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Samsung SGH-i550: GPS-Handy mit Outdoor-Qualitäten

Samsung auf S60? Was führt dazu, dass der Aufsteiger, der laut den neuesten Verkaufszahlen nun knapp vor Motorola liegt, sich mit vollem Elan in die Umgestaltung und Anpassung eines Handybetriebssystems stürzt, dessen Plattform fast ausschließlich von Marktführer Nokia entwickelt wurde? Gewinnt das Samsung SGH-i550 den S60-Schönheitspreis? Kann es als verlässlicher GPS-Begleiter punkten? Wie sich das Barrenhandy auf der Datenautobahn und auf echtem Asphalt macht, soll der folgende Test zeigen.

Lieferumfang & Verpackung

Ohne großes Aufheben landet der kleine schmale Karton auf unserem Tisch. Beim neugierigen Auspacken, in schönstem Gadget-Englisch auch 'Outboxing' genannt, entnehmen wir dem Karton ein Ladegerät, ein USB-Kabel zum Anschluss an den PC, eine Kurzanleitung, die CD-Rom mit Software, einen SD-Karten Adapter und ein einknöpfige Headset, dass in den meisten Samsungkartons steckt, sobald es sich nicht um Multimedia-Boliden des koreanischen Herstellers handelt. Die 1 Gigabyte fassende microSD steckt bereits im Gerät, die Hälfte des Speichers ist bereits mit Kartensoftware von Navigon belegt.

Foto: AMB | Samsung SGH i550 Lieferumfang

Mehr als die Standardausstattung wurde dem Barrenhandy also nicht mitgegeben. 18 Seiten Kurzanleitung müssen dem Nutzer erst mal genügen. Was kann aber schon über ein komplettes S60-System auf 18 Seiten mitgeteilt werden? Die sind relativ bald schon mit den Informationen zu Symbol- und Tastenbeschreibungen, Akku- und SIM-Installation und ein paar spärlichen, eher ausweichenden Beschreibungen gefüllt. Wer tatsächlich mehr wissen will, sieht laut Samsung am besten im Internet nach. Dort wartet ja bekanntlich schon seit mehr als einem Jahrzehnt das Wissen von Jahrtausenden. Vermisst haben wir auch eine PC-Variante der auf der Navigon-Software oder die Möglichkeit, sein Kartenmaterial vom Computer aus zu verwalten. top

Design & Verarbeitung

Das i550 ist ein außerordentlich kompaktes Mobiltelefon. Dabei verstärkt die nach außen gewölbte Form des den breiten Eindruck des Barrenhandys. Das Display, das mehr als die Hälfte der gesamten Vorderseite einnimmt, erinnert an die ersten bauchigen Fernseher aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das kleine metallene Lautsprechergräting auf der Oberseite tut sein übriges dazu. Doch weder die Ed Sullivan Show, noch Fox' tönende Wochenschau flimmert nach dem Anschalten auf dem Schirm, in der Mitte leuchtet ein blauer Trackball und das Samsung-Logo mitsamt einem Ladebalken erscheint...

Foto: AMB | Samsung SGH-i550 Vierseitenansicht

Das Gehäuse schimmert in metallischem Braungrau, es besteht aber nicht aus Metall, sondern aus wertigem Kunststoff. Daher beschleicht einen nicht das Gefühl, dass das Barrenhandy bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit auseinander fällt. Mit Ausnahme des Lautsprechers ist die gesamte obere Gerätehälfte mit einer Plexiglasschicht überzogen. Es versteht sich von selbst, dass die schnell mit Fingerabdrücken übersät ist, doch glücklicherweise sind diese auch schnell wieder entfernt, indem man mit einem Stofftuch oder ähnlichem kurz darüber wischt.

Foto: AMB | Samsung SGH i550 Vorderseite

Die Rückseite wurde mit einem Ledertextur-Relief überzogen. Das fühlt sich gut an und bietet im Freien auch bei stärkeren Windböen festen Halt. Der Akkudeckel nimmt den größten Teil der Rückseite ein, es bleiben nur zwei Zentimeter Platz für die Kamera samt Selbstportrait-Spiegel und LED-Licht. Links oben wurde eine Öse für Lanyards angebracht.

Der Trackball ist ein echter Hingucker. Eingefasst ist die Kugel aus mattiertem Plastik in einen Rahmen, dessen Spaltmaße nur minimal auseinander driften. Alle Spaltmaße sind gleichmäßig verteilt und weichen kaum ab - klares Indiz für echte Qualitätsarbeit. Die Tastatur und die seitlichen Extratasten wurden genauso nahtlos ins Gehäuse eingepasst, Schmutz und Staub haben also kaum Chancen ins Gehäuseinnere vozudringen. Der Slot für Ladegerät, Freispreche-Headset und Datenkabel sitzt noch besser geschützt hinter einem Schieber.

