Pünktlich zum dreijährigen Jubiläum seiner erfolgreichen Walkman-Reihe bringt Sony Ericsson das W980 auf den Markt. Anstelle von Innovationen erwarten den Käufer Retrodesign und imposante Lichterspiele. Reicht das, um die Walkman-Fahne hochzuhalten? AreaMobile.de hat das W980 ausführlich getestet.
Beim Lieferumfang gibt sich der Hersteller zurückhaltend. Mit Bedienungsanleitung und Schnelleinweisung, Daten- und Ladekabel sowie einem hochwertigen In-Ear-Kabelheadset erinnert die Ausstattung zwar nicht an eine Jubiläumsausgabe, lässt aber für den Einstieg auch nichts vermissen. Wer eine Speicherkarte sucht, wird nicht fündig. Die wird aber auch nicht gebraucht, schließlich verfügt das Handy über einen internen Speicher von acht Gigabyte.
Das Design des W980 polarisiert. Viele wird der billige Plastik-Look abstoßen, andere werden genau diesen Retro-Charme lieben, den das Handy in Verbindung mit dem kantigen Design versprüht. Es hätte auch gut zum Spezialagenten Austin Powers in der 60er-Jahre-Parodie Goldständer gepasst. Nur auf Fronseite und Tastenfeld dominiert schwarzer Klavierlack, der Rest ist aus griffigem, mattschwarzem Kunststoff gefertigt.
Im geschlossenen Zustand schaut man auf eine silbrig spiegelnde Oberfläche, unter der sich das kleine Außendisplay sowie drei Sensorfelder zum Steuern des Musikplayers verstecken. Sowohl Display als auch Tasten werden erst sichtbar, wenn sie mittels Tastendruck zum Leben erwachen. Dann leuchtet die Voderseite im dezenten Walkman-Orange und offenbart die Playersteuerung sowie Infos zum aktuellen Song.
Leider ist die spiegelnde Oberfläche alles andere als robust ausgefallen. Bereits nach wenigen Tagen ärgerten wir uns über leichte, aber dennoch deutlich sichtbare Kratzer.
Das massive Gelenk, dass Ober- und Unterseite des Klapphandys miteinander verbindet, kennt man vor allem von älteren Handys. Dabei ist das Oberteil des Klapphandys seitlich an dieses Gelenk geflanscht, so dass es sich im aufgeklappten Zustand leicht über das Unterteil zu schieben scheint. Das Retrodesign wird noch durch die eckige Formensprache verstärkt, die an jene Mobiltelefone erinnert, die schon vor Jahren aus dem Programm genommen wurden. Mehr Oldschool geht kaum.
Mit gerade einmal 92x46x17 Millimetern und exakt 100 Gramm Gewicht macht das Klapphandy allerdings deutlich, dass es sich beim W980 durchaus um ein Handy aus dem Jahr 2008 handelt. Auch die Verarbeitung ist keinesfalls altbacken. Spaltmaße sind genauso wenig zu verzeichnen wie Knarz- oder Quietschgeräusche beim Öffnen der ausladenenden Handyklappe. Unter ihr verbirgt sich ein nicht minder altmodisch wirkendes Ziffernfeld, das mit seinen großen, runden Tasten Erinnerungen an längst vergangene Zeiten aufkommen lässt.
Beim Akkudeckel kehrt das Retro-Handy wieder in die Neuzeit zurück. Ein dezenter Druck auf das kleine Sony Ericsson-Emblem lässt ihn ohne großen Kraftaufwand vom Handy gleiten und gibt den Blick auf den schmalen 930 Milliampere-Akku frei, der ein Entfernen der SIM-Karte im laufenden Betrieb verhindert. Ein Blick darunter lohnt kaum, schließlich verzichtet Sony Ericson auf einen Speicherkarteneinschub. Acht Gigabyte Festspeicher müssen reichen.
Leider wirkt auch das Display ziemlich "retro". Eine Diagonale von 2,2 Zoll und 240x320 Pixel Auflösung bei 262.144 Farben entsprechen zwar gerade noch den aktuellen Multimedia-Standards, doch für ein Top-Handy der Walkman-Reihe wünscht man sich etwas mehr. Immerhin kann sich die Qualität des Displays sehen lassen. Weder Bildschärfe, noch Farbwiedergabe oder Helligkeit geben Grund zur Beanstandung. Die riesigen Zahlen, die beim Wählen eingeblendet werden, erscheinen mangels Antialiasing allerdings etwas ausgefranst.
