Das iPhone killen? Die Apfelsorte McIntosh sorgte schon einmal für Furore, allerdings in der Non-Food-Branche. Da waren es noch große verdrahtete Kisten, die sind nun aber zu kleinen Etuis geschrumpft und mobil geworden. An welchem großen Handyhersteller sollte die luftig-leichte Bedienung des iPhones unbemerkt vorbeigegangen sein? An Samsungs Eifer, auf aktuelle Trends prompt zu reagieren, jedenfalls nicht: Mit dem QBowl erreicht der koreanische Hersteller bereits eine unübersehbare Nähe zum iPhone. Die Rolle von T-Mobile als exklusiver Anbieter übernimmt diesmal Vodafone, der ein ähnliches Tarifmodell anbietet. Mit der "Vodafone SuperFlat All-In" kann für 99,95€ im Monat ohne Zeit- oder Volumenbegrenzung gesurft werden. Sollte das QBowl tatsächlich das iPhone an intuitiver Bedienbarkeit und flüssiger Menü-Performance übertreffen? Das Ganze auch noch für weniger Geld? Die Antwort kann man relativ schnell vorwegnehmen, natürlich nicht! Doch HSDPA und QWERTZ-Tastatur machen neugierig, was "Samsungs iPhone" uns an Mehrwert beschert. Denn alles kann Apples "fancy gadget" eben auch nicht. Wie viele Kegel das QBowl beim Bowling weghaut, haben wir uns genauer angeschaut.
Das Auspacken macht schon mal Spaß. In einer vertrauenswürdig stabilen Kiste mit Doppelwand steckt ein kleinerer Karton, in dem die technischen Bestandteile des QBowl liegen. Eine hübsche Bastelei innen an der Oberseite des äußeren Kartons ist die Papiertasche, in der sich ein Teil der üppigen Beilagen in Papierform befinden. Darunter ein umfangreiches, 108-seitiges Handbuch, das einen darüber nachdenken lässt, ob Handbücher irgendwann einmal aufgrund intuitiver Bedienkonzepte überflüssig werden. Immerhin ist das Heftchen übersichtlich und thematisch gut strukturiert. Getrennt davon liegen zur Sicherheit nochmal zwei weitere Kurzanleitungen bei, eine fürs Gerät und eine fürs Vodafone-Portal und die Verwendung des hauseigenen Email-Kontos. Die Informationsfülle rundet eine CD-Rom mit Samsungs PC-Studio, dem USB-Treiber und einigen Medienbeispielen ab.
Für alle, die sich nicht entscheiden können, ob sie lieber einen matten oder einen glänzenden Akkudeckel bevorzugen, packt Samsung gleich beide Alternativen mit in die Schachtel. Wer jetzt das Handy gleich zum MP3-Player umfunktionieren möchte, wird erfreut die 4GB-microSD-Karte aus der Kiste fischen. Den zugehörigen Kopfhörer ebenfalls, welcher über einen 3,5 mm-Klinkenanschluss verfügt, demnach lassen sich also alle gängigen Kopfhörer am QBowl anschließen? Leider nur über Umwege. Man steckt sie in Samsung Telefonmikro, das einzig in den am Gerät befindlichen flachen Anschluss passt.
Ein Ladegerät darf natürlich ebenfalls nicht fehlen, als Extrabeigabe liegt sogar noch ein schicker USB-Adapter von Sandisk bei, dank dem sich die winzige microSD-Karte auch direkt via USB-Port mit dem PC verbinden lässt. Das macht schon was her, so viel Ausstattung hat man bei aktuellen Smartphones schon lange nicht mehr gesehen. top
Ein iPhone-Killer ist unter anderem darauf aus, Apples Design zu übertrumpfen und daraus eigenes Kapital zu schlagen. Rein optisch versucht sich Samsung aber erstmal im Herantasten. Das gelingt schon ganz gut: abgerundete Ecken und eine flache Barrenform im geschlossenen Zustand signalisieren deutlich die gewollte Nähe zum iPhone. Eine dezente Nadelstreifentextur auf der Vorderseite des QBowls könnte man aufgrund seiner Ähnlichkeit zu grafischen Elementen des Mac OS auch als direktes Apple-Zitat werten. Muss man aber natürlich nicht.
