HSDPA mit 3,6 MBit/s sind für den mobilen Internetempfang mehr als genug. Es könnten jedoch auch 16 Mbit/s sein, nennenswert schneller als ein UMTS-Handy mit demselben System in der Smartphone-Edition (was ein Test mit dem Palm Treo 500v zeigte) baut sich unsere Seite nicht auf. Ein längerer Blick auf die Messung der geladenen Kilobytes erinnert eher an ISDN-Geschwindigkeit und daran lässt sich auch der Seitenaufbau messen. Das Handy-Internet ist mit wenigen Ausnahmen also noch in den späten Neunzigern stecken geblieben.
40 geladene Kilobyte nach 15 Sekunden kommen bei theoretisch möglichen 3,6 Mbit/sek (umgerechnet 450 Kb/s) auch mit Ach und Krach nicht hin - ob hier die Nutzer mit Absicht begrenzt werden oder ob es eine Vorsichtsmaßnahme ist, um vor horrenden Rechnungen zu bewahren, sei dahin gestellt. Aber auch Performance-Mangel käme als Bandbreiten-Bremse in Betracht. Beobachtet man die Navigation auf Webseiten mit dem Internet Explorer Mobile, könnte letzteres durchaus in Betracht gezogen werden. Nicht nur komplexere Seiten wie AreaMobile.de, sondern auch einfach gestrickte HTML-Portale ruckeln in bis zu einsekündigen Einzelbildern von A nach B. Zwar werden die Seiten korrekt und ohne Code-Salat dargestellt, aber das darf mittlerweile auch von Smartphones aus der Mittelklasse erwartet werden.
Umso seltsamer erscheint einem dieser Effekt angesichts der Tatsache, dass das Umrechnen von der Desktopversion der Seite auf andere Anzeigearten kaum Zeit in Anspruch nimmt. Nur wenige Augenblicke braucht der Prozessor für das Umschalten in den Spaltenmodus, für welchen der Code vom Browser nach Gutdünken auf das schmale Maß des Handy-Bildschirms zusammengerechnet wird.
An sich könnte man mit der mobilen Version des Internet Explorers noch ganz gut leben. Allerdings will man sich damit auch nicht länger aufhalten, sobald man den mitgelieferten Opera-Browser entdeckt: Der lädt Webseiten zwar auch nicht schneller als der Internet Explorer, navigiert aber wesentlich flüssiger auf der geladenen Seite.
Noch wenige Smartphones haben es bisher so weit auch nur an die Pforten der iPhone-Geschwindigkeit geschafft - die Messlatte ist sehr hoch angesetzt und während Apple das Kunststück mit jedem iPod Touch aufs Neue reproduziert, gilt die echte fluide Bedienung in diesem Sinne für den Kern der Mobilfunkwelt noch lange nicht als realistisch, geschweige denn serienreif. Immerhin, wenn man auch das Wort ebenbürtig nicht verwenden mag - das Touch Cruise ist auch im Internet rucklefrei unterwegs - wenn auch nur im Opera-Browser.
Während sich das System im Internet Explorer schwer tut, funktioniert im Opera auch die Beschleunigungsberechnung des "grab-and-scroll" so gut, dass bis auf kleine Aussetzer und Hakler fast so etwas wie flüssige Touchscreen-Navigation möglich ist.
Opera 8.65 in der Bezahlversion bietet dabei kaum mehr Optionen als der Internet Explorer Mobile. Die Anzeige lässt sich aufs Handymaß zusammenschrumpfen und Bilder können zur Schonung des Datenkontingents und damit des Geldbeutels auch ungeladen bleiben. Etwas einfacher gestaltet sich der Sprung ins Querformat aus dem Ansichtsmenü heraus, wie auch die Vollbildfunktion.
Während bei Microsoft lediglich die Schriftart verkleinert werden kann, zoomt Opera alles samt Bildern heran oder heraus. Es ist die schnelle und flüssige Navigation, die den Opera Browser zur ersten Wahl auf dem Touch Cruise macht. Wie auch in anderen Applikationen erscheint ein Popup-Menü, sobald der Stylus oder Finger länger auf dem Screen verweilt. In beiden Browsern verfügt man dadurch über einen Schnellzugang zu Vorwärts-Rückwärts-Navigation, Bookmark-Tools und anderen nützlichen Funktionen, trotzdem dauert es nicht lange, bis man wieder beim Opera landet: dank Tabs wie im Firefox auf dem PC verliert man nie den Überblick und die Umsetzung ist dabei dank des ausgewogenen Kompromisses zwischen Erkennbarkeit und Platz gut gelungen. Die optisch aufbereitete Oberfläche macht das Browsen mit dem Opera zusätzlich angenehm. Email-Links öffnen sich im Email-Editor. Wer schon beim 20. Tab angekommen ist, kann sich auch eine Liste aller offenen Tabs anzeigen lassen und wieder ohne Probleme zum Ausgangspunkt zurück springen.
