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Wir zeigen die zwei Seiten von LGs KU990 Viewty The Viewty and the Beast

Spezialanwendungen / Java

Dank Java mit MIDP2.0 dürfen entsprechende Programme auf dem Viewty installiert und ausgeführt werden. Das ruckelige einscrollen des Grafikmenüs ließ allerdings schon Schlimmstes vermuten, JBenchmark bestätigt diese Befürchtungen. Mit gerade einmal 360 Punkten im JBenchmark2 und geschätzten 5 Frames im JBenchmark3D markieren diese Werte einen neuen Tiefpunkt sowohl des Viewty als auch der in der letzten Zeit getesteten Geräte. Umso erstaunter ist man, schaut man sich etwa das einzige vorinstallierte Spiel Space Commando an.

Gelungene Muvee-Funktion

Dabei haben die LG-Ingenieure offenbar alles aus dem KU990 herausgeholt. Und das nicht nur grafisch. Bei dem Shooter wird die Bewegung des Protagonisten von der Software übernommen, um plötzlich auftauchende Gegner zu eliminieren reicht ein Fingerdruck auf deren Position des Touchscreendisplays. Genau das erwartet man von einem Handy wie dem Viewty: intelligente, an die Fähigkeiten des Telefons angepasste Anwendungen, die Vorteile, wie sie das berührungsempfindliche Display bietet, auch nutzen. Wenn sie dann, wie in diesem Fall auch noch optisch hübsch verpackt sind, umso besser! Doch das wars dann auch wieder mit guten Einfällen, der Rest wirkt eher altbacken, allenfalls standardisiert.

Dazu gehört ein Taschenrechner, der immerhin mit Zusatzfunktionen wie Sinus, Tangens oder Integralen glänzt, eine zur Genüge bekannte Weltzeituhr und ein komfortabel zu bedienender Umrechner, der sich auf die bekannten Flächen- oder Größenmaße versteht. Ende im Gelände. Auch im Unterordner "Anwendungen" gibt’s nichts weiter zu betrachten, als einen Link auf die Seite des entsprechenden Providers, wo dann bekanntermaßen für mehr oder weniger teuer Geld Zusatzapplikationen heruntergeladen werden dürfen. Laut LG liegt das auch an der derzeitigen Umstrukturierung der Herstellerhomepage, in Zukunft könnten dort also auch speziell auf das Viewty zugeschnittene Softwarehappen zur Verfügung stehen.

Sucht man sich etwas durch die Untermenüs, kommen dann doch noch nette Spielereien zum Vorschein. Da wäre beispielsweise die Muvee-Funktion. Damit lassen sich eigene Bilder und Fotos auf vier verschiedene Arten als Diashow wiedergeben. Je nach gewähltem Modus werden die dann mit allerhand Verfremdungseffekten ineinander übergeblendet und mit Musik hinterlegt. Leider darf man das nicht im Querformat genießen. Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Sprachmemofunktion, die namensgebend dazu dient, maximal drei Minuten lange Sprachaufzeichnungen zu produzieren. Damit verknüpfte Funktionen wie Sony Ericssons TrackID sucht man allerdings vergeblich. Last but not least hat LG dem Viewty sogar einen Office-Viewer spendiert, der sich auf die bekannten Formate für Word-, Adobe- oder Excelldateien versteht. Emails mit derartigen Anhängen stellen das KU990 somit nicht vor Probleme. top

Menüführung / Bediencharakteristika

Kommen wir zum größten Schwachpunkt des Viewty, nämlich zur Bedienung. Es gibt Handys, die schaltet man an und hat Freude. Und es gibt das Viewty. Klingt zu hart? Ist es nicht. Das beginnt schon mit der seltsamen Aufteilung auf zwei Menülogiken. Entweder man ruft das grafische Menü mit seinen einfachen und anschaulichen Icons über einen nicht wirklich erkennbaren Druckpunkt über der untersten Shortcut-Reihe auf, oder man betätigt den Menüpunkt unten links in eben jener besagten Shortcut-Reihe. Erstgenanntes Menü soll eigentlich ein Schnellwahlmenü sein, ob allerdings der Vorteil, beispielsweise zwei anstatt drei Klicks zum erreichen des Browsers zu benötigen so groß ist, dass er eine zweite Menüstruktur rechtfertigt, ist zu bezweifeln.

Foto: AMB | Menü 1...

