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Sony Ericsson G900: Erste Eindrücke vom neuen Spitzenmodell

Inhaltsverzeichnis

Browsing

Als Browser setzt Sony Ericsson Opera Mobile in Version 8.65 ein, den man bereits von den UIQ-Smartphones W960i und P1i kennt. Er startet stets in einer angepassten Spaltenansicht, die alle Inhalte an das schmale Display anpasst und untereinander anordnet. Da für große Bildschirme angepasste Webseiten erheblich unter dieser Umformung leiden, bietet Opera auch eine "Desktop"-Ansicht an.

Webseiten lassen sich auf dem Touchscreen per Fingerzeig verschieben und per Knopfdruck in die Horizontale drehen, sodass mehr Übersicht entsteht. Die unter dem Kontextmenüpunkt "Extras" versteckte Zoom-Funktion verhält sich schneller als auf P1i oder W960i, bleibt vom iPhone-Feeling aber noch ein ganzes Stück entfernt. Dass der Prozessor des G900 aber zu den schnelleren gehört, demonstrieren die kurzen Reaktionszeiten, die vor allem auf echten HTML-Seiten beeindrucken. Butterweich scrollen die Inhalte über das Display, das viel Platz für eine übersichtliche Darstellung bietet. Diese Geschwindigkeit bietet kein anderes UIQ-Smartphone von Sony Ericsson.

Vom Desktop übernimmt Opera das Tab-Konzept: Auf dem Weg durchs Internet kann man neue Webseiten in Reitern öffnen und sich anschließend durch die Historie blättern. Um den Lesekomfort zu erhöhen, kann der Bildschirminhalt beim Browsen ins Querformat gedreht werden, darüber hinaus findet eine Suchfunktion auf einer Webseite versteckte Telefonnummern, Web- oder Emailadressen.

RSS-Feeds lassen sich komfortabel abonnieren, Opera weist mit einem kleinen Icon darauf hin, wenn eine Webseite einen XML-Feed publiziert. Man muss nur mit dem Stylus darauf klicken, um die vom Browser getrennte RSS-Applikation anzuweisen, den Feed zu abonnieren. Abonnements prüft das G900 auf Wunsch in regelmäßigen Abständen selbst auf Neuzugänge.

Der Bedienkomfort wird noch durch ein Kontextmenü gesteigert, das stark an die Floating-Toolbar erinnert, die man auf S60-Browsern der neuesten Nseries-Handys von Nokia findet. Drückt man bei geöffneter Webseite länger mit dem Stylus oder Finger auf den Touchscreen, dann öffnet sich ein kleines Popup-Fenster, das dem Nutzer neue Aktionen ermöglicht. So kann man mit dem G900 schnell ins Querformat wechseln oder einen Link in einer neuen Seite öffnen.

Menüführung/Bedienung

Als Betriebssystem kommt ein grafisch aufgemotztes UIQ 3.0 zum Einsatz, das dank einer fließend scrollbaren Shortcut-Leiste am unteren Rand des Homescreens und größeren Softkeys auf dem Display leichter ohne Stylus bedienbar ist.

Das variable Schnellzugriffsmenü am unteren Bildschirmrand ist dank der großen Icons gut mit dem Finger bedienbar, sobald man allerdings in tiefere Menüs vordringt, muss wieder der Stylus gezückt werden. Immerhin kann der Stift stecken bleiben, wenn man Kontakteinträge öffnen, Fotos betrachten oder Musik hören möchte. Insgesamt fünf große Icons lassen sich ab Werk mit dem Finger schnell anwählen: Favoritenkontakte, Kalender, Nachrichten, Shortcuts, Hauptmenü. Wem das nicht reicht, der kann noch bis zu sieben weitere Icons in die untere Laufleiste packen.

Das Taskmanagement wurde im Vergleich zu den UIQ-Vorgängern vereinfacht. Ein längerer Druck aufs Symbol des Taskmanagers führt nun direkt zur Liste der kürzlich verwendeten bzw. aktiven Applikationen.

