Mit satten 670 Punkten im JBenchmark 2.0-Test deklassiert das günstige W380i ganz nebenbei selbst Nokias Computer 2.0, das N95 8GB. Mit welchen Trick Sony Ericsson diese hohe Java-Leistung "erschummelt", wissen wir nicht. Lästige Verzögerungen während des normalen Betriebs sind jedenfalls nicht zu verzeichnen, selbst wenn der Player dudelt und nebenher im Netz gesurft wird, reagiert das W380i flüssig. Wer daraus folgert, das Klapphandy sei eine echte Spielekonsole, der freut sich zu früh. Die Stunde der Wahrheit schlägt nämlich bei Kishontis JBenchmark 3D. Magere fünf bis acht Frames ruckeln da nämlich über den Bildschirm, echtes Actionfeeling will so nicht aufkommen.
Beim Blick auf den günstigen Preis des W380i war das zu erwarten, ebenso wie das etwas magere Austattungsfeld, wenn es um Alltagshelfer oder Unterhaltung geht. Immerhin findet der Nutzer drei Spiele zur Zerstreuung vorinstalliert, in denen er wahlweise bei "Extreme Air Snowboarding" ein Snowboard anschnallen, Tetris-like bei "QuadraPop" Klötzchen stapeln oder in "Sims2" das Alltagsleben einer virtuellen Person arrangieren darf. Zur weiteren Unterhaltung stehen "MusicDJ" und "Music Mate 2" Gewehr bei Fuß, die zur Erstellung kleiner Eigenkompositionen dienen. Passender Gesang darf dann Mit Timer, Stoppuhr, Rechner und Code-Memo-Funktion zum Speichern persönlicher Passwörter erschöpft sich das Angebot dann auch recht schnell wieder.
Technik muss einfach zu bedienen, muss intuitiv sein. Das zeigt sich etwa bei Spielekonsolen, wo sich derzeit Nintendos einfache Wii-Konsole besser verkauft als die Highend-Konkurrenz von Microsoft und Sony. Zwar ist ein Handy (noch) keine Spielekonsole, doch die Prinzipien sind die gleichen. Ein vollgestopftes, hochkompliziertes Mobiltelefon spricht überwiegend Nerds an, intuitivere Handhelds hingegen eine breitere Masse. So gesehen macht das W380i alles richtig. Die Präsentation ist ansprechend und einfach, die Bedienung intuitiv, dass Handbuch kann von Beginn an im Lieferkarton verbleiben.
An dem Einsteiger ist nichts ungewöhnlich, nichts hebt sich von der Masse der Einsteigermodelle anderer Hersteller ab. Nichts bis auf die Gestensteuerung, bei der die Kamera als Bewegungssensor dient. Dieses kleine Gimmick, das man auch im Z555i findet, soll die Handhabung erleichtern. Doch sind wir mal ehrlich: von einer Gestensteuerung erwartet man doch mehr, als den Wecker in den Snooze-Modus versetzen und einen Anruf stumm zu schalten, oder? Mehr geht zwar nicht, cool ist es trotzdem. Einfach im Abstand von wenigen Zentimetern über das Handy streichen und schon verstummen Wecker und Rufton. Ein angrenzendes Lämpchen zeigt die Bereitschaft der Bewegungssteuerung an.
Doch auch der Rest weiß zu gefallen, solange man die Ansprüche nicht zu hoch schraubt. Multitasking kein Problem. Der Taskmanager dürfte wegen des geringen Ausstattungsumfangs kaum zum Einsatz kommen.
Die fünf animierten Themes, die man auf dem W380i findet, ändern lediglich das Erscheinungsbild, die Menüstrukturen bleiben unverändert. Die Reaktion des Betriebssystems wird dann allerdings auch wegen der Hintergrundanimationen etwas zäher, bleibt aber erträglich. Sowohl Animationen als auch Farbgebung dieser Themes erwecken passend zum Retrodesign des Musikhandys den Eindruck, als seien die 70er Jahre zurückgekehrt - Drogenkonsum nicht ausgeschlossen.
Sieben Situationsprofile dürfen den eigenen Vorstellungen angepasst werden. Mit wenigen Ausnahmen ein Sony Ericsson-Problem: auch beim W380i ist der Flugzeugmodus nur durch einen Neustart des Gerätes zu erreichen. Auch wenn das telefonieren inzwischen während des Fluges je nach Fluglinie erlaubt ist, Start und Landung sind nach wie vor davon ausgeschlossen, was diese umständliche Aktivierung des Flightmode als veraltet und unpraktikabel herausstellt. top
Tja, das Innendisplay erinnert leidvoll an die Cybershot- und Walkman-Veteranen (?* la K750, W810)... So etwas ist im Jahr 2008 nicht mehr zeitgemäß!
Kein Kommentar, nur eine Frage: Wieviel bekommt man von Nokia dafür, dass man so einen Bericht verfasst?