Twitter Facebook Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
 
 

Multimedia-Rakete oder Rohrkrepierer? Nokia N81 8GB

"Es ist die großartigste, kleinste Show der Welt". Unübersehbar hat Marktführer Nokia die bekannte Welt mit Plakaten und Bannern zugepflastert, die das N81 als neues Multimedia-Flaggschiff anpreisen. Tatsächlich betritt der finnische Hersteller Neuland: der Slider ist eines der ersten Handys überhaupt, das die unterstützt. Wie großartig das kleine N81 im Alltag ist, zeigen wir auf den folgenden Seiten. Uns stand dabei das "gößere" N81 8GB zur Verfügung.

Lieferumfang & Verpackung

Die riesige Schachtel im schlichten Nseries-Layout weckt ebenso riesige Erwartungen. Da passt viel rein! Luft zum Beispiel. Nokia packt kaum Extras in die Kiste: neben dem Handy findet man lediglich die üblichen Standards wie USB2.0-Verbindungskabel, Netzstecker, Bedienungsanleitung und die neueste PC Suite. Und anstelle hochwertiger Kopfhörer erwarten den Nutzer nur schlecht sitzende Plastikstöpsel, die sich glücklicherweise schnell durch ein hochwertiges Paar ersetzen lassen. Immerhin liefert Nokia eine funktionsreiche und vor allem hübsche kabelgebundene Fernbedienung inklusive 3,5 mm Anschluß mit. Trotzdem: für eine hochgezüchtete Multimedia-Maschine ist der Lieferumfang ziemlich dürftig. top

Foto: AMB | Nokia N81 8GB Lieferumfang

 

Design & Verarbeitung

Man kennt das ja bereits von anderen Mobiltelefonen. Sobald die Worte Gigabyte, WLAN und HSDPA fallen, ist klar, dass kein ultraschlankes Modell auf den Käufer wartet. Eine umfangreiche Austattung hat nun mal ihren Preis: beim N81 schlägt sich das mit der stattlichen Tiefe von 1,8 cm und einem Gewicht von 140 Gramm nieder. Doch wer den im Sommer 2006 erschienenen Namensvorgänger N80 daneben legt, wird entdecken, dass sich in 1 ½ Jahren doch einiges getan hat. Um einen Zentimeter ist das N81 geschrumpft - und das trotz 8GB Festplatte. Auch das N91 8GB, der eigentliche Vorgänger des N81, genehmigte sich mit 2,2 cm wesentlich mehr Tiefe als der neueste finnische Multimedia-Slider

Foto AMB | Ordentlich geschrumpft: Nokia N81 und N80

 

Trotz der Schrumpfkur bleibt auch das N81 das genaue Gegenteil eines ultraflachen Sliders. Hemd- und enge Hosentaschen sind die natürlichen Feinde des Schiebehandys. Der schwarze Klavierlack ist nicht das einzige Detail, das verdächtig an ein Brikett erinnert. Das Klotzdesign wird noch durch die kantige Linienführung verstärkt, die ja fast schon zu einem finnischen Markenzeichen geworden ist. Breit, schwarz, stark: man muss nicht unbedingt einen bekannten Reifenhersteller zitieren, um zu verdeutlichen, dass das N81 vor allem eine männliche Zielgruppe ansprechen dürfte. In diese Kerbe schlagen auch die beidseitig eingelassenen und für ein Mobiltelefon riesigen Lautsprecher: prollige Metallgitter erinnern unwillkürlich an ein aufgemotztes HiFi-System. Da freut man(n) sich schon auf druckvollen Sound - ob dieses Versprechen erfüllt wird, betrachten wir in .

Foto: AMB | Nokia N81 8GB Vierseitenansicht

 

Der Klavierlack wurde auf Hochglanz poliert und zieht daher Fingerabdrücke an wie ein Magnet. Ärgerlich: vor dem schwarzen Hintergrund werden die unschönen Fettschlieren besonders deutlich sichtbar. Bereits nach einigen Minuten Benutzung ist das N81 dermaßen mit Schleifen, Bögen und Windungen übersäät, dass man meint, die einzelnen Finger mit bloßem Auge unterscheiden zu können. Selbst Samsungs Glanzwunder SGH-U700 nimmt sich dagegen wie ein Waisenknabe aus. Einzig die Gehäuseseiten kann man getrost begrapschen, das sie komplett in Silbermetallic gehalten sind, an dem jegliche Spuren unsichtbar abperlen.

