Dank UMTS und HSDPA-Beschleuniger verspricht das Viewty in Verbindung mit dem großen Touchscreen schnelles und komfortables mobiles surfen in den Weiten des WWW. Aber kann man mit einer Digicam vernünftig im Internet unterwegs sein? Laut LG schon. Beim Start des Browsers kommt man vergleichsweise schnell im Hochformat auf die Startseite, die sich später auch etwas umständlich über die Browsereinstellung und deren Unterpunkt Profile selbst festlegen lässt. Scrollt man mit dem Finger oder dem Stylus nach unten, wird gleichzeitig in der rechten oberen Ecke eine Miniaturseitenansicht des von LG entwickelten Browsers eingeblendet, die die Navigation und Übersichtlichkeit unterstützt. Noch übersichtlicher wird es in der um 90 Grad gedrehten Ansicht, allerdings zeigt der Browser dann nicht zwangsläufig mehr. Beim Surfen auf HTML-Seiten AreaMobile.de fiel auf, dass das Viewty – egal ob Hoch- oder Querformat - links und rechts Tabellen unter den Tisch fallen lässt und lediglich das mittlere Fenster darstellt.
Daran ändert auch keine der Einstellungen etwas. Die sind allerdings allesamt leicht über die Icons am unteren Bildschirmrand erreichbar. Dort gibt es allerhand zu sehen. So kann von dort auf die Startseite zugegriffen werden, Lesezeichen können hinzugefügt und verwaltet werden, ein (einziges) neues Fenster geöffnet, der aktive Link per Email oder Nachricht verschickt oder der Verlauf begutachtet werden. Zusätzlich findet man einen Shortcut für die Browsereinstellungen, die Zugriff auf Renderingmodus, Miniansicht, Cache, Cookies, Java Script und die generellen Sicherheitseinstellungen erlauben. Neben diesem Einstellungsmenü unterstützen weitere virtuelle Tasten bei der Navigation durchs Netz. Wie von „echten“ Browsern am heimischen PC bekannt, erlauben zwei weitere Buttons das Vor- oder Zurückspringen innerhalb der zuletzt aufgerufenen Seiten. Auch eine „Seite neu laden“-Taste hat LG nicht vergessen. Per Druck auf die daneben liegende Taste verschwindet der kleine Iconbalken mit Navigationshilfen und erlaubt die uneingeschränkte Vollbildsicht ins Internet. Die Icons können dann mit einem Druck irgendwo auf dem Display außerhalb eines Links wieder hervorgeholt werden. Ebenfalls eine eigene Taste spendiert LG der 90-Grad-Drehung ins Querformat, die aber wie gesagt nur bedingt hilfreich ist. Wesentlich hilfreicher ist dem gegenüber die durch eine kleine Weltkugel mit Pfeil symbolisierte „Gehe zu URL“-Taste, deren Funktion selbsterklärend ist. Vervollständigt wird die Iconleiste durch einen Button für die Miniansicht. Übrigens werden die fehlenden Inhalte wie auf AreaMobile.de auch in der Miniansicht nicht angedeutet, sie fehlen einfach. Offensichtlich klappt die Anpassung an das mobile Surfen nicht ganz so optimal, wie es zu wünschen wäre.
Immerhin gibt’s für solche Fälle am Ende jeder Seite den Hinweis, dass die Seite für Mobiltelefone angepasst wurde, per Knopfdruck kann man sie sich dann aber auch im HTML- Format anzeigen lassen. Nur leider klappt das nicht wirklich vernünftig. Wählt man diese Option tatsächlich aus, sollte man unter Zeitdruck lieber gleich die rote Ruf-Beendentaste drücken, um den Browser zu verlassen, oder bei ausreichender Zeit einen Kaffee kochen gehen. Fortschritte gibt’s dann nämlich nicht mehr zu verzeichnen. Trotz HSDPA baute sich AreaMobile.de erst nach etwa 2-3 Minuten (!) auf, diesmal zwar auch an den Seiten vollständig, allerdings wurden einzelne Bilder nach wie vor nicht geladen. Zugegeben, unsere Seite ist nicht gerade das, was man unter einer für das mobile Internet angepassten Seite versteht, aber bei HSDPA und einem so großen Display erwartet man zu recht mehr, darüber hinaus trat dieses "Phänomen" auch bei anderen Seiten auf.
