLE-Serverkonto kann jedoch problemlos eingerichtet werden.

Auch beim Thema Attachment gibt sich Apple keine Blöße und bietet volle Office-Kompatibiliät. Word-, Excel-, und PDF-Dokumente können in voller Pracht auf dem Bildschirm betrachtet werden. Auch hier macht das Zuschauen beim Aufbau der Dokumente, beim Zoomen und beim Blättern einfach nur Spaß. Der wird eigentlich nur durch die Tatsache gemildert, dass sie weder bearbeitet noch auf dem Gerät abgespeichert werden können. top

PIM-Funktionen

Wir haben ja schon eine Menge am iPhone herumprobiert, das meiste davon war spaßig und multimedial, doch kommen wir mal zum Ernst des Businesslebens. Kann das Handy neben Coverflow und Breitbild-Video auch in den PIM-Disziplinen wie Kalender, Kontaktverwaltung, Aufgaben und Notizen punkten? Zumindest eines ist sicher: Den aktuellen Tag kann man schon im Stromsparmodus deutlich erkennen und er wird einem auch im Menü begegnen. Dort zeigt das Kalender-Icon den aktuellen Wochentag und das Datum an. Tippt man darauf, dann startet der Kalender erstmal in der zuletzt gewählten Ansicht. Zur Auswahl stehen Monat, Tag und Liste, eine Wochenansicht sucht man vergeblich. Die ist aber ohne Zweifel praktisch, vor allem bei Google oder Sunbird, auch bei Outlook werfe ich gerne einen Blick darauf. Auf dem iPhone habe ich sie schmerzlich vermisst.

In der Monatsansicht sind die Termine des angewählten Tages in einer Zeile pro Eintrag mit Uhrzeit bzw. dem Hinweis "ganztägig" zu sehen. Unter den Tageszahlen verraten Punkte, ob ein Termin anliegt. Die Navigation im gesamten Kalender ist wie erwartet ziemlich intuitiv und bedarf kaum einer Beschreibung. Die Tagesansicht orientiert sich ganz an der von den PC-Kalendern gewohnten Termindarstellung mit abgerundeten Rechtecken. Ganztägige Termine sind in einer eigenen Zeile unter der Symbolleiste ersichtlich. Die Listenansicht zeigt die gesamte Chronologie der Termine. In Seitenlage dreht die Ansicht nicht - schon etwas schade, vielleicht kommt ja im nächsten Update eine Wochenansicht im Querformat, auf dem großen Display wäre dann die Übersichtlichkeit noch um einiges besser.

Wie erstellt man mit dem iPhone einen Kalendereintrag? Ganz einfach: Ein kleines Plus im linken oberen Eck führt zu einem neuen Termineintrag, daneben finden sich Felder für die drei möglichen Ansichten des Kalenders und kleiner "Heute"-Button, das ist alles. Ein Ereignis ausführlich einzutragen, nimmt etwa eine Minute in Anspruch. Mit meinem eigenen Handy brauche ich dafür im Schnitt 10 Sekunden weniger. Zum Bearbeiten und Nachtragen einzelner Details führt immer ein Fingertipp auf das jeweilige Ereignis. Kategorien für Termine kennt das iPhone nicht, ein Ereignis wird lediglich mit Start- und Endzeit, Wiederholungsintervall, einem Warnhinweis und Notiz gespeichert.

Für allgemeine Notizen ist im Menü ein kleines Programm vorhanden, in Papyrus-Optik und animiertem Blättereffekt. Da kann man die Notizen wieder löschen oder versenden. Mehr nicht. Was macht Apple hier ohne Optionenmenü? Vielleicht steht hier erstmal die Reduktion der Komplexität im Vordergrund: Alles wird einfacher, wenn nicht zu viele Möglichkeiten offen stehen. Aber besteht die Kunst nicht vielmehr darin, komplizierte Menüstrukturen in verständliche Sequenzen aufzudröseln, anstatt die Optionen einfach wegzulassen? Aufgaben und Diktiergerät fehlen ebenfalls - für ernsthafte geschäftliche Nutzung sind das fast unerlässliche Funktionen.

Einen Kontakt mit dem iPhone erstellen - auch dafür muss man keine Beschreibung liefern, wiederum wurde das kleine Plus unübersehbar platziert, diesmal im linkeren oberen Eck der Kontaktliste. Nachdem Vor-, Nach- und evtll. Firmenname eingetragen sind, füttert man das iPhone wahlweise mit weiteren Nummern, mit Standorten bzw. Adressen (mit Anbindung an Google Maps), Emails, URL und weiteren Feldern, die nach einem Klick auf den Button "Feld hinzufügen" eingeblendet werden. Ein Anruferbild kann natürlich ebenfalls zugewiesen werden.

