Führt Sony Ericsson die erfolgreiche Cyber-shot-Reihe mit dem C902 zu neuen Ufern? Die größten Veränderungen zu den Vorgängern sind der Formfaktor und das Design. Mit schlanken 10 Millimetern Tiefe haben dicke Brummer wie Samsungs G800 ausgedient. Ob beim C902 auch die Ausstattung geschrumpft ist, wird dieser Test zeigen.
Die Beilagen des C902 entsprechen dem derzeitigen Standard. Anleitungen, Lade- und Datenkabel, Daten-CD, Kabelheadset, das wars. Diese Sparsamkeit ist kein ausschließliches Sony Ericsson-Phänomen. Offenbar geben sich die Hersteller keine Mühe mehr bei der Gestaltung des Lieferumfangs. Zwar wird der Aufbau des Lieferkartons mit zahlreichen Pappschächtelchen immer strukturierter, doch deren Inhalt fehlt es an Esprit. Vorbei die Zeiten, in denen Putztücher, Handytaschen oder Lanyards den Käufer erfreuten.
Das C902 ist außerordentlich dünn und kompakt. Nicht nur für ein 5-Megapixel-Handy. Abmessungen von 108x49x10,5 Millimetern und 107 Gramm Gewicht wurden zwar schon unterboten, nicht aber mit solch einer Kamera. Der Vorgänger K850i war zwar nicht ganz so lang, dafür aber mit 17 Millimetern fast doppelt so dick und immerhin rund 10 Gramm schwerer. Vermutlich hätte man das Gewicht beim C902 weiter drücken können, doch Sony Ericsson entschied sich zu Recht für hochwertige Materialien. Bestand das K850i nämlich noch aus Kunststoff, so hüllt sich der Nachfolger beinahe ganz in metallic-lackiertes Aluminium. Das ist zwar schwerer, vermittelt aber besonders auf der Rückseite eine deutlich höhere Wertigkeit.
Die Frontseite ist eher unauffällig gestaltet. Ein schnörkelloser, quadratischer NavKey mit sechs Umgebungstasten unterteilt Ziffernblock und Display. In deaktiviertem Zustand wirkt der Minibildschirm angenehm ausladend dimensioniert, umso größer die Enttäuschung, sobald er zum Leben erwacht. Dann fällt nämlich auf beiden Seiten des Displays ein Rand von unglaublichen fünf Millimeter (!) auf, der gar nicht der Darstellung von Bildschirminhalten dient, sondern schlicht und ergreifend schwarz bleibt. Erst bei Aktivierung der Kamera wird klar, dass diese Verschwendung durchaus Sinn hat, mehr dazu in Teil II.
Die Seiten des Kamerahandys werden von rot-silbernen Streifen strukturiert. Dieses Muster zieht sich um das ganze Handy und wird nur von Kamerataste, Lautstärkewippe und dem riesigen Fastport unterbrochen und verleiht dem C902 eine zusätzliche Leichtigkeit. Besonders hübsch fällt die Rückseite mit ihrem edlen und minimalistischen Design und der hervorragenden Material- und Qualitätsanmutung aus.
Auch an der Verarbeitung gibt es kaum etwas auszusetzen. Die wenigen Spaltmaße verlaufen gleichmäßig und ohne zu große Zwischenräume. Durch den hohen Anteil an Metall ist dem C902 auch unter Druck kein Knarzen zu entlocken, insgesamt wirkt es sehr robust, auch wenn "outdoor-fähig" eine Übertreibung wäre. Dazu passt auch der stylische Ziehharmonika-Mechanismus zum Aktivieren der Kamera nicht, denn während des Tests stellten wir uns die bange Frage, wie lange der wohl so reibungslos funktioniert. Zusätzlich zieht er Staub geradezu magisch an.
