Mobile Fotografie für höchste Ansprüche. Das benennt Samsung als Hauptargument für das neue SGH-G800 und tatsächlich versprechen die technischen Details höchsten Fotogenuss. Denn nicht nur der optische Zoom sucht auf dem deutschen Markt bislang seinesgleichen. Doch ist das Handy wirklich "Photographer's Choice" wie die Verpackung selbstbewusst verkündet? Wir haben reingeschaut.
Beim Lieferumfang wird der angestrebte Anspruch leider nicht erreicht, denn der ist ziemlich mager ausgefallen. In der eleganten Schachtel stecken nur die üblichen Zutaten wie Handy, Akku, Ladekabel, Stereo-Headset, Datenkabel und Handbuch. Das Fehlen einer MicroSD-Speicherkarte ist bei einem 5-Megapixel-Handy unverständlich, schließlich ist der interne Speicher von 150 MB schnell vollgelaufen, wenn ein einziges Foto locker etwa 2 MB belegt. Das erinnert verdächtig an LG's Viewty, da muss man die Speicherkarte ebenfalls aus eigener Tasche zukaufen. top
Eine moderne Digitalkamera ist heutzutage kaum größer als eine Zigarettenschachtel. Das Kamera-Handy G800 kommt da nicht mit. Mit den klotzigen Maßen von 102x52x19 mm und einem Gewicht von etwa 139 Gramm erinnert es an Nokias "Computer 2.0" N95, das bei seinem Erscheinungsdatum nicht gerade als klein durchging. Und das ist inzwischen fast ein Jahr her. Immerhin schafft es Samsung, das G800 weitaus edler zu gestalten. Das ist keine Überraschung, für herausragendes Design und Verarbeitung ist der koreanische Hersteller ja ohnehin bekannt. Ob man sich nun das Armani-Phone P520, den hauchdünnen Design-Schieber U700 oder das Einsteiger-Klapphandy E210 anschaut - elegant sind sie alle. Das G800 macht da keine Ausnahme.
Dabei glänzt der dicke Schieber im wahrsten Sinne des Wortes. Abgesehen von der dunklen und nicht spiegelnden Displayoberfläche, wird die Front vor allem durch eines geprägt: Chrom. Sowohl die Displayeinfassung als auch die wenigen Tasten der Oberseite glänzen metallisch und ziehen damit, neben Fingerabdrücken, auch die Blicke umstehender Menschen auf sich. Das übrige Gehäuse weiß ebenfalls zu gefallen. Dabei spielt es noch nicht einmal eine Rolle, ob hier Kunststoff im Metallic-Look oder echtes Metall Verwendung findet. Unterscheiden kann man die Materialien nämlich kaum. Alles wirkt wie aus einem Guss und imitiert oder besteht tatsächlich aus gebürstetem Aluminium. Selbst die Tastatur besteht aus einer dünnen Alu-Platte.
Die Rückseite des G800 wirkt allerdings nicht ganz so elegant wie der Blick auf die Front vermuten lässt. Das liegt nicht etwa am Material - im Gegenteil: Die Panzerplatte, die Samsung zum Schutz der Kameralinse verbaut hat, wirkt nicht nur wertig zuverlässig, sondern auch extrem massiv. Das lässt Erinnerungen an Sony Ericssons "Buckelwal" K800i aufkommen, auch wenn der haptisch nicht so hochwertig daher kam. Apropos Panzer: Auch die protzig verchromte Öse für Lanyards, die Samsung linksseitig platziert, erinnert mehr an eine Anhängerkupplung als an eine Halterung für Handyanhänger.
Foto: AMB | Die schützt die Kameralinse, sorgt aber auch für einen unschönen Buckel auf der Rückseite
In puncto Verarbeitung überzeugt Samsung wie gewohnt auf ganzer Linie. Die Oberseite des G800 gleitet sanft, und doch mit Nachdruck, wie auf gut geölten Rollen auf und schnappt mit einem satten Schnalzen ein. Selbst im aufgeschobenen Zustand hat sie nicht einen Milimeter Spielraum und klebt wie festgewachsen an der Unterseite. Selten haben wir einen Schiebemechanismus in ähnlicher Perfektion erlebt.
Foto: AMB | Die Lautsprecher auf der Kopfseite, deutlich wird auch, wie schnell sich Fingerabdrücke aufs Gehäuse schleichen
Knirschen oder Knarzen ist dem G800-Gehäuse völlig fremd. Das gilt auch für die Kameraabdeckung. Die ist noch einen Tick straffer gelagert, gleitet aber genau so souverän wie die Oberseite und macht nicht den Eindruck, als ob sie unbeabsichtigt in der Tasche aufgeht, im Gegenteil: Bei solch einem stramm gefederten, aber dennoch leichtgängigen Schieber hat man schon beinahe Angst um seine Finger. Beeindruckend, was die Koreaner da auf die Beine gestellt haben. Lobend hervorzuheben ist auch die Tatsache, dass - wenn man denn aus eigener Tasche zukauft - die microSD-Karte über einen Slot an der rechten Seite eingelegt werden kann. Das erspart das Herausnehmen des Akkus, was aber ansonsten problemlos zu bewerkstelligen ist. Übrigens: Müssen wir überhaupt noch erwähnen, dass der microSD-Slot genauso wie der Port für Netzstecker, Kopfhörer und USB-Kabel durch fest sitzende Kunststoffabdeckungen fast schon luftdicht vor der Außenwelt geschützt werden? top
Beim Display, das 262.144 Farben in QVGA-Auflösung (320x240 Pixel) auf 2,4 Zoll ausbreitet, macht Samsung ebenfalls alles richtig - und doch anders. Irgendwie wirkt das auf den ersten Blick nämlich noch einen Tick brillanter als bisher. Egal ob Bildschärfe, Farbintensität oder Kontrast, kein anderes Display kann auf den ersten Blick von sich behaupten, wesentlich besser zu sein.