Foto: AMB | Samsung SGH i550 Rückseite

Die Anschlüsse und Extratasten positioniert Samsung wie üblich nach zweckdienlichen Kriterien. So hat die Kamerataste ihren gewohnten Platz an der unteren rechten Gehäuseseite, während sich die Lautstärkewippe sich oben links befindet. Während letzgenannte dem Bilderbuch-Standard entspricht, hebt sich der Kameraknopf optisch heraus, er besitzt eine dunkelorangene Vertiefung, ein interessanter Designspot im ansonsten wenig aufregenden schwarzgrauen Einerlei.

Foto: AMB | Samsung SGH-i550 seitliche Geräteansicht

Im Gegensatz zu den üblichen Samsung-Handys verfügt das i550 über einen 3,5 Millimeter Kopfhöreranschluss - die normalen Kopfhörer passen also rein. Das Kopfhörerkabel findet ungestört auf der Kopfseite, neben dem An/Aus-Knopf seinen Platz. Ladegerät und Datenkabel werden rechtsseitig über der Kamerataste an den altbekannten schmalen Samsung-Port angeschlossen. Alle Gehäuseöffunungen sind mit Verschlusskläppchen aus Plastik, die am Gehäuserahmen fixiert sind, sicher vor der Außenwelt geschützt. Ein weiteres Indiz für die robuste Verarbeitung des Barrenhandys - zum Outdoor-Handy fehlt nicht mehr viel.

Foto: AMB | Samsung SGH i550 mit angeschlossenen Kopfhörern und offenem microSD-Schacht

Mit der griffigen Haptik des breiten Barrenhandys ist es kein Problem, den Akkudeckel zu öffnen und das Akkufach freizulegen, in dem das SIM-Fach schon seitlich hervor lugt. Um eine Karte einzulegen, muss der Akku vollständig entfernt werden. Probleme beim Einlegen der SIM wird wohl kaum ein User haben - vorausgesetzt, er hält sich an die kleine Grafik, die vorschreibt, in welcher Richtung die Karte ihren Platz findet. Ähnlich einem Geldautomat kann es hier leicht passieren, dass die Karte in der falschen Richtung eingelegt wird. Absolut nichts falsch machen kann man beim Einlegen der microSD-Karte. Die findet nur in einer einzigen möglichen Position ins außenliegende Fach und schlummert dann gut geschützt vor sich hin. top

Foto: AMB | Samsung SGH i550 mit geöffnetem Akkufach

Display & Tastatur

Am Brainstorming-Tisch fragten sich Samsungs Entwickler sicherlich, was ein gutes GPS-Handy mitbringen muss. Schön groß soll das Display sein, damit man die Karten gut sehen kann - das war zweifellos der erste Gedanke. Damit war der Grundstein für eine der positiven Eigenschaften des i550 gelegt. Das QVGA-Display (240x320 Pixel) misst satte 2,6 Zoll und kann bis zu 262.000 Farben darstellen. Das sind N96-Dimensionen, die allemal ausreichen, einige Straßenecken um den eigenen Standort herum zu überblicken. Buchstaben ohne Antialiasing sehen zwar ein kleines Bisschen verpixelt aus, man kann damit aber noch gut leben.

Foto: AMB | Samsung SGH-i550 Display

Kontrast und Helligkeit sind schnell auf die Bedürfnisse des Users optimiert. Beeindruckend: auch noch aus einem Minimal-Winkel von wenigen Grad ist das Display noch vollständig ablesbar. Lässt das i550 die Fähigkeit zur transreflexiven Darstellung vermissen, so glänzt es im Gegensatz damit, dass es eben nicht glänzt: mit teilweise entspiegelter Displaybeschichtung bleibt die Anzeige vor allem an Sonnentagen oder in hellen Umgebungen auch ohne Transreflexion noch gut ablesbar. Das GPS-Signal lässt sich ohnehin nur unter freiem Himmel in ausreichender Stärke empfangen.

Foto: AMB | Samsung SGH-i550 Zifferntastatur

Die Form der Zifferntasten ist ungewöhnlich. Sie sind nur wenig mehr als einen Millimeter hoch und extra breit - das sieht fast schon aus wie 12 Gedankenstriche beim Appell. Für den Nutzer bringt dass aber echte Vorteile: die Tasten sind so deutlich hervorgehoben, dass ein Vertipper quasi von vornherein so gut wie ausgeschlossen werden kann. Klar erkennbare Beschriftungen sorgen für schnelle Eingabe auch von längeren Worten. Für die Navigation ist das ein Segen, wer etwa in Wales unterwegs ist und auf dem Weg nach Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ist, wird dafür sicher dankbar sein. Kurz: Die Tastatur ist ziemlich praktisch für den Alltagsgebrauch und leistet auch in extremeren Situationen gute Dienste. Auch die seitlichen Extratasten sind gut erreichbar und verrichten zuverlässig ihren Dienst.