Von den zahlreichen Komfortfunktionen kennt man etliche schon als Standards auf dem PC: Festlegung der Startseite, Sicherheitseinstellungen und Löschen verschiedener Datentypen, Manager für Downloads und Bookmarks. Letzterer ist ordnerbasiert und überträgt die Favoriten des Internet Explorers - um ein paar Ecken kann man damit also seine PC-Bookmarks vom Firefox in den PC-Internet Explorer, von dort zum mobilen Internet Explorer und dann in den Opera transferieren. Mit seinen persönlichen Lieblingsseiten im Netz also beste Voraussetzungen für einen standesgemäßen Einstieg ins mobile Surfgeschehen.
Um die umfangreichen Funktionen des ausgereiften Opera Mobile und seine Alltagstauglichkeit in Erfahrung zu bringen, sollte man sich am besten einen Touch Cruise besorgen und sich damit für mehrere Wochen in ein südfranzösisches Kloster zurück ziehen.
Fazit: Der Gesamteindruck spricht deutlich für das Duo Opera/Cruise: der Platz ist gut genutzt und auch größere Webseiten zwingen den Prozessor nicht in die Knie. Lediglich die Tatsache, dass das iPhone mit EDGE-Geschwindigkeit die Seiten schneller aufbaut als das Gerät von HTC mit WLAN, macht stutzig.
Email-Accounts sind je nach Provider auch ohne manuelle Eingabe der Serverdaten eingerichtet. Ein Assistent hilft, falls die Daten von einem bekannteren Freemail-Anbieter stammen. Windows Mobile-typisch kann der fertige Account dann in jeglicher Hinsicht an die eigenen Bedürfnisse agepasst werden. An Protokollen werden IMAP und POP3 unterstützt, Emails in HTML werden fehlerfrei angezeigt und an Komfortfunktionen übertrifft der Client bei weitem die Standardansprüche des Durchschnittsnutzers - auch Angehörige der Businessgemeinde kommen daher voll auf ihre Kosten - nicht zuletzt auch dank der Unterstützung von Pushmail und Signaturen, der Synchronisation mit Email-Adressbüchern im Web und erweiterten Sortier- und Bearbeitungsoptionen. PC-Büro goes Handy: da verblasst das iPhone zum Sandkastenschäufelchen.
Wer seine IM-Buddys immer dabei haben möchte, kann die im vorinstallierten MSN-Client versammeln oder einfach über einen Drittanbieter-Sammelclient wie Fring (Skype, ICQ, MSN, Yahoo!, etc..) kontaktieren.
RSS-Feeds sammelt man entweder in der mobilen Version des Google-Reader oder mit dem vorinstallierten RSS-Hub. Dort sind die Feeds und die Anzahl der noch nicht gelesenen Artikel hinterlegt. top
PIM-Funktionen sind wohl von anderen Anwendungen an Komplexität kaum zu überbieten. Allein ein einziger Kontakteintrag ist ein Gebilde aus zahllosen Datentypen und ein Terminkalender eine kleine Datenbank für sich. Gut, dass HTC diesen Part dem alten Hasen Windows Mobile überlässt. Selbst die Anzeige im Home-Screen ist das im Original belassene Windows Mobile-Kalender-Plugin.
Sicherlich ist das Organizer-System nicht der Weisheit letzter Schluss - für noch mehr Funktionen lohnt ein Blick auf die einschlägigen Webseiten für Handysoftware, trotzdem ist alles vorhanden, um seine Termine und Aufgaben immer parat und auf einen Blick zu haben. Beim Tipp auf das Kalenderplugin im Home-Screen landet man erst mal in der Tagesagenda-Ansicht. Die verfügt über eine Zeitleiste, in der die Termine des Tages in Hellblau farblich angezeigt werden. Die Liste der Termine kann hier, wie auch in der Aufgabenliste oder Kontaktliste, nach Kategorien gefiltert werden.
Den anzuzeigenden Wochentag wählt man aus der Wochentages-Schaltfläche am oberen Displayrand oder navigiert mit den kleinen Pfeilen durchs Geschehen. Genial ist die Schnellansicht des aktuellen Monats, die man auch vom PC-Browser her kennt. Zum aktuellen Tag führt immer die Schaltfläche mit dem geschwungenen Pfeil. So bewegt man sich auch in der zweiten Art der Tagesansicht. Hier wurde die Terminanzeige grafisch umgesetzt.
