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Mit dem Fitnesshandy im Dauerlauf Samsung SGH-F110

Mit dem Samsung SGH-F110 miCoach unterwegs

Mit dem F110 versprechen Samsung und Adidas nicht nur ein Handy, sondern einen Personal Trainer und obendrauf einen MP3-Player. Joggen, Musikhören und gleichzeitig telefonisch erreichbar sein – Fitnessherz, was willst Du mehr? Ob sich die Mischung aus Handy und Trainingscomputer bewährt, verrät Andreas Seeger bei seinem ganz persönlichen Dauerlauf.

Teil I: Trainingsfunktionen Teil III: Browsing&Messaging, PIM-Funktionen, Connectivity Teil V: Telefonfunktionen&Akkulaufzeit

Bevor es losgeht...

Zu einem Sportler-Handy gehört auch eine Sportler-Ausrüstung. Und da lassen sich Samsung und Adidas wirklich nicht lumpen. In der geräumigen Handy-Schachtel steckt nicht nur das übliche Zubehör. Es beginnt schon mit dem Headset, das wie bei Samsung üblich aus den eigentlichen Ohrstöpseln mit 3,5 Millimeter-Anschluß und der Fernbedienung mit Mikrofon, Rufannahmetaste und Lautstärkeregler besteht. Die Ohrstöpsel sind nämlich in Bügelform gebaut, sicherer Halt beim Laufen ist damit garantiert. Passionierte Jogger werden sich über die Oberarmband-Tasche freuen, in die das Schiebehandy passgenau hineingleitet.

Aber das ist noch lange nicht alles, im Gegenteil. Spannend wird es erst, wenn man zu den echten Fitness-Utensilien vorstößt, die Partner Adidas beisteuert. Ein kleiner Schrittmesser, den man am Schuh befestigt, gehört genauso dazu wie ein Brustgurt. Sind beide einmal angelegt und mit dem F110 gekoppelt, dann liefern sie Informationen Geschwindigkeit, Distanz, Schritten und Herzfrequenz. Später kann das ganze dann auf der miCoach Website zusammengetragen und der eigene Trainingserfolg analysiert werden. Doch bevor das geschieht, heißt es: Schwitzen.

Foto: AMB | Von Links: Schrittzähler, Brustgurt, Oberarm-Tasche und Headset mit Ohrbügel

 

Auf die Plätze, Fertig, Los!

Foto: AMB | Das miCoach-Startmenü

Foto: AMB | Brustgurt und Schrittzähler werden schon nach wenigen Sekunden automatisch gekoppelt

Wer es mit dem F110 und seinem Lauftraining ernst meint, muss schon fünf Minuten in Kauf nehmen, um das Handy und die komplette Ausrüstung am Körper zu verkabeln. Erst wenn die Bügel der Kopfhörer angelegt sind, Oberarmtasche und Brustgurt festgezurrt wurden und der Schrittmesser sachgerecht zwischen den Schnürsenkeln fixiert ist, erst dann kann es losgehen. Nach einem Druck auf die miCoach-Taste mit dem Läufersymbol öffnet sich ein kreisrundes Menü mit insgesamt sechs Einträgen. Praktisch, dass der Cursor bereits auf "Start" steht.

Danach besteht die Möglichkeit, einen freien Lauf oder einen Bewertungslauf zu absolvieren. Wir wählen den Bewertungslauf, damit das Handy erstmal unseren Fitnesslevel einschätzen kann. Im darauf folgenden Auswahlmenü kann man seinem Training einen Namen geben sowie wahlweise Audiokommentar, Pulsmessgerät und Schrittzähler deaktivieren. Wir lassen natürlich alles eingeschaltet. Nach dem Druck auf OK sucht das Handy automatisch nach Schrittanzahl und Herzschlag und findet beides schon nach wenigen Sekunden problemlos. Beides wird drahtlos über Bluetooth mit dem F110 gekoppelt. Respekt, wie schnell und unkompliziert Samsung hier das Pairing hinbekommen hat.

Jetzt kann endlich richtig losgehen. Nach dem Druck auf Start säuselt die weibliche Computerstimme von unserem "Coach" die ersten Anweisungen. Wir sollen 1,6 Kilometer so schnell wie möglich zurücklegen. Gesagt, getan. Nachdem wir wieder Luft geschöpft haben, fällt der gequälte Blick auf das Handydisplay, das die Wahrheit schonungslos offenbart: Stufe: Einsteiger 2. Wir haben`s geahnt. Aber zum Glück sind die Möglichkeiten unseres persönlichen Handy-Trainers damit noch lange nicht erschöpft. Im Gegenteil. Es fängt gerade erst an.

Man sollte über eine DSL-Leitung und einen PC verfügen, der nicht älter als 3 Jahre ist, um die die aufwändig in Flash gestaltete miCoach-Webseite ohne Ruckler und Ladeverzögerung aunzusteuern. Erst in Verbindung mit dem Internet läuft das F110 zur Höchstform auf.

Foto: AMB | Nachdem die Daten des Handys mit dem PC synchronisiert wurden, erhält man eine ausführliche Auswertung des Trainings

 

Hier kann man sich seinen eigenen Trainingsplan erstellen lassen und erhält eine detaillierte Auswertung aller absolvierten Läufe. Nicht nur Schrittzahl, Geschwindigkeit und Herzfrequenz, sondern auch die verbrauchten Kalorien werden in einer übersichtlichen Grafik angezeigt. So merkt man erstmal, wieviel Schweiß eigentlich nötig ist, um einen Bigmäc wieder abzulaufen. Doch bevor man Zugriff auf diese Daten bekommt, muss man sich auf der Seite anmelden und seine persönlichen Daten eintragen (besonders das Gewicht ist wichtig für die Messung des Kalorienverbrauches).