RSS-Feeds mögen eine Modeerscheinung sein, doch selbst dann erwartet man sie von einem Gerät aus höheren Preisregionen. LG sieht anscheinend auch das anders, eine Möglichkeit, Nachrichten aktuell auf sein Handy zu laden bleibt dem Viewty-Besitzer vorenthalten.
Und es gibt sie doch: QWERTZ-Tastatur, allerdings nur in der Google-Eingabeleiste oder für Nachrichten
Wenigstens arbeitet der Email-Client zuverlässig. Zumindest, wenn er nicht gerade abstürzt. Klingt lustig, ist es aber nicht. Bei der Einrichtung eines IMAP4-Postfaches kam es regelmäßig vor, dass das Viewty beim Synchronisierungsversuch abschmierte: wieder und wieder erblickten wir das LG-Logo, das auch beim Hochfahren angezeigt wird, um dann nach einer knappen halben Minute wieder auf dem Startbildschirm zu landen. Derartige Probleme traten mit einem einfachen POP3-Zugang nicht auf.
Nachdem man alle Daten seines POP-Postfaches zusammen gesammelt und eingegeben hat, darf man erstmals seine Emails abrufen. Auch hierbei stellt das Viewty keine Geschwindigkeitsrekorde auf. Besondere Übersicht darf der Nutzer danach übrigens nicht erwarten: zwar dürfen eigene Ordner für die einzelnen Postfächer erstellt werden, in denen werden allerdings immer nur vier Emails mit Kontakt und Eingangsdatum versehen dargestellt. Offensichtlich sind einige Sachen mit einer Digicam doch nicht so einfach.
Ein besseres Bild bietet sich vorerst beim Schreiben von SMS oder Emails. Erstellt man eine neue Nachricht, dann wird standardmäßig die virtuelle Tastatur eingeblendet, mit der man dank T9 recht bequem Texte verfassen kann. Doch das Viewty bietet mehr. Wählt man den kleinen Button mit dem Stift und dem großen Buchstaben A an, darf durch den Klick auf den neu erscheinenden Befehl Tastatur zur vollwertigen QWERTZ-Tastatur oder zur Handschrifterkennung gewechselt werden. Diese vollwertige Tastenfolge lässt sich tatsächlich trotz der vermeintlich zu klein geratenen Tasten sehr gut etwa mit den beiden Daumen nutzen. Praktischerweise quitiert das Viewty (nicht nur hier) jede Berührung des Displays mit einem in seiner Intensität einstellbaren Vibrieren. Das sorgt für ordentliches Feedback bei der Eingabe und - scherzhaft gesprochen - kribbelige Finger.
Die Handschrifterkennung kann ihrem Namen nur bedingt gerecht werden. Genau genommen scheint nicht das Handy den Versuch zu unternehmen, die Handschrift des Nutzers zu erkennen, sondern vielmehr der Nutzer das, was das Viewty als Handschrift deklariert. Dementsprechend fällt dann auch das Ergebnis aus. Mit dem Finger sollte man erst gar nicht versuchen, sinnvolle und vor allem orthografisch korrekte Eingaben zu bewerkstelligen. Etwas besser geht das mit dem Stylus, allerdings klappt das nur, wenn man sehr exakt „malt“, „schreiben“ ist das in den meisten Fällen nicht mehr zu nennen.
