Beim Blackberry Storm bricht RIM mit alten Traditionen. Alle E-Mail-Maschinen der Kanadier sind mit einer Tastatur ausgestattet, einzig das neue Storm wird über den großen Touchscreen bedient. Der gibt zwar mechanisches Feedback, ersetzt aber keine echten Knöpfe. Warum das so ist, zeigt Areamobile.de in seinem ausführlichen Praxistest.
Im Test: Blackberry 9500 Storm | Mehr Bilder
Mit 113x62 Millimetern ist das Storm genauso groß wie Apple iPhone 3G und HTC Touch HD. Wenn man sich das Touchphone von RIM allerdings von der Seite anschaut, dann fällt auf, dass es mit 14 Millimetern viel dicker als die Konkurrenten ist. Das schlängt sich auch an anderer Stelle nieder: 155 Gramm sind höchste Gewichtsklasse und machen das Storm zu schwer für die Hemdtasche. Das Touchphone wirkt aber nicht klobig, im Gegenteil: geschwungene, fließende Linien ergeben zusammen mit der dezenten Farbgebung und der gehobenen Materialwahl ein elegantes, stimmiges Design.
Foto: AMB | Blackberry 9500 Storm Vierseitenansicht | Mehr Bilder
Ein gutes Beispiel für das bis ins letzte Detail gelungene Äußere ist der mattschwarze Akkudeckel, der fast die ganze Rückseite bedeckt. Klopft man dagegen oder öffnet ihn, wird ersichtlich, dass er aus einem Stück Metall besteht, das auf der Innenseite hochglanzpoliert ist. Neben dem SIM-Slot findet man auch den Einschub für die microSD-Karte unter dem Metallschild.
Die Innenseite des Akkudeckels ist hochglanzpoliert. Darunter verbirgt sich auch die microSD-Karte | Mehr Bilder | Foto: Areamobile.de
Alle Gehäuseteile wurden passgenau zusammengesetzt, Spaltmaße sucht man beim Storm vergeblich. Die Verarbeitung ist fast ohne Fehl und Tadel, die einzige Ausnahme wird von der Technik diktiert. Denn das Storm verfügt als einziges Handy weltweit über einen Touchscreen, der beim Drücken mechanisches Feedback wie bei einer echten Tastatur gibt. Durch den speziellen Federungsmechanismus, der das Display klickbar macht, wackelt der Minibildschirm allerdings in der Einfassung. Genauer gesagt lässt er sich nahezu in jede Richtung beinahe einen Millimeter bewegen. Hinzu kommt, dass die Hintergrundbeleuchtung in dunkler Umgebung an den Rändern des Displays weiß durchscheint. Sonderlich vertrauenerweckend ist das nicht und wirft gleichzeitig die bange Frage auf, wie lange das Storm hält.
Das Display kann so stark bewegt werden, dass große Spaltmaße entstehen | Mehr Bilder | Foto: Areamobile.de
Dennoch ist RIM zu Recht Stolz auf diese neue Technik, schließlich ist sie bislang einzigartig und beseitigt ein großes Problem bei Touchscreens: fehlendes Feedback. Beim Blackberry Storm reagiert der Touchscreen wie gewohnt auf Berührung, allerdings nur zum Scrollen von Seiten oder zur Voranwahl von Menüpunkten. Für eine Bestätigung der virtuellen Buttons verlangt das Storm allerdings nach einem beherzten Druck auf das Display. Es gibt dabei einige Zehntelmillimeter nach und wird in das Gehäuse gedrückt. Das entstehende Geräusch erinnert nicht nur an die Betätigung einer physischen Taste, sondern der Vorgang fühlt sich auch beinahe so an.
Das weltweit erste klickbare Display: Eine Berührung markiert blau den Menüpunkt, ein starker Druck öffnet ihn | Mehr Bilder | Foto: Areamobile.de
Die Versuche anderer Hersteller, dem Touchphone-Nutzer mittels Vibration taktiles Feedback zu geben, scheinen somit hinfällig. Und RIM´s Technik bietet sogar noch einen weiteren Vorteil. Wer bei bisherigen Touchphones wie dem Samsung Omnia schon einmal mit dem bloßen Finger Nachrichten getippt hat, kennt das Problem: man drückt nur einen Millimeter zu tief und erwischt statt des Buchstaben X den direkt darunter liegenden "Senden"-Button - schon schwirrt eine halbvollendete Kurznachricht durch den Äther. Solche Vertipper sind auch in anderen Menüs keine Seltenheit. Beim Blackberry Storm kann es dazu nicht mehr kommen. Der ungewollt berührte Button wird zwar markiert, die Bestätigung muss allerdings durch festen Druck gegen den Widerstand der Display-Federung erfolgen.
Menüs werden auch im Querformat angezeigt. Die Drehrichtung ist wie beim Omnia egal, nur auf den Kopf will sich das Storm nicht stellen lassen | Foto: Areamobile.de
In der Praxis benötigt man für diese neue Eingabeart allerdings etwas Gewöhnungszeit, zumal man nahe dem Displayrand deutlich kräftiger als in der Bildschirmmitte drücken muss. Daran sollte RIM bei zukünftigen Modellen noch feilen. Die Texteingabe im Hochformat über die normalen Zifferntaste und auch im Suretype-Modus funktioniert sehr gut. Die virtuelle Volltastatur, die im Querformat eingeblendet wird, überzeugt ebenfalls. Selten haben wir so sicher und präzise auf einem Touchphone geschrieben. Problematisch ist aber die Geschwindigkeit: Da man für jeden Buchstaben erst tief eindrücken muss, benötigt man deutlich mehr Zeit, als zum Beispiel geübte iPhone-Schreiber. Auch mit Volltastatur-Handys wie Blackberry Curve oder Nokia E71 gehen Texte dank ultrakurzem Tastenhub deutlich schneller von der Hand.
