Mit seiner kantigen Metallfront sieht das
Touch Diamond 2 wie ein Telefunken-Fernseher aus den
1980er Jahren aus. Drinnen steckt aber Technik vom
Feinsten. Die Display-Auflösung ist noch schärfer
geworden, der Akku hat endlich mehr Power. Außerdem wurde
die TouchFlo-3D-Oberfläche noch tiefer in das
Betriebssytem Windows Mobile integriert. Areamobile
verrät, wie gut der Kasten wirklich
ist.
Im Test: HTC Touch Diamond 2 | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Mit Ladegerät, PC-Kabel und microSD-Speicherkarte mit einem Gigabyte ist alles dabei, was man für einen sofortigen Start ins Handyleben braucht. Als einziges Extra legt HTC ein Etui in den Lieferkarton. Das schwarze Kunstleder schützt das Touchphone wirksam vor Kratzern und Stößen.
Die meisten neuen HTC-Smartphones sind kleine Schmuckstücke. Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich mit den hässlichen Plastikklumpen, die der Hersteller noch vor zwei Jahren verkauft hat. Besonders die Frontseite des Diamond 2 ist ein Hingucker, weil sie mit blankpoliertem Metall veredelt ist. Das Metall geht an den Seiten in einen Rahmen über, von dem das Diamond 2 zusammengehalten wird. Er fühlt sich nicht nur gut an, sondern vermittelt auch hohe Wertbeständigkeit.
HTC Touch Diamond 2 Vier-Seiten-Ansicht | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Das Metall hat dabei eine schmutzig-silbrige Färbung, so als ob es schon mehrere Jahre benutzt wurde und etwas Patina angesetzt hat. Das Material und die eckige Kastenbauweise geben dem modernen Smartphone einen deutliches Retro-Aussehen. Das Diamond 2 erinnert ein bisschen an einen Telefunken-Fernseher aus den 80ern. Es ist der gleiche Effekt wie beim Blackberry Bold, dessen Lederrückseite wie eine alte Herrenhandasche aussieht. Beide Handys hätten gut in das letzte Jahrhundert gepasst. Das macht sie so unverwechselbar.
Hat deutlich zugenommen: Diamond 2 neben dem Vorgänger | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Der Nachfolger sieht zwar besser aus, er ist aber bei weitem nicht mehr so kompakt wie das erste Diamond. Das war im letzten Jahr eines der kleinsten Windows-Mobile-Smartphones überhaupt. Davon ist nicht viel geblieben. Der direkte Vergleich der Abessungen zeigt: das Diamond 2 ist fast zwei Millimeter dicker und auch in der Höhe und in der Breite kräftig gewachsen.
Wenn man das neue Handy umdreht, dann wurde nicht viel verändert. Nur die gebrochene Diamantstruktur der Oberfläche hat HTC glatt geschliffen und poliert. Sie ist mit glänzendem Klavierlack überzogen und man kann sie mit einem seitlichen Druck problemlos abschieben, um die microSD-Karte zu wechseln. Der Deckel sitzt fest am Gehäuse und knarzt auch nicht, wenn man kräftig draufdrückt.
Doch schnell fällt auf, dass HTC für die Kameralinse einfach ein Loch in die Rückseite gebohrt hat. Da kann Staub oder Feuchtigkeit eindringen. Der miniUSB-Anschluss unten bietet ebenfalls eine Angriffsfläche dafür, weil er völlig ungeschützt freiliegt. Auch wenn durch das viele Metall ein robuster Eindruck entsteht: die Verarbeitung des Diamond 2 alles andere als gelungen. HTC noch deutlichen Nachholbedarf gegenüber den perfekt zusammensetzten Smartphones von Samsung oder LG.
Die Rückseite hat HTC glatt geschliffen und poliert. Für die Kamera wurde aber einfach ein Loch hineingebohrt | Foto: Areamobile | mehr Bilder
Der Touchscreen ist von 2,8 auf 3,2 Zoll gewachsen, die Auflösung auf 480x800 Pixel. Das Panel ist sehr hell und stellt insbesonders Text superscharf und kontrastreich dar. Es ist resistiv und reagiert daher nicht so empfindlich wie die Displays von Omnia HD oder iPhone 3G. Man muss daher kräftiger drücken. Im Gegenzug kann man präziser klicken und bei Bedarf auch einen Stylus zu Hilfe nehmen. Die Farbdarstellung ist aber durchweg schlechter als bei der Konkurrenz. Das Omnia HD stellt 16 Millionen Farben dar, beim Diamond 2 muss man sich mit 65.000 Farben zufrieden geben. Mehr schafft das Windows-Mobile-Betriebssystem einfach nicht.