Nicht einmal Nokia-Displays, und die haben schließlich knapp 16 Millionen Farben mehr anzubieten. Erst bei sehr genauer Betrachtung fällt etwa bei Farbverläufen über ein breites Spektrum auf, dass dann doch nicht so viele Farben wie auf einem Finnenhandy vorhanden sind, da sich leichte Abstufungen erkennen lassen. Auch bei der Schrift könnte Samsung noch etwas nachbessern, denn leichte Treppeneffekte sind durchaus sichtbar. Stören dürfte das im Normalfall allerdings niemanden.
Dass Samsungs G800 so verdammt gut aussieht, verdankt es nicht zuletzt einer fließenden Integration der Nav- und Telefontasten in das Gehäusedesign. Letztere sind in den glänzenden, umlaufenden Chromrahmen gebettet und, dank einer überlegten Anordnung und knackigen Druckpunkten, überaus komfortabel bedienbar. Das Tüpfelchen auf dem i stellt die separate "Löschen"-Taste dar, die gut zugänglich in der Mitte platziert wurde und nicht nur bei Vertippern gute Dienste leistet. Klares Fazit: Sieht gut aus und fühlt sich gut an. Das gilt auch für den quadratischen NavKey und die flankierenden schmalen Softkeys.
Aufgeschoben ergibt sich ein anderes Bild. Nach dem ersten Tippen auf der Zifferntastatur des G800 wird schnell eine Schwachstelle sichtbar. Während Tastengröße, Abstände sowie gut ausgeprägte Druckpunkte schnelles SMS-Tempo garantieren, sinkt die Geschwindigkeit rapide in den Keller, wenn man seinen Blick von der Tastatur abwendet. Kein Wunder, wurde die Tastatur doch RAZR-like aus einem dünnen Aluminiumblech gestanzt. Zwar sind die Tasten vertikal und horizontal durch schmale Aussparungen getrennt, allerdings sind diese kaum erfühlbar, sodass "blindes" SMS-Tippen mit dem dicken Schieber eine große Herausforderung darstellt. Lediglich die leicht hervorstehende "5" lässt sich gut erfühlen. Function follows Form: Wie schon bei U600 oder U700 wurde das zweifellos herausragend elegante Design zu Lasten der Usability erkauft.
Die Lautstärkewippe und der Kameraauslöser auf der rechten Seite sind hingegen über jeden Zweifel erhaben, auch wenn letztere nach unserem Geschmack ruhig etwas höher platziert sein könnte. Gerade den Auslöser für die Kamera haben wir bei vielen anderen Handys in letzter Zeit weit weniger exakt dosierbar vorgefunden. Beleuchtet sind Wippe und Auslöser natürlich nicht, die restlichen Tasten erstrahlen aber in gut sichtbarem und sachlich kühlem Weiß. Dumm nur, dass Samsung die Navigationsleiste unterhalb des Displays von der Beleuchtung ausspart. top
Jungs also ?*ch knipse alle Fotos im Szenenmodus "Party/Indoor" und ich hab 0 Probleme mit dem Verwackéln. Selbst 3 fach rangezoomt ist der Anteil der scharfen Bildern noch bei geschätzten 80%
Nachts hingegen wird es schwieriger....
an redaktion
wann testet ihr das g810 von samsung
öhm jungs also ich bin mit der bildqualität extremst zufrieden. Die Bilder sind nicht stark komprimiert, am Tag 0 Bildrauschen.
Aber ich stimme euch zu, im Vergleich zu anderen 5mp Handys kann das SGH G800 nur schlecht abschneiden, denn der Automatikmodus ist ranzig. Und um einen direkten Vergleich machen zu können also um "Gleichheit" herzustellen das geht nur mit dem Automatikmodus.
Bastelt man aber ein bisschen an den Einstellungen rum, so erreicht man grandiose Aufnahmen am Tag und selbst Partyfotos werden gut. (ISO auf 400, Stabilisator ein, Autofocus aus)
so hab das gerät grade erhalten und bin eigtl auch top zufrieden.
ich glaube nicht, dass der blitz zu duster is. der vom k850i war auch nich so viel heller. ich glaub viel mehr die steuerung der linse funktioniert da nicht wirklich optimal und die verschlusszeit oder lichtempfindlichkeit is zu gering... kp. weiß jemand abhilfe?
Ich finde den Bildvergleich zwischen K810i und SGH G800 garnicht erschütternd. gut der blitz des samsung ist dunkler. aber die bildqualität ist beim samsung definitiv besser und nicht so matschig wie beim SE
Habe heute erst den Bericht gefunden, obwohl ich das gute Stück schon 1,5 Jahre gabe und SEHR SEHR zufrieden bin. Gerade das Fotografieren klappt einwandfrei, allles scharf, no Schleier at all.
Empfehle Euch wirklich, ein neues Geröt dem selben Test zu unterziehen; daher ist Eure Abwertung leider absolut ungerechtfertigt. Im Gegenteil: mei HTC HD2 hat eine deutlich schlechtere Kamera als das G800, weswegen bei AUsflügen nur noch das G800 mitgenommen wird ;-)