Genial: Mit einem Fingerstreich scrollt man durch die Kontaktliste. Dieses "Drehen am Rad" - so fühlt sich das an - erleichtert die Suche nach Kontakten in einer langen Liste erheblich. Das kleine vertikale Navigationsalphabet am linken Rand erhöht die Übersicht zusätzlich. Die Kontaktansicht gibt schnell und übersichtlich alle Daten an. Wer öfter angerufen werden soll, landet ohnehin ganz einfach auf der Favoritenliste. top

Foto: AMB | Kontakliste

Foto: AMB | Kontaktdetails

 

Connectivity / Sync

Über vier Frequenzbänder lässt sich mit dem iPhone telefonieren, fast weltweit wählt sich das Handy damit ins Telefonnetz ein. Daten werden lediglich mit Hilfe von GPRS und dem Turbo-Aufsatz EDGE abgerufen. Möglich wäre da durchaus mehr, schon da das kleine i vor dem Phone doch so leicht mit Internet assoziiert werden könnte. In ländlichen Gegenden kann sogar noch Zeit vergehen, bis T-Mobile seinen Netzausbau beendet hat. Bis Ende des Jahres sollte der magentafarbene Riese die bundesweite Versorgung mit EDGE dann abgeschlossen haben. Bis dahin wird in manchen Regionen mit GPRS nur Surfen im Zeitlupentempo möglich sein. Nur wer in einer mit WLAN-Hotspots gepflasterten Umgebung lebt, wird sich über schnellste Datenraten freuen. Gepaart mit Steve Jobs ganzem Stolz, dem exzellenten Safari-Browser, surft es sich auf dem großen Bildschirm bequem und rasend schnell.

Manche Unternehmensnetzwerke verwenden virtuelle private Netzwerke (VPN), um auch im Internet Daten verschlüsselt übertragen zu können. Mit dem iPhone kann man sich in VPNs über EDGE oder WLAN einwählen. Die Einstellungen hierfür findet man im Einstellungsmenü.

Der Blauzahn steckt selbstverständlich auch im iPhone. Nach ausgiebigem Test entsteht der Eindruck, dass Apple die Bluetooth-Funktion etwas stiefmütterlich behandelt. Headsets und anderes Zubehör werden zwar schnell gefunden und angeschlossen, Geräte wie Computer und andere Handys findet das iPhone dagegen eher sporadisch und nach langem Warten. A2DP-Stereoheadsets über Bluetooth machen das mobile Musikerlebnis erst richtig angenehm, wie ich finde. Doch nicht mit dem iPhone. Nur über den extratief versenkten Klinkenanschluss dringen die Beats in Stereo bis zu den Ohren vor - ein gekoppeltes Bluetooth-Headset hat hingegen nur beim Telefonieren Sinn. Ein zweiter Minuspunkt: direkt vom iPhone können Bilder nicht über Bluetooth auf andere Geräte übertragen werden. Erst müssen die auf den Rechner geladen und von dort aus weiter verschoben werden. Bluetooth im iPhone ist eben nur eine Insellösung.

Foto: AMB | Vertragen sich sehr gut: das iPhone mit iTunes am PC

 

Mitnichten schwierig gestaltet sich dagegen die Interaktion via USB-Kabel. Einmal eingesteckt und schon verwaltet iTunes alle Bilder, Videos, Podcasts, Fernsehsendungen und auch die auf dem digitalen Wühltisch ergatterten Songs haben ein eigenes Verzeichnis. Im Statusbereich am unteren Fensterrand sind die Anteile der jeweiligen Medientypen am Speicher farbig kodiert. Das ist überaus praktisch: Sollte trotz der üppigen 8 GB der Speicher mal knapp werden, dann wird schnell klar, ob Songs, Videos oder Fotos den meisten Platz verbrauchen. Die Synchronisation der Dateien kann wahlweise auf eingegrenzte Bereiche beschränkt werden, so lassen sich bestimmte Playlisten, Fotoordner, Podcasts oder Klingeltöne anwählen, nur diese werden dann bei der nächsten Verbindung mit dem iPhone aktualisiert. Da iTunes die einzige Möglichkeit darstellt, das iPhone vom Computer aus zu verwalten, sollte sich der User das Programm gut einrichten, eine Portierung von einer iTunes-Medienbibliothek zur anderen lässt sich nur mit dem Löschen des gesamten Inhalts bewerkstelligen.

Foto: AMB | Musikübertragung

 

Kalender und Kontakte, aber auch Mail-Accounts und die Lesezeichen des Browsers wollen ab und zu synchronisiert werden. Wer sein iPhone auf die Dockingstation stellt, wird einen entsprechenden Eintrag für das iPhone finden: Im Reiter "Info" legt der Nutzer fest, was und womit synchronisiert werden soll. Kontakte werden beispielsweise entweder mit Outlook, Yahoo! oder dem einfachen Windows-Adressbuch gesynct, während sich alles andere auf Outlook beschränkt. Sonderlich variabel ist dieses System nicht, Apple bietet hier also nicht mehr als andere Hersteller. Outlook scheint immer noch die am meisten verwendete Software für diesen Zweck zu sein.

Foto: AMB | Synchronisation von Kalender- und Kontaktdaten

 

iTunes selbst beinhaltet keinen Kalender und keine Kontaktverwaltung. Wer einen Apfelrechner hat, für den wird iCal die Synchronisation übernehmen. Über das Netz bietet sich die Lösung Spanning Sync für den Mac an. Schon jetzt sind die Foren voll mit Sync-Problemen mit dem neuen Mac-OS Leopard, da zahlen sich die umgerechnet 18 Euro sicher aus. top

 
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Kommentare
  1. 17.10.10 13:22 aaaaaaaasdfghjklöä# (Gast)

    manchmal stört es echt aba dann freut mann sich auch das mann eins hat

  2. 07.08.10 09:40 Philipp Albin (Member)
    Nur Genügend

    Naja also nach dem Updates wird das iPhone der Generation fast 90 Prozent bekommen

  3. 15.10.09 09:30 Mike chris (Gast)

    Brand new, never used.
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