Die Rechenleistung und die dadurch beeinflusste Anwendungsgeschwindigkeit erinnert des Öfteren an alte 386er-Zeiten, dennoch erreicht das schwarze Pharos in Kishontis Jbenchmark satte 416 Punkte. Wie schon beim Touch Cruise ließ sich das 3D-Benchmark auch beim P3470 nicht zum Laufen bringen, rein optisch scheint aber die Performance für dreidimensionale Pixelprachten ausreichend zu sein. Schade also, dass HTC nur die angestaubten 2D-Spiele BubbleBreaker und Solitär mit ins Rennen schickt. Da kommen doch fast wieder alte Windows 3.11-Erinnerungen auf. Und das ist immerhin schon über eine Dekade her.
Windows Mobile ist nicht nur mannigfaltig individualisierbar, zahlreiche Applikationen erleichtern dem Nutzer auch das Alltagsleben. Die grafisch trockene Präsentation lässt allerdings zu wünschen übrig. Doch die ändert nichts an der Funktionalität, die Businessfraktion kann auf zahlreiche Extras wie Rechner, Notizen, Kalender, Sprachmemo, Taskmanager, Zip-Datei-Explorer und vieles mehr zurückgreifen.
Docs, XMLs und PDFs können ohne große Umwege bearbeitet oder betrachtet werden. Zoom und Full Screen, Formeln für Excel, Aufzählungen bei Word; das alles zwingt das vorinstallierte Office Mobile nicht zur Aufgabe. Doch auch hierbei macht sich die fehlende Leistung des Prozessors bemerkbar, denn flüssiges scrollen ist auf dem Pharos nicht möglich.
Gut gelungen ist die einfache Notiz-Funktion, die auch Zeichnungen unterstützt. Selbst Musik- oder Bilddateien können eingebunden werden. top
Tomtom steht im Bereich der mobilen Navigationsgeräte für Qualität und Anspruch. Und leider nicht gerade für günstig. Karten oder andere Spielereien lassen sich die Marktführer gern in barer Münze auszahlen, ob das nun besonders Kundenfreundlich ist, sei dahingestellt. Umso mehr überrascht es, dass man beim Pharos einen Lizenzschlüssel für die bereits vorinstallierte Vollversion vorfindet, die mit Karten für Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) aufwarten kann. Westeuropa wird immerhin noch mit den Hauptstraßen abgedeckt.
Die Software ist also komplett und verspricht namhafte Qualität. Doch kann die Hardware da mithalten? Fakt ist, dass die Hauptprobleme hausgemacht sind. Da wären etwa die typischen Defizite eines pfadfindenden Handhelds: ein fehlendes Carkit und vergleichsweise kleines, im Falle des Pharos auch noch zu stark spiegelndes Display erleichtern die Handhabung nicht gerade.
Nach der Eingabe des Lizenzschlüssels bekommt man auf Wunsch alle wichtigen Funktionen des Navis in einem unterteilten Tutorial vorgeführt, doch auch ohne kommt man dank der logischen Menüstrukturen gut zurecht.
Der erste Satellitenkontakt dauert mit mehreren Minuten recht lang, Abhilfe soll die Funktion "QuickGPS" im Programmmenü des Pharos schaffen, die sich im aktivierten Zustand über das Internet die aktuellen Daten über die anzupeilenden Satelliten herunterlädt. Eine spürbare Beschleunigung haben aber nicht registrieren können. Bei erfolgreichem Uplink präsentiert sich eine etwas karge 3D-Karte, die sich auf Wunsch auch in einen 2D-Modus versetzen lässt. Zusätzlichen Überblick verschafft man sich dort schnell und einfach mit den oberen Schaltflächen für Zoom in/out.
Eine Berührung der Karte öffnet das umfangreiche Menü mit drei Seiten à fünf Unterpunkten. Anfangs sind nicht alle Punkte anwählbar, sie eröffnen sich dem Nutzer erst nach der Zieleingabe. Die gestaltet sich sehr komfortabel. Entweder darf man seinen Zielort per Adresseingabe, Auswahl eines der letzten Ziele, Wahl eines Points of Interest (POI) oder der speicherbaren Heimadresse auswählen. Darüber hinaus lässt sich das Ziel auch frei auf der Karte anwählen oder gar per Breiten- und Längengrad bestimmen. Auf die die Kontakte des Pharos kann man ebenfalls zugreifen, sofern diese mit Adresse versehen sind. Zu guter Letzt kommt auch das TomTom-Buddy genannte Community-Netzwerk zum Tragen. Derartige "Freunde" werden dann nicht nur auf der Karte angezeigt, sondern lassen sich auch direkt ansteuern. Neben der direkten Zielführung versteht sich die TomTom-Software auch auf die Routenplanung mit Zwischenzielen, die nach den gleichen Kriterien erstellt werden dürfen.
Seite drei des Hauptmenüs beschäftigt sich mit Zusatzdiensten. So kann man sich etwa per Internet mit nur einem Tastendruck einen Eindruck von den Witterungsverhältnissen des gewünschten Zielortes verschaffen oder einen der POIs ebenso einfach anrufen. Diese Vernetzung ist es dann auch, die dem Pharos einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen, günstigen Navigationsgeräten verschafft, auch wenn einige der Dienste wie etwa die Aktualisierung der Radarfallendatenbank kostenpflichtig sind.
