Der extraschmale Karton verrät schon viel über die Form des 6500. Mit aus dem Papp-Quader schlüpfen Ladegerät, Headset und Datenkabel - eine klassische Ausstattung für den klassischen Protagonisten dieses Tests. Das doppelseitig bedruckte Faltblatt mit einem Hauch Selbstbeweihräucherung soll wohl auch nach dem Kauf für Zufriedenheit mit der eigenen Entscheidung sorgen. Zur Vermittlung der Fakten liegt ein großformatiges 60-seitiges Handbuch bei. Was angenehm auffällt: gleich zu Beginn steht eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen (FAQ), auch der Standardsperrcode ist gleich auf den ersten Seiten zu finden.
Die mitgelieferte CD startet eine filmreife Präsentation des 6500 classic mit träumerisch-verspieltem Soundtrack und hypnotischen Hintergrundanimationen. Informationen bekommt man hier zwar wenige, das Ganze macht aber optisch schon Einiges her. Von der CD-Rom wird die Nokia PC Suite auf dem Rechner installiert. Mit dabei ist auch der Nokia Wireless Presenter, der dazu dient, vom Handy aus auf Microsoft Powerpoint-Präsentationen zugreifen zu können. Zu guter Letzt rundet Adobes Fotoarchivierungs- und Bearbeitungsprogramm Photoshop Album Starter Edition das kleine Software-Potpourrie ab. top
Nokia versucht schon seit einiger Zeit, mit der classic-Serie Rekorde zu brechen. Wie stellt man aber einen Rekord in Gewöhnlichkeit auf? Schon mit dem 6120 classic ging ein unaufgeregtes, aber dennoch nicht altbackenes Design einher. Quasi das Gegenteil der hysterischen Walkmänner bieten die flachen classic-Nokianer, im Falle des 6500 wahlweise in Bronze oder Schwarz. So bleibt die Außenwirkung zurückhaltend und beschränkt sich auf einige verchromte Rahmungen, bzw. Metallfräsungen um Ziffernblock und Display. Auch der Navkey und die Kameralinse sind silbern eingefasst; der Telefonielautsprecher ist halbseitig mit glänzender Optik versehen.
Die Rückseite wirkt dagegen etwas unbeholfen: LED-Leuchte, Kameralinse und Außenlautsprecher bilden zusammen mit dem Nokia-Logo auf dem gebürsteten Aluminium ein etwas zusammengewürfeltes Ensemble. Da es keine seitliche Extratasten gibt, ist der Ziffernblock und die Steuereinheit samt Softkeys harmonisch konzipiert, was im Gesamteindruck zum Minimal-Outfit des Schmalhans beiträgt.
Mit rekordverdächtigen 9,5 Millimetern Tiefe befindet sich das 6500 classic unterhalb der zur psychologisch wichtigen 1-Zentimeter-Marke - da können nur ganz wenige Handys mithalten. Auch die Schwelle von 100 Gramm kann das Handy knapp unterbieten: nur 94 Gramm bringt es trotz der edlen Metallic-Hülle auf die Waage. Der extrem hosentaschentaugliche Flachmann dürfte auch in der Hemdtasche kein allzu schwerer Begleiter sein. Die massive und metallene Bauweise weist Fingerabdrücke ab, sorgt allerdings für einen lautes Geräusch, wenn das Handy auf den Tisch fällt. Die Akku-Verschalung besteht dagegen aus Plastik im Klavierlack-Look - schön anzusehen, doch schnell mit Fettflecken übersät.
Rundum unkaputtbar ist der Eindruck vom Gehäuse. So leicht scheint dem Metallrahmen der Zahn der Zeit nichts anzuhaben. Mit dem 6500 classic kann Nokia - in letzter Zeit eher berühmt für schwere Mängel in der Verarbeitung - nun wieder aufholen und zu Verarbeitungsprofis wie Motorola und Samsung aufschließen. Nicht nur mit "schlanker Eleganz und Minimalismus" wirbt die Präsentation fürs 6500 classic, der User wird sogar dazu aufgefordert, sich im Experiment von dessen Robustheit zu überzeugen. Ganz einig waren wir uns nicht, ob wir nun das Handy im Zimmer rumwerfen und an den Marterpfahl fesseln sollten; wir einigten uns schließlich darauf, dem auch so Glauben zu schenken.
Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als gäbe es am ganzen Nokia 6500 classic keine Öffnung: der Akku lässt sich sehr einfach freilegen. Wie raffiniert auch immer ein Akkudeckel konstruiert sein kann, in diesem Fall ist die einfachste Lösung die beste: Das Handy wird ganz simpel auseinandergezogen, erst daraufhin löst sich die Verschalung wie ein Handschuh vom Gerät. Aus dem Staunen wird mitunter auch ein Schrecken, denn das USB-Kabel steckt mitunter so fest im Slot, dass es dem Gerät buchstäblich den Akkudeckel auszieht. Doch keine Sorge: im Normalgebrauch sitzt alles bombenfest an seinem Platz. Beim Schließen sollte übrigens ein Auge darauf geworfen werden, dass der Deckel ordentlich in der Schiene sitzt, da er sonst schief einrastet.
Die Spaltmaße sind gleichmäßig, kein Wackeln und kein Spiel - was die Verarbeitung betrifft, sind da kaum Bedenken anzumelden. Im Vergleich zum 6120 classic macht die Zifferntastatur des 6500 classic auch keine Sorgen - bei Nokias HSDPA-Klassiker ließen sich die Zifferntasten extrem weit aus der Verankerung ziehen. Präzise ist der kleine microUSB-Slot in den oberen Gehäuserahmen hinein konstruiert worden. Ein kleiner flexibler Gummideckel schützt den Port vor Verschmutzungen und Umwelteinflüssen. Um die Öffnung herum sammelt sich aber schon nach kurzer Zeit Schmutz und Staub. top
Das Display erstreckt über eine Diagonale von 2 Zoll und stellt reichhaltige 16 Millionen Farben dar. Eine manuelle Anpassung der Helligkeit über`s Menü hat man beim 6500 ganz bewusst weggelassen, denn die wird dank eines Sensors über dem Display automatisch an die Lichtverhältnisse der Umgebung angepasst. Ein allzu großer Segen ist das nicht, insgesamt wirkt das QVGA-Display mit 320x240 Pixeln manchmal ein klein wenig dunkler als vergleichbare Geräte. Man muss klar sagen: andere Modelle desselben Herstellers bieten mehr Leuchtkraft (und damit auch bessere Kontraste). Trotzdem ist das Dispkay des 6500 classic vollkommen tauglich, scharfe Abgrenzungen zwischen den Icons und Schriften darzustellen. Da es transreflektiv ausgelegt ist, wird man auch an sonnigen Tagen keine Probleme mit z.B. dem Lesen einer SMS haben.
Ein Pluspunkt: Reflexionen und Spiegelungen halten sich sehr in Grenzen. Doch auch wenn die Displayabdeckung extrem entspiegelt ist, viel scheint sie nicht auszuhalten: schon auf leichten Druck schleichen sich spektralfarbene Schlieren in die Darstellung. Im Gegensatz zu Klapphandys liegt die Displayoberfläche bei Handys in Barrenform ja immer frei, ein weniger flexibles Material hätte dem 6500 classic dementsprechend gut zu Gesicht gestanden.
Softkeys und Anruftasten haben im Vergleich zum 6120 classic ein paar Millimeter mehr spendiert bekommen, so daß sich alle Tasten oberhalb des Ziffernsblocks nun mühelos bedienen lassen. Die Druckpunkte sind gleichmäßig über die gesamte Tastatur verteilt und ausnahmslos alle Tasten geben ein knackiges Feedback. Die Zifferntasten sind klein und eng übereinander konstruiert, eine winzige Finger-Rampe aus Metall hilft zwar dabei, jede Taste klar zu erfühlen, auf Dauer kann das aber schon mal nerven.
Der NavKey besteht aus einem großen Bestätigungsknopf und einem drumherum konstruierten metallenen Rahmen, welcher der Richtungsnavigation dient. Auch mit langen Fingernägeln oder breiteren Fingern entstehen hier kaum Schwierigkeiten. Im Blindtest stellt die Trefferquote von 100% der kleinen Tastatur ein gutes Zeugnis aus. Auf seitliche Extra- und sonstige Erweiterungstasten muss der User beim 6500 classic ja komplett verzichten. Das Minimal-Motto ist hier vielleicht etwas zu konsequent umgesetzt worden - ob sich die Multimedafähigkeiten des Barrenhandys dennoch bequem bedienen lassen, klären wir in .
Die automatische Helligkeitsanpassung mag im Alltag durchaus behilflich sein - auch wenn sie eher der Anpassung an die Dunkelheit dient und daher auch als Dunkelanpassung zu bezeichnen wäre. Dadurch sind Display- sowie Tastaturbeleuchtung im in tiefer Nacht sehr ausgewogen und das freut den User: Der Tastenblock ist komplett ausgeleuchtet, die Zifferntasten heben sich kontrastreich ab und in kräftigen Farben sind Ruftasten und Softkeys illuminiert - die Beleuchtung eines Fußballstadions bei Nacht ist nichts gegen das 6500 classic. top
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