Ffoto AMB | Außenseite mit prolligem Lautsprechergräting

 

Im Gegensatz zu den Lautsprechergrätings hat Nokia andere Gehäuseöffnungen weniger ansprechend vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt. Genauer gesagt gar nicht. In der Kopfseite klafft ein tiefes Loch für 3,5mm Klinkenkopfhörer während auf der Unterseite frei liegende Anschlüsse für Netz und microUSB in Auge stechen. MicroUSB? Richtig, beim N81 kommt der neueste USB-Schnittstellenstandard zum Einsatz, der etwas schmaler, dafür aber auch breiter als die bekannten miniUSB-Anschlüsse daher kommt.

Foto AMB | N81 8GB Ober- und Unterseite

 

Entgegen dem, was der Name suggeriert ist micro hier also nicht kleiner als mini. Wozu das Ganze? Wir können im neuen Standard jedenfalls keine bahnbrechenden Vorteile gegenüber dem Vorgänger erkennen, den Nokia etwa beim 6120 classic einbaut, zumal Akku nach wie vor über einen eigenen Anschluss geladen werden muss. Eher einen Nachteil, denn die handelsüblichen Kabel können nun nicht mehr als Ersatz herhalten, wenn die das mitgelieferte microUSB-Kabel gerade nicht zur Hand ist.

Doch die drei offenen Anschlüsse sind leider nicht die einzige Angriffsfläche für Staub und Siff aus der Hosentasche. Nokia begeht den Kardinalfehler und bohrt für die Kamera ein Loch in den Akkudeckel, der die gesamte Rückseite einnimmt. Das senkt zwar die Herstellungskosten, wird aber schnell zum ärgerlichen Staubfänger. Doch es kommt noch schlimmer: wer eine SMS schreibt oder in den Menüs stöbert, wird schnell bemerken, dass er bei jede Eingabe mit einem kräftigen Knarzen Feedback erhält. Zumindest bei unserem Testmodell quittierte der Akkudeckel schon leichteren Druck mit nervigen Quietsch-Geräuschen.

Das ist nicht besonders Vertrauen erweckend und erinnert daran, dass allem Glanz zum Trotz doch nur Plastik unterm Klavierlack steckt - da freut man sich fast schon über die Tatsache, dass die Oberseite stramm gefedert auf und zu gleitet und die Spaltmaße der einzelnen Gehäusekomponenten schnurgerade gesetzt wurden. Puhh, also gerade noch am Totalverarbeitungsschaden vorbei geschrammt. Eben typisch Nokia. top

Display & Tastatur

Nicht nur bei der Anzeige von Bildern und Videos, auch im Dunkeln, bei der Web- und Menüdarstellung und beim Browsen sollte die Anzeige bei Vertretern aus Nokias Nseries was hermachen. Zwar noch etwas kleiner als beim N95, dennoch aber groß genug, um maximal 12 Zeilen darauf unterzubringen ist das 2,4 Zoll große Display des N81 8GB.

Foto AMB | N81 8GB Display

 

Auf den ersten Blick wirkt es etwas schmaler als bei vergleichbaren Handys, doch das Seitenverhältnis entspricht dem üblichen Wert von 4:3. Auf einem Viertel der VGA-Auflösung - 240x320 Pixel - erscheint die Anzeige kontrastreich und über die inflationäre Verwendung von Antialiasing erhaben, auch komplexere Kleingrafiken verschwimmen nicht. An Sonnentagen geht die Ansicht auch im Lichthagel nicht unter - dank transreflexiver Auslegung ist das Display auch bei extremer Helligkeit noch ablesbar, zudem verhindert eine kaum spiegelnde Plexiglasoberfläche störende Reflexionen. Ein Lichtsensor zur automatischen Regulation der Helligkeit wie beim 6500 classic oder E61i sucht man vergebens, im Dunkeln Geblendete können sich aber mit der manuellen Einstellung der Helligkeit behelfen - die reicht von kaum sichtbar bis strahlend hell.

Bei Aufschieben des Sliders kommen 12 leuchtende Ziffern und Symbole zum Vorschein. Die glänzenden Plastiktasten geben knackiges Feedback und haben kaum Spiel in der Einfassung, 4 miteinander verbundene Querleisten lassen keine Wackler zu und erlauben durch horizontale Abgrenzungen zielsicheres Tippen. Die Menütasten unterhalb des Displays können da nicht mithalten: Sie sind zwar großfächig ausgelegt, nerven aber mit zweifelhaften Druckpunkten.

