Mit dem W380i von Sony Ericsson kommt ein Einsteiger-Musikhandy in die Läden, das mit seiner Gestensteuerung (abgesehen vom Z555i) ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisliga mitbringt. Dafür scheint die sonstige Ausstattung eher dürftig. Ob der Einführungspreis von 199 Euro gerechtfertigt ist, wird dieser Test erörtern.
Der Lieferumfang fällt eher zweckdienlich aus. Außer Gebrauchsanleitung, Kurzanleitung, Merkzettel zur Gestensteuerung, Daten-CD, Kabelheadset sowie Daten- und Ladekabel findet man nur noch den 512 Megabyte fassenden M2-Stick im Karton. Das ist zwar mehr spartanisch als opulent, erscheint aber dem Preis angemessen.
Wäre das W380i dünner, so würde es mit seinen 92x49 Millimetern problemlos in die für Bankkarten vorgesehenen Steckplätze einer Brieftasche passen. Doch die Dicke von 16 Millimetern schiebt dem einen Riegel vor. Dabei wäre die Bezeichnung "daumendick", mit der früher ein Schokoladenhersteller sein Produkt bewarb, bei Sony Ericssons neuem Walkman-Handy selbst im geschlossenen Zustand deutlich übertrieben. Obwohl der Folder nur 100 Gramm wiegt, liegt er aufgrund seiner kompakten Bauweise schwerer in der Hand, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Auch die Materialien tragen ihren Teil zu dieser Vermutung bei, denn überall breitet sich preisgünstiger Kunststoff aus, der eigentlich nicht viel wiegen dürfte. Dessen rauhe Oberfläche sorgt aber immerhin dafür, dass Fettfinger der Vergangenheit angehören.
Mit seiner schrägen Stirnseite und dem aufgedruckten Logo erinnert das W380i an einen aufgemotzten Sportwagen. Wäre da nicht das mausgraue Billig-Gehäuse. Doch Sony Ericsson spart nicht nur bei den Materialien, auch die Verarbeitungsqualität hinkt anderen Modellen des Herstellers hinterher. Die Rückseite und der Ziffernblock geben unter Druck unwillig knarzende Geräusche von sich. Hinzu kommt, dass die dünne Plastikabdeckung des Akkus nicht passgenau sitzt. Von Qualitätsungeheuern wie etwa Nokias N95 ist das W380i aber dennoch weit entfernt. top
Highlight des W380i ist das schmale Außendisplay, das im inaktiven Zustand vollkommen unsichtbar bleibt. Auf der Oberseite machen lediglich drei blindenschriftartig genoppte Tasten für den Playerbetrieb auf sich aufmerksam (mehr dazu ). Drückt man sie oder klappt man das Handy zu, dann scheinen pötzlich Informationen zu Empfangsleistung und Akku sowie Uhrzeit durch den grauen Kunststoff. Sony Ericsson setzt hier auf die neue OLED-Technologie, die im Vergleich zu herkömmlichen LCDs bis zu 40 Energie einspart, da sie ohne Hintergrund-Beleuchtung auskommt. In heller Umgebung kann man das Display allerdings kaum erkennen, zumal die Inhalte generell unscharf durch den halbtransparenten Kunststoff hindurch scheinen.
Das Hauptdisplay ist dagegen kaum der Rede wert. Auffälligstes Merkmal ist seine Größe, allerdings im negativen Sinne. 1,9 Zoll Bildschirmdiagonale und die geringe Auflösung von 176x220 Bildpunkten markieren das untere Ende der Fahnenstange. Farbintensität oder Bildschärfe gehen aber in Ordnung, etwa 262.000 Farben sorgen für angemessene Farbpracht. Als störend erweist sich die Tatsache, dass das Display im geschlossenen Zustand auf der Tastatur aufliegt, was zu Druckspuren auf dem Minibildschirm führt.
Die Tastatur verdient keine Lobgesänge. Die einzelnen Tasten heben sich kaum aus dem Gehäuse heraus, sind haptisch nicht unterscheidbar und weisen zweifelhafte Druckpunkte auf. So sucht man sich beim Nachrichtenschreiben von Taste zu Taste. Auch die gefällige Größe der einzelnen Tasten kann nicht darüber hinweg täuschen, dass man sie blind kaum trifft. Am schlimmsten fällt die schlechte Haptik beim kreisrunden NavKey auf. Der grün eingefärbte Druckknopf in der Mitte hebt sich nicht aus dem Steuerring hervor. Ein zielgenaues Treffen ist so nahezu unmöglich. Hübsch ist dagegen die optische Unterscheidbarkeit gelungen. Während die Zifferntasten aus Kunststoff bestehen, sind die Navigationstasten in Aluminium-Optik gehalten. Auffällig ist die Platzierung der Sondertasten für Browser- und Verknüpfungs-Schnellzugriff sowie der Ein/Austaste. Die sind zwischen Navigationsleiste und Ziffernblock gerutscht und fallen deutlich schmaler als der Rest aus.
Die Tastaturbeleuchtung ist zwar nicht ganz gleichmäßig ausgefallen, dafür aber ausreichend hell, so dass Nachrichten unter den beschriebenen Einschränkungen auch bei finsterer Nacht getippt werden dürfen. top
Tja, das Innendisplay erinnert leidvoll an die Cybershot- und Walkman-Veteranen (?* la K750, W810)... So etwas ist im Jahr 2008 nicht mehr zeitgemäß!
| Datum | Thema |
|---|---|
| 15.08. | Sony Ericsson W380i: Walkman für Einsteiger |
Kein Kommentar, nur eine Frage: Wieviel bekommt man von Nokia dafür, dass man so einen Bericht verfasst?