Neben diversen weiteren Spielereien ist aber eines für ein Navi besonders wichtig: die tatsächliche Routennavigation. Und die ist tadellos. Die Berechnung einer Route dauert kaum länger als auf einem durchschnittlichen Navigationsgerät. Auch Neuberechnungen nach falschem Abbiegen dauern selten länger als fünf bis zehn Sekunden. Dabei bleiben sowohl Sprachausführung als auch grafische Darstellung wesentlich besser verständlich, als es bei vielen billigen mobilen Navis der Fall ist. Mit Wahlmöglichkeiten der Fortbewegungsart ist das Pharos in Verbindung mit der TomTom-Software auch für Fußgänger und Radfarer geeignet. Trotz der deutlich schwächeren Prozessorleistung als beim Touch Cruise verläuft dank angenehm schneller Aktualisierung der Navi-Position auch die grafische Darstellung auf der Karte stets in akzeptablen Bahnen, lästiges "Nachhängen" ist so kaum spürbar. Zweifellos ist die Navigation das Highlight des Pharos. top
Da Windows Mobile den Wechsel zwischen den verschiedenen Anwendungen mehr als umständlich gestaltet, integriert HTC den eigenen Taskmanager direkt im Homescreen. Das Icon erscheint im oberen rechten Eck und eröffnet den Blick auf eine Liste der laufenden Programme. Mit dem Close-Button lassen sich im Hintergrund laufende Programme entweder einzeln, oder komplett beenden. Das tut auch Not, denn die Unsitte, Programme nicht zu schließen, sondern lediglich in den Hintergrund zu verschieben, konnte HTC dem Windows Mobile-System natürlich nicht abgewöhnen. So ziehen unter Umständen vor Tagen geöffnete Programme die ohnehin nicht überragende Performance noch tiefer in den Keller. Sowieso sollte man das P3470 hin und wieder neustarten. Wie vom heimischen PC bekannt, füllt sich der Speicher nämlich im Laufe der Zeit immer weiter, obwohl laut Taskmanager keine aktiven Programme im Hintergrund laufen.
Der Home-Screen bietet noch weitere Vorteile. Er lässt sich ohne Probleme individuell anpassen. Ein tabbasiertes System führt den Nutzer ohne Umwege zu Schnellwahl, Wetter, Quicklaunch und Profilwahl. Der Quicklaunch mit den neun individuell selektierbaren Programmen ist schnell konfiguriert. Auf Knopfdruck erscheint eine Programmliste, aus der die gewünschten Goodies ausgewählt werden dürfen. Ein weiteres brauchbares Gimmick gibt einen Ausblick auf das Wetter der nächsten Tage. Die Informationen werden aus dem Internet bezogen und grafisch ansprechend dargestellt. Dominiert wird der Homescreen allerdings von der riesigen Digitaluhr, die sich auch noch Personen mit akuter Sehschwäche auf die Netzhaut brennen dürfte. Direkt darunter gibt eine schmale Leiste Informationen über unbeachtete Nachrichten und Anrufe. Im unteren Drittel ist ausreichend Platz für tagesaktuelle Termine reserviert. Ein Druck darauf oder auf einen der beiden Softkeys führt direkt in den Kalender, der andere Key ins Telefonbuch.
Die fingerfreundliche TouchFlo-Bedienung bleibt auf den Homescreen (und die Bildergalerie) beschränkt. Der von Touch, Touch Dual und Touch Cruise bekannte 3D-Würfel, der den einfachen Zugriff auf ein Schnellstartmenü, Bilder oder Musik mittels Gesten ermöglicht, hat auf dem Pharos keinen Platz gefunden. In der Bedienung muss der Nutzer gegenüber den genannten HTC-Smartphones also Abstriche machen.
So landet man allzu oft in den altbekannten Windows Mobile-Menüs. Immerhin hat HTC den hauseigenen Verbindungsmanager beibehalten. Er zeigt übersichtlich alle möglichen Verbindungen wie Bluetooth oder die Datenverbindung an und erlaubt deren Aktivierung oder Unterbindung.
An vielen Stellen bremst der viel zu langsame Prozessor den Bedienkomfort im wahrsten Sinne des Wortes noch deutlicher aus, als es das überladene Microsoft-Betriebssystem sowieso schon tut. Multitasking ist so zwar möglich, zieht aber zunehmend deutliche Verzögerungen der Befehlsannahme nach sich. Die träge Reaktion des Betriebssystems ist ein schwerwiegender Mangel bei der Bedienung des Pharos. top
Derzeit kostet das Pharos 350 ? Wenn mann da mal den Preis für das TomTom Packet abzieht bleibt mit ca 250 ? ein ungebrandetes Gerät mit vielen möglichkeiten - und, ok ich bin schon 50 , die Geschwindigkeit ist m.E. total in Ordnung. Bei mir muss Word nicht in 1 milisekunde öffnen. Die Kamera ist für Ausdrucke 10x15 voll ausreischend. Ich bin jedenfalls total zufrieden mit dem Pharos. Normalsterbliche haben halt auch nicht die Vergleiche wie Ihr in der Redaktion. Und wenn mann von einem Razr V3 kommt, ist das Pharos schon die echt Eierlegende Wollmilchsau!! Gruß Franky
Doch, habe es gekauft - und einige der Kumpels wollen es auch! Rechne doch mal den Preis der TomTom ab - dafür hast Du dann ein obercooles Smartphone. Ich bin begeistert von meinem Pharos.
Nö, denke mal, es geht nicht gut...^^
von wegen schneckenlahmer prozessor
muss man übertakten hab ihn von 201 auf 286 MHz
und das spührt man.
obergeiles teil