Der Internet Explorer Mobile, der mit WM6 ausgeliefert wird, liefert anständige Ergebnisse, allerdings in einer unangemessen langen Zeit. Ob man WLAN oder HSDPA-Datenfunk einsetzt, ist dem Browser fast schnuppe.
Noch unter einer Minute bannte der Bildschirm unseren Blick, bis AreaMobile.de vollständig via WLAN geladen war - lediglich Prozessorleistung und Arbeitsspeicher könnte man als relevante Bremser in Betracht ziehen: auch wenn die Daten schon auf dem Arbeits-Tisch des Browsers liegen, verarbeitet werden sie anscheinend erst nach und nach. Wenn man dann auch noch das Kontextmenü öffnet, muss man sich schnell für eine Option entschieden haben, wer eine Gedenksekunde länger im Menü verweilt, während der Prozessor noch an anderer Stelle arbeitet, wird per Zufallsgenerator an einen der möglichen Menüeinträge weitergereicht. Da wünscht man sich dann schnell zurück, im "Idealfall" muss man aber nochmals eine Minute warten, wenn sich der überforderte Browser per Schmetterlingseffekt für die Aktualisierung der gebeamten Seite entschieden hatte: "nein..ich wollte doch nur Vollbild..!"
Im Kontextmenü warten bereits die üblichen Verdächtigen der mobilen Browsernavigation wie Favoriten, zurück, Aktualisieren oder Vollbild. Ganz schnell gelangt man auch zu Adressleiste, Verlauf oder voreingestellter Homepage. Bilder sind in der Expressversion für Text-Enthusiasten mit einem Klick aus der Datenbilanz, dabei skaliert man den Text bei hohem Platzbedarf ganz klein, für die älteren Semester bietet sich dagegen Großschrift an.
Für RSS-Feeds kann man den mobilen Internet Explorer nicht begeistern, dafür dürften aber 3rd Party-Lösungen wie Smaato oder Google Reader aufgrund ihres Funktionsumfangs ohnehin besser geeignet sein. Ähnlich wie ein RSS-Feed liest sich jegliche Seite, sobald man von der Livesuche aus ins Netz startet. Durchaus gelungen, ähnlich der mobilisierten Google-Webengine lassen sich alle Einzelabschnitte, Seitenanfang und -Ende so anzeigen, dass senkrechtes Durchscrollen reicht, um die volle Informationsbreite erfassen zu können. Im Desktop-Format erscheint ebenfalls das Meiste wie gewünscht.
Ins Querformat gedreht, wird das kleine Schwarze sogar zu einem kleinen Internet-Tablett. Mit dem Stylus ausgerüstet navigiert es sich natürlich ungleich flexibler über die HTML-Landschaften, auch wenn wir eine Birdview schwer vermisst haben.
Die Lesezeichen hat man allerdings jetzt schon im sanften Griff von Active Sync. Wenn sich nach dem Anstöpseln an den PC der grüne Punkt dreht, werden nicht etwa Leichtverpackungen entsorgt, sondern unter anderem auch hundertprozentig recyclingfähige Favoriten synchronisiert. Gemäß der verwendeten Materialien - respektive Tags/Themengebiete - auch in verschiedenen Ordnern.
Und auch im Email-Ordner offenbart sich, dass der schwarze Touchscreen-Barren mit allen Business-Wassern gewaschen ist. Mit einer übersichtlichen Darstellung erweist sich Windows Mobile im KS20 einen ganzen Geschäftstag lang auch HTML-technisch als praktikabler Nachrichten-Assistent. Im Querformat sind Emails ohne großes Aufheben überflogen, wer seinen Stylus gut dressiert hat, schickt dann auch beim Um-die-Ecke-biegen zwischen Bahnsteigkante und Rolltreppe noch zielsicher die letzte Email des Tages auf den Weg.
Die PC-Wurzeln sind dem tragbaren Betriebssystem aus Redmond durchaus nicht im Weg. Genauso leicht wie auf dem Rechner zu Hause wandern die entsprechenden Daten in den Email- Assistenten - etwas Vorwissen ist bei Windows Mobile allerdings immer Voraussetzung, nur wer auch über die entsprechende technische Affinität verfügt, kommt ganz ohne Handbuch aus. Ob IMAP, Ordnerverwaltung, Sortierfunktionen oder ausführliche Abrufeinstellungen - auf alles kann man Einfluss nehmen, selbst an die Möglichkeit, erstmals auftauchende Adressen gleich als Kontaktdetail aufzunehmen, wurde gedacht. Ähnlich der PC-Variante, wo die F1-Taste in fast jeder Situation Antworten parat hält, führt hier ein blaues Fragezeichen zum entsprechenden Kapitel.