Deutlicher geht es also kaum. Dennoch hat das QBowl hat seine Eigenheiten. Im Gegensatz zum iPhone wurde das Gerät wie ein herkömmliches Schiebehandy aus zwei Teilen konstruiert - Tastatur und Display. Die Besonderheit dabei ist, dass sich die Tastatur auf's komplette Alphabet versteht und sich beide Teile in Form und Proportion ähneln. Quasi zwei Backsteine in Brötchenform hat Samsung hier aufeinander konstruiert.
Bei der Materialwahl wird geklotzt statt gekleckert, an ausgewählten Stellen kommt Metall zum Einsatz. Die Rückseite des Displays und der Rahmen erhalten so ihre Stabilität und machen einen sehr soliden Eindruck. Auch die Kameralinse wird von Metall umrahmt und nimmt man den Akkudeckel ab, so wird ebenfalls eine massive Metallplatte freigelegt - selbst das Innere des QBowl ist bestens geschützt.
Eine Platte aus Hartplastik schützt die Vorderseite und ist Bestandteil des Touchscreens. Da passen eine Menge Fingerabdrücke drauf - das lässt sich bis dato aber selbst auf einem iPhone nicht vermeiden. Allzu aufdringlich werden die Flecken glücklicherweise nicht, auch bei der Bedienung halten sich die dadurch verursachten Störreflexionen und Unschärfen in Grenzen. Etwas rutschig ist das Ganze dann schon. Weder die planare Vorderseite noch das glatte Plastik auf der Rückseite bieten Halt, 139 Gramm drängen der Schwerkraft folgend gen Boden. Da braucht es teilweise schon Saugnäpfe an den Fingern, um das QBowl zu halten. Das ein oder andere mal hüpfte es uns aus der Hand. Vor allem im Winter ist Vorsicht geboten: wer Stoffhandschuhe an hat, muss gut aufpassen, sonst slidet der Slider mal ganz schnell in den Schnee.
Allzu kratzfest scheint die Rückseite aus Plastik nicht zu sein. Doch auch dieses Schicksal teilt sich das F700v mit anderen Geräten seiner Klasse und zu repräsentativen Zwecken steht ja noch ein zweiter Akkudeckel in schwarzer Klavierlack-Optik bereit.
Auf dem oberen Rand haben die Konstrukteure den An-/Ausknopf und die Anschlüsse zusammengefasst, USB, Headset, Ladegerät und alles andere wächst dem Slider also wortwörtlich aus dem Kopf. So lässt sich das QBowl auf einfache Weise mit einer individuellen Kabel-Frisur versehen.
Damit die beiden Gehäuseöffnungen nicht von Schmutz, Staub und anderen Umwelteinflüssen behelligt werden, schlummern sie unter stabilen passgenauen Plastikdeckeln, die auf einfache Art und Weise geöffnet und geschlossen werden können und fest mit dem Gehäuse verbunden sind. Da bleibt alles sauber.
Zum SIM-Wechsel wird der Akku wohl oder übel weichen müssen, doch das ist kein Problem, der Deckel löst sich mit einer kräftigen Schiebebewegung vom Gerät. Die microSD-Speicherkarte sitzt ebenfalls sicher unter der Haube, eine winzige Öffnung an der Geräteseite offenbart sich bei geöffnetem Akkudeckel: gut, dass der Akku im Gerät verbleiben kann, wenn das Kleinod weichen oder einrasten soll. top
Etwas schmaler als der iPhone-Touchscreen, aber dennoch groß genug fällt die sichtbare 3,2-Zoll-Bildschirmdiagonale beim F700v aus. 240x432 Pixel bieten viel Breite aber wenig Höhe. Der Vorteil: Selbst breite Kinostreifen können mit dem QBowl ohne allzu große schwarze Streifen betrachtet werden. Der Nachteil: Schreibt man seine Emails mit der QWERTZ-Tastatur, bleiben abzüglich der Felder, die für Adresse und Betreff reserviert sind, lediglich 4 Zeilen übrig, um den Text darzustellen.
Alles was glänzt, ist nicht nur für Elstern interessant, sondern auch für Fingerabdrücke, und die feiern auch auf dem QBowl fröhlichen Einstand - ein wenig Drüberreiben mit einem Stofftuch reicht aber bereits aus, um das Display wieder fast ganz von Schmutz und Flecken zu befreien.