Das Außendisplay ist zwar kleiner ausgefallen, lässt sich aber sehr gut ablesen und zeigt alle wichtigen Informationen wie Empfangsstärke, Uhrzeit, Akku-Kapazität und verpasste Anrufe an. Wahlweise werden auch das Radio oder der Musikplayer eingeblendet, mit einer Taste auf der rechten Seite kann der Nutzer zwischen den drei Modi wechseln. Der Wechsel wird von einer kleinen Animation begleitet, die an das Blättern von Buchseiten erinnert und flüssig vonstatten geht. Bei starker Sonneneinstrahlung leidet allerdings die Ablesbarkeit unter der verspiegelten Oberfläche. Ein kleines Gimmick weist der Walkman-Modus auf. Im Playerbetrieb richtet sich sowohl die langsam nach oben scrollende Hintergrundanimation als auch das Walkman-Symbol dank des Lagesensors bei Bewegung des Handys immer wieder waagerecht aus. Unnütz, aber witzig.
Im Musikplayer- oder Radio-Modus erwachen die Playertasten unter der spiegelnden Oberfläche zum Leben. Da die Sensortasten nicht auf Wärme, sondern auf Druck reagieren, können sie über einen seitlichen Schieberegler gesperrt werden. Dennoch wird das Außendisplay immer wieder aktiviert, sobald man eine der Tasten drückt. Resultat: unbeabsichtigtes Stromfressen.
Auch wenn die restliche Tastatur stark an die muffigen 1950er erinnert, lässt sie sich gut bedienen. Alle Tasten profitieren vom extrem kurzen Tastenhub, der in einem knackigen Druckpunkt endet. Leider heben sich die einzelnen Tasten kaum hervor, im Gegenteil: Sie sind sogar minimal in die Umgebung eingebettet. Da sie sich mit ihrer stumpfen Oberfläche gut vom glatten Klavierlack der Umgebung abheben, lassen sie sich gut erfühlen. Der schmale Chromrand um die Zifferntasten sieht hübsch aus, hat aber keine weitere Funktion. Probleme treten hingegen bei den Umgebungstasten des NavKey auf. Sie sind so klein, dass man mitunter die falsche Taste erwischt.
Derartige Probleme gibt es beim NavKey zum Glück nicht. Die Richtungsnavigation erfolgt über einen glatten, runden Button, die Bestätigung der Eingaben erfolgt mit dem stumpfen Knopf in der Mitte. Auch hier profitiert die Steuerung von der Kombination aus kurzem Tastenhub und knackigem Druckpunkt. Durch die leicht exponierte Lage der Walkman- und der Ein/Aus-Taste sind sie kaum zu verfehlen, auch wenn sie sogar noch etwas kleiner ausgefallen sind, als die ohnehin schon winzige Rufannahme -und Beendentaste.
Lichteffekte sind ein großes Highlight des Walkman-Handys. Schon die Tastaturbeleuchtung mit ihrer kreisrunden Konturierung der Tasten kann sich sehen lassen. Beim Musikhören dreht der Retro-Folder aber noch viel stärker auf und wird zur Leuchtbombe. Das transparente Plexiglas unter den Sensortasten erwacht plötzlich zum Leben und glimmt geheimnisvoll im Walkman-Orange zum Takt der Musik. Auch ein eingehender Anruf durch flackernde Lichtsignale signalisiert, dann allerdings in schlichtem Weiß. Ähnliche Lichtspiele kennt man vom älteren Z310i, Sony Ericsson hat dieses Disco-Feeling nun mit dem W980 neu aufgelegt.
Hallo. Ich habe vor mir das Handy heute zu kaufen aber muss sagen, dass ich nach diesem Text paar Bedenken habe. Display ist nicht besonders und außer dem Walkman eig fast garnichts.
Seit ihr mit dem Handy zufrieden? Oder sollte ichs vllt doch nicht kaufen?
Ein geiles handy... coole musik Funktionen... vor allem wegen dem Musikmenü!
Gruss vom Handychecker
Geiler Musikgeschmack, btw ;)
hallo, bitte wichtige frage: kann man den wecker morgens auch über das außendisplay abstellen? vielen dank!
Du kannst denWecker über das Außendisplay abstellen. Dazu nimmst Du das Handy in die rechte Hand und wirfst es mit aller Gewalt an die Wand oder schlägst es auf Deine Nachttischkante. Danach ist der Wecker abgestellt.
Gruß Andy