Auch die Erstellung neuer Termine wird durch einen grafisch unterstützten Kniff erleichtert - will man einen Termin von 12-16 Uhr erstellen, tippt man auf die 12 und zieht das Kästchen zur 16 - danach hält man den Stylus oder Finger auf dem Kästchen gedrückt, bis ein Popupmenü erscheint - mit dieser Methode kann man nicht nur Termine erstellen, sondern hat jederzeit auch die Möglichkeit, diese zu verschieben, kopieren oder andere Bearbeitungen zu erledigen.
Das funktioniert auch in der Wochenansicht, wo die Übersicht am wichtigsten ist. Befinden sich Termine ausserhalb des sichtbaren Teils des Tages oder der Woche, zeigen kleine Pfeile an, dass noch etwas ansteht. Auch parallele Termine werden optisch schön auseinandergehalten. Da bringt Symbian auch in der neuesten Version auf der gleichen Bildschirmgröße deutlich weniger Information unter. Schon verflixt ausgebufft dieses Windows Mobile: Hat man vorher an anderer Stelle Text kopiert, kann man den sofort in einem Termin eintragen und muss nicht mal das Bearbeitungsfenster öffnen.
Die Monatsansicht bietet allerdings nicht viel mehr als Standardkost. Termine mit Kategorie "Ferien" werden in Rot dargestellt. Steht mehr als ein Termin an, ist ein kleines Quadrat, bei nur einem Termin ein Dreieck zu sehen. Nicht zu vergessen: der Organizer verfügt auch über eine Jahresansicht. Die schafft der Bildschirm gerade noch so, sogar einzelne Tage kann man sich noch mit dem Stylus rauspicken.
Während in der Tagesagenda Ort und Zeit daneben stehen, sind in der Aufgabenliste Priorität und Status ersichtlich. Aufgaben, Termine und sogar Kontakte kann man mit Text-Notizen veredeln. Wer schnell eine Skizze zeichnen möchte, greift dagegen besser auf das im Smartphone integrierte Notizbuch zurück.
Bei den Kontakten hat HTC dann doch noch ein wenig nachgeholfen. Wie beim iPhone findet sich hier rechts ein vertikal angeordnetes Mini-Alphabet, mit dem das sekundenschnelle Auffinden von Kontakten per Anfangsbuchstaben möglich wird - ein Grund mehr, das Telefon im Hochformat zu betreiben, im Querformat fehlt diese Hilfe und man ist auf die Suche per Texteingabe angewiesen. Obwohl, eine so flüssige Scroll-Leistung wie beim HTC Touch Cruise hat man bei Geräten, die nicht mit einem kleinem "i" anfangen, lange nicht mehr gesehen. Bei maximal 8 möglichen Einträgen auf dem Display ist das auch fast schon eine Alternative für die eher schwerfällige Textsuche.
Ein Kontakt in Windows Mobile besteht aus derart vielen Einträgen, dass selbst informationslastigen Symbian-Kontakte übertroffen werden. Je nachdem, ob man den Kontakt als Outlook-Kontakt oder auf der SIM speichert, kann man mehr oder weniger Infos damit verknüpfen. Ob Kontaktbild, jede Menge Adressen, Emails und Nummern, fast agentenhaft mutet das Kontaktesystem von Windows Mobile an. Geburtstage werden aber leider nicht im Kalender angezeigt.
In den Home-Screen ist der Organizer gut integriert. Lässt man sich in der Titelleiste die Uhr anzeigen, reicht ein Tipp darauf, um sich den nächsten anliegenden Termin anzeigen zu lassen. Verpasste Termine machen mit einem Popup am unteren Rand und Sound, bzw. Vibration auf sich aufmersam. Wird die Erinnerung kurz weggedrückt, bleibt der Termin so lange im linken unteren Softkey, bis man ihn auch bestätigt hat. top
Die Connectivity-Kiste des Touch Cruise ist zum Bersten gefüllt. Dank Quadband-GSM ist man nahezu überall auf der Welt erreichbar. Davon kann man sich schnell überzeugen, indem man einfach auf das Verbindungs-Icon in der oberen Leiste tippt. Zu sehen sind da alle aktiven Verbindungen auf einen Blick. Einen weiteren Tipp entfernt findet man den Connection Manager, wo sich alle Verbindungen an- und ausschalten lassen.
Klar, dass sich HTC in dieser Disziplin nicht vornehm zurückhält, sondern dem Touch Cruise alles mit auf den Weg gibt, was sich auf kleinstem Raum unterbringen lässt. Neben Bluetooth und 3G-Funk beeinhaltet das auch WLAN. HSDPA mit bis zu 3,6 Mbit/sek sorgt für schnelleren Datendurchsatz als so manche DSL-Leitung. Wer's noch schneller mag, greift unterwegs auf verfügbare Hotspots oder zu Hause auf den WLAN-Router zu.