Foto: AMB | MiCoach Anmeldefenster

 

Nach erfolgreicher Anmeldung muss man die Daten des ersten Bewertungslaufes auf das eigene miCoach-Profil hochladen. Dazu lädt man sich den miCoach-Synchronizer auf den PC, ein kleines Programm, dass im Hintergrund läuft (erkennbar an einem kleinen Symbol in der Taskleiste) und nur aktiv wird, wenn das F110 mit dem Computer verbunden wird. Dann fordert es einen dazu auf, die Trainingsdaten mit dem eigenen Profil zu synchronisieren und leitet danach mit einem Mausklick direkt zur Webseite.

Foto: AMB | Der Synchronizer aktiviert sich automatisch, wenn das Handy in den PC gestöpselt wird

 

Jetzt beginnt das eigentliche Training. Und zwar mit einem Klick auf "Trainingsplan erstellen lassen". Hier kann man ein bestimmtes Ziel formulieren, das der "Coach" dann mit dem Gewicht und dem Fitnesslevel kombiniert und daraus einen individuellen Trainingsplan erstellt.

Foto: AMB | Der erste Schritt auf dem Weg zum Trainingsplan: ein Ziel formulieren

 

Diese Ziele kommen zum Glück nicht aus irgendwelchen Leistungssportlerkreisen, sondern sprechen den Otto-Normal-Verbraucher an, der Gewicht verlieren, Fit bleiben oder einfach seine Laufleistung steigern will. Nachdem das Ziel formuliert wurde, gibt man nur noch an, wie oft man pro Woche trainieren möchte - fertig ist der eigene Trainingsplan. Unser Trainingsplan mit dem Ziel "Fit werden, Fit bleiben" errechnete 57 Trainingseinheiten. Das reicht locker für ein paar Monate.

Foto: AMB | Keine Ausreden mehr: der Kalender mit den Laufterminen im Internet...

 

Foto: AMB | ...und auf dem Handy

Im Internet findet man alles, um diesen Trainingsplan auch umzusetzen. Mit einem Kalender, den Trainingsanalysen und einer Fortschrittsanzeige gibt es kaum noch Ausreden. Vergessen kann man seine Lauftermine jedenfalls nicht mehr. Der Trainingsplan wird nach der Erstellung mittels Synchronizer sofort auf das Handy übertragen. Ein Blick in den Kalender zeigt auf einen Blick die anstehenden Trainingstermine. Schade nur, dass das Handy keine aktive Erinnerungsfunktion bietet. Der Alarm bleibt stumm, wenn ein Training ansteht.

Die Kopfhörer sollte man bei jedem Lauf unbedingt dabei haben. Erst nachdem man sich bei miCoach registriert hat, lauft die weibliche Trainerstimme zur Höchstform auf.

Während des Joggens hält sie einen immer über die verbrauchten Kalorien, die zurückgelegte Strecke und die noch verbleibnende Zeit auf dem Laufenden. Diese Informationen sind aber fast schon Nebensache. Viel Spannender sind die präzisen Anleitungen, die während des Trainings genau darauf hin weisen, wann man sich wie stark verausgaben und dementsprechend das Lauftempo anpassen soll. Da dabei die Herzfrequenz beurteilt wird, muss niemand Angst haben, dass dabei ein zu schnelles Tempo vorgegeben wird. Im Gegenteil: jeder läuft so schnell, wie seine körperliche Verfassung es zulässt. Der "Coach" unterteilt die Herzfrequenz in die vier Stufen Power, Kraft, Ausdauer und Energie.

Foto: AMB | Der "Coach" orientiert sich bei seinen akustischen Anweisungen anhand von vier Herzfrequenzzonen

 

Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass miCoach weit über ein simples "Loslaufen und Geschwindigkeit durchhalten" hinaus geht. Jedes Training ist anders. Gezielt werden in den einzelnen Trainingseinheiten unterschiedliche Anforderungen an den Jogger gestellt. Zu jedem Training wird in Form einer Trainernotiz der Schwerpunkt festgelegt, an dem die Laufdetails ausgerichtet werden.

Foto: AMB | Das aktuelle Trainingsziel...

In unterschiedlichen Etappen wird man angewiesen, für eine bestimmten Zeitraum seine Laufleistung bis in die Powerzone zu beschleunigen, um kurz darauf wieder in die Energiezone zurückzufallen. Dabei geizt das Handy auch nicht mit motivierenden Kommentaren (die man wahlweise auch abschalten kann). Ein geniales Trainingsprinzip, das man in dieser Form auf keinem anderen Handymodell findet. Musik hören ist dabei gar kein Problem, da die Musik bei einer "Durchsage" des weiblichen Trainers langsam ein- und ausblendet. Wir müssen vorbehaltlos gestehen: selten war unser Lauftraining so strukturiert und hat dermaßen Spaß gemacht, vor allem weil das Handy optimal auf das Musik hören während des Laufens ausgerichtet ist. Vor dem Trainingsstart fragt es sogar danach, ob man Musik hören möchte. Doch dazu mehr im nächsten Teil.

Energiezone motivierenden Kommentaren Musik

Foto: AMB | ...im Detail

 

Fotos: AMB | Anzeigemöglichkeiten während des Trainings. Vor allem die linke Anzeige, die standardmäßig eingeblendet wird, ist entscheidend: Sie zeigt die jeweilige Herzfrequenzzone an, in der sich der Läufer gerade befinden sollte.

 
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