Ein Geschäftshandy braucht für die zeitkritischsten der Ereignisse selbstredend auch die Möglichkeit Pushmails zu empfangen. Mit einem Account kommen die direkt vom Exchange-Server, per kostenloser, erweiterbarer Dienste wie etwa Cortado wandert die elektronische Post auch ohne Exchange aufs KS20. je nach Quer- oder Hochformat passen 5-9 Nachrichten auf den Screen.
Das von LG aufgesetzte Menü führt per fingerfreundlichem Briefumschlagsymbol zwar sofort zum Nachrichtencenter, wo SMS, MMS und Emails aber in bunter Vielfalt untereinander gestapelt sind. Möchte man aber eine Nachricht schreiben, muss man erstmal in den entsprechenden Hauptordner und von da aus das Menü bemühen. Erst dann darf der Stylus oder ein angeschliffener Daumennagel gezückt werden. top
Nun also zum heroischen Kern der Maschine. Tatsächlich könnten wir uns nach dem ausführlichen Test das KS20 durchaus unterm Weihnachtsbaum eines CEO mit Design-Faible vorstellen. Windows Mobile 6 Professional steht für viele Synchronisations-Spielarten zur Verfügung. Übers Web sind Google-Calendar oder die meist kostenlosen Sync-Lösungen der Provider denkbar, am PC rettet einen mal wieder der oft kopierte, aber bislang unerreichte Organizer-Platzhirsch Outlook vor der Qual der Wahl.
Termine sind die Währung der Büroetagen und fügen sich in die Tagesagenda fast schon mit iPhonscher' Geschmeidigkeit ein. Doch so edel die Tagesansicht ("Tagesordnung") mit der bunten Zeitleiste auch wirkt - beim ersten, sich überschneidenden Termin zeigt sich, dass alles Blau in Blau bleibt. Die Ersatzvariante der Tagesansicht ("Tag") entschädigt aber mit ausreichend Platz für Parallelplanungen. Hier macht die einfache Art, Termine einzutragen, richtig Spaß. Mit einem Streich deckt man die Zeitspanne ab und per längerem Druck aufs Display erscheint die Option: "neuer Termin". Die spielerische Leichtigkeit ist man inmitten der grauen Windows-Rechtecke gar nicht gewohnt.
Auch die Wochenansicht geizt nicht mit Detaildarstellungen, hier findet man sich gut zurecht, wenn auch das Design wieder mal stark an längst vergangene Zeiten erinnert. Sogar hier funktioniert der Trick, ein Termin wird per Streich zeitlich fixiert und dann aus der markierten Fläche übernommen.
In der Monatsansicht zeigen graue Dreiecke, bzw. Quadrate die Terminlage an, mehr lässt sich nicht aus dem Tageskästchen entnehmen. Die Jahresansicht kann dann allenfalls noch für statistische Zwecke oder Auffinden von Feiertagen dienen.
Seinen Zweck erfüllt der Organizer auch im Home-Screen, selbst mit Terminen voll gestopfte Tage bleiben übersichtlich, vor allem im Hochformat. Die Frage nach dem verpasstem Termin klärt sich mit Tipp aufs entsprechende Symbol oben rechts. Auch die Aufgabenliste lässt keine Fragen offen. Das Vorhaben wird ins Eingabefeld schon mal samt Prioritätseinstufung eingegeben und kann später dann mit Kategorie, Fälligkeitsdatum usw. versehen werden. Viel Platz bleibt dabei für Notizen. Das PIM-System bietet nach Kategorie gefilterte Listen, jedoch wird nur jeweils eine Kategorie angezeigt. Noch mehr Funktionen für den Organizer-Overkill bieten Agenda One oder Papyrus aus einschlägigen Softwareschmieden.
Kontakte stehen optisch wieder mal im Gegensatz zu LGs schickem Menü-Überbleibsel, dennoch ist auch hier alles auf Business getrimmt. Als praktisch erweist sich eindeutig die Übersicht als Eingabemaske für Kontaktdaten aller Art. Acht Kontaktnamen mit erster Nummer, bzw. Email passen auf eine Seite im Hochformat. Vorteilhaft für die schnelle Eingabe ist die Belegung des linken Softkeys mit "neu", damit lassen sich Krustel-Wartezeiten beim Nummerntausch vermeiden. Noch schneller funktioniert die Suche, ins Feld am oberen Bildschirmrand gibt man ein paar Buchstaben ein, die Kontakte mit der entsprechenden Zeichenkombination erscheinen als Liste unter dem Eingabefeld. Die Kontakte werden entweder als Outlook-Kontakt oder auf der SIM gespeichert. Zur Bearbeitung längerer Namen werden die Textabschnitte komplett markiert, kopiert, ausgeschnitten, eingefügt oder gelöscht, übrigens alles Optionen, die sich bei Windows Mobile 6 in allen Kontextmenüs finden.