Kleine Ungenauigkeiten machen schnell aus einem kleinen „l“ ein „e“ oder aus einem großen „L“ ein kleines „c“. Einzelne Buchstaben lassen sich mit etwas Übung dann doch zu Worten formen, komplett geschriebene Buchstabenreihenfolgen ärgern zu grob geschätzten 97 Prozent mit meist am Anfang entstandenen Fehldeutungen, was zum Löschen aller Buchstaben bis zum Fehler führt.Dabei taucht das nächste Ärgernis auf: mit dem Stylus kampfbereit in der Hand muß zum Löschen keine virtuelle Taste, sondern die manuelle Löschentaste inmitten der Rufannahme- und Ablehnungstaste benutzt werden. Ein weiteres Beispiel für das nicht zu Ende gedachte Gesamtkonzept des Viewty. Durch diese Unzulänglichkeiten wird die Handschrifterkennung nach der Probierphase wohl nur von extrem selbstbeherrschten oder masochistisch veranlagten Personen weiterhin genutzt werden. top
Bei den PIM-Funktionen trumpft das Viewty wieder auf. Zahllose Personalisierungsoptionen stehen für Telefonbucheinträge zur Verfügung, wie gewohnt natürlich deutlich mehr, wenn diese nicht nur auf der SIM-Karte, sondern im Telefonspeicher verankert sind. Dazu gehören neben Vor- und Nachname natürlich Handy- und Festnetznummer, Emailadresse, spezielles Anruferbild, Rufton, Internet-, Firmen- und Privatadresse. Zusätzlich kommen noch Firmenname und Position des Telefonbucheintrages hinzu, der dann auch noch einer Gruppe zugeordnet werden darf.
Sollte der User dann doch noch etwas vermissen, kann er diese Daten in einer kurzen Notiz verfassen und ebenfalls zum Eintrag hinzufügen. Geburtstage wären dafür prädestiniert, denn die fehlen in der langen Liste der Konkretisierungsmöglichkeiten, doch die können immerhin direkt im umfangreichen Kalender festgehalten werden. Der ist im Prinzip sehr gut gelungen, kommt aber dennoch nicht ganz ohne Tadel davon. Deutlich stechen in der Monatsübersicht der aktuelle und der angewählte Tag hervor, ebenso Termine. Letztgenannte werden leider nicht noch einmal grafisch unterschieden, allerdings gibt es ohnehin nur die etwas dünne Auswahlmöglichkeit zwischen Termin, Jahres- und Geburtstag. Ein nettes Feature ist hingegen die Möglichkeit, einzelne Tage als Feiertage zu deklarieren, die fortan rot hinterlegt sind. Das Tüpfelchen auf dem i wäre nun eine automatische Markierung der offiziellen Feiertage gewesen, aber deren Fehlen trübt sicherlich nicht das recht gute Bild, dass das Viewty beim Kalender hinterlässt.
Vorteil: Diese Tage können auf Wunsch von der Weckfunktion ausgeschlossen werden. Doch jedes Licht wirft Schatten: sich überschneidende Termine werden weder optisch noch akustisch angemahnt. Auch die Wochenübersicht gibt darüber keine Auskunft. Sie stellt lediglich die gespeicherten Termine durch einen blauen Balken dar. Logisch, dass dabei keine Unterscheidung sich überschneidender Termine möglich ist. Auch in der Tagesansicht wird das nicht gesondert erwähnt, allerdings sieht man natürlich die einzelnen Uhrzeiten untereinander aufgelistet.
Aufgaben dürfen natürlich nicht fehlen, allerdings weisen sie keine Verknüpfung mit dem Kalender auf und werden somit auch nicht darin dargestellt. Daher fällt es schwer, denn Sinn dahinter zu erkennen - auch wenn man drei Prioritätsstufen einstellen darf. top
Das Viewty hat dem iPhone auf jeden Fall Eines voraus: 3G und sogar HSDPA. (Dass der Browser des Apple-Handys trotzdem schneller und besser ist, haben wir ja bereits gezeigt.) Telefoniert wird auf den drei Frequenzen 900, 1800 und 1900MHz.
Zugegeben, WLAN ist schneller, dafür aber natürlich auch mehr oder weniger ortsgebunden. Aus diesem Grund verzichtet LG beim Viewty auch darauf und verlässt sich lieber auf die ungebundene Highspeedvariante, die zumindest theoretisch bis zu 3,6 Mbit ermöglicht. In der Realität klappt das selten und das Viewty macht da keine Ausnahme, wie schon unter Browsing nachzulesen war.