Foto: AMB | Nokia N81 8GB Tastatur

 

Fraglos das Innovativste am N81 ist sein Navkey - diese zu den Bedienrichtungen hin leicht aufgewölbte Kunststoffkomponente wurde von Nokia mit einem berührungsempfindlichen Sensor erweitert. Streicht man sanft über die Oberfläche, bewegt man so beispielsweise den Cursor durch die Menüs oder wechselt durch die Songs seiner Musiksammlung. Das klappt in der Praxis ausgesprochen gut, solange man mit femininem Feingefühl übers Steuerkreuz streichelt - wer so viel Zartheit im Alltag nicht aufbringen kann, kann die Gefühlsrezeptoren im Einstellungsmenü auch deaktivieren.

Foto: AMB | Reagiert auf Striecheleinheiten: Nokia N81 8GB NavKey

 

Von dieser Jogdial-ähnlichen Bedienung einmal abgesehen verhält sich das Plastikquadrat wie ein herkömmlicher NavKey mit großer und gut akzentuierter Bestätigungstaste. In bestimmten Bediensituationen registriert er auch diagonale Bewegungen, was unter anderem die Steuerung von komplexen Spielen vereinfacht. Die sind übrigens eine Domäne des schicken Sliders: als erstes Nseries-Modell ist das N81 8GB explizit auf die neue Ovi-Komponente N-Gage angepasst und verfügt über zwei spezielle Gaming-Tasten am Kopf der Slideroberseite, die von Spielen zur Steuerung herangezogen werden können. Eine weitere Spezialtaste findet man direkt neben dem Navkey: mit ihr aktiviert man analog zu Nokias Musikfestplatterich N91 wahlweise MP3-Player oder Hauptmenü. Auch sonst mangelt es dem N81 mit Sicherheit nicht an Bedienmöglichkeiten: zählt man den Navkey nicht mit, laden insgesamt 11 Tasten auf der stets zugänglichen Slideroberseite zum fröhlichen (Ver-)tippen ein; obwohl einige durchaus den Anschein erwecken, ist aber keine von ihnen berührungsempfindlich. Als wichtigstes Bedienelement entpuppt sich dementsprechend der Schiegeregler auf der Kopfseite, der das N81 auf Befehl in den Tastensperren-Tiefschlaf versetzt.

Wie im Bild unten zu sehen, hat man im Dunkeln absolut keine Probleme, sich auf der Tastatur des Sliders zurechtzufinden. lediglich die Tasten. Im Playermodus kommen noch die Extratasten um die Steuertaste herum hinzu, nicht zu vergessen auch die Spiele-Tasten am oberen Ende des Sliders. Auch die sind beleuchtet, wenn sie denn gebraucht werden. Zum Beispiel beim Zoomen im Kameramodus. top

Foto: AMB | Nokia N81 8GB Tastaturbeleuchtung

 
Kommentar schreiben
  1. Du bist nicht dabei?
    Werde Teil der Community
    Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
    Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
    Benutzername:
    Hinweis: Da Du nicht angemeldet bist, kannst Du hier einen alternativen Namen angeben.
    Titel: (optional)
    Kommentar:
    Bitte gib hier die Buchstaben vom nebenstehenden Bild ein.
 
Kommentare
  1. 27.10.09 00:07 Anonymous (Gast)

    cool viel besser als des n85

  2. 30.08.08 13:35 Anonymous (Gast)

    Auch hier dasselbe Problem, wie bei vielen Slider-Handys. Der Kante des oberen Slider ist viel zu dicht an den oberen Tastaturtasten. So läßt sich nur schwerlich tippen. Hier besteht bei allen Slider-Handys Nachholbedarf, der untere Slider müßte nur 2-3 mm weiter nach unten zu schieben gehen und das Problem wäre gelöst.

  3. 01.05.08 14:08 Anonymous (Gast)

    vorhin war's noch eine mechanische Festplatte...

  4. 23.01.08 13:04 rinzewind (Expert Handy Profi)

    Schwarz, Breit, Stark - der Slogan passt!
    Und er kommt mir ausgesprochen bekannt vor... :D

    Der Endkommentar des Bereichs trifft vermutlich den Nagel auf den Kopf - eben typisch Nokia!

  5. 11.01.08 19:57 philz95

    Das N81 scheint ja tolle Kamerafunktionen zu haben! Nur sehr schade, dass die Bildqualität beinahe vollkommen auf der Strecke geblieben ist. Dieses Bildrauschen ist ja schrecklich - besonders für ein Nseries-Modell!

antworten
Aktuelle Handy Testberichte
weitere Handy Testberichte