Foto: AMB | Samsung SGH-i550 Lautstärkewippe

Unglücklich konzipiert sind dagegen Rufannahme- und Auflegentaste. Direkt über dem Ziffernblock und nur etwa einen Millimeter herausgehoben positioniert, kann man sie nur sehr schlecht von den Zifferntasten unterscheiden. Im haptischen Urwald der Softkeys und Extratasten rund um den Trackball findet man sich selbst nach einer längeren Eingewöhnung nicht zurecht und landet des Öfteren auf der falschen Taste. Dieses Sammelsurium an Tasten scheint aber nötig zu sein, um das Handy sowohl multimedial und online als auch zum Navigieren schnell einsatzfähig zu machen. Menüzugriff und Texteingabe werden mit Hilfe der S60-Menütaste, die zwischen Active-Standby und Menü hin- und herwechselt, und der Löschentaste vereinfacht.

Foto: AMB | Samsung SGH i550 Steuerungseinheit

Einen Trackball als Haupteingabemethode kennt man bisher nur von neueren Blackberrys und einigen HTC-Modellen. Dort sind es aber ganze 8 Himmelsrichtungen, die das System auch umzusetzen weiß. In Samsungs Smartphone müssen hingegen spärliche 4 Richtungen ausreichen, um alle Wege gangbar zu halten. Größtes Manko ist sicherlich, dass auf dem i550 die Möglichkeit fehlt, Richtungsbefehle auch dauerhaft auszuführen. Nach einem Drüberrollen endet die Signalübermittlung abrupt, dann muss der Daumen wohl oder übel wieder vom Gas und neu Anlauf nehmen. Um dann auf einer Website auch nur wenige Zentimeter in eine bestimmte Richtung zu steuern, muss man die Kugel mit dem Daumen ständig in Bewegung halten - für die naturgemäß eher phlegmatische Ergonomie des menschlichen Daumens ein Plastik gewordener Albtraum. Aufgeben sollte man allerdings nicht so schnell, wer sich ganz in Ruhe auf die Steuerung einlässt, bekommt mit der Zeit ein Händchen auch für längere Rekord-Scrolls und 90°-Scrolls - Zeit für Tony Hawk's S60!

Foto AMB | Samsungs Stein des Anstoßes

Sattes Blau strahlt aus der kleinen Kugel hinaus, während des Ladevorgangs oder dem Anschluss an den PC leuchtet sie rot. Ob die frappierende Ähnlichkeit zu Google Maps Standort-Symbol, dem blauen Stecknadelkopf, gewollt ist, bleibt dahingestellt, im Dunkeln zeigt sich jedenfalls ein praktischer Nutzen des Barren-Navigators: Wer das Handy mit sich trägt, ist durch den leuchtenden Punkt immer gut sichtbar. Bei Nachtwanderungen kann man so als Signalgeber fungieren, um die Gruppe im Dunkeln beieinander zu halten. top

Foto: AMB | Samsung SGH i550 Tastaturbeleuchtung

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Kommentare
  1. 02.10.11 17:14 Anonymous (Gast)
    Was habt ihr???

    Ich habe das handy jetzt schon 2 Jahre und es ist immer noch einwandfrei!! Bekommt selten Kratzer und an die Steuerkugel gewöhnt man sich!! Ist schön groß und übersichtlich! man kann telefonieren, sms schreiben usw. also was wollt ihr mehr????

  2. 12.02.10 22:03 Anonymous (Gast)
    Warum schlecht

    Ich habe mir bei unserem lokalen Händler die neueste Firm draufgezogen und das alles kostenlos.
    Einzigstes Manko ist der Trackball und die Warterei bis man GPS hat.
    Ansonten ein super Handy und selbst Nokia Nutzer waren erstaunt!!!

    Hatte mir das Teil fürn nen 100ter im Oktober gegönnt jetzt ist es ja schon wieder 50% teurer!

  3. 11.02.10 14:10 Anonymous (Gast)
    Schlechtes Handy

    Ich bin i550 besitzer sehr unglücklich das schlimmste samsung schein sich nicht um seine kunden zu kümmern keine firmware-updates oder so die wenigsten probiert makel zu bereinigen. daumen runter für sgh i550. Werde überlegen ob ich zu noika wechsel....im N700 gipfelt meiner Meinung nach der technische stand 2010.

  4. 28.01.10 10:10 ein gast (Gast)
    danke

    dieser artikel ist einre der hilfreichsten und besten die ich je gelesen habe danke :)

  5. 17.04.09 22:06 Its me (Gast)

    wenn du einen "testartikel" willst dann geh zu chip!
    der artikel hier ist super hat mir weitergeholfen

  6. 25.09.08 21:06 Anonymous (Gast)

    Habs grad installiert und funktioniert einwandfrei unter Vista(habe 32bit)! Mfg

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