Ähnlich wie beim iPhone hilft ein Miniatur-Alphabet beim schnellen Auffinden des gewünschten Namens. Im Gegensatz zum Apfel-Handy ist es horizontal angeordnet und fasst drei Buchstaben auf einer Schaltfläche zusammen. top
Das KS20 verbindet sich als Triband-Handy mit 900/1800 und 1900 Mhz in den meisten Teilen der Erde mit dem nächsten Mobilfunkmast. HSDPA mit einer Übertragungsrate von theoretisch bis zu 3,6 Mbit/sek ist auch mit an Bord, zusammen mit der WLAN-Antenne und Bluetooth holt sich das KS20 damit fast alle Häkchen auf der Drahtlos-Liste und ist damit bestens fürs mobile Business und so manche mobile Anwendungen drumrum wie Instant Messaging, Voice over IP, Bloggen und Datentausch gerüstet. Auch wenn vieles ab Werk noch nicht dabei ist - die entsprechende Software kann man schnell übers Netz ziehen.
Einmal am PC angeschlossen, flitzen die Kontakte, Favoriten, Termine, Aufgaben, Notizen und sogar Dateien je nach Aktualität von und auf Rechner bzw. Handy. Das praktische an Active Sync: das Handy bleibt fast ohne eigenes Dazutun immer aktuell.
Windows Mobile für Pocket PC bietet eine hervorragende Bedienoberfläche für Bluetooth-Einstellungen an. Hier spielt es seine Stärken gegenüber anderen Betriebssystemen aus. Assistenten für Active Sync, A2DP, Tastatur, den Austausch für Visitenkarten usw. helfen beim Auffinden und Einrichten. Selbst die Einrichtung eines PANs (Personal Area Network) ist kein Problem. Schade nur, dass ein SAP-Profil beim KS20 nicht mit an Bord ist.
Die Anzeige des WLAN- und Bluetooth-Status im Homescreen führt direkt zum Verbindungsmanager. Auf einem Blick ist dort die gesamte Connectivity übersichtlich dargestellt und von dort aus gelangt man ziemlich einfach auch zu den Einstellungen.
Als mobile Festplatte wird das KS20 erst mit eingelegter Speicherkarte richtig interessant. Im Gegensatz zu Smartphones mit anderen Betriebssystemen erscheint beim USB-Anschluss keine Abfrage nach der Verbindungsart. Zum echten Wechseldatenträger wird das KS20 aber erst nach Aktivierung der entsprechenden Option in den Verbindungseinstellungen. Ohne die findet sich das angeschlossene KS20 als "Mobiles Gerät" im Arbeitsplatz. Manche Dateien, zum Beispiel Tabellen und Präsentationen müssen in diesem Fall erst konvertiert werden, daher schaltet Windows hier eine gesonderte Routine zwischen.
Nicht schwer zu finden in den Systemeinstellungen ist der Wi-Fi-Manager. Seinen WLAN-Router findet man dann schnell unter den Einträgen. Für Connectivity-Profis gibts genug Möglichkeiten zur Querverlinkung der drahtlosen Verbindung mit diversen Netzwerkadaptern, Ports und Treibern. Dazu gehört auch das Ad-Hoc-Netzwerk mit einem PC, was per Freigaben durchaus zum Befüttern der Song-Library taugen kann. top
Foto: AMB | Unter Windows Vista dient das Windows Mobile-Gerätecenter als leicht bedienbare Schnittstelle zwischen PC und Smartphone
ich kann bei meinen ks20 kein diktiergerät finden...
wobei nachinstallieren kein problem wär:D
Ist es überhaupt möglich, das ks20 per Mac os X zu synchronisieren? Oder braucht man dafür dann extra Software?
naja, für ein benchmark sollte man halt schon mal was vordern
Noch einmal und in besserem Deutsch.
Ich sehe, dass da an der Seite des Gerätes ein MCX-Anschluss ist. Aber kein einziges Wörtchen darüber in dem Handbuch. Im Internet kursieren wilde Gerüchte darüber, dass das KS20 GPS-fähig sei, oder wiederum nicht. Tatsache ist, dass drin ein MSM7200 mit gpsOne steckt. Wohl nicht genug, um das Gerät bloss mit einer externer Antenne zu einem 'vollwertigen GPS-Gerät' zu wandeln? Oder doch? Oder aber wieder nicht?
Frederick, es wäre echt nett von dir, wenn du uns Bescheid geben könntest.
Jorma K.A. Räty
Rovaniemi, Polarkreis
[email]rangifer.tarandus@gmail.com[/email]
Das LG KS20 hat nicht 65536 sonder 262.144 farben!
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