... und Menü 2 über Umwege

Fischteich-Schema

In beiden Fällen öffnet sich ein Menü, doch irgendwie scheinen im ersten Fall diverse Dinge unter den Tisch zu fallen. Wählt man etwa den Punkt Spiele&mehr an, findet man im ersten Fall nur die Möglichkeit vor, per Internet auf neue Spiele zuzugreifen. Durchsucht man langwierig die Menüpunkte über den zweiten Weg, findet man dort unter dem Menüpunkt Spiele die unterhaltsame Ballerei „Space Commando“. Gleiches gilt für Anwendungen. Versucht man, über den ersten Weg Dinge wie Umrechner oder Weltzeituhr zu finden, landet man in der Sackgasse. Erst der Umweg durch diverse Untermenüs offenbart den Zugang zu diesen Schätzen. Mit Logik hat das wenig zu tun und auch eine längere Eingewöhnungszeit täuscht nicht darüber hinweg, dass das Viewty beim Bedienkonzept trotz Touchscreen nicht sehr intuitiv ausfällt.

Zugegeben, einige Dinge können per Symbol nicht so einfach erklärt werden, wie durch das geschriebene Wort. Das fällt besonders auf, wenn man durch den Sucher der Kamera schaut und dann das Menü dazu aktiviert. 12 Symbole, von denen etwa die Hälfte kryptischen Ursprungs zu sein scheint, lassen nur zwei Möglichkeiten offen: entweder man probiert und lernt durch Erfolg oder Misserfolg, oder man bemüht am laufenden Band das nicht sehr hilfreiche Handbuch.

Wobei gleich ein weiterer Kritikpunkt zu Tage tritt: wenn man schon kein intuitives Handy entwirft, sollte doch wenigstens für ein gutes Handbuch gesorgt sein. Die unterstützende Hilfe in Papierform ist beim KU990 leider viel zu dürftig ausgefallen. Details werden an mannigfachen Stellen einfach ausgelassen. So erreicht man höchstens, dass der Anwender das Viewty nach kurzer Zeit wieder gegen sein altes Handy eintauschen will. In der Redaktion hat das meist keine fünf Minuten gedauert, bis der jeweilige Redakteur genervt war und das Viewty mit erleichtertem Grinsen wieder dem armen Tester zurückgab. Dabei hat das nichts mit Voreingenommenheit zu tun, im Gegenteil. Schließlich hat das Viewty schon viele Vorschusslorbeeren bekommen. Vielmehr mit Psychologie. Warum soll ich mir Mühe machen, wenn ich das bei anderen Produkten nicht brauche? Vor allem, wenn einige der viel gepriesenen Highlights schon beim ersten Ausprobieren nicht vernünftig funktionieren?

Schon der Start des schwarzen Viewty ruft erste Gähnattacken hervor, doch zum Glück wird man das ja nicht zu oft erleben. Dann der erste Dämpfer: das Touchscreendisplay reagiert träge oder bisweilen gar nicht. Nach kurzer Zeit hat man den Eindruck, dass LG statt des Stylus lieber einen Hammer hätte mitliefern sollen. Apropos Stylus: warum der nicht ins Gerät integrierbar ist, weiß wohl nur LG allein. Nach weiterer Gewöhnungszeit beginnt man zwar, sich an das Display zu gewöhnen, toll ist das aber trotzdem nicht. Zusätzlich scheint dessen Empfindlichkeit zu variieren, je nachdem, wo man gerade hin tippen muss. Eins bleibt jedoch: die Verzögerung. Bisweilen reagiert das Viewty erst mit einer halben Sekunde Verzögerung auf die Eingabe.

Unverständlich, warum LG beim Viewty auf einen Lagesensor verzichtet. So schwenkt das Display dann auch nur auf Knopfdruck um 90 Grad und das noch dazu auch nur in einigen wenigen Anwendungen. Dazu gehört neben der Betrachtung von Fotos auch der Browser. Unter bestimmten Voraussetzungen darf man dabei sogar auf eine „echte“ virtuelle QWERTZ-Tastatur zurückgreifen. Warum das nicht immer von allein, also auch beim SMS-Tippen möglich ist, ohne erst diesen Tastaturtyp umständlich anzuwählen, bleibt erneut ein Geheimnis von LG. Noch schlimmer ist das rumpelige Einfaden des Grafikmenüs. Es entsteht beinahe der Eindruck, als ob in schneller Folge drei Bilder abgespielt würden. Obwohl das den Eindruck viel zu geringer Rechenpower des Prozessors suggeriert, verläuft Multitasking dagegen problemlos. Zur Abwechslung vorausschauend gedacht: Ein kleines Symbol im oberen rechten Eck ermöglicht das einfache Wechseln zwischen den aktiven Anwendungen, auch wenn dieses Icon wegen der geringen Größe ohne Stylus nur schwer zu treffen ist. Ansonsten fällt der Player- oder Radiobetrieb im Hintergrund nicht negativ ins Gewicht. Gleichzeitiges Weiterarbeiten mit dem Viewty ist tadellos möglich.