Wer Batteriezeit sparen will, stellt das automatische Display-Aus auf 10 Sekunden. Daraufhin wird die Anzeige erst für einige Sekunden gedimmt und dann komplett düster - wer ein transreflexives Display sucht, wird beim QBowl nicht fündig. Vielleicht möchte Samsung damit verdeutlichen, dass der Touchscreen im Standby keine Befehle entgegen nimmt. Das ist trotzdem unpraktisch, da in diesem Zustand nichts auf verpasste Anrufe, neue Emails oder SMS verweist, ja selbst nichts darauf hindeutet, dass das QBowl überhaupt angeschaltet ist. Um diese Informationen zu bekommen, dafür muss man erst den Menüknopf, auch Schnellwahltaste genannt, drücken.
Auf Wunsch werden die Eingaben auf dem Touchscreen mit Feedback-Vibrationen bestätigt. Wer sich dazu auch akustisch zurecht finden will, kann, während er sich durch die Menüs hangelt, das Konzert der Tastentöne selbst dirigieren. Viele Hersteller liefern bereits extra komponierte Minisamples zu diesem Zweck mit auf ihren Geräten aus. Kleiner Tipp: einfach einen Beat unterlegen oder mal zu 'ner Drumloop das QBowl bei angestellten Tastentönen bedienen. Dann ein Technolabel gründen, voilá! Mitgeliefert ist zusätzlich ein Set mit Vibrationseffekten für verschiedene Tippaktionen auf dem Screen. Mehr darüber in Teil IV.
Schick sieht die Tastatur aus, auch die Haptik stimmt - ein verchromter Metallrahmen sowie sauber verarbeitete Tasten sorgen für zügiges Arbeitstempo beim Tippen. Sie sind in großen Abständen nebeneinander konstruiert. Das macht es einfacher, sie zielsicher zu treffen und die Eingewöhnungszeit ist gering. Nachteilig ist, dass der Nutzer nicht einhändig mit der Volltastatur arbeiten kann, was bei anderen Smartphones mit QWERTZ-Keyboard durchaus noch geht. Trotzdem ist das QBowl für den mobilen Schriftsteller erwägenswert, für längere oder für ganz lange Texte ist die Tastatur tatsächlich geeignet, bei der geringen Zeilenanzahl allerdings mehr zum Verfassen von japanischen Dreizeilern. Dafür mag auch das XXL-Querformat verantwortlich sein.
Die Tastenbeschriftung ist deutlich und ausreichend groß. Das Navigieren auf dem Bildschirm erleichtern zwei zusätzliche Richtungstasten für links und rechts. Die Größe der Tasten bietet etwas mehr Platz, als die Bedienelemente auf dem Touchscreen zur Verfügung stellen - genug für einen Daumen, wobei die Tasten des QBowl sogar noch etwas breiter ausfallen. Dank gut zu erfühlender Abgrenzungen rutscht man beim Schreiben nicht auf umliegende Tasten, das Feedback ist zwar soft, reicht aber als Rückmeldung vollkommen aus. Als unpraktisch erweist sich im Alltag die fehlende Kenntlichmachung der Zifferntasten auf der Volltastatur, die auf den meisten Smartphones normalerweise durch farbliche und kontrastreiche Einfärbung nicht zu übersehen sind. Auf dem QBowl kann man sie nur bei genauerem Hinsehen entdecken.
Zur stufenweisen Regulation von Lautstärke oder Zoom gibt es eine seitliche Wippe, die mit fast 3 cm etwas lang geraten, dafür aber perfekt in die Aussparung am Gehäuse eingepasst ist. Auch der verchromte Kameraknopf passt sich gut ein. Lediglich der Schieber, der Touchscreen und Tastatur sperrt, sitzt etwas wackelig und macht einen unsauber verarbeiteten Eindruck.
Beleuchtet sind die Tasten wahlweise immer oder benutzerdefiniert mittels Start- und Endzeit zeitlich festgelegt. Bei angeschalteter Tastaturbeleuchtung wird die Batterie zwar nicht voller, aber das Eintippen im Dunkeln unterscheidet sich im Handling kaum von dem im Hellen. Alle Buchstaben sind klar erkennbar und zusätzliches Licht vom Hauptbildschirm taucht die ganze Umgebung in magisches QBowl-Licht. top
wieso vibriert mein handy nicht? ich habe den vibrations test gemacht alles on auser motor ? kannmir bitte jemand helfen