Das Display ist superscharf, stellt aber nur 65.000 Farben dar. Eine kleine LED neben dem Lautsprecher signalisiert verpasste Anrufe oder einen niedrigen Batteriestand | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Der große Touchscreen des Diamond 2 wird genau wie beim Vorgänger von einem speziellen Kunststoff geschützt. Fast die gesamte Vorderseite ist mit dieser glänzenden Folie überzogen, nur ganz unten platziert HTC eine schmale Leiste aus echtem Metall. Hier sind vier Tasten eingelassen: zwei zum Telefonieren, eine Windows- und eine Zurück-Taste. Die Zoom-Leiste direkt unter dem Display bemerkt man kaum, weil sie fast mit dem Display verschmilzt. Mit einem Fingerstreich kann man Inhalte stufenlos vergrößern oder verkleinern. Das ist vor allem in der Bildergalerie und im Browser praktisch.
Unter dem Display findet man eine Zoom-Leiste und vier schmale Tasten | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Mit dem Diamond kann man jetzt bequemer schreiben, als noch mit dem Vorgänger. Das liegt ganz einfach am größeren und schärfern Touchscreen, der mehr Platz für die eingeblendete Volltastatur bietet. Außerdem bestätigt das neue Smartphone jeden Tastendruck mit einer kurzen Vibration. Eine Volltastatur im Querformat wie beim Samsung i900 Omnia blendet das Touch Diamond 2 aber nur im Browser ein.
An den Seiten platziert HTC eine Lautstärkewippe und den Powerknopf. sie haben gute Druckpunkte und sind elegant in den Metallrahmen eingearbeitet | Foto: Areamobile.de | mehr Bilder
Hallo
Ich habe den D2 seit einer Woche im Gebrauch.
Und.. ist das auch ein Handy? Die Ermpfangseigenschaften sind so schlecht. Mit feildtest verglichen ca. 6 bis 10db (!!!) schlechter als ein altes Nokia8210.
Was bringt mir ein tolles Feature wenn die Grundlagen nicht funtionieren.Gr. Pjoe
"Eine Volltastatur im Querformat wie beim Samsung i900 Omnia blendet das Touch Diamond 2 aber nur im Browser ein."
und wenn man SMS schreiben möchte....
Habe immer noch keine Lösung für das Problem des träge arbeitenden Transcribers, Sketchers & Co. gefunden. Insbesondere der Touch HD ist in dieser Beziehung eine Katastrophe. Durch das grosse Display eigentlich als elektronisches Notiz- und Skizzenblock optimal, nur leider aus oebn genannten Gründen nicht verwendbar. Jemand da, der anderes berichten kann?
Noch eine Bemerkung zu den Tests solcher Windows Mobile Devices: Nach meiner Meinung konzentrieren sich die Tester zu sehr auf triviale "Handy"-Funktionalität. Diese ist bei "Handys" teilweise besser implementiert, weil diese dafür optimiert sind. Geräte wie HTCs Touch-Serie sind aber keine Handys, sondern mobile Computer mit Telefon- und Datenübertragungsfunktionen. Das ist nach meiner Meinung ein grosser Unterschied und sollte beim Testen berücksichtigt werden.
Hallo,
ich möchte eine Eigenschaft erwähnen, welche die neue Touch-Serie mit den WVGA Displays (800x480 Pixel) also Diamond II und Touch HD für meine Anforderungen unbrauchbar macht: Die Microsoft-Anwendungen wie Transcriber, Letter-Recognizer oder Sketcher (also alle, die Pen-Strokes auf dem Display auswerten) arbeiten sehr träge und fehleranfällig. Ich vermute, es hängt mit der hohen Auflösung des Displays zusammen. Habe dies durch Tests von mehreren Geräten herausgefunden und habe noch keinen Workaround oder Einstellungsänderung gefunden. Könnt ihr das bestätigen?
Die finalen Testgeräte sind für die Redaktionen bereits verfügbar. Das Cover ist allerdings aus mattiertem Edelstahl, nicht blank poliert. Gesprächs- und Kameraqualität sind in der finalen Firmware deutlich besser.
Also wer ein kompaktes Smartphone mit 2,8 Zoll haben will der kann sich das Touch 2 ansehen.