Knapp ein Fünftel aller weltweit verkauften Handys kam 2007 aus Südkorea, wovon wiederum ein Drittel aus dem Hause LG Electronics stammt. Bei seinem neuen Touchscreen-Handy KS20, das momentan exklusiv bei Vodafone erscheint, setzt das Unternehmen auf Windows Mobile 6 Professional und deutet damit bereits die Business-Zielgruppe an. Trotzdem sieht es aus wie ein Fashion-Handy. Schlägt LG also zwei Fliegen mit einer Klappe? Wie sich der schicke schwarze Kasten im Geschäftsalltag macht, zeigt unser ausführlicher Test.
Um den langen und flachen Karton hat Vodafone eine rote Banderole aus Pappe gelegt, auf der das Handy aus der Schrägperspektive zu sehen ist. Streift man sie ab, ist das LG-Logo samt Leitspruch "Life's Good" durch ein bedrucktes Metallband plastisch hervorgehoben. Extraleicht löst sich der seitliche magnetische Verschluss. Die Oberfläche des schwarzen Kartons ist mit einer geriffelten Glanz-Textur überzogen, die sich auch im Inneren des Kartons fortsetzt. Unter dem Deckel glänzt eine Kartonverdickung in frischem Rot, neben einer passgenauen Einbettung für das Gerät liegt das komplette Zubehör mit Ladekabel, Datenkabel, Quick Start Guide und Bedienungsanleitung. Alles ist schön in Plastikfolie eingepackt. Darunter findet man eine CD-Rom mit Synchronisationssoftware: Microsofts Active Sync für XP sowie der Vista-Variante Windows Mobile Device Center. Zusätzlich steht Outlook für volle 60 Tage in einer Testversion zur Verfügung.
Auf über 200 Seiten dürften selbst die komplizierten und verwinkelten Ecken von Windows Mobile 6 Professional ausreichend erklärt werden. Eine Speicherkarte konnten wir auch im hintersten Winkel des Kartons nicht auffinden. Insgesamt ist die Ausstattung des KS20 einen Tick zu sparsam für unseren Geschmack, im Hinblick auf die technischen Stärken jedoch kein Beinbruch. top
Beim KS20 wurde ein klavierlackschwarz glänzendes Gehäuse um einen großen Touchscreen herum gebaut. Das minimalistische Design erinnert stark an das modische Prada-Phone und andere Touchscreen-Handys. Eine kantige Linienführung lässt das KS20 allerdings seriöser als etwa iPhone oder Qbowl erscheinen. Die geringen Ausmaße von 99,5x58x12,8 Millimetern machen es darüber hinaus portabler als die meisten Touchscreen-Kollegen.
Unser KS20 kam mit dem Branding der bekannten Londoner Firma für "Voice, Data und Phone" bei uns an. Daher ziert den Platz zwischen Display und Joystick der Schriftzug "Vodafone". LG hat sein Logo hingegen zwischen Telefonie-Lautsprecher und oberen Display-Rand gequetscht. Daneben befindet sich die Kamera zur Videotelefonie, die Fotokamera samt LED-Leuchte haben die Konstrukteure rückseitig in der linken oberen Ecke verbaut.
Neben der Kameraumrandung auf der Rückseite besteht auch der knopfförmige Joystick aus lupenreinem Metall. Die glänzende "metallische" Gehäuseeinfassung entpuppt sich, wie auch schon beim Prada Phone, als Kunststoff. Der Kontrast zu den schwarzglänzenden Oberflächen geht immerhin noch als Retro-Look durch. So schlimm ist das nicht, obwohl eine mattere Optik etwas vom Playmobil-Understatement hätte nehmen können.
Foto: AMB | MCX-Anschluss für externe GPS-Antenne, daneben werden Ladegerät, Headset und USB-Kabel eingesteckt
Seitlich schließt man Ladegerät, Headset und USB-Anschluss ans KS20 an. Fast unentdeckt daneben fristet ein MCX-Anschluss sein Dasein. Mit einer externen GPS-Antenne kann man aus dem KS20 damit für unter 20 Euro ein vollwertiges GPS-Handy machen. Wer dann noch Navigationssoftware installiert, spart sich das Navi fürs Auto.
Anschlüsse und microSD-Kartenslot, die Angriffsfläche für Staub und Schmutz bieten könnten, sind durch Kunsstoffdeckel geschützt. Fingerabdrücke, bekanntlich Feind jeder Klavierlackoptik dagegen feiern fröhliche Einstände, vor allem die Rückseite wird im Gegenlicht fast schon zum "Businesstool unplugged". Kleiner Tip: wer die verschmierte Rückseite des KS20 mit dem Stylus beschreibt, ist Besitzer eines perfekten Spickzettels.
Wirklich einzigartig ist der Einschub für die SIM. Wer das Kärtchen gemäß der Abbildung unter dem Akku in den Slot schiebt, wird es auch mit langen Nägeln nicht mehr heraus bekommen.
Für diesen Zweck wurde ein Herausziehhelfer aus Metall montiert, der mit dem Daumennagel bedient wird und das Kärtchen so weit herausschiebt, dass man die SIM gerade so aus dem Slot gefischt bekommt. Doch irgendwie scheint die schrullige Konstruktion gerade noch so zu funktionieren. Einfacher gelangt aber die microSD an ihren Platz.