Themes und Wallpaper sind nicht gerade die Stärke des Viewty. LG verlässt sich bei seinem KU990 ganz auf edle und dunkle Farben. Lediglich eines der gerade einmal drei Themes ist etwas innovativer und spricht gezielt die Möglichkeiten des Touchscreendisplays an - wenn auch nur rudimentär. Dabei schwimmt ein Kleiner Goldfisch auf dem Display hin- und her und scheint besonders durch vom Finger per Berührung ausgelöste Wasserbewegungen angesprochen zu werden, worauf er gezielt dort hin schwimmt. Wallpaper gibt es im typischen Sinne gar nicht, allerdings können natürlich eigene Grafiken und Bilder als Hintergrundmotiv herhalten.

Etwas mehr hervorgetan hat sich LG bei den Situationsprofilen. Derer gibt es fünf Stück, zusätzlich können drei eigene erstellt werden. Natürlich dürfen auch die Bestehenden verändert werden. Erreichbar sind sie schnell und unkompliziert - von der Icongröße einmal abgesehen - über einen Tipp auf das kleine Notensymbol am oberen rechten Bildschirmrand. top

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Kommentare
  1. 01.09.11 20:15 killer73 (Gast)
    lg ku 990

    ich habe das handy und es ist ech super ;)

  2. 03.04.11 22:22 Anonymous (Gast)

    an die leute die mit dem viewty nicht zufrieden sind und ein kommentar im jahre 2011!!! abgegeben haben:dieses handy/smartphone ist bald mittlerweile 4 jahren auf dem markt!!!Das lg mit einem aus "dieser" zeit stammenden smartphone zuvergleichen,ist ein bißchen arm.Also,mal ein bißchen den kopf anstrengen^^ich habe das telefon auch noch-benutzen tu ich es auch jeden tag.ich wünscht mir auch das es mal ne spur schneller wäre aber leider ist dieses telefon von 2007 d.h. angemessene geschwindigkeit für 2007.lg

  3. 31.03.11 16:50 Anonymous (Gast)
    lg ku 990

    ich muss dem beitrag zustimmen.
    se kompetent geschrieben, ein lob an den redaktor...

  4. 20.02.11 13:54 Anonymous (Gast)
    Internet-Provider

    Hallo,

    wo kann ich denn hier den Dienstanbeiter verändern. Mein Handy ist auf Vodafone voreingestellt, aber ich habe einen Otelo-Vertrag.

  5. 04.01.11 22:57 Anonymous (Gast)
    Das schlimmste Handy das ich jemals hatte.

    Also ich für mein Teil finde, dass der Bericht von areamobile der einzige im Netz ist, der genau das umschreibt was ich ein Jahr lang mit dem Viewty erlebt habe. Das Handy hat mich einfach nicht überzeugt. Es würde ein sehr langes Posting werden wenn ich alles niederschreiben würde was mich stört... aber das möchte ich loswerden: wenn man Wert auf angenehme Bedienung, eine ausgereifte Software, Personalisierungsmöglichkeiten, Unterhaltung und eine gute Kamera legt... wird mit dem Viewty nicht glücklich werden. Ich hab ein HTC Wildfire seit knapp einem Monat und das ist ein Unterschied wie Himmel und Hölle.

  6. 08.12.10 14:54 Anonymous (Gast)

    Auch wenn es etwas zu spät kommt:

    Ich habe das Handy seit ca. 1,5 Jahren, und bin durchaus zufrieden. Jetzt sind zwar Alle funktionen von anderen Geräten überholt, aber mit dem Viewty bekom´mt man ein wirklich robustes und schönes Handy, was auch heute noch den Anforderungen der Mittelklasse genügt, und das zu super Preisen.

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