Eine weitere Neuerung, die man auf dem G900 genauso wie auf dem G700 findet, ist die Notizfunktion, bei der mit dem Stylus auf dem Display gemalt oder geschrieben werden kann. Anschließend dürfen diese an PostIts erinnernden digitalen Zettel verschickt oder als Erinnerungsnotiz auf dem Hauptbildschirm hinterlegt werden. Der Nutzen dieser Funktion mag umstritten sein, er unterstützt aber Sony Ericssons Anspruch an die G-Serie, als Planer für das alltägliche Leben zu dienen. Wie wichtig dem Hersteller diese Funktion ist, zeigt die Belegung einer Shortcut-Taste mit der Notizfunktion.

Grafisch hat sich ansonsten kaum etwas verändert. Kontextmenüs werden sanft ins Blickfeld eingeblendet, jegliche Cursorbewegung mit kleinen Animationen untermalt. Dieses aufwändige Flash-Frontend stellt hohe Anforderungen an die Prozessorleistung. Und da sind wir bei der spannendsten Neuerung angelangt. Sie ist zwar gar nicht sichtbar, man spürt sie aber bei jeder Eingabe. Das G900 ist deutlich schneller als W960i und P1i. Verzögerungen beim Aufrufen von Anwendungen, die viele UIQ-Nutzer schon in die Nähe eines Nervenzusammenbruches geführt haben, sind auf dem G900 eher die Ausnahme. Und uns stand nur ein Vorserienmodell zur Verfügung. Auch beim Scrollen des Bildschirminhaltes, etwa in der Musikbibliothek oder im Browser, geht nun alles butterweich und flüssig vonstatten. Das ist überhaupt kein Vergleich mehr mit den zähen Vorgängern.

Das G900 ist eines der vielversprechendsten Handys von Sony Ericsson für 2008. Als Sproß der neuen "Generation Web"-Serie erscheint es zunächst als ein Gerät, das alle anspricht, aber keinen wirklich glücklich macht. Die Kamera knipst mit 5 Megapixeln, ist aber von der Qualität der Cybershot-Modelle weit entfernt. Der Musikplayer reicht zwar locker an einen MP3-Player heran, lässt aber einige Features der Walkman-Serie vermissen. Und fürs echte Business taugt das Barrenhandy trotz Exchange-Anbindung auch nur bedingt, weil die physische QWERTZ-Tastatur fehlt. Aber wenn man genauer hinschaut, dann ist eigentlich für jeden was dabei. Zu einem fairen Preis. Und ohne die Hosentasche auszubeulen. Ein so kompaktes und gleichzeitig so ausgewogen ausgestattetes Smartphone ist uns selten untergekommen. Das Warten lohnt sich also.

 
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Lesen Sie alle 22 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 25.01.10 13:30 banny (Gast)
    sony ericsson

    gut

  2. 05.06.08 23:46 Anonymous (Gast)

    Ich bin etwas verwirrt. BEi SE heißt es auf der Seite, dass dieses Handy keinen Lagesensor besitzt. Hier im Bericht konnte ich aber lesen: "ist es allerdings nicht an den Lagesensor gekoppelt.". Besitzt dieses Handy nun einen oder nicht? Es wäre toll, wenn mir das jemand beantworten könnte. Danke.

  3. 28.05.08 22:17 Floste (Gast)

    Mich würde interessieren, ob sich dieses Gerät genauso wie mein Z800i über das Freeware Prog. MyPhoneExplorer und somit auch mit Thunderbird und Sunbird (kalender) synchronisieren lässt.

  4. 28.05.08 16:11 HardcoreSE-Fan (Gast)

    Aber sicher doch...

  5. 14.05.08 17:14 Köln Aufstieg 08 (Gast)

    ich wüsste gerne ob es noch andere Designs für das Menü gibt, denn mich spricht dieses lila-gelb Design wie es sich häufig auf Bildern findet nicht an.

  6. 08.05.08 12:50 Anonymous (Gast)

    Man kann jetzt Internetseiten mit DOP3 gestalten. Die passen sich dann automatisch an die breite des Endgerätes an. Dann macht surfen laune.

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