Alle Spaltmaße bleiben auch über die Länge des Geräts haargenau. Die Einzelteile sind gut miteinander verbunden. Nichts ist perfekt, aber der Akku verdient tatsächlich einen Stabilitäts-Award: durch die Fixierung der Batterie am Akku-Deckel wackelt im Gerät absolut nichts. Das KS20 liegt durch diese schlaue Konstruktion in der Hand wie aus einem Guss, dank einfach zu bedienendem Druckknopf lässt sich der Akku ohne Komplikationen vom Gerät lösen und mit einem sanftem Klick auch wieder zuverlässig "ankleben".
Auch die Kopfhörer sind keine B-Ware. Wer trotzdem zu der Überzeugung kommen sollte, kann auch seine eigenen Ohrstöpsel mit 3,5 Millimeter-Anschluss an den klobigen Adapter anschließen, den LG mit in die Kiste legt. top
Das Display des Windows Mobile-Smartphones erstreckt sich über volle 3 Zoll. Eine komfortable Größe, auf der selbst Filme noch gut rüberkommen - da kann sogar Nokias Multimediaflagschiff N95 mit seinen 2,8 Zoll nicht mithalten. Bei einer Auflösung von nur 240x320 Pixel, dem Windows Mobile-Standard, ist allerdings ein leichter Pixeleffekt vorprogrammiert. Antialiasing mit Hilfe der ClearType-Einstellung kann dem zwar abhelfen, dennoch bleibt die dem Hochformat vorbehalten. Sobald ins Querformat geschaltet wird, blickt man wieder auf die stufigen Übergänge.
Richtig hell wird die Anzeige erst, wenn man den virtuellen Schieber im Einstellungsmenü bis zum Anschlag nach oben schiebt. In dem Fall sollte man allerdings eine andere Möglichkeit suchen, die Energie wieder einzusparen, zum Beispiel, indem man die Zeit bis zum Bildschim-Aus auf's Minimum von 5 Sekunden reduziert. Ein Kontrastprotz ist das KS20 nicht gerade. Mit der transreflexiven Auslegung des Displays dürften sich jedoch auch bei Sonnenschein keine Schwierigkeiten einstellen, die Anzeige abzulesen, auch wenn die Oberfläche aus Plexiglas nicht vollständig entspiegelt ist.
Selbst Feinmechaniker und Klavierspieler werden die Miniaturtastatur kaum mit den Fingerkuppen bedienen können. Die Abstände sind augenscheinlich so klein, dass bei längeren Eingaben immer der Stylus gezückt werden muss. Hier docken glücklicherweise 3rd-Party-Entwickler an, die als intelligenten Kompromiss eine Fingertastatur als Ersatz ins System integrieren. Die Alternative TouchPal legt zwar jeweils zwei Buchstaben auf ein Tastenfeld, macht aber auf Dauer unabhängig vom lästigen Fischen nach dem Stift.
Doch beim KS20 sind nicht alle Tasten virtuell. Unter dem Display findet man einen Joystick, der von zwei Telefonie-Tasten flankiert wird. Die Bedienelemente passen nicht nur perfekt zur glatten Oberfläche des Handys, sie lassen sich auch präzise ansteuern. Während die beiden Tasten gute Druckpunkte bieten, ragt der Joystick genau in der richtigen Daumenhöhe aus dem Gehäuse und lässt sich mit hoher Präzision bedienen.
Linksseitig findet man eine Tastenwippe für die Lautstärke, die sich auch während eines Gespräches gut erreichen lässt. Auf der gegenüberligenden Seite spendiert LG dem Nutzer drei Zusatztasten, die ebenmäßig ins Gehäuse eingearbeitet wurden und sich daher schlecht erfühlen lassen: eine schaltet das Gerät ein, eine aktiviert die Kamera und dient als Auslöser, eine weitere dreht den Bildschirminhalt ins Querformat. Im Dunkeln braucht man für den Bildschirm nicht all zu viel Strom aus dem Akku, vorausgesetzt, die Helligkeitseinstellung ist so konfiguriert, dass sie nicht blendet. Die Anruf- und Auflegetaste schimmern zwar dürftig, doch da sie vom Display angeleuchtet werden, sind sie im Falle des Falles optisch bestens erreichbar. top
ich kann bei meinen ks20 kein diktiergerät finden...
wobei nachinstallieren kein problem wär:D
Ist es überhaupt möglich, das ks20 per Mac os X zu synchronisieren? Oder braucht man dafür dann extra Software?
naja, für ein benchmark sollte man halt schon mal was vordern
Noch einmal und in besserem Deutsch.
Ich sehe, dass da an der Seite des Gerätes ein MCX-Anschluss ist. Aber kein einziges Wörtchen darüber in dem Handbuch. Im Internet kursieren wilde Gerüchte darüber, dass das KS20 GPS-fähig sei, oder wiederum nicht. Tatsache ist, dass drin ein MSM7200 mit gpsOne steckt. Wohl nicht genug, um das Gerät bloss mit einer externer Antenne zu einem 'vollwertigen GPS-Gerät' zu wandeln? Oder doch? Oder aber wieder nicht?
Frederick, es wäre echt nett von dir, wenn du uns Bescheid geben könntest.
Jorma K.A. Räty
Rovaniemi, Polarkreis
[email]rangifer.tarandus@gmail.com[/email]
Das LG KS20 hat nicht 65536 sonder 262.144 farben!
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