Die Akku-Abdeckung wird nicht wie bei anderen Modellen eingeschoben, sondern lediglich aufgeclippt. Das wirkt auf den ersten Blick fummelig, stellt den Nutzer aber nach kurzer Eingewöhnungsphase nicht mehr vor Probleme, sondern gibt komfortabel den Zugriff auf Akku, SIM-Karte und leider auch den Speicherkarteneinschub frei. Leider, denn für einen Wechsel des M2-Speichersticks muss so immer die Abdeckung entfernt, wenn auch nicht der Akku selbst gewechselt werden. top
Es wurde bereits erwähnt: das Display erscheint beinahe winzig. Eine Bilddiagonale von nur 2 Zoll ist einfach zu wenig für ein hochpreisiges Kamerahandy. Darüber können auch die berührungssensitiven Tastenfelder rechts und links des Displays nur unzureichend hinwegtäuschen, schließlich werden sie ausschließlich im Kamerabetrieb aktiviert. Immerhin erfüllt das Display mit einer Auflösung von 240x320 Bildpunkten und 262.144 Farben noch aktuelle Standards. Kontrast, Farbwiedergabe und Helligkeit sind gut, zusätzlich unterstützt ein Lichtsensor den Minibildschirm effektiv beim Stromsparen, indem er die Helligkeit spürbar an die Umgebungsbeleuchtung anpasst.
Auch die Tastatur des C902 muss sich Kritik gefallen lassen. Wie wir bereits in unserem Handyvideo zu Sony Ericssons neuestem Kamerahandy bemängelt haben, fällt vor allem der Ziffernblock durch seine glatte Oberflächenbeschaffenheit negativ auf. Der glänzende Klavierlack ist hübsch anzusehen, darunter leiden aber sowohl Griffigkeit, als auch Erfühlbarkeit der Tasten. Deutliche Einbußen bei der Tipp-Geschwindigkeit sind die Folge. Zusätzlich ist der Kraftaufwand, mit dem man die Tasten drücken muss, viel zu hoch. Zusammen mit einem extrem kurzen Tastenhub fehlt es an präzisem Feedback, blindes Schreiben wird so zum Glücksspiel. Außerdem sind die Zifferntasten zu schmal. Sie sind zwar ausreichend breit ausgefallen, allerdings hätten sie entsprechend mehr Höhe oder größeren vertikalen Abstand zueinander benötigt.
Obwohl Tastengröße und Abstand zueinander bei den sechs Tasten seitlich des NavKeys mit dem des Ziffernblocks übereinstimmt, erreicht der Hersteller durch einen kleinen Trick, dass sie sich dennoch leichter bedienen lassen, da man sie haptisch besser voneinander unterscheiden kann. Dabei verzichtet Sony Ericsson bei den mittleren Tasten auf den glatten Überzug, was zu einer deutlich besseren Bedienung führt. Am besten gefällt der NavKey selbst, der nicht nur optisch durch seine silbern-glänzende Einfassung hervorsticht, sondern auch durch die Handhabung. Er sitzt stramm, lässt sich durch die gute Konturierung optimal erfühlen und will dennoch nicht so resolut wie etwa die Zifferntasten bedient werden. Präzises Ansteuern der Menüs stellt so kein Problem dar.
Die Tastaturbeleuchtung ist etwas schwach ausgefallen und schafft es nicht, die breiten Tasten gleichmäßig auszuleuchten. Das sieht unschön aus, beeinträchtigt nächtliches Nachrichtenschreiben allerdings deutlich weniger, als die Kombination aus rutschiger Tastenoberfläche und zu hohem Kraftaufwand. Ein echter Hingucker wird das Handy, wenn man es aufschiebt und so die Kamera aktiviert. Dann wird das C902 zu einer blauen Leuchtbombe, die jeder Digicam die Schau stiehlt. Auf der Rückseite pulsiert plötzlich ein blaues LED-Band neben der Linse, auf der Vorderseite leuchten 8 berührungssensitive Tasten neben dem Display auf, die die Bedienung der Kamera erleichtern. Keine Frage, das ist ganz großes Kino. top
Super Beschreibung der Synchronisierung - Danke! Leider erscheint bei mir wenn ich "Synchronisierung" anklicke unter "Synchronisieren von" nur die Option "Lesezeichen". Da kann dann ein Häkchen gesetzt werden. Bei "Synchronisieren mit" kann ich gar keine Einstellungen vornehmen. Ich würd gern die Kontakte in Outlook aufnehmen.
Schonmal danke für`s Weiterhelfen!