Im Nahfeld verbindet sich das Touchscreenhandy über Bluetooth mit anderen Geräten und macht daraus auch gleich ein PAN (Private Area Network). Ohne viel Aufhebens kann so eine Datei auf das Handy des Gegenübers gebeamt werden. In den meisten Kontextmenüs findet sich hierfür eine entsprechende Sendeoption.
Auch die Möglichkeit, die Dateien auf dem Gerät dank "Bluetooth Explorer" ohne aufwendiges Einzel-hin- und herbeamen in Ordnung zu halten, dürfte vieles vereinfachen. Auf den Speicher eines anderen Windows-Mobile-Geräts kann über Bluetooth ohne großen Aufwand - abgesehen vom Passwortschutz - mit dem Windows Mobile-Explorer zugegriffen werden. "Bluetooth" erscheint sogar als Ordner im Datei-Explorer des Touch Cruise. Längere Tipperei und komplizierte Bediensequenzen, die für jede einzelne Datei ausgeführt werden müssen, entfallen damit. Da macht Dateitauschen noch viel mehr Spaß. Auch der Zeitvorteil ist nicht zu verachten, wobei freilich die Übertragungsgeschwindigkeit über Bluetooth nicht schneller wird.
Auch im Auto hat man die Hände frei, das SIM Access Protocol (SAP) bringt dem Cruise beim Cruisen natürlich extra Punkte ein. Mit etwas Hilfe aus dem Handbuch gelingt es auch, das Smartphone zum Modem umzufunktionieren, falls das Internet mal wieder ausgefallen ist oder der WLAN-Stick unauffindbar ist. Das Handbuch sollte der Nutzer vor allem am Anfang immer griffbereit halten - es beantwortet jede Menge Fragen billiger und schneller als jede Hotline - vor allem im Connectivity-Dschungel von Windows Mobile unverzichtbar.
Eine kurze Einblendung kommentiert den Verbindungsvorgang über USB, was durch ein kurzes akustisches Signal unterstützt wird. Mit einer microSD-Karte wird das Touch Cruise aber leider nicht ganz zur vollwertigen mobilen Festplatte. Für manche Dateiformate muss das System erst noch eine kleine Konvertierungsroutine dazwischen schalten. Zwar spürt man im Standardmodus, in welchem das Cruise als "mobiles Gerät" im Windows Explorer angezeigt wird, keine Geschwindigkeitsunterschiede zu handelsüblichen USB-Sticks, dennoch, zum USB-Stick samt Eintrag als Wechseldatenträger im Explorer wird das Cruise erst mit Drittanbieter-Software wie zum Beispiel "WM5torage".
Wer schon mal mit Windows Mobile's PC-Pendant Active Sync gearbeitet hat, wird an dieser Stelle auch nichts Neues mehr erfahren. Einmal konfiguriert, überträgt das Programm brav bei jeder Wiederverbindung alles, was gewünscht wird und hält alle PIM-Daten, nach Wunsch auch einen Datei-Ordner und die Favoriten des Internet Explorer Mobile immer perfekt synchron. Bei einer vorhandenen Partnerschaft zwischen Speicherkarte und Media Player auch die Medienbibliothek. Das machen sich auch schon die Softwareanbieter zu Nutze, so können auch weitere Arten von Daten, wie zum Beispiel die Dateien der Notiz-Programms Phatnotes als Eintrag in der Synchronisationsliste von der Active Sync-Anwendung abgearbeitet werden. Klar, eine Installation von Outlook wird für den Organizer-Abgleich natürlich voraus gesetzt, darin unterscheidet sich das Windows Mobile-Syncprogramm allerdings nicht von den Lösungen anderer Handy-Hersteller. Für Vista steht schon seit einiger Zeit das Mobile Device Center zur Verfügung. top
Hi Frederick,
auf dem Bild mit der geöffneten Rückseite steckte eine eplus Karte in dem Gerät.Das erklärt(zum Teil) die schlechten Ergebnisse bei der Datenrate. Bei eplus, wie ich als leidgeprüfter Kunde weiß, gibt es auch bei UMTS maximal 768 kbps Down- und 128 kbps Upload.
Grüße
Dirk
65k natürlich...
WM 6 unterstützt bis dato sowieso nicht mehr als 56k Farben,
ist ja super - aber was soll das ding kosten ???
@philz95
Sorry, ich muss außer mir gewesen sein...
Mein HTC ist sauber verarbeitet, dass Öffnen/Schließen des SD-Slots ist allerdings wirklich ein Geduldsspiel