Darüber hinaus ist die Software noch nicht ausgereift, obwohl unser Testmodell verkaufsfertig war. Bei der Texteingabe kam es sowohl im Hoch- als auch im Querformat zu einem reproduzierbaren Fehler, sobald man eine der Tasten länger gedrückt hielt. Dann öffnete sich auf der hälfte des Displays die Kameraanwendung, im anderen Display-Bereich kam es zu Darstellungsfehlern. Umlaute oder Sonderzeichen, die sich nur über diese Vorgehensweise anwählen lassen, konnten wir daher nicht nutzen. Abschalten ließ sich die Kamera-Software dann auch nur noch über Umwege: am besten aktivierte man die Kamera über den Auslöser ganz und schloss sie wieder.*
Die wenigen physischen Tasten haben einen perfekten Druckpunkt und optimalen Tastenhub | Mehr Bilder | Foto: Areamobile.de
Zum Glück leidet die Darstellungsqualität des Displays nicht unter der Tatsache, dass es nahezu freischwingend ausgelegt ist. Die Auflösung entspricht mit 360x480 Bildpunkten der des Blackberry Curve, allerdings erstreckt sie sich beim Storm auf 3,2 Zoll Bilddiagonale. Das iPhone-Display hat die gleiche Auflösung, erstreckt sich aber auf 3,5 Zoll. Die Nachteile der nach heutigen Standards geringen Farbanzahl (65.000) fallen erst bei speziellen Anwendungen wie der Film- oder Fotobetrachtung auf. Im Alltag gibt es beim Display des Storm nichts zu meckern, weder bei Bildschärfe, Leuchtkraft noch Farbwiedergabe. top
*Aktualisierung vom 09.12.2008: Mit dem Firmware-Update auf OS 4.7.0.78 werden viele Bugs beseitigt, außerdem reagiert das System schneller. Mehr Informationen zur neuen Firmware finden Sie hier
Der nasse Touchscreen läßt sich nicht bedienen?
Ist doch normal, bei kapazitiven Displays.
Irgendetwas an dem unvollendeten muß ja dran sein, sonst hätte Blackberry nicht sehr schnell das 9520 herausgebracht.
Aber es war ja auch das erste reine Touch Handy von Blackberry nach langem zögern, oder irre ich mich? ...und dafür ist es nicht schlecht geworden.
Also ich habe das RIM 9500 Storm jetzt seit über einem Jahr im Einsatz. Nich nur die "0815" Sachen sondern im Erachwerten Einsatz. D.H. auch in der Arbeit, viel Dreck, Staub und Feuchtigkeit, im Rettungs und auch Feuerwehrdienst. Die einzige "Macke" die ich bei dem Teil gesehen habe ist, wenn der Bildschirm nass wird, funzt der Touchscreen nicht mehr richtig. Gibt sich aber wieder wenns aufgetrocknet ist oder trockengewischt.
...schlechtestes Handy des Planeten...ich weiß nicht. Sicher, der Blackberry Storm 9500 ist sehr, sehr schlecht, viele Kunden wurden damit einfach zu unfreiwilligen Beta-Testern gemacht und es erweist sich als Megaflop. Aber vielleicht gibt es ja irgendwo noch einen billigen chinesischen Nachbau, der noch schlechter ist...obwohl, das kann ich mir nur ganz schwer vorstellen.
Das ist das mit Abstand schlechteste Handy/Smartphone des Planeten. Hab meins bereits dreimal tauschen müssen und das meiner Frau war bereits vier Mal im Laden und wurde eingeschickt bzw dann getauscht.
Die Qualität ist eine absolute Frechheit
wann kommt denn endlich der Test vom BB Storm 2???
Ich habe seit Weihnachten 2009 den blackberry 9500(storm). Es ist eine wahre Enttäuschung. Das 9500 ist mein erster Blackberry und wer weiß, vielleicht auch der letzte. Bisher hat sich er sich 3mal in Reperatur befunden und man hat mir beim letzten Mal das Mainboard ausgetauscht. Die Fehler die ich davor hatte, habe ich auch jetzt noch. Der Schwenkmodus bleibt häufig hängen. Es resetet häufig von alleine. Gibt laute "pieptöne" von sich, welche sich nur mit Akku rausnehmen stoppen lassen. Die Kamera funktioniert nur dann wenn sie will. Einmal wurde es beim Laden so heiß, dass man es nicht mir angreifen konnte(eine halbe Stunde später ohne Akku noch immer sehr warm). Da das ausgetauschte Innenleben genauso fehlerhaft ist, wie das davor, wird es demnächst wieder eingeschickt. Ich rate jedem ab der diesen Blackberry voll nutzen will und vorhat ihn zu personalisieren, denn bei jeder Reperatur sind natürlich alle Daten weg..Alles in allem sehr Zeitaufreiben und lästig. Wer sich das ersparen möchte greift besser nicht zum Storm.