Mit dem Fashion-Slider Secret probiert LG ein Bedienkonzept, das schon an Verrücktheit grenzt. Ist es aber nicht. Vor allem dann nicht, wenn es in einem flachen Fashiongehäuse steckt, das aus edelsten Materialen gefertigt wurde. Areamobile.de hat das innovative LG KF750 Secret getestet.
Ein herausragendes Design veredelt nicht nur das Handy, sondern auch die Verpackung. Alle Komponenten sind in separaten schwarzen Pappschachteln untergebracht. Überall steht drauf, was drin ist. Sogar Datenkabel und Handbuch haben jeweils eine eigene Box. Neben einem schicken Headset liegen dem LG Secret noch eine 2 Gigabyte microSD-Speicherkarte und zwei Adapter für das Auslesen im Cardreader bei. Ein Anhängsel zum Polieren der Displayoberfläche rundet die Ausstattung ab.
Man kann gar nicht erkennen, wo genau beim LG Secret das Display anfängt, da die gesamte Vorderseite aus einer kratzfesten Glasplatte besteht, die im Gegensatz zum Vorgänger LG Shine nur leicht verspiegelt wurde. Nur am oberen und unteren Rand bleiben zwei dünne Streifen frei. Hier platziert LG drei verchromte Telefontasten und den Telefonlautsprecher. Dem ultraflachen Slider steht die Spiegelfläche gut zu Gesicht, Fingerabdrücke und schlechte Ablesbarkeit nimmt man da gerne in Kauf.
Das LG Secret ist nur 11,8 Millimeter dünn. Abgesehen von der ultraflachen Bauweise, die sich allenfalls mit Samsung vergleichen lässt, legt LG viel Wert auf das Material. Der Akku liegt hinter einem widerstandsfähigen Deckel aus carbonbeschichtetem Kunststoff. Die Seiten sind mit einem Metallrahmen versehen. Die abnutzungsintensiven Anruftasten und die Bestätigungstaste sind auch aus Metall. Mit dem Reinigungsaccessoir verschwinden schnell alle Fingerabdrücke und Fettflecken. Wer das LG Secret pfleglich behandelt, kann es auch nach längerem Gebrauch schnell wieder wie neu aussehen lassen.
Über Stabilität und Haltbarkeit muss sich der Nutzer keine Gedanken machen. Das KF750 weist kaum Lücken oder Zwischenräume auf. Weder USB/Headset-Anschluss, noch Extratasten lassen Wasser oder Staub eindringen. Die Verarbeitung entspricht höchsten Qualitätsstandards.
Der Slider liegt gut in der Hand und lässt sich reibungslos auf- und zuschieben. Die Schiebeelemente haben dabei nur wenig Spiel. top
Das 2,4-Zoll-Display des Sliders liegt gut geschützt unter dem Hartglas. Es verwandelt sich kurzerhand in einen Touchscreen, sobald man in den "Fingerpad"-Modus wechselt. Doch die grob aufgelöste Touchoberfläche steuert dann lediglich Radio, Bildervorschau oder Spieleauswahl. Die Schriftarten und Übergänge sind sauber, Pixel erkennt man erst bei näherem Hinschauen. Die Displayhelligkeit passt sich automatisch an die Umgebung an, falls gewünscht.
Die Symbole der Sensortasten unter dem Display wechseln nicht je nach Anwendung, wie man das von Samsungs U900 Soul her kennt. Einfache Punkte für die Richtungstasten und Querstriche für die Softkeys müssen reichen. Im eingeschalteten Zustand ist die blaue Tastendarstellung zwar unaufdringlich, wirkt aber wenig auf das Gerätedesign abgestimmt. Die Bestätigungsvibration und der Feedback-Ton lassen sich ohne weiteres abstellen. Die Vibration allein dürfte in den meisten Fällen genügen. Doch nur wer das Touchfeld äußerst vorsichtig bedient, kann ungewollte Ausreißer verhindern, die Felder sind sehr schlecht von einander abgegrenzt und Fehltipper eher die Regel als die Ausnahme.
Hier offenbart sich schnell das größte Manko im Handling des Sliders - die überempfindlichen Sensortasten. Sie reagieren schon, wenn man sie beim Aufschieben auch nur leicht berührt. Da kann es passieren, dass sich der Nutzer nach einer unachtsamen Bewegung in einem völlig anderen Menüpunkt wiederfindet. Die Bedienung ist dadurch ziemlich gewöhnungsbedürftig.
Ganz im Gegensatz dazu punkten die Zifferntasten mit guter Haptik. Mit dem LG Secret lassen sich auch längere SMS einhändig und zwischen Tür und Angel problemlos tippen. Das Tastenfeld erwidert den Druck der Fingerkuppe mit kräftigem Feedback und bietet auch am oberen und unteren Rand ausreichend Platz. top
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