Im Nahbereich nutzt das Viewty die alten Bekannten USB und Bluetooth 2.0. Ein großes Problem bei der USB-Verbindung zum heimischen PC: die Geschwindigkeit und die Abwicklung Versucht man einen Zusammenschluss mit dem PC, darf das Viewty auf keinen Fall im Energiesparmodus schlummern oder die Tastensperre aktiviert sein. Bei Nichtbeachtung dieser Grundregeln ist eine Verbindungsaufnahme gleich zum Scheitern verdammt. Auch nach anschließender Deaktivierung der Tastensperre schafft es die LG-Software nicht, das angeschlossene Viewty zu erkennen. Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist in der Realität ärgerlich, zumal dann nur noch Steckerziehen hilft. Doch auch dann sind nicht alle Probleme obsolet. Leider wird man beim Ankoppeln an den PC nicht gefragt, ob man im Datentransfer- oder doch eher im einfachen USB-Massenspeichermodus auf das Handy zugreifen möchte.
Letztgenannte Wahl sollte übrigens dringend getroffen werden. In Verbindung mit dem Datentransfermodus und der LG-PC-Suite ist das Kopieren von Dateien nur möglich, wenn man eine Menge Zeit übrig hat. Eine große Menge. Um mal eine Hausnummer zu nennen: ein Megabyte in knapp 10 Sekunden. Das ist geradezu dreist und völlig unpraktikabel. Dass das jedoch nicht durch die Hardware bedingt ist, zeigt sich, wenn man im Massenspeichermodus Dateien über den Explorer kopiert oder verschiebt. Überraschenderweise geht das dann in normaler Geschwindigkeit über die Bühne. Selbst Bluetooth ist dann keine schlechtere Wahl; langsamer zwar, aber absturzsicher. top
an die leute die mit dem viewty nicht zufrieden sind und ein kommentar im jahre 2011!!! abgegeben haben:dieses handy/smartphone ist bald mittlerweile 4 jahren auf dem markt!!!Das lg mit einem aus "dieser" zeit stammenden smartphone zuvergleichen,ist ein bißchen arm.Also,mal ein bißchen den kopf anstrengen^^ich habe das telefon auch noch-benutzen tu ich es auch jeden tag.ich wünscht mir auch das es mal ne spur schneller wäre aber leider ist dieses telefon von 2007 d.h. angemessene geschwindigkeit für 2007.lg
ich muss dem beitrag zustimmen.
se kompetent geschrieben, ein lob an den redaktor...
Hallo,
wo kann ich denn hier den Dienstanbeiter verändern. Mein Handy ist auf Vodafone voreingestellt, aber ich habe einen Otelo-Vertrag.
Also ich für mein Teil finde, dass der Bericht von areamobile der einzige im Netz ist, der genau das umschreibt was ich ein Jahr lang mit dem Viewty erlebt habe. Das Handy hat mich einfach nicht überzeugt. Es würde ein sehr langes Posting werden wenn ich alles niederschreiben würde was mich stört... aber das möchte ich loswerden: wenn man Wert auf angenehme Bedienung, eine ausgereifte Software, Personalisierungsmöglichkeiten, Unterhaltung und eine gute Kamera legt... wird mit dem Viewty nicht glücklich werden. Ich hab ein HTC Wildfire seit knapp einem Monat und das ist ein Unterschied wie Himmel und Hölle.
Auch wenn es etwas zu spät kommt:
Ich habe das Handy seit ca. 1,5 Jahren, und bin durchaus zufrieden. Jetzt sind zwar Alle funktionen von anderen Geräten überholt, aber mit dem Viewty bekom´mt man ein wirklich robustes und schönes Handy, was auch heute noch den Anforderungen der Mittelklasse genügt, und das zu super Preisen.
ich habe das handy und es ist ech super ;)